{"id":52230,"date":"2018-12-20T00:01:59","date_gmt":"2018-12-19T23:01:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=52230"},"modified":"2022-02-19T14:36:42","modified_gmt":"2022-02-19T13:36:42","slug":"wohnraeume-der-poesie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/","title":{"rendered":"wohnr\u00e4ume der poesie"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">theo breuer hatte schon 2012 in einer \u00bbMatrix\u00ab-ausgabe beim \u00bbPop Verlag\u00ab unterm titel \u00bb<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/05\/18\/demnachst-matrix-28-%e2%88%99-atmendes-alphabet-fur-friederike-mayrocker\/\">Atmendes Alphabet f\u00fcr Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>\u00ab auf 250 seiten texte anderer autoren zur mayr\u00f6cker ver\u00f6ffentlicht. hier nun sp\u00fcrt er auf fast 200 seiten selber der mayr\u00f6ckerschen literatur nach und schreibt von ihrem \u00bballegorischem \u00b7 bildreichem \u00b7 chim\u00e4rischem \u00b7 durchdringend elementarem \u00b7 farbenfrechem: <em>die roten Kleckse im gr\u00fcnen Blattwerk<\/em>\u00b7 genialischem \u00b7 herrlich idiosynkratischem \u00b7 jung klingendem \u00b7 liebevoll melancholischem \u00b7 nat\u00fcrlichem \u00b7 parodistisch paragrammatischem \u00b7 quirilierendem \u00b7 radikal syn\u00e4sthetischem \u00b7 tr\u00e4nentollem \u00b7 universalem \u00b7 verwegen wildem \u00b7 zartem \u00b7 Tag f\u00fcr Tag f\u00fcr Tag f\u00fcr Tag fortgeschriebenem \u00b7 wortgetriebenem \u00b7 unerh\u00f6rte Wortnoten komponierendem LYRIKPROSALEBENSWERK\u00ab. phasenweise wird das buch, empathisch, oft liebevoll bewundernd, und analytisch zugleich, zu einer hommage, wobei der autor \u00e4hnliche techniken der montage und collage wie die mayr\u00f6cker verwendet und zudem eigene gedichte einbezieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">mir gab die buchausgabe, nachdem ich gefragt wurde, ob ich etwas dazu schreiben k\u00f6nne, die gelegenheit, nochmal gr\u00fcndlicher \u00fcber die literatur der friederike mayr\u00f6cker nachzudenken, um deren vermittlung es theo breuer, der wie sie in der literatur lebt, vor allem geht. \u00bbDie Sprache lehrt die Definition des Menschen, nicht umgekehrt.\u00ab, hei\u00dft es bei roland barthes. indem die sprachliche gestaltung wahrgenommener welten die mayr\u00f6ckerschen texte pr\u00e4gt, ist die sprache das zentrum ihrer literatur, durch alle schaffensphasen hindurch. sie schreibt nicht wirklichkeiten ab, sondern erzeugt sie selber im sprachmaterial, und schafft sich derart ihre eigene sinnliche und geistige ordnung der dinge und wahrnehmungen. ihre sprachkritischen und sprachspielerischen anf\u00e4nge wirken transformiert bis ins sp\u00e4twerk weiter. ich sehe besonders eine n\u00e4he zu elke erb, einer anderen dichterin der sprachtiefen und der sprachreflexionen. auch ilse aichinger z\u00e4hlt zu ihren poetischen schwestern. ebenso gibt es parallelen zu gertrude stein. die lyrik der mayr\u00f6cker folgt gleichfalls musikalischen prinzipien und wirkt mitunter seriell.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der \u00bbMayr\u00f6ckersound\u00ab gewinnt noch im rundfunk, wenn sie ihre texte, die auch klangkunstwerke sind, selbst liest, etwa in h\u00f6rspielen. ich erlebte wiederholt, da\u00df ich mich zur\u00fccklehnte und besonders konzentriert wurde, sobald ich ihre stimme im radio h\u00f6rte, die dabei im sog der sprache etwas sakrales bekommt, zumal durch die dreifache unmittelbarkeit von worten, metaphern und klang. man kann ihre gedichte, die man in ihrem eigenen tonfall lesen sollte, geradezu tonfalllyrik nennen. der mayr\u00f6ckersche ton, eines der wichtigsten merkmale ihrer literatur, zu der ein ganz eigener sprachrhythmus geh\u00f6rt, ist geradezu zum kult geworden. ich bemerkte allerdings auch, da\u00df mir manche ihrer texte beim h\u00f6ren, wo man emotional st\u00e4rker mitgenommen wird, besser gefallen als wenn ich sie selber lese, was mehr vom kopf her geschieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">mich wunderte immer eher, wenn friederike mayr\u00f6cker literarisch ihrem lebensgef\u00e4hrten ernst jandl naheger\u00fcckt wurde. der kontrast ihrer beiden werke k\u00f6nnte, abgesehen von ihren aufbr\u00fcchen und vom teils gemeinsamen fr\u00fchwerk, siehe das h\u00f6rspiel \u00bbF\u00fcnf Mann Menschen\u00ab von 1968, kaum gr\u00f6\u00dfer sein. er schuf, mit seinen spielerischen und sarkastischen \u00bbSprechgedichten\u00ab, analytische verknappungen, sie durch sprachzauber einen m\u00f6glichsten reichtum an sublimierten details. die gegenseitigen, insbesondere sprachlichen, anregungen waren dennoch gro\u00df, gerade wegen ihrer verschiedenheit. in manchen ihrer altersgedichte spricht sie weiter mit ernst jandl, der unter anderem gertrude stein und john cage ins deutsche \u00fcbersetzt hat. in einem dieser gedichte erw\u00e4hnt sie patti smith, und verbindet damit zwei grenzg\u00e4nger zwischen hochkultur, subkultur und popkultur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">wahrscheinlich m\u00fc\u00dfte man bei einer detaillierten analyse der mayr\u00f6ckerschen lyrik \u00e4hnlich wie bei den gedichten von ezra pound, dem james joyce der lyrik, zun\u00e4chst die verschiedenen sprachundbedeutungsebenen freilegen. denn bei ihr, einer verschmelzerin, vermischt und verbindet sich tats\u00e4chlich vieles mit vielem, gesehenes und gelesenes, erlebtes und vorgestelltes, nahes und fernes, wobei das schreibende ich sozusagen ins universelle w\u00e4chst, wie bei pound und joyce, deren modernit\u00e4t sie entspricht und die entwicklungen vorwegnahmen, die der normale moderne mensch vielleicht erst nach 100 oder 200 jahren halbwegs verstehen wird. ihr interesse gilt gegenst\u00e4nden aus allen wirklichkeitsbereichen. wenn sie in ihren teils tagebuchartig erz\u00e4hlenden gedichten allt\u00e4gliches poetisiert, gibt sie auch gew\u00f6hnlichen dingen eine aura, vermenschlicht sich so die \u00e4u\u00dfere lebenswelt und wird mit der realit\u00e4t, die sie gestaltet und verfremdet, wesensgleich. \u00bb<em>Ich habe das Gef\u00fchl, ich atme die ganze Welt ein. Und sie ist dann in mir drin.<\/em>\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">sprachliche verdichtungen und ein denken in bildern, die auch gegenwelten schaffen, flie\u00dfen bei der mayr\u00f6cker zusammen. innere freiheit und autonomie erm\u00f6glichen ihr wortflu\u00df und bilderstr\u00f6me gleicherma\u00dfen. ihre sprache, die gelebtes aufhebt, transformiert und steigert, vermittelt, \u00fcber die wortundsymbolbedeutungen hinaus, h\u00e4ufig empfindungen und befindlichkeiten. und dazu geh\u00f6ren durchaus selbstzweifel. \u00bb<em>Wenn ich ein, zwei Tage nicht schreiben kann, bin ich verzweifelt und f\u00fcrchte, es ist aus.<\/em>\u00ab, notiert sie, und: \u00bb<em>Wenn mir zwei oder drei S\u00e4tze gelingen, dann habe ich das Gef\u00fchl, meine Existenz w\u00e4re nicht v\u00f6llig absurd, als bliebe noch ein Funken Sinn \u00fcbrig.<\/em>\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">theo breuer, der als kenner seinen sehr pers\u00f6nlichen zugang zur zeitgen\u00f6ssischen deutschsprachigen literatur bietet, und einen respektvollen umgang mit b\u00fcchern insgesamt, nennt und zitiert etliche schriftsteller, darunter viele frauen, genannt seien ulrike draesner, ginka steinwachs, marlene streeruwitz und marion poschmann, die friederike mayr\u00f6cker durch ihre texte, die etwas dialogisches haben, angeregt und beeinflu\u00dft hat. ich sehe als gr\u00fcnde ihres nachwirkens schon zu lebenszeiten vor allem ihr unmittelbares und frisches, den augenblicken des erlebens nahes literarisches wahrnehmen, die poetisierung des alltags, durch die sich \u00fcberdies profane erlebniswelten und bildungsgut begegnen k\u00f6nnen, ihr zitierendes schreiben sowie ihre reflexionen \u00fcber die schreibarbeit. vieles davon findet man auch bei j\u00fcngeren autoren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">sie ist \u00bbgern im Dickicht zuhause\u00ab, einem dickicht der sprache, der worte, der symbole, der poesie, ja der kultur und bildung \u00fcberhaupt. ihre texte sind oft labyrinthisch und m\u00e4andernd strukturiert. man denke an das labyrinth ihrer wiener wohnung, das durch fotos dokumentiert wurde. w\u00f6rter und metaphern leben in den wohnungen ihrer dichtung. und die wohnr\u00e4ume der poesie umfassen nat\u00fcrlich das weltganze, bis ins \u00fcberwirkliche und jenseitige hinein. peter sloterdijk schrieb: \u00bbWenn die Welt ganz aufr\u00e4umbar w\u00e4re, w\u00fcrde sie sich in ein Museum verwandeln, in dem nach bestimmten Ordnungsprinzipien alles an seinen Platz gestellt wird. Man h\u00e4tte eine endg\u00fcltige Beruhigung aller Dinge herbeigef\u00fchrt und somit das erreicht, was Hegel die Zufriedenheit nannte \u2013 eine Art positives Philistertum.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">man kann die strukturen ihrer gedichte mit flie\u00dfenden gew\u00e4ssern, wachsenden pflanzen, einem gewebe oder labyrinthischen pfaden vergleichen. schon das altertum verglich das dichten mit der webkunst. der kreative lebensfaden f\u00fchrt durch daseinslabyrinthe, in denen sie das relativierende denken samuel becketts aufnahm, der erkl\u00e4rte: \u00bbich bin noch unterwegs, \u00fcber Ja und \u00fcber Nein, nach einem noch zu Nennenden.\u00ab zugleich formiert ihre detaildurchflutete lyrik ein gesamtgedicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">sie selbst nannte das schreiben eine art liebesakt. ihre empathie gilt menschen, tieren, pflanzen, dingen, w\u00f6rtern und allem wahrgenommenen insgesamt. die naturbeschreibungen lassen mitunter barthold hinrich brockes, jean paul oder adalbert stifter assoziieren, die ebenfalls labyrinthisch schrieben. im gedichtband \u00bbdieses J\u00e4ckchen (n\u00e4mlich) des Vogel Greif\u00ab von 2009 erscheinen fast 200 pflanzenarten, insbesondere blumen, str\u00e4ucher und b\u00e4ume, etwa lilie, maigl\u00f6ckchen, narzisse, rose, veilchen, flieder, efeu, mohn, robinie, apfel, birne, kirsche, linde, weide, tanne und kiefer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">das wachstum der mayr\u00f6ckerschen gedichte hat etwas vegetarisches. b\u00e4ume und blumen symbolisieren das aufleben der natur. der baum ist vor allem wegen seiner bl\u00fcten und fr\u00fcchte ursprungsundfruchtbarkeitssymbol. manche v\u00f6lker kannten geburten von g\u00f6ttern oder der menschen aus b\u00e4umen. zugleich waren baum und holz symbole der auferstehung. wie man die abstammung der menschen aus b\u00e4umen, die im wort stammbaum weiterwirkt, annahm, so wurden tote in hohlen b\u00e4umen bestattet. beides meint verwandlungen. auch blumen sind liebesgeburtsseelenundauferstehungssymbole. ihre liebessymbolik wurzelt in ihrem aufbl\u00fchen. die blumen der totenwelt wurden als rest vom verlorenen paradiesischen blumenmeer gedacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">viele der pflanzen werden, \u00e4hnlich wie dichter und philosophen, einfach nur benannt. wenn die benennungen, die freir\u00e4ume f\u00fcr subjektive deutungen lassen, assoziationen ausl\u00f6sen, folgt der leser einem magischen prinzip. neben pflanzen findet man h\u00e4ufig v\u00f6gel als wesen einer belebten welt, so nachtigall, amsel, kuckuck, schwan, taube, schwalbe, sperling oder stieglitz. dem sich \u00f6ffnen der bl\u00fcten entspricht das schl\u00fcpfen aus dem ei, ja das auffliegen der v\u00f6gel. alldas schafft sph\u00e4ren\u00fcberg\u00e4nge, beim durchsto\u00dfen von innen nach au\u00dfen wie beim abheben vom boden in die luft. im volksglauben k\u00fcndigte vogelgesang das wachstum der pflanzen an. aus der perspektive der mayr\u00f6cker klingt martin heideggers satz \u00bbDer Stein ist <em>weltlos<\/em>, das Tier ist <em>weltarm<\/em>, der Mensch ist <em>weltbildend<\/em>.\u00ab geradezu inhuman. theodor w. adorno meinte: \u00bbNicht l\u00e4nger ist der Mensch der Schl\u00fcssel zur Menschlichkeit.\u00ab und: \u00bbJedes Menschenbild ist Ideologie au\u00dfer dem negativen.\u00ab das sind provokante s\u00e4tze. giorgio agamben postulierte: \u00bbDer Mensch mu\u00df sich, um menschlich zu sein, als Nicht-Mensch erkennen.\u00ab sie macht sich weder tiere noch pflanzen untertan, sondern betrachtet sie als verwandte wesen, und sogar mit demut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">in ihrem werk wirken viele dichter, und auch philosophen, die sie las, auf eigene weise weiter. \u00bb<em>Schreiben \/ ist eine Praxis des Lesens.<\/em>\u00ab, schreibt sie, \u00bb<em>lesen hei\u00dft doppelt leben.<\/em>\u00ab und \u00bb<em>Wo ich nichts exzerpieren kann, lese ich auch nichts.<\/em>\u00ab friederike mayr\u00f6cker kann, einem guten ged\u00e4chtnis folgend, mit wenigen worten gro\u00dfe denkfelder umfassen. sie wandert zwischen autoren, die sie aufruft, wie auf wanderwegen hin und her. theo breuer nennt unter anderem georges bataille, jean paul sartre, roland barthes, jacques derrida, giorgio agamben, peter sloterdijk, petrarca, jean paul, friedrich h\u00f6lderlin, heinrich von kleist, gertrude stein, jean cocteau, samuel beckett, jean genet, marguerite duras, arno schmidt, h.c. artmann und gerhard r\u00fchm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">anregungen empfing sie zudem durch bildende kunst und musik. ihr schreiben verglich sie einmal mit dem aquarellzeichnen. aquarelle, mit wasserfarben gemalte bilder, rufen die symbolik des wassers und damit flie\u00dfens herbei. lateinisch bedeutete aqua, neben wasser, flu\u00df, quelle, wasserleitung und bad, auch heilquelle. zugleich findet man bei ihr ankl\u00e4nge an m\u00e4rchen und volkslieder. \u00bb<em>Mir ist sehr wichtig, mit gro\u00dfen Augen zu schauen, was die Welt mir bringt.<\/em>\u00ab immer wieder greift sie auf fr\u00fche erlebnisse zur\u00fcck: \u00bb<em>ich f\u00fchle mich nicht alt und manchmal geht es sogar so weit, dasz ich wieder blo\u00dff\u00fc\u00dfig in Deinzendorf herumlaufe als Kind. Und das ist nicht die \u00fcbliche Erinnerung der Erinnerung des alten Menschen, sondern die Kindheit. Es ist das Gef\u00fchl, ich fange erst an. Manchmal denke ich, mein Leben beginnt \u00fcberhaupt erst.<\/em>\u00ab die lebensalter verbinden sich in ihren gedichten, in denen kindliche, jugendliche, erwachsene und altersweise gedanken oft dicht beieinander stehen. die seelische und geistige zeit eines menschen entspricht nie ganz jahreszahlen oder uhrzeiten. die zeiten zwischen den zeiten sind die magischen und rituellen. zwischen den worten lebt man ohne uhr. theo breuer zitierte jorge luis borges mit dem satz: \u00bb<em>In der Zeit werden nur die Dinge bestehen, die nicht von der Zeit sind.<\/em>\u00ab und die literatur der mayr\u00f6cker ist, jenseits aller zeitgeistthemen, zeitlos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">sie meint wirklich das konkrete, das sie voller neugier erkundet, beschreibt und reflektiert, w\u00e4hrend viele menschen dazu neigen, ihnen unbekanntes nach vorurteilen zu bewerten, die das nachdenken ersparen. die mayr\u00f6ckersche dichtung kann so eine alternative zum falschen denken sein, ohne da\u00df sie dies ausdr\u00fccklich postulieren m\u00fc\u00dfte. literatur ist ohnehin immer auch ein refugium. roland barthes, einer der wichtigsten autoren f\u00fcr friederike mayr\u00f6cker, schrieb: \u00bbDer Schriftsteller ist ein Mensch, der das <em>Warum<\/em>der Welt radikal aufgehen l\u00e4\u00dft in einem <em>Wie schreiben<\/em>.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">bemerkenswert ist das umfangreiche alterswerk der mayr\u00f6cker, geboren 1924. sie schreibt bis ins hohe alter hinein fast t\u00e4glich. nach 2000 erschien praktisch noch j\u00e4hrlich ein neues buch von ihr. sie schafft, experimentell und behutsam zugleich, was sonst meist nur aufeinander folgenden kulturepochen gelingt, sie sublimiert und vollendet die avantgardistischen urspr\u00fcnge und aufbr\u00fcche ihrer fr\u00fchzeit. derart erscheint bei ihr selbst sch\u00f6nheit modern und nicht r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt. man entdeckt indes auch schmerzhaftes. ein gedichttitel lautet: \u00bb<em>meine Hysterie ist die Sucht geliebt zu werden ist die Angst nicht mehr schreiben zu k\u00f6nnen ist die Angst sterben zu m\u00fcssen<\/em>\u00ab. an anderer stelle hei\u00dft es: \u00bb<em>unglaublich dasz ich geblieben bin dieses Kind \/ und immerzu Angst hatte damals und bis ins hohe Alter.<\/em>\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zischender Zustand <sup>.<\/sup> Mayr\u00f6cker Time <\/strong>von Theo Breuer. Reihe Lesezeichen Band 1 &#8211; POP VERLAG, 2017<\/p>\n<p class=\"hide-if-no-js\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=44855&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266 size-266x266 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Cover.jpeg\" sizes=\"auto, (max-width: 186px) 100vw, 186px\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Cover.jpeg 529w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Cover-210x300.jpeg 210w\" alt=\"\" width=\"186\" height=\"266\" \/><\/a><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong>Einen Essay \u00fcber das Tun von Theo Breuer lesen Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12773\">hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192\u00a0 <\/strong>Wir begreifen die Gattung des Essays auf KUNO als eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Versuchsanordnung<\/a>, undogmatisch, subjektiv, experimentell, ergebnisoffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Auf KUNO lesen Sie von Holger Benkel u.a. Rezensionsessays \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=11282\">Br\u00fcder Grimm<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6837\">Ulrich Bergmann<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=11284\">A.J. Weigoni<\/a>, zur Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/04\/18\/heiterer-sarkasmus\/\">HEL<\/a> = Herbert Laschet Toussaint, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/09\/08\/sinnlich-fassbare-kunst\/\">Haimo Hieronymus<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=11279\">Uwe Albert<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/02\/09\/ein-behutsamer-charakter\/\">Holger Uske<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/06\/kritischer-optimismus\/\">Joachim Paul<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/10\/27\/kranich-2\/\">J\u00fcrgen Diehl<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15179\">Sabine Kunz<\/a><span data-offset-key=\"54t8d-0-0\">, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/03\/12\/kuchenmaennchen-und-hummermenschen\/\">Sibylle Ciarloni <\/a><\/span>und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/02\/08\/die-witterung-der-worte\/\">Joanna Lisiak<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; theo breuer hatte schon 2012 in einer \u00bbMatrix\u00ab-ausgabe beim \u00bbPop Verlag\u00ab unterm titel \u00bbAtmendes Alphabet f\u00fcr Friederike Mayr\u00f6cker\u00ab auf 250 seiten texte anderer autoren zur mayr\u00f6cker ver\u00f6ffentlicht. hier nun sp\u00fcrt er auf fast 200 seiten selber der mayr\u00f6ckerschen literatur&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":36,"featured_media":98546,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[94,84],"class_list":["post-52230","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-holger-benkel","tag-theo-breuer"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52230","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/36"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=52230"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52230\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":98549,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52230\/revisions\/98549"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98546"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52230"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52230"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52230"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}