{"id":50492,"date":"2019-01-28T00:01:30","date_gmt":"2019-01-27T23:01:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=50492"},"modified":"2022-02-21T13:01:17","modified_gmt":"2022-02-21T12:01:17","slug":"eine-dekonstruktion-der-drei-linguistischen-metafunktionen-holger-benkels-meisselbrut","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/01\/28\/eine-dekonstruktion-der-drei-linguistischen-metafunktionen-holger-benkels-meisselbrut\/","title":{"rendered":"Eine Dekonstruktion der drei linguistischen Metafunktionen: Holger Benkels Mei\u00dfelbrut"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">KURZFASSUNG <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die in der systemischen Funktionsgrammatik postulierten drei linguistischen Metafunktionen werden in Benkels (2009) Gedichtband <em>mei\u00dfelbrut <\/em>dekonstruiert, sowohl im Derrida\u2018schen Sinn einer Ausgrabung von Bedeutung als auch in der Umkehrung ihrer Konstruktion. Diese Metafunktionen f\u00fchren normalerweise folgende Aufgaben aus: Die ideationale Metafunktion beschreibt Ereignisse, Zust\u00e4nde und Wesenheiten; die Zwischenmenschliche unterh\u00e4lt Beziehungen mit Anderen; und die Textuelle organisiert die Botschaft. Benkels ideationale Bedeutung jedoch, anstatt zu kl\u00e4ren, wer wann was macht, mystifiziert mit paradoxen Metaphern. Anstatt die Rollen des Autors und Lesers zu wahren, wird die zwischenmenschliche Metafunktion durch die Abwesenheit eines festen erz\u00e4hlerischen Standpunkts unterminiert, und die Lesenden werden in eine wirbelnde Vielfalt hineingezogen, die ihre eigene Identit\u00e4t in Zweifel zieht. Schlie\u00dflich, was die Textuelle betrifft, wird die konventionelle Thema-Rhema-Informationsstruktur durch ein Textchaos ersetzt, das sowohl nach hinten als auch nach vorne, nach innen und au\u00dfen zeigt. Benkels Ziel ist es, unsere bequemen Annahmen \u00fcber die &#8222;Realit\u00e4t&#8220; zu destruieren und uns herauszufordern, alle Aspekte unserer Identit\u00e4t zu \u00fcberdenken, indem wir die menschliche Physis in gewisser Weise \u00e4hnlich wie Margaret Atwood zersetzen. Dieser Artikel wird nacheinander untersuchen, wie Benkel dies durch jede der Metafunktionen fertigbringt, und zusammenfassen, welchen Effekt die drei zusammen erzeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">EINLEITUNG<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Hallidays systemisch-funktionalen Theorie realisiert die Lexikogrammatik drei Bedeutungstypen gleichzeitig: die ideationale (\u201aideational\u2018 bei Halliday), die zwischenmenschliche (\u201ainterpersonal\u2018) und die textuelle (\u201atextual\u2018) (Halliday, 1985\/1994). Die ideationale Metafunktion verwirklicht erstens \u201eunsere Erfahrung der Welt, einschlie\u00dflich der Welten in unseren eigenen K\u00f6pfen, um Ereignisse und Zust\u00e4nde und die an ihnen beteiligten Wesenheiten zu beschreiben\u201c (Thompson, 2004:30). Die zwischenmenschliche Metafunktion erm\u00f6glicht uns zweitens, mit anderen Menschen zu interagieren, Beziehungen zu ihnen aufzubauen und aufrechtzuerhalten, ihr Verhalten zu beeinflussen, unseren eigenen Blickwinkel auf die Welt zu bekunden und deren Wesen zu erkennen oder zu ver\u00e4ndern. Schlie\u00dflich organisiert die textuelle Metafunktion \u201eunsere Botschaften auf eine Weise, die anzeigt, wie sie zu den anderen Botschaften in ihrem Umfeld und zu dem weiteren Kontext steht, in dem wir sprechen oder schreiben\u201c (idem).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Metafunktionen arbeiten in der Textverarbeitung durch eine stillschweigende \u00dcbereinstimmung zwischen Autor und Leser zusammen, basierend auf einem unausgesprochenen, aber kooperativen \u201aDialog\u2018, der den Autor dazu bringt, Fragen zu beantworten, die der Leser beantwortet wissen m\u00f6chte. Dies kann anhand eines einzigen Satzes demonstriert werden. Aus der Sicht des Autors kann z. B. die interaktive Bearbeitung des Satzes \u201esie wurde letzte Woche vom Bankhaus Nat West entlassen\u201c folgenderma\u00dfen umschrieben werden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie G\u00fcltigkeit der Informationen, die ich dir gebe, h\u00e4ngt davon ab, ob du akzeptierst, dass wir \u00fcber etwas sprechen, was \u201eihr\u201c passiert ist; die G\u00fcltigkeit, die ich f\u00fcr die Informationen beanspruche, ist, dass sie f\u00fcr etwas in der Vergangenheit g\u00fcltig sind (nicht Gegenwart oder Zukunft), dass sie absolut g\u00fcltig (nicht modalisiert) sind und dass sie positiv (nicht negativ) gelten; und die Information, die ich dir \u00fcber \u201esie\u201c geben will, ist dass sie letzte Woche von Nat West gefeuert wurde. Solange du die G\u00fcltigkeit der Informationen in diesen Bedingungen akzeptierst, k\u00f6nnen wir mit dem n\u00e4chsten Schritt in dieser Interaktion fortfahren\u201c (Thompson, 2004:54).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Benkels <em>mei\u00dfelbrut <\/em>problematisiert alle drei dieser konventionellen Bedeutungsaspekte. Selbst der tautologische Titel (Schinkel, 2009:1), bestehend aus den beiden W\u00f6rtern <em>mei\u00dfel <\/em>und <em>brut<\/em>, zeigt sofort seinen Modus operandi &#8211; das Nebeneinander von unvereinbaren Elementen, oft weit entfernt von der g\u00e4ngigen Bedeutung. So l\u00e4dt Benkel den Leser ein, eine semiotische Dekonstruktion im Sinne Derridas (z. B. Derrida, 1974) vorzunehmen, um die Botschaften seiner Poesie zu gr\u00fcnden. Wenn man sagen kann, dass ein lexikalischer Gegenstand eine Kernbedeutung besitzt, auf die sich alle Leute vielleicht einigen w\u00fcrden, so ist die Aura der assoziativen Nebenbedeutungen doch kontroverser. Es ist diese \u201aPenumbra\u2018, die <em>mei\u00dfelbrut <\/em>besiedelt, vorzugsweise an ihren \u00e4u\u00dferen R\u00e4ndern. Dennoch ist Benkel nicht extrem und lebt nicht in Extremit\u00e4ten. Er schwebt zwischen ihnen, hin und her fliegend, in einem Bereich, in dem die Assoziationen sich auf neue Weise vermischen k\u00f6nnen. Seine Gedichte f\u00fchren den Leser in eine Zwielichtwelt der mystischen Mischwesen (Drube, 2009:89), irgendwo zwischen Alt und Neu, Sch\u00f6nheit und Verfall, Leben und Tod, die an Margaret Atwoods Reduktion der Frau auf das rein K\u00f6rperliche erinnern, ein Tier, das die Oberfl\u00e4che der Realit\u00e4t wie die Haut abstreift.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">TEXTUELLE BOTSCHAFT<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist angemessen, dass wir die Reihenfolge, in der Hallidays Metafunktionen gew\u00f6hnlich pr\u00e4sentiert werden, umkehren, indem wir von der textuellen zur ideationalen Bedeutung \u00fcbergehen, erstens weil dies am besten dem ersten Zugang des Lesers zu den Gedichten entspricht und zweitens, weil es mit dem Gedanken und der Methodik von <em>mei\u00dfelbrut <\/em>\u00fcbereinstimmt. Da Benkel die Gedichte immer zentral ausrichtet, bestehen diese Texte grafisch nicht aus Strophen, sondern aus vagen schattenhaften Gebilden, von denen einige geometrisch, andere tierisch, andere anthropomorph erscheinen. Diese visuellen Formen geben dem Leser erste Eindr\u00fccke, verst\u00e4rkt durch Sabine Kunz\u2018 Holzschnitte, die die Gedichte in dem Gedichtband begleiten und selbst an dem Unbewussten entstammende Ungeheuer erinnern. Zumindest k\u00f6nnen dies die ersten Eindr\u00fccke des Lesers sein. Allerdings werden solche Gedichte in akademischen Abhandlungen (z. B. Torso, Band 40) nicht immer originalgetreu nachgedruckt. Stattdessen richten die Herausgeber sie oft nach links in der irrigen Vorstellung aus, dass sie sie \u201aaufr\u00e4umen\u2018 sollten. Das beste Beispiel f\u00fcr eine Form, die auf diese Weise verloren geht, ist die von <em>Tiere <\/em>(Benkel 2009:14), die einer aufrecht gehenden Kreatur mit gro\u00dfem Kopf, kleinem Torso und breiten F\u00fc\u00dfen \u00e4hnelt:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">mensch der einst noch selber blinde kuh gesch\u00f6pfe die er sprechen h\u00f6rte z\u00e4hmte<br \/>\nrief als er gebot herab die h\u00f6heren wesen darin schuf er den schlachthof das rohe in uns t\u00f6ten wir fortan die kreatur im eignen blut<br \/>\nwie eine krankheit um die s\u00fcnden auszul\u00f6schen wiederholen wir sie lebt die bestie rechnern h\u00f6rig die geb\u00e4ren das andere subjekt den apparat<br \/>\nmit tierischem instinkt regelt das tempo<br \/>\ndie r\u00e4ume des verkehrs der stra\u00dfen<br \/>\nin rudeln den hormonentrieb der systeme gehetzt von bauch und unterleib<br \/>\nist das geld der krieg eine symbiose<br \/>\ndie fremdes zugleich vereint und scheidet<br \/>\nin der krippe des denkens sind lamm und kalb die beste nahrung essen wir embryos zuletzt und zeugen kadaver der natur im licht der sonne vorverdaut kehren wir zur mutterbrust zur\u00fcck werden die glieder durch tierhaut gezogen<br \/>\nseh ich mein abbild an der wand<br \/>\nlo\u0308s ich mich von meinem schatten<br \/>\nspring ich aus dem rumpf und frage<br \/>\nwozu brauchen geister leiber wenn ihr kopf gen\u00fcgt schlag ich ihn ab sagt er mir das ende voraus greif ich nach den organen erwarten mich w\u00e4chter in den himmeln glaub ich lebt kein wild ohne wagen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Form des Gedichts ist kein zuf\u00e4lliges \u201aGimmick\u2018, da es f\u00fcr den Leser bald offensichtlich wird, dass Benkel systematisch bestimmte Aspekte der konventionellen Graphologie ablehnt. Er verwendet keine Gro\u00dfbuchstaben oder Satzzeichen. Die traditionelle visuelle Unterscheidung zwischen Substantiven (mit einem Gro\u00dfbuchstaben) und anderen Teilen der Sprache, die im Deutschen die Proposition und Pr\u00e4dikat explizit machen, ist bei Benkel aufgegeben, was zur Folge hat, dass konkret und abstrakt, Realit\u00e4t und Ideal symbolisch zusammengef\u00fchrt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die grammatische Struktur der Informationen wird in das transformiert, was Drube (2000:42) \u201ejanusk\u00f6pfige Syntax\u201c nennt, und gleichzeitig r\u00fcckw\u00e4rts und vorw\u00e4rts verkn\u00fcpft, um die Vielfalt der Realit\u00e4t vor Augen zu f\u00fchren. Der Effekt ist eine Konstruktion von \u201aChunking\u2018 oder \u201aLayering\u2018, \u00e4hnlich der Collage oder vielleicht dem fr\u00fchen Kubismus von Braque und Picasso. Unterdessen zwingt das Fehlen von Pausen den Leser, der sich bem\u00fcht, die Konzepte zu verarbeiten und einen \u00dcberblick zu gewinnen, bis zum Ende des Gedichtes zu eilen und das Ganze auf einmal zu verschlingen. Die Bedeutung hiervon wird in der systemischen Funktionstheorie erkl\u00e4rt: Informationen werden normalerweise durch Kategorisierung entweder in \u201agegeben\u2018 oder \u201aneu\u2018 strukturiert und die Unterscheidung wird durch ihre Positionierung innerhalb des Satzes hervorgehoben. Das, was bekannt, gegeben, oder aus dem Text abrufbar ist, wird am Anfang des Satzes platziert, w\u00e4hrend unbekanntes Material sp\u00e4ter kommt. Diese beiden Teile des Satzes werden als \u201aThema\u2018 bzw. \u201aRhema\u2018 bezeichnet. W\u00e4hrend das Thema einen Text verankert, die Thematik hervorhebt und angibt, worum es im Satz geht, kommentiert das Rhema das Thema (Halliday, 1985:39-54). Auf Diskurs-Ebene bilden Themen und Rhemen Links zu den Themen und Rhemen der nachfolgenden Abschnitte, um den Text durch \u201athematische Progression\u2018 voranzubringen (Danes\u030c, 1974).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Benkel dagegen verwendet weder Thema noch Rhema. Seine Gedichte haben wie seine S\u00e4tze keinen Anfang und kein Ende. Der verunsicherte Leser wird ohne Orientierung in ein Niemandsland geworfen, wie in seinem Gedicht <em>kindheit und kadaver<\/em>: \u201enirgends bin ich \/ gleichg\u00fcltig die orte\u201c (Benkel, 1995, zitiert in Drube, 2000:42), oder vielleicht in <em>fortsatz<\/em>: \u201eist ihr ort flackerndes licht\u201c (Benkel, 2009:22). Genauso wie wir gezwungen sind, das, was in der Informationsstruktur der Gedichte \u201agegeben\u2018 ist, aufgrund der Negation dieser geschriebenen Konventionen zu \u00fcberdenken, wird der Leser implizit aufgefordert, dieses Umdenken auf andere soziokulturelle Annahmen auszuweiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zusammenfassend stellt <em>mei\u00dfelbrut <\/em>also keinen \u201anormalen\u2018 linear ausgerichteten Text dar, der sich selbst oder seinen unmittelbaren Kotext referenziert und koh\u00e4rent von gegebenen zu neuen Informationen fortschreitet. Stattdessen akzeptiert seine Intertextualita\u0308t keine Grenzen und konfrontiert biblische und moderne Stile und Konzepte miteinander. Der Dichter ist anscheinend desillusioniert von Ost wie West, von Rechts wie Links. In der Dekonstruktion unserer Realit\u00e4t ist es seine erkl\u00e4rte Absicht: \u201eGegenwelten formulieren und die Realit\u00e4t ver\u00e4ndern &#8230; die Wandlungswillen bef\u00f6rdern\u201c (Benkel im Gespr\u00e4ch, zitiert in Drube, 2000:44).<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">ZWISCHENMENSCHLICHE BOTSCHAFT<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hallidays \u201azwischenmenschliche Bedeutung\u2018 (interpersonal meaning) reguliert Rollenbeziehungen in der sozialen Situation. In dieser Hinsicht haben Benkels Gedichte Gemeinsamkeiten mit den Romanen von Margaret Atwood. Als Reaktion auf die konventionelle Rolle der Frau verfolgt Atwood n\u00e4mlich einen anti-essentialistischen Ansatz, bei dem nicht nur die Rolle der Frau, sondern auch die grundlegendsten geschlechtsspezifischen Annahmen in Frage gestellt werden. Anstatt dass sich die Erfahrung eines Individuums auf ein Netzwerk von Beziehungen konzentriert, die seine soziale Person ausmachen, konstruieren \u201eAtwoods Ich-Erz\u00e4hlungen die Welt als einen Text, der aus der Perspektive des K\u00f6rpers gelesen wird\u201c (Gadpaille, 2008:7). Frauen k\u00f6nnen auf Tiere oder K\u00f6rper reduziert werden, wodurch manchmal die soziale Kommunikation zum Erliegen kommt, insbesondere zwischen Frauen und M\u00e4nnern. Benkels Gedichte tun etwas \u00c4hnliches, gehen aber weiter und dekonstruieren den Menschen selbst. Der menschliche K\u00f6rper kann tierisch werden, wie bei Kafka: \u201ewachsen f\u00fchler mir wie h\u00f6rner&#8230; nur noch ein panzer lieg ich<em>&#8230;<\/em>\u201c (Benkel 2009:6, <em>glockentier<\/em>) und eines der Gedichten in <em>Mei\u00dfelbrut <\/em>tr\u00e4gt tats\u00e4chlich den Titel <em>Verwandlung <\/em>(Benkel 2009:16), wie Kafkas Kurzgeschichte. Alternativ kann die Ver\u00e4nderung radikaler sein, so dass die Kreatur zu ihren Grundelementen zur\u00fcckkehrt: \u201eein ausgeh\u00f6hlter stumpf\u201c (Benkel 2009:7, <em>lebensr\u00e4ume<\/em>), oder: \u201eein fossil \u00fcberleb ich\u201c (Benkel 2009:10, <em>flugschrift<\/em>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur\u00fcck zu Atwood, anstatt den weiblichen K\u00f6rper als eine Sch\u00f6nheit in der patriarchalischen Tradition der Frau als Objekt der Begierde zu pr\u00e4sentieren, portr\u00e4tiert sie in <em>The Edible Woman <\/em>(1978) eine schwangere Frau respektlos als eine Boa-Constrictor, die eine Wassermelone geschluckt hat. Sie stellt das heilige Ritual um die Mutterschaft in ihrer Beschreibung von Clara, der Heldin, in Frage und macht sie zu einer \u201eMedusa oder Meckelwurzel, aber niemals zur Madonna\u201c (Gadpaille, 2008:9). Die n\u00e4chste Parallele zu Benkel taucht in <em>Surfacing <\/em>(1972\/94) auf, wo Atwood eine \u201cextreme Negation des weiblichen K\u00f6rpers\u201d (ibid.:10) erz\u00e4hlt, wenn sich die Heldin lebendig unter Erde und Laub vergr\u00e4bt. Eine m\u00f6gliche Interpretation des Buchtitels ist die Aufbringung einer (falschen) Oberfl\u00e4che, etwa wenn eine Frau ihr Gesicht so zusammensetzt, dass sie den soziomedialen Erwartungen entspricht. Diese Schichten von Make-up oder Kleidung werden zusammen mit ihrer ganzen synthetischen Identit\u00e4t abgeschafft, so wie der Erz\u00e4hler eliminiert, verdeckt oder verkleidet wird. So sagt auch Benkel, \u201elieg ich von moos bedeckt \/ im feuer der natur\u201c (Benkel 2009:36, <em>wald<\/em>), dort also, wo \u00e4u\u00dfere und innere Landschaften zusammengef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Laut Gadpaille (2008:10-13) greift Atwood auf folgende Strategien zur\u00fcck, die alle auch von Benkel verwendet werden: 1. Atwood tarnt den K\u00f6rper mit fremden Dingen, sei es Kleidung, Make-up oder nat\u00fcrliche Materie in der Erde; 2. im Gef\u00fchl, dass eine echte Frau (wenn es so etwas gibt!) im gesellschaftlichen Betrieb kaum existiert, inszeniert sie einen so weit gehenden Ausl\u00f6schungsprozess, dass in ihm die Frau verschwindet und nur eine nicht identifizierbare Kreatur \u00fcbrig bleibt; 3. sie wird in naiver oder idealisierter Bildlichkeit, \u00e4hnlich den von s\u00fc\u00dfen Kinderbildern in einem Fotoalbum, gesehen; 4. die Frau l\u00f6st sich in ein blo\u00dfes Symbol von sich selbst auf, wie in <em>Lady Oracle <\/em>(1998), wo Atwoods Heldin durch Metonymie extrem d\u00fcnn wird und pl\u00f6tzlich mit ihrem eigenen monstr\u00f6sen Oberschenkel konfrontiert wird: \u201emir ins Gesicht starrend &#8230; Es war enorm&#8230;\u201c (Atwood, 1998:126); 5. sie ist zerst\u00fcckelt und z. B. auf ihre Beine reduziert; 6. durch eine Form der Verschiebung wird ihre Identit\u00e4t auf die einer Barbara Ann Scott Puppe in <em>Surfacing <\/em>\u00fcbertragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Benkel geht jedoch viel weiter als Atwood, um die zwischenmenschliche Bedeutung zu dekonstruieren. W\u00e4hrend Atwoods Erz\u00e4hlerinnen Beziehungen zu anderen haben, ist die Stimme in Benkels Gedichten nicht nur au\u00dferhalb der Gesellschaft, sondern jenseits des Menschlichen, vielleicht sogar jenseits der Materie selbst &#8211; ein k\u00f6rperloser utopischer Traum, geboren aus einer Desillusion, die wenig Hoffnung auf das zwischenmenschliche Leben l\u00f6sst. Benkel wurde als \u201eAu\u00dfenseiter\u201c bezeichnet (z. B. Hagedorn, 1995:1) und dies erscheint f\u00fcr den Autor als Mensch angemessen. Andererseits ist es f\u00fcr den Sprecher von <em>mei\u00dfelbrut <\/em>v\u00f6llig unzul\u00e4nglich, wenn sich die Stimme selbst in Begriffen beschreibt, die deutlich eine spirituelle Dimension evozieren: \u201ewerf ich ab die haut\u201c (Benkel 2009:21, <em>h\u00e4ute<\/em>), \u201eerl\u00f6st vom k\u00f6rper\u201c (Benkel 2009:24, <em>knochen<\/em>), \u201esteigt der mensch \u00fcber seinen leib hinweg\u201c (Benkel 2009:22, <em>fortsatz<\/em>), \u201ebin ich ganz form im \u00fcbergang\u201c (Benkel 2009:5, <em>mei\u00dfelbrut<\/em>). Jede Spur einer zwischenmenschlichen Dimension ist getilgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">IDEATIONALE BOTSCHAFT<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die dritte und letzte Metafunktion der funktionellen Grammatik, die wir untersuchen werden, gew\u00f6hnlich die erste in der Reihe der drei, ist die Ideationale, wo es um unsere Erfahrung der Welt geht. Das Problem in <em>Mei\u00dfelbrut <\/em>ist, dass Benkels Welt nicht unsere ist oder zumindest nicht unsere, wie wir es gewohnt sind, sie zu sehen. Statt einer Welt von Agierenden, Opfern und Zwecken, was in all den anderen Gedichten im herk\u00f6mmlichen erz\u00e4hlerischen Sinn vorkommt, konstruiert Benkel Paradoxien. Hier geht es nicht darum, rhetorische Spiele mit dem Leser zu spielen, wie zum Beispiel dem, zu Beginn einer Passage wichtige Details auszulassen, um wie in Krimis ein Ratespiel zu inszenieren. Benkels Inszenierung geht \u00fcber das Nicht- oder das Fehl- Erz\u00e4hlen, das die Prozesse verwischt oder verwirrt, hinaus, um unvereinbare oder gegens\u00e4tzliche Aussagen einander entgegenzustellen, so dass jegliche Erz\u00e4hlung unm\u00f6glich wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht zufrieden mit der Verschmelzung von Traum und Albtraum, Ideal und Realit\u00e4t, erlegt Benkel uns unm\u00f6gliche Entscheidungen auf und h\u00e4lt den Leser in einer unhaltbaren Lage gefangen, in der wir gezwungen sind, zu einer neuen Art des Denkens aufzubrechen, um den Diskurs zu verstehen. Trotz bestimmter Aspekte des romantischen Idealismus, einschlie\u00dflich einer Untersuchung der dunklen Seite der Psyche, wie sie im Eindr\u00e4ngen des Bergbaus in die Erde symbolisiert wird, um eine magische Unterwelt zu entdecken, sind dies nicht Novalis\u2018 <em>Hymnen an die Nacht<\/em>, in denen das lyrische Ich sich weigert, seine Liebe f\u00fcr seine tote Verlobte aufzugeben. Stattdessen wird der Verfall umarmt und der Tod um seiner selbst willen gefeiert, wie in \u201eleg ich mich nieder zum liebesakt ins grab\u201c (Benkel 2009:16, ver<em>wandlung<\/em>) &#8211; weil dies die einzige L\u00f6sung f\u00fcr die versagende Menschheit ist, das einzige Tor zu einer h\u00f6heren Form des Lebens. Es scheint, dass wir, wenn die Menschheit sich nicht in etwas Edleres verwandelt, dem Untergang geweiht sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ideationale Metafunktion, die die Welt beschreibt, bleibt daher unrealisiert. <em>mei\u00dfelbrut <\/em>ist wohl ein Werk der religi\u00f6sen oder halluzinatorischen Visionen, der Erz\u00e4hler eine mythisch-reale Hybride oder eine verwesende Leiche, die am Tag des J\u00fcngsten Gerichtes auf ihre Auferstehung wartet. Es gibt keine Erz\u00e4hlung oder vielmehr, der Erz\u00e4hler hat die menschliche Geschichte satt und hofft, dass in Zukunft eine bessere Erz\u00e4hlung diese ersetzen k\u00f6nnte. Er ist v\u00f6llig allein und bezeichnet sich selbst als \u201edie einsame bestie\u201c (Benkel 2009:21, <em>h\u00e4ute<\/em>). Er ist an Kultur verzweifelt: \u201eauf dem grundriss der b\u00fchne ist kultur nur noch dekor\u201c (Benkel 2009:41, <em>pflanzen<\/em>). Die Bilder sind apokalyptisch gegen Ende der Sammlung, die beiden letzten Gedichte, <em>Feuer <\/em>und <em>Feuerprobe<\/em>, enthalten ja das Wort \u201aFeuer\u2018 in ihren Titeln. Der Erz\u00e4hler hat nichts mehr zu verlieren und sehnt sich daher entweder nach Wiedergeburt (\u201e\u00fcberwinde ich meine natur\u201c, Benkel 2009:84, <em>feuer<\/em>) &#8211; oder Revolution, in einer Umkehrung der biblischen Schwerter zu Pflugscharen (\u201eder spaten verh\u00e4rtet zum schwert\u201c, Benkel 2009:22, <em>fortsatz<\/em>). Die L\u00f6sung k\u00f6nnte eine Form der Taufe sein (\u201esteig ich aus dem leib des wassers\u201c, Benkel 2009:30, <em>suche<\/em>) oder sie k\u00f6nnte der Tod sein, wie bei \u201esaug ich nektar aus der eigenen leiche\u201c (Benkel 2009:46, <em>felsen<\/em>), aber der Erz\u00e4hler ist so verzweifelt, dass alles besser erscheint als dieses gegenw\u00e4rtige Nicht-Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">SCHLUSS<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnen jetzt zu der Art und Weise zur\u00fcckkehren, wie die Metafunktionen zusammen funktionieren, oder nicht funktionieren, wie unser Satz, \u201esie wurde letzte Woche vom Bankhaus Nat West entlassen\u201c. In Benkels Gedichten geht es gerade darum, dass sie nicht zusammenwirken, weil die stillschweigende \u00dcbereinstimmung zwischen Autor und Leser in Bezug auf Bedeutungen zusammengebrochen ist und die Botschaft daher etwas in der folgenden Reihenfolge zu sein scheint:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die G\u00fcltigkeit der Informationen, die ich dir gebe, h\u00e4ngt davon ab, ob du akzeptierst, dass wir von einem \u201aErz\u00e4hler\u2018 sprechen, aber ich weigere mich, dir zu sagen, wer dieser Erz\u00e4hler ist oder ob er tierisch, pflanzlich oder mineralisch ist. Die G\u00fcltigkeit, die ich f\u00fcr die Informationen beanspruche, ist, dass sie zu einer bestimmten Zeit g\u00fcltig sein kann, aber ich werde dir nicht sagen, welche. Es kann g\u00fcltig sein, oder auch nicht, und die Informationen, die ich dir \u00fcber dieses Thema geben will (oder vielleicht nicht geben will), sind paradox. Unabh\u00e4ngig davon, ob du die G\u00fcltigkeit der Informationen unter diesen Bedingungen akzeptierst oder nicht, werden wir sowieso weiterhin so verfahren (nach Thompson, 2004:54).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entt\u00e4uscht von allem unter der Sonne, wie Salomon in Ecclesiastes, fliegt die k\u00f6rperlose Stimme des <em>mei\u00dfelbrut<\/em>-Erz\u00e4hlers wie ein krankheitstragendes Insekt (Benkel 2009:10, <em>flugschrift<\/em>) \u00fcber die Ruinen einer sterbenden Kultur, die sich in ihrer Bildsprache mit der Metapher vom Leben als Reise verbindet (Lakoff &amp; Johnson, 1980), aber mit einer dunklen, romantischen Verdrehung. Um dieser Reise der Hoffnungslosigkeit zu entfliehen, taucht er in die Tiefen der Erde ein und lotet die Tiefen seiner eigenen Seele aus. Physisch und geistig, abstrakt und konkret zugleich ist er in dieser Hinsicht Novalis, dem idealistischsten und doch wissenschaftlichsten der deutschen Romantiker, verwandt. Die fortschreitende Metamorphose des \u201aErz\u00e4hlers\u2018 kann als eine Neubewertung der sozialen Bedingungen oder Lebensweisen gelesen werden (Hagedorn, 2006). Der in der deutschen Kultur wahrgenommene Verfall, der das Individuum entfremdet und spirituell in einer Leere zwischen Sozialismus und Kapitalismus verrotten l\u00e4sst, spiegelt sich im physischen Verfall der in den Gedichten beschriebenen Naturelemente wider. Aber Entt\u00e4uschung ist nicht das Ende. In der H\u00e4\u00dflichkeit liegt die Sch\u00f6nheit, im Tod das Leben, ebenso wie die Umkehrung der sprachlichen Normen vielleicht eine neue Kreativit\u00e4t des Denkens erm\u00f6glicht. Anzeichen einer m\u00f6glichen zuk\u00fcnftigen Wiedergeburt der Gescho\u0308pfe und Hoffnung auf eine entsprechende Renaissance der Gesellschaft ha\u0308ufen sich: \u201ekreist im mondlicht die musik des flusses\u201c (Benkel 2009:33, <em>flu\u00df<\/em>); \u201esteigt der mensch \u00fcber seinen leib hinweg&#8230; ist ihr ort flackerndes licht&#8230; in die zukunft&#8230;\u201c (Benkel 2009:22, <em>fortsatz<\/em>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Schluss Benkels eigene Worte im Gespr\u00e4ch mit Bergmann (2009:5):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eich biete ja gerade die v\u00f6llige desillusionierung als ausgangspunkt der utopie an. auf die frage, welche aufgaben literatur haben k\u00f6nnte, sagte ich einmal, am besten sie h\u00e4tte welche und niemand w\u00fcrde es merken &#8230; f\u00fcr mich er\u00f6ffnet kunst das nicht seiende und ist daher das vollkommen andere gegen\u00fcber der utilit\u00e4ren realit\u00e4t, antiwelt und alternative geschichte, und solcherart verwandt mit magie, mythen, mystik, alchemie, m\u00e4rchen, tr\u00e4umen, wahngebilden und einem postvitalen dasein&#8230; meine apokalyptischen gedanken [sind] bloss umgekehrte utopien. und ich bleibe dabei, gegenwelten formieren und die realit\u00e4t ver\u00e4ndern wollen, das geh\u00f6rt zusammen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>mei\u00dfelbrut<\/strong>,\u00a0Gedichte von Holger Benkel, mit siebzehn Holzschnitten von Sabine Kunz und einem Nachwort von Volker Drube, Dr. Ziethen Verlag, Oschersleben 2009. Eine Rezension finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12769\">hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-99159 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Meisselbrut-235x300.jpg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"300\" \/>Weiterf\u00fchrend <\/b><b>\u2192<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29373\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> ergr\u00fcndeln Holger Benkel und A.J. Weigoni das Wesen der Poesie &#8211; und ihr allm\u00e4hliches Verschwinden. Das erste Kollegengespr\u00e4ch zwischen Holger Benkel und Weigoni finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29373\">hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>kindheit und kadaver<\/strong>, Gedichte von Holger Benkel, mit Radierungen von Jens Eigner. Verlag Blaue \u00c4pfel, Magdeburg 1995. Eine Rezension des ersten Gedichtbandes von Holger Benkel finden Sie<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6898\"> hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gedanken, die um Ecken biegen<\/strong>, Aphorismen von Holger Benkel, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/\">Edition Das Labor<\/a>, M\u00fclheim 2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Essays<\/b> von Holger Benkel, Edition Das Labor 2014 \u2013 Einen Hinweis auf die in der Edition Das Labor erschienen Essays finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21478\">hier<\/a>.\u00a0Auf KUNO portr\u00e4tierte Holger Benkel die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=11282\">Br\u00fcder Grimm<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6837\">Ulrich Bergmann<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=11284\">A.J. Weigoni<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=11279\">Uwe Albert<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15179\">Sabine Kunz<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Seelenland<\/b>, Gedichte von Holger Benkel<b> <\/b>, Edition Das Labor 2015<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>fliegende wesen<\/strong>, Gedichte von Holger Benkel,\u00a0 erschienen in der Weberknecht-Edition, Magdeburg, 2018<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>LITERATURVERZEICHNIS <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Atwood, M. (1994). <em>Surfacing<\/em>. Toronto: McClelland Bantam Seal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Benkel, H. (1995). <em>kindheit und kadaver<\/em>. Magdeburg: Blaue A\u0308pfel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Benkel, H. (2009). <em>mei\u00dfelbrut<\/em>. Oschersleben: Ziethen-Verlag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bergmann, U. (2009). Auf der Suche nach der Anderswelt \u2013 in Holger Benkels \u2018mei\u00dfelbrut\u2019. Available at: <em>http:\/\/www.keinverlag.de\/rezension.php?rid=229<\/em>. Accessed 5.2.10.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derrida, J. (1974). <em>Of Grammatology<\/em>. John Hopkins University Press.<br \/>\nDrube, V. (2000). Im \u2018Caberletto\u2019 und Anderswo: Gespra\u0308che mit Holger Benkel. <em>Torso, 10<\/em>, 42-44. Drube, V. (2009). Oszillationen. In Benkel, H. <em>mei\u00dfelbrut<\/em>. Oschersleben: Ziethen-Verlag, 86-90.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gadpaille, M. (2008). Atwood\u2019s Body Politic: a taxonomy of gender representation. <em>Philologia, VI, <\/em>7-16.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hagedorn, M. (2009). Leben, ein Rohstoff: mei\u00dfelbrut &#8211; und andere gedichte &#8211; von Holger Benkel. Available at: <em>http:\/\/www.poetenladen.de\/forum\/viewtopic.php?t=887&amp;sid=e21e3b7816046f5b1398f94dc0628f4 6<\/em>. Accessed 5.2.10<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Halliday, M.A.K. (1985\/1994). <em>An Introduction to Functional Grammar<\/em>. London: Edward Arnold. Kutsch, A. (2010). Blank Generation. Available at <em>http:\/\/lyrikzeitung.wordpress.com\/tag\/axel- <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>kutsch<\/em>. Accessed 11.2.10.<br \/>\nLakoff, G. and Johnson, M. (1980). <em>Metaphors we Live by<\/em>. Chicago: University of Chicago Press.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schinkel, A. (2009). Nachrichten aus der Wolfs- und Knochenzeit &#8211; Holger Benkel legt einen neuen Gedichtband vor. <em>Fixpoetry <\/em>(15.11.09). Available at: http:\/\/search.babylon.com\/?q=Schinkel%2C+A.+%282009%29.+Nachrichten+aus+der+Wolfs- +und+Knochenzeit+Holger+Benkel+legt+einen+neuen+Gedichtband+vor&amp;babsrc=dtb&amp;s=web. Accessed: 11.2.10.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Thompson, G. (2004). <em>Introducing Functional Grammar<\/em>. Hodder Education.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weigoni, A.J. (1999). Eine Sprache finden, ein deutsch\/deutscher Dialog (Interview with Holger Benkel). Available at <em>http:\/\/www.lyrikwelt.de\/hintergrund\/benkel-gespraech-h.htm<\/em>. Accessed: 5.2.10.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hagedorn, M. (1995). Interkulturelle Existenz: kindheit und kadaver von Holger Benkel. Available at: <em>http:\/\/lyrikzeitung.wordpress.com\/2010\/02\/01<\/em>. Accessed 5.2.10.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KURZFASSUNG Die in der systemischen Funktionsgrammatik postulierten drei linguistischen Metafunktionen werden in Benkels (2009) Gedichtband mei\u00dfelbrut dekonstruiert, sowohl im Derrida\u2018schen Sinn einer Ausgrabung von Bedeutung als auch in der Umkehrung ihrer Konstruktion. 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