{"id":54056,"date":"2009-02-09T00:01:15","date_gmt":"2009-02-08T23:01:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=54056"},"modified":"2021-10-17T17:42:10","modified_gmt":"2021-10-17T15:42:10","slug":"kruste","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/02\/09\/kruste\/","title":{"rendered":"Kruste"},"content":{"rendered":"\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>W\u00e4hrend du<br \/>einfach unverr\u00fcckbar<br \/>und ruhig bist,<br \/>wie immer,<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>liegen und stehen<br \/>M\u00f6belst\u00fccke, gr\u00fcbelnd,<br \/>aufgekratzt, neben sich<br \/>bei dir im Zimmer;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>die schlafen und schlafen<br \/>einfach nicht ein, ganz<br \/>schlimm ist das und<br \/>wird immer schlimmer.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Kruste<\/strong>, Gedichte von Tobias Herold. Elfenbein Verlag, 2009.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"152\" height=\"262\" class=\"wp-image-54060\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Kruste_Cover-1.jpg\" alt=\"\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das lyrische Ich k\u00f6nnte auch die Lyrik selbst sein, wie sie aus den Gedichten von Tobias Herold mit schlichter, klarer Stimme spricht: Ihres alten Pathoskost\u00fcms entkleidet, fl\u00fcchtet sie sich nicht ins kokett ironische Spiel mit der eigenen Verwandlung in eine Antilyrik. Was von ihr in ihrer Verkleinerung bleibt, treibt den Wettlauf zwischen Ich und Welt in eine Sackgasse der Bilder, die das Denken sich selber geschaffen hat.<br \/>Diese Bilder zeigen das Denken in seinem Eigenleben, gewisserma\u00dfen in seinen K\u00f6rperaffekten: Sich selbst \u00fcberlassen, l\u00e4sst es f\u00fcr einen Moment von einem ab und l\u00e4uft neben einem her, bis ein neues Spiel jenseits der alten Selbstentfremdungsringelreihen beginnt: die Redewendungen zwischen Ich und Du, beim Wort genommen, verwandeln die Scharniere der Sprache in Gelenke, an denen man sein \u00c4u\u00dferstes nach Innen kehren kann und umgekehrt \u2013 die Innerlichkeit ver\u00e4u\u00dfern hei\u00dft die Kruste zwischen der Welt im Kopf und dem Kopf in der Welt aufkratzen und frische Luft hineinlassen \u2026\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Poesie ist ein identit\u00e4tsstiftende Element unsrer Kultur, lesen Sie auch KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologische Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; W\u00e4hrend dueinfach unverr\u00fcckbarund ruhig bist,wie immer, liegen und stehenM\u00f6belst\u00fccke, gr\u00fcbelnd,aufgekratzt, neben sichbei dir im Zimmer; die schlafen und schlafeneinfach nicht ein, ganzschlimm ist das undwird immer schlimmer. &nbsp; &nbsp; *** Kruste, Gedichte von Tobias Herold. Elfenbein Verlag, 2009. Das&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/02\/09\/kruste\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":54057,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2327],"class_list":["post-54056","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-tobias-herold"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54056","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54056"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54056\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54056"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54056"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54056"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}