{"id":54929,"date":"2019-04-13T00:01:56","date_gmt":"2019-04-12T22:01:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=54929"},"modified":"2022-02-19T08:58:26","modified_gmt":"2022-02-19T07:58:26","slug":"die-welt-ist-was-der-unfall-ist","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/04\/13\/die-welt-ist-was-der-unfall-ist\/","title":{"rendered":"Die Welt ist, was der Unfall ist"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-text-color has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">&#8211; \u00fcber die magischen Momente von Almuth Hickl<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit gro\u00dfer Beharrlichkeit und spielerischer Leichtigkeit widmet sich Almuth Hickl versunkenen Kulturg\u00fctern. Seit jeher hat sie sich f\u00fcr triviale Maschinen interessiert wie der Sofortbildkamera, dem Photokopierer oder dem Internet als Weltarchiv. Ihr ist eine stilistisch \u00fcberpointierte Art der Wahrnehmung von kulturellen Produkten aller Art zu eigen, von Literatur \u00fcber Musik, bildender Kunst, die am K\u00fcnstlichen orientiert ist; oft geh\u00f6ren diese Werke der Trivial- oder Popkultur an, die hier jedoch nicht gedankenloser Zerstreuung dient, sondern eine \u00e4sthetische Umwertung erf\u00e4hrt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Reihe besch\u00e4ftigt sich mit dem Objektcharakter der Compact Disc (CD) bei dem das Coverdesign eine andere Bedeutung erf\u00e4hrt. Das Wort <em>Laserabtastung<\/em> war gleichsam eine Botschaft aus der Medienzukunft. Die HiFi-Stereophonie bedeutet r\u00e4umliches H\u00f6ren und hohe musikalische Klangreinheit, bei einer guten Abmischung. Es ein erhabenes Ereignis, eine irisierend leuchtende CD auf dem Jewelcase zu heben, in den Schacht einen Players einzulegen, auf mechanischem Weg die Strecke zur Laserabtastung einzuleiten und anzuh\u00f6ren; sich \u2013 bestenfalls \u2013 mit einem Kopfh\u00f6rer hinzusetzen und ein H\u00f6rbuch durchzuh\u00f6ren bringt einem den K\u00fcnstler und der Kunst so viel n\u00e4her als alles, was man sich online \u00adals Klangtapete runterholen kann. Die K\u00fcnstlerin stellt damit auch eine Frage \u00fcber das analoge und das digitale Schauen. Und h\u00e4lt man einige dieser Objekte vor das Ohr, erlebt man ein klangakustisches Ereignis.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Bedurfte es fr\u00fcher einer technisch hochwertigen Bilddokumentation, so befindet sich nun in jedem mobilen Telephon \u2013 neben anderen Gimmicks &#8211; eine Kamera, mit der sich hochaufl\u00f6sliche Bilder herstellen lassen. Dies versteht Hickl als Herausforderung an die Kunst. Bei ihrer audiovisuelle Forschung interessiert sie sich f\u00fcr die kleinen Ver\u00e4nderungen, die Auswirkungen all dieser selbstverst\u00e4ndlichen, n\u00fctzlichen und erschwinglichen Technologien. Diese Artistin begibt sich in einem k\u00fcnstlerischen Prozess f\u00fcr das \u00b4onomato`-Stipendium auf die Suche nach Kl\u00e4ngen, die an das Schwirren eines vorbeifliegenden Pfeils erinnern. Das Arbeitsvorhaben von Hickl sind die Erkundungen akustischer, kommunikativer, sowie optischer M\u00f6glichkeiten eines neuartigen Klangk\u00f6rpers und ihre mathematische Folgerichtigkeit. Sie findet und erfindet \u00fcberzeugende Bilder und vor allem T\u00f6ne f\u00fcr das Zusammenschnurren der Zeit und nimmt den Betrachter mit in die Spirale, in ein Netz aus Verbindungen. Zwischen dem analogen und dem digitale Schauen und H\u00f6ren bleibt die <em>Schnittstelle<\/em> der K\u00f6rper.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Digitalisierung braucht das Zusammenwirken aus einer k\u00fcnstlerischen Idee, Wagnis und Versuchen, welche sich aus der Zusammenarbeit unterschiedlicher Expertisen ergibt, eine Art von assoziativem Schauen. Das Ergebnis ist bei Almuth Hickl keine Gegen\u00fcberstellung des Analogen gegen das Digitale, sondern eine Bereicherung, die sowohl die Experten wie auch viele Betrachter zu begl\u00fccken vermag.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-54937\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Almuth_Cover-1.png\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"244\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">zu sehen auf der Ausstellung:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Technische Probleme<\/strong>, Jahresausstellung im K\u00fcnstlerverein onomato, Birkenstr. 97, D\u00fcsseldorf. 13. April 2019, ab 19:00 Uhr.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Portr\u00e4t der Hungertuchpreistr\u00e4gerin Almuth Hickl findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/04\/10\/das-hungertuch-fuer-almuth-hickl\/\">hier<\/a>.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und au\u00dferdem im KUNO-Archiv, ein Hinweis auf die Ausstellung <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/05\/14\/spielerische-erkundung-des-vorhandenen-materials\/\">Freibank<\/a>. Einen Essay zu den Aktionen im Rheintor finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12791\">hier<\/a>.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; \u00fcber die magischen Momente von Almuth Hickl Mit gro\u00dfer Beharrlichkeit und spielerischer Leichtigkeit widmet sich Almuth Hickl versunkenen Kulturg\u00fctern. 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