{"id":5477,"date":"2012-06-22T00:01:30","date_gmt":"2012-06-21T22:01:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5477"},"modified":"2022-02-21T13:40:07","modified_gmt":"2022-02-21T12:40:07","slug":"uberschwemmt-die-lust-am-taumel-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/06\/22\/uberschwemmt-die-lust-am-taumel-2\/","title":{"rendered":"\u00dcberschwemmt, die Lust am Taumel (2\/3)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2<span style=\"color: #888888;\">2<\/span> \u00b7 heute morgen das Gestr\u00fcpp im Blumentopf<\/strong><\/p>\n<address style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\">Ich bin in meinem Schreiben nur auf der Suche<\/span><\/address>\n<address style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\">nach konkreten Dingen.<\/span><\/address>\n<address style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/span><\/address>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5480 alignright\" title=\"Tarlatt 3\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-3-300x216.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"216\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-3-300x216.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-3-1024x737.jpg 1024w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-3.jpg 1754w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Und einer schreibt: \u00bbMayr\u00f6ckers <em>Hummel am Morgen<\/em> lasse ich gern dahinsurren\u00ab, ein andrer: \u00bbIch mu\u00df mehr lesen\u00ab, ein dritter: \u00bbDas hast du alles 2011 gelesen? Bin echt beeindruckt.\u00ab Warum \u203adas alles\u2039, was soll das alles, was hei\u00dft das alles, versteh so vieles (nicht), <em>und h\u00e4tte ich dieses mein Schrei\u00adben nicht<\/em> und h\u00e4tte ich dieses mein Lesen nicht, <em>dieses r\u00e4tselvolle Lesenk\u00f6nnen<\/em>, und f\u00fchle mich in den Versen von Ben\u00adders \u00bbEin Dichter zu Besuch \/\/ Bleib noch \/ eine Weile. \/ Hilf mir finden \/ die letzte Zeile\u00ab, in May\u00adr\u00f6ckers sich in mich hineingie\u00dfenden, sich in mir verstr\u00f6menden Str\u00f6men auf \u203aunendliche\u2039 Weise daheim\u00adlich: <em>dieser Schein einer repetitiven Narration ist erre\u00adgend<\/em>. So lese ich weiter, versenke mich tiefer, ver\u00adschenk mich an diese Dichtung. <em>Es war in meiner<\/em> <em>Versehrtheit dieses Trie\u00adfen und Tropfen<\/em>, und heute mu\u00df ich nicht mit einer weiteren Ein\u00adsam\u00adkeit<strong>sat\u00adt<\/strong>acke rechnen, <em>Max Ernst pflanzte die Akelei als Blume der Melancholie<\/em>; <em>heute morgen das Gestr\u00fcpp im Blumentopf<\/em>; <em>(\u00bbEmo\u00adtion von Blu\u00admen\u00ab, JD)<\/em>, und jetzt, naturge\u00adm\u00e4\u00df, Thomas Klings Bekr\u00e4fti\u00adgung, die her\u00adrisch nach vorn dr\u00e4ngt, unmi\u00dfverst\u00e4ndlich (da\u00adher, umge\u00adhend, aus \u00bbStadtpl\u00e4ne, Stadt\u00adschriften\u00ab her\u00adausklam\u00fc\u00adsert):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>Genauigkeit in der Wahrnehmung von Sprache hei\u00dft immer auch Einbezie\u00adhung der Geschichte von Sprache, Einbeziehung von Wortgeschichte: Ohne Kenntnisse von Etymologie kommt kein Dichter, keine Dichterin aus. Ohne geschultes Geh\u00f6r, erstens, kommt der Dichter nicht aus, der beim Schreiben wissen mu\u00df, was ge\u00adh\u00f6rt werden kann; kommt, zweitens, die Le\u00adser- bzw. die H\u00f6\u00adrerschaft nicht aus: sie soll den Sound, den Rhythmus des Produkts ja sinnlich erleben. Dieses Verstehen \u00fcber den K\u00f6rper erfordert keine Vorkennt\u00adnisse (z.B. von Geschichte): Zum Tanz der Sprache bei der Lekt\u00fcre kann es selbstverst\u00e4ndlich nur kommen, wenn das Gedicht in sich stimmig ist. Dann aber kann (sich) das Gedicht bewegen, kann Zeit und Raum auf den Punkt bringen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stichpunktspiel: etwas (ruhepunktlos?) auf den Pluspunkt bringen \u00b7 ist doch eine Redensart (nicht wahr?) wie \u00b7 der wunde Angelpunkt\u00a0\u00b7 et\u00adwas Tiefpunkt f\u00fcr St\u00fctzpunkt besprechen \/ pr\u00fc\u00adfen \u00b7 das Minus\u00adp\u00fcnkt\u00adchen \/ der Schwerstrafpunkt auf dem i\u00a0\u00b7 auf den \/ zum Dreh\u00adpunkt kommen\u00a0\u00b7 auf den Orientierungspunkt genau (archime\u00addisch licht\u00adpunktgenau) \u00b7 um Knack\u00adpunkt 10:06 Uhr\u00a0am 31. Januar 2012 \u00b7 (Re\u00addensart bleibt Redens<strong>art<\/strong> \u2013 egal welcher Blickpunkt) \u00b7 Nun mach aber einen Richtstrichpunkt \/ \u00b7 Dies ist der An\u00adsatzz\u00fcndpunkt \u00b7 Das ist der Pro\u00adgrammfixpunkt<strong>: <\/strong><em>a komma punkt<\/em> \u00b7 Jenes ist der H\u00f6hepunk.t \u00b7 Jetzt mach ich einmal einen Dop\u00adpel\u00adpunkt \u00e0 la Friederike M. : \u2022 (Grenz\u00adpunktgewinn) \u2026 <em>ich sehe keinen Endpunkt<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3<span style=\"color: #808080;\">3<\/span> \u00b7 Im Dreiklang im Dickicht des Waldes<\/strong><\/p>\n<address style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\">mein Schein Gekritzel mein Schnee Gekritzel<\/span><\/address>\n<address style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\">mitten im Juli<\/span><\/address>\n<address style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\"><em>Friederike Mayr\u00f6cker<\/em><\/span><\/address>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5481\" title=\"Tarlatt 4\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-4-300x216.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"216\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-4-300x216.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-4-1024x737.jpg 1024w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-4.jpg 1754w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ich lese \u00b7 denke \u00b7 danke \u00b7 schreibe \u00b7 schweige, <em>w\u00e4hrend drauszen der Sturm \/ w\u00e4hrend mein Herz sich b\u00e4umt wie die B\u00fcsche am Hang<\/em>, lausche den W\u00f6rtern der Friederike Mayr\u00f6cker (die sich, <em>zerzauste Stimmchen<\/em>, zu Or\u00adten und: \u203aWorten\u2039 wandeln), und Bensch fragt: Willst du auch das letzte <em>R\u00e4tsel<\/em> dieses dich gleichsam \u203aunend\u00adlich\u2039 an May\u00adr\u00f6ckers Dich\u00adtung Fas\u00adzinie\u00adrenden l\u00f6sen? (Ulrike Draesner nennt es \u00bbdas eisenharte, weiche may\u00adr\u00f6ckersche Schreiben\u00ab.) <strong>Einfach<\/strong>, klar, unmittelbar, ulti\u00admativ kommt die Antwort: Nein, nein, nein, ich will es nicht. Und h\u00f6re Joseph Con\u00adrad souf\u00adflieren: \u00bbThe power of sound has always been greater than the power of sense.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>Was den Umstand angeht dasz ich nicht mehr wuszte, auf welchem Flugplatz ich mich verirrt hatte, verzwei\u00adfelt hin- und herrannte und dasz Ely mich end\u00adlich : ich meine er warf die Arme hoch und rief meinen Na\u00admen, gefunden hatte an diesem sch\u00fctteren Abend, dasz ich zermalmt zermahlen untergegan\u00adgen \u2013 die Schwindelanf\u00e4lle, der rasende Schn\u00fcrschuh, die fabel\u00adhafte Folie der Fr\u00fche, sage ich, 2 kl.L\u00f6ffel in einer Tasse, 1 offene leere Schubla\u00adde als Tisch\u00adchen ben\u00fctzen, 1 sausende Un\u00adterhose, Erstickungsanf\u00e4lle beim Fr\u00fchst\u00fccken, will man die Zeit aufhalten \/ zur\u00fcckhalten \/ anhalten indem man sich in ihre M\u00e4hne fest\u00adkrallt, dann halte ich mir die Backe dann sch\u00fcrze ich die Lippe dann bin ich scheintot, so\u00adbald ich den Supermarkt betrete, bin ich ger\u00fchrt. Im Dreiklang im Di\u00adckicht des Waldes n\u00e4m\u00adlich dasz ich die Blumen zerdr\u00fccke, 1 Re\u00adseda : 1 z\u00e4rtli\u00adche Hysterikerin ich verschwei\u00adge den Namen, sage ich, im\u00admer wieder verlor ich den Boden un\u00adter den F\u00fcszen, \u00bbich habe Namenstag\u00ab, schreibt JD, ich falte die H\u00e4nde und hocke mich ins Ge\u00e4st, was ich jetzt schreibe ist vielleicht gefaltet : et\u00adwas Gefaltetes, 1 gefalteter Clothmantel wie ich ihn in der Volks\u00adschule trug, an der Straszenecke verstreute Butter\u00adblumen, 1 Urinoir wie hl.Flo\u00adrian in Morgenr\u00f6te, Duchamp, Huflattichbl\u00e4tter 1 Wiesen\u00adgrund : die Erzengel spucken ihm.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5491 alignright\" title=\"Tarlatt 2\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-2-300x216.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"216\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-2-300x216.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-2-1024x739.jpg 1024w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-2.jpg 1737w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Du sp\u00fcrst es nicht, kannst die bis in Fingerbeere, Haarspitze, Pore emp\u00adfundene und am liebsten wortlose \u203aBe\u00adgeisterung\u2039 f\u00fcr die dialo\u00adgisch polyphonen \u00bbsprachlichen Gebilde, die in sich stehen\u00ab, wie Gadamer es ins Wort fa\u00dft, nicht nach\u00ademp\u00adfinden? \u00bbHier spricht die Sprache\u00ab \u00b7 Roland Barthes. Und Bensch blickt mich, ein wenig rat\u00adlos, an, Kraus mit k\u00fchlen Augen, in denen ich die \u00bbUnlesbarkeit dieser \/ Welt\u00ab (P.C.) zu erkennen ver\u00admeine. Bin ich also alleingelassen? Oh, nein. Ich l<strong>au<\/strong>sche H\u00e9l\u00e8ne Gri\u00admaud, wie sie, zauberhaft luft\u00admalerisch, Mozarts Klavierkonzert Nr. 19 spielt, und die Augen gehen hin zu dem von Gedicht\u00adb\u00fcchern einge\u00adrahm\u00adten Trip\u00adtychon, das, rechts vom Schreibtisch, den Blick immer wieder, ma\u00adgisch, anzieht. \u203aVollen\u00addet\u2039 ist diese kleine \u00bbpetersburger h\u00e4ngun\u2019\u00ab (Thomas Kling), seit A. J. Weigoni (dem ich zudem Gri\u00admaud ver\u00addanke), mir den post\u00adkartenklei\u00adnen apfelsinengelbfarbenen <em>Akt<\/em> von Haimo Hieronymus schenkte, den ich, im Zusammenspiel mit R. A. Westphals grauem \u00bbSchama\u00adnen\u00ab, der, naturgem\u00e4\u00df, pfeiferau\u00adchend, trommelschlagend im Weltenbaum hockt, und Gunter Lo\u00adrenz tieftrau\u00adrigschwar\u00adzem \u00bbStein\u00adkreuz Schmer\u00adzensmann\u00ab unmittelbar als Drei\u00adklang erlebe, der mich seitdem, in hellbraunen Rahmen, rund um die Uhr begleitet. \u2013 \u2013 \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5482\" title=\"Tarlatt 5\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-5-300x216.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"216\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-5-300x216.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-5-1024x737.jpg 1024w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Tarlatt-5.jpg 1754w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u00bbMach die Augen zu, h\u00f6r diese Stille\u00ab, sagt meine Begleiterin, als wir, am 6. Februar 2012 gegen 14 Uhr, aus dem Wald heraustreten, \u00bbich steh auf den Treppen des Windes\u00ab (Rolf Bossert), aber nein, aus\u00adnahms\u00ad<strong>weise<\/strong> ruht \u203adas himmlische Kind\u2039 einmal, und der Blick flie\u00dft \u00fcber viele Kilome\u00adter hin zum weiten Hori\u00adzont, hinweg \u00fcber die sanf\u00adten, weiterhin wei\u00dfen Weidenh\u00fcgel, \u00bbredefined by the snow and, at the same time, perfected, made abstract, like the world in a blueprint\u00ab (J.B.), wo kalthellgrellblauer Himmel und schneebedeckte Erde in meinen Augen zusammenfinden, \u00bba brilliant circle of light\u00ab (J.B.), <em>dasz ich blin\u00adzeln musz<\/em>, heute morgen schreibt Christel Fallen\u00adstein: \u00bbHier liegt auf allem auch schon eine dicke Schnee\u00adschicht \u2013 und die Schneeflocken rieseln und tanzen und wirbeln manchmal sogar auf\u00adw\u00e4rts \u2013 Wien hat viel Wind \u2013 sogar in diesem v\u00f6llig um\u00adbauten Innen\u00adhof, in dem mein einziger, nun fast wei\u00dfer Baum steht\u00ab, und ich schlie\u00dfe, augen\u00adblicklang, die Augen und h\u00f6re das Summen der Stille, f\u00fcr einen Moment zieht sich der Gedanke an <em>Reise durch die Nacht<\/em>, das ich am Morgen bestellt habe, zu\u00adr\u00fcck, wir stehen still; schon gehen wir wieder \u2013 \u00bbDreifach ist der Schritt der Zeit, \/ Z\u00f6gernd kommt die Zukunft hergezogen, \/ Pfeil\u00adschnell ist das Jetzt entflogen, \/ Ewig still steht die Vergangenheit\u00ab (Friedrich Schiller) \u2013, auf dem\u00adselben Weg, den wir gekommen sind, nach Hause, auf die gro\u00dfe Runde verzich\u00adten wir heute, zu sehr zieht es, was ist \u203aes\u2039 (ist es die Zukunft?), mich zur\u00fcck nach Hause, wo Burn\u00adsides \u203asinister\u2039 \u00bbGlister\u00ab, das ich seit dem Vor\u00adabend lese, mich ungeduldig erwartet, schweigend gehen wir ne\u00adben\u00adeinander, da f\u00e4llt mir Tonino Guerra vor die F\u00fc\u00dfe: \u00bbDiesen Winter sa\u00df ich stun\u00addenlang am Fenster und schaute zu, wie der Schnee f\u00e4llt\u00ab, und indem ich dem fortw\u00e4hrenden Knirschen der kleinen Schritte von Mrs C. und der gr\u00f6\u00dferen Schritte von mir lausche, denke ich zum erstenmal, <em>und h\u00e4tte ich dieses mein Schreiben nicht<\/em>, Wort f\u00fcr Wort im Rhythmus meiner Schritte vor mich hin\u00admurmelnd, den Ge\u00addanken (wie viele Gedanke denke ich dutzende, hunderte, tau\u00adsende Mal?): Wir zerstampfen die \u203aGegenwart\u2039, lassen sie, Schritt f\u00fcr Schritt, als \u203aVergangenheit\u2039 hinter uns liegen, ren\u00adnen, blind\u00adlings, in die \u203aZukunft\u2039. Und frage mich hernach, mit Augustinus: \u00bbWas also ist die Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, wei\u00df ich\u2019s, will ich\u2019s aber einem Fra\u00adgenden erkl\u00e4ren, wei\u00df ich\u2019s nicht.\u00ab In Sophie Reyers Gedicht steht \u00bbdie ge\u00adzirpte zeit\u00ab, und im Garten fliegt, kein <em>Som\u00admerlaub<\/em> in Sicht, ein Spat\u00adzenschwarm, <em>mit<\/em> <em>Schnee<\/em> <em>in<\/em> <em>den<\/em> <em>Augen<\/em>, auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5440\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>\u2192 Teil 1<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5510\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>\u2192 Teil 4\/5<\/strong><\/span><\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5558\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>\u2192 Teil 6\/7<\/strong><\/span><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #808080;\">Der abschlie\u00dfende 8. Teil des Essays <em>\u00dcberschwemmt, die Lust am Taumel<\/em><\/span> <span style=\"color: #808080;\">(<\/span><span style=\"color: #000080;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=4151\"><span style=\"color: #000080;\">Matrix 28<\/span><\/a><\/strong><\/span><span style=\"color: #808080;\">, S. 17 \u2013 34) folgt morgen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #808080;\">Die in den Text eingef\u00fcgten Bilder stammen von Ulrich Tarlatt (Bernburg an der Saale) und sind ebenfalls in<\/span> <span style=\"color: #000080;\"><a href=\"http:\/\/www.pop-verlag.com\/edition-matrix\/index.htm\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Matrix 28<\/strong><\/span><\/a><\/span> <span style=\"color: #808080;\">zu finden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Ein Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer.<\/p>\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte <span data-offset-key=\"d96ve-1-0\">Wolfgang Schlott<\/span><span data-offset-key=\"d96ve-2-0\"> dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum<\/span> Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> &#8222;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>&#8220; <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>22 \u00b7 heute morgen das Gestr\u00fcpp im Blumentopf Ich bin in meinem Schreiben nur auf der Suche nach konkreten Dingen. Friederike Mayr\u00f6cker Und einer schreibt: \u00bbMayr\u00f6ckers Hummel am Morgen lasse ich gern dahinsurren\u00ab, ein andrer: \u00bbIch mu\u00df mehr lesen\u00ab, ein&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/06\/22\/uberschwemmt-die-lust-am-taumel-2\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":97870,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[505,143,497,44,500,499,137,501,502,394,84,144,503],"class_list":["post-5477","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-christel-fallenstein","tag-friederike-mayrocker","tag-friedrich-schiller","tag-haimo-hieronymus","tag-jacques-derrida","tag-joseph-conrad","tag-paul-celan","tag-roland-barthes","tag-rolf-bossert","tag-sophie-reyer","tag-theo-breuer","tag-thomas-kling","tag-ulrich-tarlatt"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5477","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5477"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5477\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":99191,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5477\/revisions\/99191"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97870"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5477"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5477"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5477"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}