{"id":53479,"date":"2014-12-31T00:01:19","date_gmt":"2014-12-30T23:01:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=53479"},"modified":"2023-06-29T17:07:45","modified_gmt":"2023-06-29T15:07:45","slug":"heterophone-stimmgewalt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/31\/heterophone-stimmgewalt\/","title":{"rendered":"Heterophone Stimmgewalt"},"content":{"rendered":"<div>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><span class=\"s1\"><i>Weigoni und\u00a0 T\u00e4ger sp\u00fcren der Sprache vor allem als akustischem Ph\u00e4nomen nach.<br \/>\n<\/i><\/span>(Dr. Christiane Schl\u00fcter, Buecher-Wiki)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Projekt Wortspielhalle wurde unl\u00e4ngst mit dem F\u00f6rderpreis des lime_lab\u00a0 im Rahmen des &#8222;steirischen herbst&#8220; unterst\u00fctzt. Dieser Preis f\u00f6rdert die Entwicklung experimenteller, medien\u00fcberschreitender H\u00f6rspiele. Es ist folgerichtig, dass es eine akustische Umsetzung der Sprechpartitur gibt. Der mit einer professionell ausgebildeten Sprechstimme A.J. Weigoni arbeitete daf\u00fcr mit der Schauspielerin Marion Haberstroh zusammen. Mit einem sprachspielerischen Angang zur Lyrik er\u00f6ffnen der Sprechsteller und die Schauspielerin der Poesie eine neue Handlungsfreiheit. In einem zweckfreien Spiel \u00fcber Zuf\u00e4lle und M\u00f6glichkeiten erforschen sie die ludische Wende, die durch die Dominanz von Spielanwendungen auf dem Computer gekennzeichnet ist. Ihr Spiel mit der Sprache ver\u00e4ndern die Elemente einer Situation so zu, da\u00df Neues und Unbekanntes entsteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Die Schauspielerin Marion Haberstroh gibt der Sprache den Wohlklang zur\u00fcck.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr Ziel ist es, die menschliche Stimme als ein universelles Instrument zu pr\u00e4sentieren und dem Geschmack der Worte auf die Spur zu kommen. Sie kam von der B\u00fchne und fand im H\u00f6rspiel ihre Bestimmung, um mit ihrer Stimme die vielf\u00e4ltigen Stimmungsm\u00f6glichkeiten auszuloten. Seit dieser Zeit ist sie auf dem Weg ihre eigene Stimme zu entdecken, immer weiter und weiter, soweit, das sie die R\u00e4ume in sich bis zum Grunde des Meeres und fast zur Spitze des Universums mit Atem und Stimme f\u00fcllen kann. Das geschriebene Wort erkennt sie in seiner Struktur der Lautfolge. Sie ertastet die Worte mit der Zunge und lauscht ihrem Klang, der H\u00f6rer ist auf alles gefasst und erweitert damit seinen inneren Horizont. Jeder Laut m\u00f6chte ausgesprochen werden und durch die Verbindungen entsteht die Magie der Semantik. Sie braucht nicht zu denken sondern nur den Lauten zu folgen, voller Respekt und schon ist eine Geschichte erz\u00e4hlt und im Geist des Zuh\u00f6rers entstehen die Bilder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Aufnahme und Schnitt von Tonmeister T\u00e4ger vermeint man etwas seltenes zu vernehmen: Ein Kunstwerk, das atmet. Man h\u00f6rt in der Wortspielhalle einen hochkulturaffinen Kunstwillen, der un\u00fcberh\u00f6rbar in dieser Sprechpartitur steckt, aber eben auch eine Verspieltheit, die sich aus bunter Alltagskultur, aus Comics und Filmzitaten speist. Auf wundersame Weise pa\u00dft alles zusammen, rhythmisch wie atmosph\u00e4risch. Hier findet keine experimentelle Textzertr\u00fcmmerung statt, diese Poesie spiegelt eine fragmentarische Gesellschaft, diese Artisten \u00f6ffnen den Blick auf die Gegenwart. Nicht nur die Literatur bedarf der Befreiung durch den Sprachwitz, mehr noch der H\u00f6rer. Und manchmal steckt eine solche Subversion in einem Diminutiv, gelegentlich in einem dialektalen Wispern. Auch wenn es zwitschert und zirpt, man h\u00f6rt nie einen Eklektizismus heraus. Aus Fragmenten haben Weigoni und Haberstroh ein koh\u00e4rentes Ganzes geschaffen, getragen von Rhythmen, die einen ganz eigenen Sog entwickeln. Alles erscheint stringent an diesem in seiner Poesie gro\u00dfartig schillernden Projekt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indem sich die H\u00f6rspielinszenierung in ihrer luziden Schlichtheit zeitgen\u00f6ssischen Modespielereien verweigert, ist sie h\u00f6renswert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\">***<\/div>\n<div><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>Wortspielhalle<\/strong>, eine Sprechpartitur von Sophie Reyer &amp; A.J. Weigoni, mit Inventionen von Peter Meilchen, Edition Das Labor, M\u00fclheim 2014<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div style=\"width: 276px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=53479&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Wortspielhalle-300x300.jpeg\" sizes=\"auto, (max-width: 266px) 100vw, 266px\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Wortspielhalle-300x300.jpeg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Wortspielhalle-150x150.jpeg 150w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Wortspielhalle.jpeg 596w\" alt=\"\" width=\"266\" height=\"266\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Cover: Fr\u00fchlingel, von Peter Meilchen<\/p><\/div>\n<p class=\"hide-if-no-js\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong><\/p>\n<p>Das Projekt Wortspielhalle wurde mit dem <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22035\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">lime_lab<\/a><\/span> ausgezeichnet. Vertiefend zur Lekt\u00fcre empfohlen sei auch das Kollegengespr\u00e4ch<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=19055\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"color: #0066cc;\"><span style=\"color: #ff0000;\">:2= Verweisungszeichen zur Twitteratur<\/span><\/span><\/a> von Reyer und Weigoni zum Projekt Wortspielhalle.<br \/>\nEin Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=18115\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a><\/span>. Ein Portr\u00e4t von A.J. Weigoni findet sich <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=10444\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a><\/span>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weigoni und\u00a0 T\u00e4ger sp\u00fcren der Sprache vor allem als akustischem Ph\u00e4nomen nach. (Dr. Christiane Schl\u00fcter, Buecher-Wiki) Das Projekt Wortspielhalle wurde unl\u00e4ngst mit dem F\u00f6rderpreis des lime_lab\u00a0 im Rahmen des &#8222;steirischen herbst&#8220; unterst\u00fctzt. Dieser Preis f\u00f6rdert die Entwicklung experimenteller, medien\u00fcberschreitender H\u00f6rspiele.&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/31\/heterophone-stimmgewalt\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":98578,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[394],"class_list":["post-53479","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-sophie-reyer"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53479","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53479"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53479\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":104807,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53479\/revisions\/104807"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98578"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53479"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53479"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53479"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}