{"id":5093,"date":"2012-06-14T00:01:04","date_gmt":"2012-06-13T22:01:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5093"},"modified":"2025-12-30T13:45:54","modified_gmt":"2025-12-30T12:45:54","slug":"literaturclips-revisited","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/06\/14\/literaturclips-revisited\/","title":{"rendered":"LiteraturClips \u2022 Revisited"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Die CD Literaturclips von 1991 produziert vom Sprechsteller A.J. Weigoni und dem Komponisten Frank Michaelis ist ein wegweisender Vorl\u00e4ufer des modernen deutschen H\u00f6rbuchs. Ihre Bedeutung liegt vor allem in ihrer Pionierrolle zu einer Zeit, als das Medium H\u00f6rbuch in seiner heutigen Form im deutschsprachigen Raum noch kaum existierte.\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits 1991 erkannten Weigoni und Michaelis als eine der ersten den k\u00fcnstlerischen Wert der CD f\u00fcr die Literaturvermittlung. Zu dieser Zeit setzten gro\u00dfe Verlage noch vorwiegend auf die Compact Cassette (MC). Die Ver\u00f6ffentlichung erfolgte zu einem Zeitpunkt, als der Begriff \u201eH\u00f6rbuch\u201c als feststehende Markenkategorie noch nicht etabliert war. Die Produktion wurde seinerzeit oft als Experiment wahrgenommen und die Macher teils als \u201everr\u00fcckt\u201c bel\u00e4chelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Die \u201eLiteraturclips\u201c markieren den \u00dcbergang von der rein dokumentarischen Lesung zum gestalteten, crossmedialen H\u00f6rkunstwerk und gelten heute als ein Meilenstein der Underground- und Independent-H\u00f6rbuchgeschichte.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <em>Literaturclips<\/em> und die nachfolgende CD <em>Top 100<\/em> brachen mit der Tradition langer, statischer Lesungen. Inspiriert von der \u00c4sthetik des Musikvideos (Videoclips), setzten sie auf kurze, pr\u00e4gnante Einheiten und eine enge Verbindung von Text und Komposition. Das Projekt gilt als Versuch, Lyrik und Prosa aus der rein textlichen Fixierung des Buches zu l\u00f6sen und sie als eigenst\u00e4ndiges akustisches Kunstwerk (\u201eKlangbuch\u201c) zu inszenieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Diese Ver\u00f6ffentlichung z\u00e4hlt zu den ersten Schritten in Richtung der sp\u00e4teren digitalen H\u00f6rbuch-Formate, die durch das Internet an Popularit\u00e4t gewannen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Top 100 <\/em>integrierte literarische Texte mit musikalischen und akustischen Elementen, was das Zuh\u00f6ren ansprechender machte. Durch den Einsatz von verschiedenen Medien stellte die CD eine fr\u00fche Form dar, die \u00fcber einfache Lesungen hinausging. Die CD erm\u00f6glichte es, ein breiteres Publikum zu erreichen, auch Menschen, die vielleicht nicht regelm\u00e4\u00dfig B\u00fccher lasen. \u00a0Audiovisuelle Inhalte machten komplexe Literatur zug\u00e4nglicher, besonders f\u00fcr junge Zuh\u00f6rer und Menschen mit Leseschwierigkeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Insgesamt war die CD &#8222;Top 100&#8220; von A.J. Weigoni ein bedeutender Faktor in der Evolution des H\u00f6rbuchmarktes. Sie half, H\u00f6rb\u00fccher als ernstzunehmendes Medium zu etablieren und setzte Standards, die die Branche nachhaltig pr\u00e4gten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese <em>Literaturclips<\/em> stellten einen innovativen Beitrag zur Entwicklung des H\u00f6rbuchs dar, indem sie literarische Inhalte in einem ansprechenden, multimedialen Format pr\u00e4sentierte und die Zug\u00e4nglichkeit von Literatur f\u00fcr eine breitere \u00d6ffentlichkeit f\u00f6rderte. Sie k\u00f6nnen als Vorreiter f\u00fcr zuk\u00fcnftige Entwicklungen im H\u00f6rbuchsegment angesehen werden. Der Erfolg der CD trug indirekt zur sp\u00e4teren Umstellung auf digitale Formate und Streaming-Dienste bei, die in den folgenden Jahren popul\u00e4r wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p><strong>Top 100<\/strong>, von A.J. Weigoni bei <em>Constrictor<\/em>, Dortmund 1995<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-105222 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1995\/01\/Top-100-300x293.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"293\" \/>Weiterf\u00fchrend \u2192\u00a0<\/strong>Als A.J. Weigoni 1991 seine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25399\">LiteraturClips<\/a> auf CD (der Claim f\u00fcr <em>Klangb\u00fccher<\/em> war noch nicht abgesteckt) realisierte, hat man ihn f\u00fcr verr\u00fcckt gehalten. 1995 begann ihre Zusammenarbeit, die mit dem H\u00f6rbuch <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/01\/18\/das-gesamtwerk-des-sprechstellers\/\"><em>Gedichte<\/em><\/a> einen sinnf\u00e4lligen crossmedialen Zirkelschlu\u00df findet, zu dem T\u00e4ger als <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6174\">H\u00f6rspielkomponist<\/a> mit <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/taeger\/senora_nada.htm\">Se\u00f1ora Nada<\/a> eine Musik der befreiten Melodien zelebiert oder bei dem zweiten Monodram <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=41250\">Unbehaust<\/a> eine Klang-Collage aus Papierger\u00e4uschen anfertigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die CD Literaturclips von 1991 produziert vom Sprechsteller A.J. Weigoni und dem Komponisten Frank Michaelis ist ein wegweisender Vorl\u00e4ufer des modernen deutschen H\u00f6rbuchs. 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