{"id":54433,"date":"2020-01-01T00:01:50","date_gmt":"2019-12-31T23:01:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=54433"},"modified":"2021-02-28T17:31:39","modified_gmt":"2021-02-28T16:31:39","slug":"gute-vorsaetze-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/01\/gute-vorsaetze-2\/","title":{"rendered":"Gute Vors\u00e4tze"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-text-color has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Die B\u00fccher von Joanna Lisiak lassen sich oft als kluge psychologische Studie lesen, oft erinnern sie auch an eine Meditation eines Ichs \u00fcber sich selbst.<\/span> <\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>vors\u00e4tze<\/strong> und neues jahr sind ein un\/paar. sie sind, scheint mir, aus der mode gekommen. sie sind zudem klischee und oft negativ behaftet. sie gehen einher mit der bef\u00fcrchtung, dass man den vorsatz fr\u00fcher oder sp\u00e4ter ja doch brechen wird und dass ein vorsatz somit obsolet, ja von vornherein zum scheitern verurteilt, und daher l\u00e4stiges zeug ist. man sagt demnach lieber, dass man den vorsatz hat, n\u00e4mlich keinen vorsatz zu haben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">ich finde, dass kleine abmachungen mit sich selbst nicht per se schaden m\u00fcssen. vors\u00e4tze m\u00fcssen auch nicht an laster gebunden sein. sondern sie k\u00f6nnen einen motivieren, im zwiegespr\u00e4ch mit sich selbst zu bleiben. sie haben die eigenschaft an das zu erinnern, zu dem man eine bestimmte verbindung hat oder zu dem man eine klare haltung haben m\u00f6chte. die haltung, die durch die kommenden monate des jahres nicht immer konsequent wahrgenommen wird k\u00f6nnen, weil das leben von allen seiten kommt und es nie ganz genau so wird, wie man einst dachte. und das ist auch gut so. sp\u00e4testens im r\u00fcckblick, oder im r\u00fcckr\u00fcckblick, wird einem bewusst, dass die kurven sinnvoll sind.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>anregungen<\/strong> sind da viel milder. sie laden h\u00f6flich ein mit einer geste, und man hat die freie wahl, eine solche anregung anzunehmen oder sich gerade jetzt nicht, vielleicht sp\u00e4ter mal, einkurbeln zu lassen von einer idee ausserhalb. anregungen k\u00f6nnen flirten, sind leicht verdaulich, spielerisch. wenn man gleich 365 zur auswahl hat, kann man zudem von einer zur anderen fliegen wie ein leichter schmetterling im wind und sich einfach nur anregen lassen von der anregung.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">ich habe als autorin die vorlage f\u00fcr solche fl\u00fcge hoffentlich geschaffen. damit die leser\/innen sich einladen lassen k\u00f6nnen, ob passiv, ob aktiv, ob als antrieb oder aus purer lust und neugierde. oder am ende aus einer vorsatzverwandschaft heraus, weil es sich schwarz auf weiss auf papier anders anf\u00fchlt, als wenn man mit sich selbst spricht und sich anzuregen versucht.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Inspirationen sind weder abenteuerlich-gef\u00e4hrlich, noch verlangen sie einem allzu gro\u00dfen Mut oder Geschick ab. Sie kosten gelegentlich etwas \u00dcberwindung, aber nicht wirklich. Sie sind von eher zarter Struktur beschaffen und dennoch k\u00f6nnen sie die eigene Welt ver\u00e4ndern. Sie sind verbl\u00fcffend einfach. Sie verm\u00f6gen subtil anzustacheln, Tempo-, Temperaturwechsel anzukurbeln, mikrokleine Gef\u00fchle zum Wirbeln zu bringen. Im Idealfall bergen sie am Ende Geschenke f\u00fcr einen selbst. Wer bewusst \u00abheute\u00bb sagt, der lebt dieses \u00abHeute\u00bb m\u00f6glicherweise bewusster. So die Logik.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p><strong>heute gut, 365 anregungen f\u00fcr jeden tag <\/strong>von Joanna Lisiak, 2019, 376 Seiten, isbn 978-3-74813-974-4<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft is-resized\">\r\n<div id=\"attachment_54434\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-54434\" class=\"wp-image-54434\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/HeuteGut_Cover_digital-v1-999x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"256\" \/><p id=\"caption-attachment-54434\" class=\"wp-caption-text\">Himalaya\u00bb, 2013, von Mariola Lisiak<\/p><\/div>\r\n<\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=31414\">Portr\u00e4t<\/a> der Autorin und das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=30534\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> zwischen Sebastian Schmidt und Joanna Lisiak. Der \u201esinn der wendungen\u201c regte Holger Benkel zu einem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=55005\">Rezensionsessay<\/a> an. KUNO verleiht der Autorin f\u00fcr das Projekt <em>Gedankenstriche<\/em> den Twitteraturpreis 2016. \u00dcber die Literaturgattung <em>Twitteratur<\/em> finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22423\">hier<\/a> einen Essay.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die B\u00fccher von Joanna Lisiak lassen sich oft als kluge psychologische Studie lesen, oft erinnern sie auch an eine Meditation eines Ichs \u00fcber sich selbst. vors\u00e4tze und neues jahr sind ein un\/paar. sie sind, scheint mir, aus der mode gekommen.&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/01\/gute-vorsaetze-2\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":149,"featured_media":54434,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1803],"class_list":["post-54433","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-joanna-lisiak"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54433","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/149"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54433"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54433\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54433"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54433"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54433"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}