{"id":52576,"date":"2018-12-02T10:01:51","date_gmt":"2018-12-02T09:01:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=52576"},"modified":"2019-10-02T20:25:30","modified_gmt":"2019-10-02T18:25:30","slug":"radiophonic-spaces","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/02\/radiophonic-spaces\/","title":{"rendered":"Radiophonic Spaces"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Die Radiokunst ist trotz ihrer hundertj\u00e4hrigen Geschichte immer noch sehr unbekannt.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Nathalie Singer<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Radio begann vor rund 100 Jahren, die H\u00f6rgewohnheiten zu ver\u00e4ndern und die Kulturtechnik des Sendens und Empfangens zu revolutionieren. Der Begriff \u201eRadiophonie\u201c bezeichnet die daraus erwachsene Konstellation aus technisch vermitteltem Klang und Raum: die H\u00f6rerfahrung, in der sich ein Klang mit den Nebenger\u00e4uschen von Medium und Kanal zu einem origin\u00e4ren Erlebnis vereint. \u201eRadiophonie\u201c beschreibt somit auch ein Wissen, das sich im Lauf des 20. Jahrhunderts im Umgang mit den Radioapparaten herausbildete. Seit Beginn der Digitalisierung befindet sich das Radio im Umbruch. W\u00e4hrend die Formen der Radiokunst in andere Medien migrieren, vervielfachen sich die M\u00f6glichkeiten und Ereignisse des Sendens und Empfangens: Der Mensch des 21. Jahrhunderts \u201efunkt\u201c ununterbrochen und in die verschiedensten Richtungen. Die Frage danach, was empfangen wird und was gesendet, was ausgeblendet und was verstanden wird, folgt dabei nicht nur technischen Prozessen und psychoakustischen Gewohnheiten, sondern auch politischen Interessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Welches Wissen stellte die Institution Radio im 20. Jahrhundert bereit und wie pr\u00e4gt es den radiophonen Raum heute?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Welche Bedeutung kommt dem H\u00f6r-Wissen in der von visuellen Kulturen gepr\u00e4gten Gegenwart zu?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Wie \u00e4ndern sich Kulturen, \u00c4sthetiken und Politiken des Sendens und Empfangens?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"> Welche Kriterien bestimmen heute die \u201eSendersuche\u201c? Wer steuert wen?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Radiophonic Spaces<\/em> verbindet die k\u00fcnstlerische Auseinandersetzung mit Radiokunst und Radiophonie mit einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt unter Federf\u00fchrung des Experimentellen Radios an der Bauhaus-Universit\u00e4t Weimar. Ein Team von Radiok\u00fcnstler*innen und -forscher*innen hat unter Leitung von Nathalie Singer einen H\u00f6r-Raum konzipiert, in dem sich \u00fcber 200 Arbeiten internationaler Radiokunst von den Besucher*innen individuell h\u00f6ren und erforschen lassen. <em>Radiophonic Spaces<\/em> ist begehbarer Radioraum, experimentelles Archiv, Studio und B\u00fchne des Sounds in einem, pr\u00e4sentiert Experimente, Produktionsformen und Kompositionsverfahren des Radios, seinen Apparaturen und Diskursen. Vermittelt durch eine immersive Audiotechnologie l\u00f6sen die Besucher*innen mit ihren Bewegungen einzelne Werke aus 100 Jahren Radiokunst aus. Der K\u00fcnstler, Architekt und Musiker Cevdet Erek entwirft daf\u00fcr eine Architektur, die es m\u00f6glich macht, das Zusammenspiel von Sound und Raum zu erforschen. Verschr\u00e4nkt wird diese Architektur mit einem digitalen Nachschlagewerk zur Geschichte der Radiokunst, das vor Ort zug\u00e4nglich ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">In unserer visuell \u00fcberfrachteten Zeit steigt das Interesse am H\u00f6ren wieder. Radiokunst fasziniert mit der Freiheit, die sie dem H\u00f6rer l\u00e4sst. Sie er\u00f6ffnet Welten und l\u00e4sst den Raum assoziieren, imaginieren und erinnern.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Nathalie Singer<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Soundexponate sind nach Themen wie \u201eFunkstille\u201c, \u201eRemix und Neuinszenierungen\u201c oder \u201ePlattengeschichten\u201c geordnet. Durch individuelle Bewegungsentscheidungen k\u00f6nnen Besucher*innen verschiedene Richtungen innerhalb der Radiokunst einschlagen. Arbeitspl\u00e4tze erm\u00f6glichen ein tieferes Eintauchen in die Thematik. Was bisher h\u00e4ufig in Archiven verschwunden ist oder nur in einzelnen Publikationen beschrieben wurde, wird hier erstmals multimedial zusammengef\u00fchrt: H\u00f6rst\u00fccke, akustische Ausz\u00fcge aus Produktionen, Skripte, Partituren oder pers\u00f6nliche Aufzeichnungen, dokumentierende Bilder aus den Studios sowie filmische Statements der Komponist*innen, Autor*innen und Regisseur*innen. Auch Fragen nach den Zusammenh\u00e4ngen zwischen den kulturellen und politischen Entstehungskontexten der Werke, nach den experimentellen Studiobedingungen und der daraus resultierenden \u00c4sthetik, nach den Laboren und ihren K\u00fcnstler*innen lassen sich hier erforschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Radiophonic Spaces im Berliner Haus der Kulturen der Welt erforscht Originaltonkunst und die Geschichte des H\u00f6rens.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Veranstaltung <a href=\"https:\/\/www.hkw.de\/de\/programm\/projekte\/2018\/radiophonic_spaces\/ohrenmensch\/der_ohrenmensch.php\">Der Ohrenmensch<\/a> er\u00f6ffnete das begehbare Radioarchiv und erforscht das Wissen des H\u00f6rens. Internationale K\u00fcnstler*innen und Wissenschaftler*innen fragen in experimentellen Formaten nach dem Zustand und den M\u00f6glichkeiten der radiophonen Konstellation. In Konzerten, Lectures und Performances erkunden die Beitragenden \u00e4sthetische und theoretische Bedingungen der Radiophonie sowie politische Handlungsm\u00f6glichkeiten im radiophonen Raum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch nach den Er\u00f6ffnungstagen k\u00f6nnen die <em>Radiophonic Spaces<\/em> intensiv genutzt, diskutiert und vermittelt werden: Jeweils von Donnerstag bis Montag ab 17 Uhr finden Gespr\u00e4che, Vortr\u00e4ge, Performances, F\u00fchrungen, Filmvorf\u00fchrungen oder gemeinsames H\u00f6ren statt. Forschungsgruppen (Seminare, Radiomacher*innen u. a.) und Vermittlungsprojekte werden gemeinsam mit dem Publikum einzelne Arbeiten aus dem Archiv (laut) h\u00f6ren, vorstellen und untersuchen, um dem Verh\u00e4ltnis von Radiokunst und der Institution Radio nachzugehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Radiophonic Spaces<\/strong>, ein begehbares Radioarchiv, noch bis zum 10.12.2018 im Haus der Kulturen der Welt, Do\u2013Mo 11:00-19:00 Uhr<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Radiophonic Spaces<\/em> mit Arbeiten von Ammer &amp; Console, Alessandro Bosetti, Andrea Cohen &amp; Diego Losa, John Cage, Ferdinand Kriwet, Christina Kubisch, Friederike Mayr\u00f6cker, Michaela Meli\u00e1n, L\u00e1szl\u00f3 Moholy-Nagy, Kaye Mortley, Olaf Nicolai, Georges Perec, Paul Plamper, Milo Rau, Carl Sagan, Natascha Sadr Haghighian, Eran Schaerf, Dziga Vertov, Ror Wolf u. a.<br \/>\nKonzipiert von Nathalie Singer (Professur f\u00fcr Experimentelles Radio, Bauhaus-Universit\u00e4t) mit einem Team von Radioexpert*innen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.hkw.de\/de\/programm\/projekte\/2018\/radiophonic_spaces\/ohrenmensch\/der_ohrenmensch.php\">Der Ohrenmensch<\/a> mit Beitr\u00e4gen von ARK (Johannes Ismaiel-Wendt, Sebastian Kunas, Malte Pelleter), Nathalie Anguezomo Mba Bikoro und Gilles Aubry, Hermann Bohlen, Lino Camprub\u00ed, Cevdet Erek, Wolfgang Ernst, Beatriz Ferreyra, Marie Gu\u00e9rin, Wolfgang Hagen, Ute Holl, Alexandra Hui, Hassan Khan, Sebastian Kunas, Verena Kuni, Aur\u00e9lie Nyirabikali Lierman, Flora Lysen, Stefan Maier, Mara Mills, N\u00e1stio Mosquito und Martin Hirsch, Marko Peljhan, Marina Rosenfeld, Zoran Terzi\u0107, Viktoria Tkaczyk, Sarah Washington, Anna Zett, Elisabeth Zimmermann u. a.<\/p>\n<p><b>Weiterf\u00fchrend <\/b><b>\u2192<\/b><\/p>\n<p class=\"hide-if-no-js\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=52576&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266 size-266x266 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Helferlein1.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 151px) 100vw, 151px\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Helferlein1.jpg 151w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Helferlein1-150x119.jpg 150w\" alt=\"\" width=\"151\" height=\"119\" \/><\/a>Die Germanistik erweist sich dem Rundfunk gegen\u00fcber bisher allzuoft als schwerh\u00f6rig. Dieser \u201ed\u00e9formation professionelle\u201c versucht die Reihe <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/metaphon.htm\">MetaPhon<\/a> zu entkommen. In der Reihe MetaPhon werden auf der Plattform vordenker H\u00f6rspielmacher aus der Rhein\/Ruhr-Region vorgestellt. Zu h\u00f6ren sind die H\u00f6rspielmacher: Mario Giordano, Helge Schneider, Jens Neumann, Marina Rother, A.J. Weigoni, u.a.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle MetaPhon- Aufnahmen sind in HiFi-Stereo-Qualit\u00e4t erh\u00e4ltlich \u00fcber:<br \/>\ninfo@tonstudio-an-der-ruhr.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Radiokunst ist trotz ihrer hundertj\u00e4hrigen Geschichte immer noch sehr unbekannt. Nathalie Singer Das Radio begann vor rund 100 Jahren, die H\u00f6rgewohnheiten zu ver\u00e4ndern und die Kulturtechnik des Sendens und Empfangens zu revolutionieren. 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