{"id":51060,"date":"2020-07-21T00:01:00","date_gmt":"2020-07-20T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=51060"},"modified":"2021-03-29T19:56:49","modified_gmt":"2021-03-29T17:56:49","slug":"alltagsphantastik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/07\/21\/alltagsphantastik\/","title":{"rendered":"Absurde Alltagsphantastik"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Die Verkn\u00fcpfung von Twitter und Leben erinnert an das Pathos k\u00fcnstlerischer Avantgarden, die stets die Verbindung von Leben und Kunst als das Aufrichtige und Wahre proklamierten.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Elias Kreuzmair<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele der hier rund 500 vorliegenden Gedankenstriche m\u00f6gen dem KUNO-Leser bekannt vorkommen. Die Redaktion verlieh Joanna Lisiak f\u00fcr das Projekt <em>Gedankenstriche<\/em> den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=31414\">Twitteraturpreis 2016<\/a>. Es sind &#8211; nach ihrer Ansage &#8211; keine Aphorismen, keine Zitate, keine philosophischen Spr\u00fcche oder Lebensweisheiten. Es vielmehr sind Notate, Beobachtungen, Anregungen, poetische Erfahrungen, Fragestellungen, die weder belehren noch kommentieren wollen, sondern lediglich hinweisen darauf, was m\u00f6glicherweise weniger offensichtlich ist oder was sein k\u00f6nnte. Die St\u00e4rken von Lisiaks Texten liegen in ihrer Dichte und Pr\u00e4gnanz, sie\u00a0b\u00fcndelt ihre Prosazeilen, um dann Schritt f\u00fcr Schritt die Aussagen zu entfalten. Es sind Momentaufnahmen, die poetische G\u00fcltigkeit beanspruchen k\u00f6nnen, da sie das Allgemeine und die Dauer festhalten. Dabei ist sich Lisiak der Fragilit\u00e4t solcher Verschriftlichung durchaus bewu\u00dft. <em>Twitteratur<\/em>, im besten Sinne!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Dieses neue Schreiben, Lesen und Publizieren wirkt befreiend, zug\u00e4nglich und verbindend, mit einem Wort: lebendig&#8230; Das Netz ist, anders als ein Buch oder Sterbebett, kein passender Ort f\u00fcr letzte Worte, es ist der Raum f\u00fcr st\u00e4ndig zu aktualisierende Statusmeldungen.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Christiane Frohmann<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vieles mag dem KUNO-Leser auch aus anderen Zusammenh\u00e4ngen bekannt erscheinen &#8211; denn so manches ist direkt aus dem Leben gegriffen, einer zwischenmenschlichen Szene, einem allt\u00e4glichen Bild entnommen.\u00a0In ihren Miniaturen bringt Joanna Lisiak ihre Umwelt mit den brennenden Fragen unserer Gegenwart zusammen. Doch das Altbekannte wird gelegentlich entkernt, kurzerhand anders angeleuchtet, in eine ungewohnte Richtung ger\u00fcckt. So entstehen subtile Nuancen des Gewohnten. Etwas Unsichtbares kann verst\u00e4rkt oder aus seinem Kontext ins Abstrakte gehoben werden. Eine gedankliche Analyse auf einmal Fl\u00fcgel bekommen. Wir\u00a0 betrachten\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/09\/twitteratur-eine-neue-literaturgattung\/\">Twitteratur<\/a> als\u00a0eine sprachliche Verdichtung der Realit\u00e4t, es gibt eine neue literarische Form, die die Gegenwart in Worte fassen kann. Diese <em>Twitteratur<\/em> lebt von Lisiaks pr\u00e4gnantem Sinn f\u00fcr Detailbeschreibungen und Satzkonstruktionen, die auf eine besondere Beobachtungsgabe schlie\u00dfen lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p><b>Gedankenstriche <\/b>von Joanna Lisiak, 2018<\/p>\n<div style=\"width: 274px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=51060&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Gedankenstriche.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 264px) 100vw, 264px\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Gedankenstriche.jpg 497w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Gedankenstriche-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Gedankenstriche-298x300.jpg 298w\" alt=\"\" width=\"264\" height=\"266\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Umschlag: \u00c4quivalente; Rosa Fluss, beide 2017, von Mariola Lisiak<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Holger Benkel w\u00fcrdigte diesen Band mit einem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/07\/aus-der-werkstatt-eines-kreativen-denkens\/\">Rezensionsessay<\/a>. KUNO verlieh der Autorin f\u00fcr das Projekt <em>Gedankenstriche<\/em> den Twitteraturpreis 2016. \u00dcber die Literaturgattung <em>Twitteratur<\/em> finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22423\">hier<\/a> einen Essay. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=31414\">Portr\u00e4t<\/a> der Autorin und das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=30534\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> zwischen Sebastian Schmidt und Joanna Lisiak. Der &#8222;sinn der wendungen&#8220; regte <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Holger Benkel<\/span><\/span> zu einem weiteren <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=55005\">Rezensionsessay<\/a> an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verkn\u00fcpfung von Twitter und Leben erinnert an das Pathos k\u00fcnstlerischer Avantgarden, die stets die Verbindung von Leben und Kunst als das Aufrichtige und Wahre proklamierten. Elias Kreuzmair Viele der hier rund 500 vorliegenden Gedankenstriche m\u00f6gen dem KUNO-Leser bekannt vorkommen.&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/07\/21\/alltagsphantastik\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":51061,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1803],"class_list":["post-51060","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-joanna-lisiak"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51060","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51060"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51060\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51060"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51060"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51060"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}