{"id":54066,"date":"2011-10-16T00:01:48","date_gmt":"2011-10-15T22:01:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=54066"},"modified":"2021-10-26T14:51:25","modified_gmt":"2021-10-26T12:51:25","slug":"ausfahrt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/10\/16\/ausfahrt\/","title":{"rendered":"Ausfahrt"},"content":{"rendered":"\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>Auf einem anderen Blatt<br \/>steht: Dieses Blatt hier<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>hat der Rei\u00dfwolf<br \/>sich geholt mitsamt<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>dem Herbst, in dem,<br \/>und allen Wolken,<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>aus denen<br \/>es gefallen ist.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>(aus dem VII. Zyklus)<\/em><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Ausfahrt<\/strong>, Gedichte von Tobias Herold. Elfenbein Verlag, 2011.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"165\" height=\"262\" class=\"wp-image-54070\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Ausfahrt_Cover.jpg\" alt=\"\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Ausfahrt_Cover.jpg 165w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Ausfahrt_Cover-160x254.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 165px) 100vw, 165px\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gedichte dieses Bandes sind Reisegedichte im w\u00f6rtlichen Sinn: Sie reisen selbst \u2013 durch die Zwischenr\u00e4ume unserer Alltagssprache. Frei von Formalismus, raunender Verr\u00e4tselung oder ironistischer Lakonie sind sie zur\u00fcckhaltend, verschmitzt und von heiterer Traurigkeit \u2013 und mit der Beil\u00e4ufigkeit und dem Humor, die ihnen eigen sind, lassen sie sich auch lesen.<br \/>Wir haben es mit Erfindungen aus Fundst\u00fccken zu tun: Material dieser Gedichte sind vorgefundene Dinge und Orte sowie vor allem die stehenden Wendungen und Bilder unseres allt\u00e4glichen Sprechens. Diese werden nicht poetisch verfremdet, sondern umgekehrt ganz beim Wort genommen und derart \u00fcbereinanderbelichtet, dass sie sich auf unerwartete Weise r\u00fcckverbildlichen.<br \/>Unmittelbarkeit und Sprachreflexivit\u00e4t verbinden sich in \u00bbAusfahrt\u00ab im Aberwitz eines aus der Tradition herausgefallenen lyrischen Ichs, das verwundert spazierengeht durch eine verwinkelte Gro\u00dfstadt aus Sprache und das ausf\u00e4hrt in \u00bbein ausstaffiertes Nirgends, \/ wo allen Ernstes Sprosse Wurzeln \/ schlagen, auf dass einmal ein \/ Blattwerk sei, welches sich am \/ Wind berauscht\u00ab.<br \/>Jenseits von Alltagspoesie folgen diese Gedichte einer Poetik der Verringerung: In ihnen verringert sich zugleich der lyrische Ton und der Abstand, in dem wir uns in der Lebenswirklichkeit zu dem befinden, was wir sagen. Sie sind Ausfahrten ins Unbekannte des allzu Vertrauten.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Poesie ist ein identit\u00e4tsstiftende Element unsrer Kultur, lesen Sie auch KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologische Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Auf einem anderen Blattsteht: Dieses Blatt hier hat der Rei\u00dfwolfsich geholt mitsamt dem Herbst, in dem,und allen Wolken, aus denenes gefallen ist. (aus dem VII. Zyklus) &nbsp; &nbsp; *** Ausfahrt, Gedichte von Tobias Herold. Elfenbein Verlag, 2011. 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