{"id":50122,"date":"2018-12-09T00:01:39","date_gmt":"2018-12-08T23:01:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=50122"},"modified":"2021-10-10T09:54:32","modified_gmt":"2021-10-10T07:54:32","slug":"alternativer-literaturnobelpreis","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/09\/alternativer-literaturnobelpreis\/","title":{"rendered":"Alternativer Literaturnobelpreis an Maryse Cond\u00e9"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Dass in dem Jahr, in den Philip Roth stirbt, der Literaturnobelpreis nicht vergeben wird, ist angemessen.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Peter Glaser<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Literaturnobelpreis wird in diesem Jahr ausgesetzt. Unterdessen verdichten sich in Schweden die Hinweise darauf, da\u00df die Nobelstiftung die Verantwortung f\u00fcr den Literaturnobelpreis einer anderen Institutionen \u00fcbertragen k\u00f6nnte, w\u00e4hrend in den bildungsb\u00fcrgerlichen Feuilletons weiterhin die vollst\u00e4ndige Aufl\u00f6sung der Akademie gefordert wird. Diese aber h\u00e4lt beharrlich an ihrer Position fest. Die Situation wirkt verfahren, zumal die schwedische Regierung, die als einzige die Statuten der Akademie ver\u00e4ndern kann (und nicht wie vielfach behauptet K\u00f6nig Carl XVI. Gustaf!). Die Regierenden machen keine Anstalten juristisch entscheidend in die Literaturnobelpreisbelange einzugreifen. Es bleibt die vage Hoffnung auf die Einsicht der Mitglieder der Jury, eines Tages ihre attraktiven Positionen selbst dranzugeben, um das verlorene Vertrauen in das Gremium wiederherzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Potenzielle Weltgeltung ersetzt in solchen Entscheidungen Weltliteratur, und statt dass der Nobelpreis die Bedeutung eines Werkes f\u00fcr die Weltliteratur spiegelte, schien die Akademie immer h\u00e4ufiger sich selbst und ihre eigene Bedeutung in ihren Entscheidungen spiegeln zu wollen.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jean-Claude Arnaults Verurteilung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren f\u00fcr ein Vergewaltigungsdelikt <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/literaturnobelpreis-ende-einer-aera-1.4152290\">nahm <\/a>Thomas Steinfeld in der <em>SZ<\/em> zum Anlass, nochmal gr\u00fcndlich mit der Schwedischen Akademie abzurechnen &#8211; und zwar nicht auf dem moralischen, sondern auf dem literarischen Feld: Schon die Verleihung des Literaturnobelpreises an dem Komiker Dario Fo im Jahr 1997 war f\u00fcr ihn ein Zeichen des Niedergangs, der sich in, nach Steinfelds Ansicht zweifelhaften, Auszeichungen f\u00fcr Swetlana Alexijewitsch und Bob Dylan voll manifestierte. &#8222;Potenzielle Weltgeltung ersetzt in solchen Entscheidungen Weltliteratur, und statt dass der Nobelpreis die Bedeutung eines Werkes f\u00fcr die Weltliteratur spiegelte, schien die Akademie immer h\u00e4ufiger sich selbst und ihre eigene Bedeutung in ihren Entscheidungen spiegeln zu wollen. &#8230;\u00a0 Dass mehrere Mitglieder der Akademie, n\u00e4mlich Anders Olsson, Horace Engdahl und Katarina Frostenson, ihre intellektuelle Sozialisation in einer poststrukturalistischen Zeitschrift namens <em>Kris<\/em> erlebten, zu deren Autorit\u00e4ten Gilles Deleuze geh\u00f6rte, vervollst\u00e4ndigt nur das Bild einer Clique, die den totalen Auftritt zu ihrem eigentlichen Ziel erhob.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Die jetzigen Mitglieder haben sich nicht nur im Krisenmanagement als inkompetent erwiesen, es ist auch auf ihr \u00e4sthetisches, literarisches Urteil kein Verlass mehr.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Roman Bucheli ist die Schwedische Akademie in ihrer jetzigen Form gestorben. Er <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/der-literaturnobelpreis-ist-in-der-geiselhaft-von-unbelehrbaren-ld.1425771\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">fordert<\/a> in der <i>NZZ<\/i> eine vollst\u00e4ndige &#8211; auch institutionelle &#8211; Erneuerung: &#8222;Die jetzigen Mitglieder haben sich nicht nur im Krisenmanagement als inkompetent erwiesen, es ist auch auf ihr \u00e4sthetisches, literarisches Urteil kein Verlass mehr.&#8220; Mit gro\u00dfem Kummer <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/kultur\/literatur\/literatur-ohne-nobelpreis-es-geht-mehr-verloren-als-nur-eine-ueberholte-zeremonie-31388748\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">blickt<\/a> Harry Nutt in der <i>Berliner Zeitung<\/i> auf die Selbstdemontage nicht nur dieser Kulturinstitution: &#8222;Das einst stolze Selbstverst\u00e4ndnis, Eckpfeiler und Korrektiv einer zivilgesellschaftlichen Ordnung zu sein, ist dahin. Als Leuchtturm der literarischen Welt war der Literaturnobelpreis zugleich auch deren kulturelles Ged\u00e4chtnis. \u00dcber Preise und W\u00fcrdigungen vergewissert sich eine Gesellschaft ihrer Bedeutung und Wertsch\u00e4tzung. Wenn sie verschwinden, geht mehr verloren als nur eine \u00fcberholte Zeremonie.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Auszeichnungen und Preise sind wie H\u00e4morrhoiden. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter bekommt sie jedes Arschloch.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Billy Wilder<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Arno Schmidt spottete bereits in einer in den 1950er Jahren verfassten Polemik gegen die Ehrung durch den Literaturnobelpreis f\u00fcr Henryk Sienkiewicz (\u201edann h\u00e4tte man ihn genau so gut Karl May geben k\u00f6nnen!\u201c), Paul Heyse (\u201eZuckerwasser\u201c) und Winston Churchill (\u201eein ausgesprochener Journalist von Mittelma\u00df\u201c), denen er bedeutende Schriftsteller gegen\u00fcberstellte, die den Preis nicht bekamen: Rainer Maria Rilke, Theodor D\u00e4ubler, Franz Kafka, Alfred D\u00f6blin, Hans Henny Jahnn, August Stramm, Georg Trakl, James Joyce und Ezra Pound. Kriterium f\u00fcr die Preisvergabe sei nicht die sprachlich herausragende Leistung des Geehrten, sondern eher literarische Schlichtheit:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">\u201eWas sich gut \u00fcbersetzen l\u00e4\u00dft, kriegt&#8217;n Preis!\u201c Daher bedeute der Preis f\u00fcr seine Tr\u00e4ger ein \u201eStigma der Mittelm\u00e4\u00dfigkeit\u201c.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuletzt driftete die Begr\u00fcndung f\u00fcr den Preis immer h\u00e4ufiger in diffuse Mehrdeutigkeit<span class=\"date\">.\u00a0<\/span>Bereits als der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=36281\">Nobelpreis f\u00fcr Bob Dylan<\/a> verk\u00fcndet wurde, teilten sich die Geister in Enthusiasten und Entt\u00e4uschte: ein gefundenes Fressen f\u00fcr alle diejenigen, die online ihre literarischen Meinungen kundtun, verteidigen und weiterentwickeln. Der Ruf des Nobelpreises, hei\u00dft es in der Pressemittelung, habe durch die &#8222;Publizit\u00e4t&#8220; der j\u00fcngsten Vorg\u00e4nge gro\u00dfen Schaden genommen: Die Namen k\u00fcnftiger Nobelpreistr\u00e4ger waren vorab verraten worden, es hatte F\u00e4lle von privater Vorteilsnahme gegeben, und es war im Umkreis der Akademie in erheblichem Ma\u00df zu sexuellen \u00dcbergriffen gekommen. Den Skandal um die Schwedische Akademie <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/der-literaturnobelpreis-ist-ein-kind-des-19-jahrhunderts-seine-zeit-ist-vorbei-ld.1378706\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">nahm <\/a>Roman Bucheli in der <i>NZZ<\/i> zum Anlass, sich Peter Handkes Forderung anzuschlie\u00dfen:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Den Nobelpreis sollte man endlich abschaffen. <\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn die Kriterien, unter denen die Akademie Literatur bewerte, seien heute doch v\u00f6llig \u00fcberholt, moniert er: &#8222;Der Kanon der Weltliteratur umfa\u00dfte bis weit ins 20. Jahrhundert hinein von wenigen Ausnahmen abgesehen fast nur europ\u00e4ische Literatur. Von dieser eingeschr\u00e4nkten Optik hat sich die Schwedische Akademie in all den Jahrzehnten nie wirklich befreien k\u00f6nnen. Sie konnte und kann es umso weniger, als sie auf zu vielen Augen blind ist. Diese partielle Blindheit geh\u00f6rt gleichsam zur statuarisch festgelegten Verfasstheit der Akademie, weil sie als sekten\u00e4hnliches und sich selbst konstituierendes Gremium au\u00dferhalb jeder Kontrolle t\u00e4tig und nur einer Satzung verpflichtet ist, die 1786 erlassen und seither nicht mehr ge\u00e4ndert worden ist.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Gibt es eine Alternative?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"right\">Unterdessen hat eine Gruppe schwedischer Kulturschaffender um die Journalistin Ann P\u00e5lsson, die Literaturprofessorin Lisbeth Larsson und die Journalistin und Bibliothekarin Marianne Steinsaphir angek\u00fcndigt, einen alternativen Literaturnobelpreis zu vergeben. Der Literaturpreis der Neuen Akademie (Nya Akademien) soll im Oktober verliehen werden. Diese Neue Akademie ist gegr\u00fcndet worden, um sicherzustellen, dass 2018 ein internationaler Literaturpreis verliehen wird, hei\u00dft es in einem Statement der Gruppierung, es solle daran erinnert werden, dass Literatur mit &#8222;Demokratie, Offenheit, Empathie und Respekt&#8220; verbunden werden soll. Zu einer Zeit, in der Werte der Menschheit immer mehr infrage gestellt werden, wird Literatur zur Kraft gegen &#8222;Unterdr\u00fcckung und einen Code des Schweigens&#8220;.<\/p>\n<p align=\"right\"><span style=\"color: #999999;\">Die vier Finalisten f\u00fcr den Preis der Neuen Akademie h\u00e4tte man auch f\u00fcr die Kommandobr\u00fccke von Raumschiff Enterprise nicht besser besetzen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"right\">In der <i>NZZ<\/i> <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/ein-nobelpreis-fuer-peter-stamm-ld.1403823\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">lieferte<\/a> Aldo Keel weitere Informationen zum Alternativen Nobelpreis, den die schwedische Journalistin Alexandra Pascalidou nach den Eskapaden an der Schwedischen Akademie mit der Gr\u00fcndung einer Neuen Akademie ins Leben gerufen hat: 126 Mitglieder z\u00e4hlt diese Akademie, darunter &#8222;Architekten, Designer, Event-Manager, Digitalstrategen, Rapper, Punker, eine Psychiaterin, ein Evangelist sowie Schriftsteller wie Bj\u00f6rn Ranelid und Maria Sveland. &#8230; In einer ersten Runde nominierten Schwedens Bibliothekare ihre Favoriten. Von den 46 Nominierten stammen 20 aus der angels\u00e4chsischen Welt, 12 aus Schweden. Don DeLillo steht neben J. K. Rowling.&#8220; Auf der <a href=\"https:\/\/www.dennyaakademien.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Website der Neuen Akademie<\/a> konnte man sich an der Abstimmung beteiligen, die Endauswahl nimmt die Jury vor. Die vier Finalisten f\u00fcr den Preis der Neuen Akademie h\u00e4tte man auch f\u00fcr die Kommandobr\u00fccke von Raumschiff Enterprise nicht besser besetzen k\u00f6nnen, es sind: Maryse Cond\u00e9, Haruki Murakami, Kim Th\u00fay und Neil Gaiman. Der japanische Autor Haruki Murakami hat sich f\u00fcr die Nominierung bedankt, aber mitgeteilt, da\u00df er sich fernab der Medien auf seine schriftstellerische Arbeit konzentrieren wolle, wahrscheinlich rechnet er sich noch Chancen auf den Nobelpreis aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><span style=\"color: #999999;\">Alternativer Literaturnobelpreis \u2013 erm\u00f6glicht durch Crowdfunding!<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"right\">Am 12. Oktober wurde die Preistr\u00e4gerin verk\u00fcndet, es geht an die Schriftstellerin Maryse Conde. Die Autorin wurde 1937 in Pointe-\u00e0-Pitre in Guadelope geboren, sie hat etwa 30 Romane ver\u00f6ffentlicht. Bekannt wurde sie vor allem durch die Familiensaga <em>Segu<\/em>, in der sie die Geschichte der westafrikanischen Familie Traor\u00e9 erz\u00e4hlt (<em>Segu: Mauern aus Lehm<\/em> (1984), <em>Wie Spreu im Wind<\/em> (1985)). Zuvor hatte Cond\u00e9 mehr als ein Jahrzehnt in Guinea, Ghana und dem Senegal gelebt. In <em>Das verfluchte Leben<\/em> (1987) schilderte sie den Weg einer karibischen Familie, die versucht, der Armut auf einer Plantage auf <span class=\"rtr-schema-org\">Guadeloupe<\/span> entkommen. In ihrem umfangreichen \u0152uvre verhandelt die zwischen der Karibik, Europa, Afrika und den USA pendelnde Weltb\u00fcrgerin die Frage nach karibischer Identit\u00e4t und eine damit unmittelbar verbundene \u2013 oft desillusionierende \u2013 Begegnung mit dem afrikanischen Kontinent. Neben Theaterst\u00fccken, Romanen, Novellen und Essays ist Cond\u00e9 auch Autorin theoretischer Schriften wie La Civilisation du Bossale (Die Kultur des Bossale, 1978), in der sie sich mit karibischer Literatur und dem Einfluss oraler Literatur und Mythen besch\u00e4ftigt, oder La Parole des femmes (Die Stimme der Frauen, 1979), worin sie sich explizit karibischen Autorinnen widmet und eine Entwicklung aufzeigt, die auch ihr eigenes Schreiben ber\u00fccksichtigt. Die Jury lobte Condes Werk als &#8222;wichtigen Teil der Weltliteratur&#8220;, in ihrem Werk beschreibe Cond\u00e9 in &#8222;pr\u00e4ziser Sprache&#8220; die &#8222;Verw\u00fcstungen des Kolonialismus und das Chaos nach der Entkolonialisierung&#8220;, hie\u00df es in der Begr\u00fcndung der Neuen Akademie. Die Autorin sagte nach der Bekanntgabe, sie wolle den Preis mit &#8222;meiner Familie, mit meinen Freunden und vor allem mit allen Menschen Guadeloupes teilen&#8220;. Das Land werde sonst &#8222;nur erw\u00e4hnt, wenn es Hurrikans oder Erdbeben gibt&#8220;. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von einer Million schwedischer Kronen (97.000 Euro) dotiert. Die Verleihung findet heute in Stockholm statt.<\/p>\n<p align=\"right\"><span style=\"color: #999999;\">Zur\u00fcck in die Zukunft?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie die schwedische Akademie unl\u00e4ngst in einer lakonischen Pressemitteilung verk\u00fcndet, will man in Absprache mit der Nobel-Stiftung ein neues Komitee zu bilden. Neben den Mitgliedern der Akademie sollen auch f\u00fcnf externe Sachverst\u00e4ndige \u00fcber die n\u00e4chsten beiden Literaturnobelpreistr\u00e4ger mitentscheiden. Die f\u00fcnf Akademiemitglieder im Komitee sind Horace Engdahl, Kristina Lugn, Anders Olsson, Jesper Svenbro, sowie Per W\u00e4stberg, der dem Komitee vorsitzen wird. Als externe Sachverst\u00e4ndige wurden benannt: die 31-J\u00e4hrige Literatur- und Theaterkritikerin Mikaela Blomqvist, der 56-j\u00e4hrige Kristoffer Leandoer &#8211; ein Kenner der franz\u00f6sischen und der Fantasy-Literatur, der 45-j\u00e4hrige \u00dcbersetzer Henrik Petersen, die 73-j\u00e4hrige Romanautorin Gun-Britt Sundstr\u00f6m, sowie die 27 Jahre alte Kritikerin Rebecka K\u00e4rde, wohnhaft in Berlin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Skepsis <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/literaturnobelpreis-kleine-schritte-grosse-hoffnung\/23677402-all.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00e4u\u00dferte<\/a> Frank-Michael Kirsch im <i>Tagesspiegel<\/i>, ob die ersten Umstrukturierungsma\u00dfnahmen, die daf\u00fcr Sorge tragen sollen, dass die Schwedische Akademie ab 2019 wieder handlungsf\u00e4hig wird, wirklich fruchten werden &#8211; etwa, ob es einem \u00e4u\u00dferen Beratergremium aus Kritikern und \u00dcbersetzern gelingen wird, &#8222;gewisserma\u00dfen den Urzustand wiederherzustellen. Sie hatte durchaus ihre Vorz\u00fcge, die Schwedische Akademie. Ihre Unabh\u00e4ngigkeit machte die Institution immun gegen Trends und staatliche Willk\u00fcr. Der Status verschaffte ihr unwiederbringliche Freiheiten.&#8220;<\/p>\n<p align=\"right\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Sophie Reyer spricht mittels fragiler lyrischer Partituren das \u201eGewicht der Welt\u201c in all seinen Erscheinungsformen (Gesellschaftskritik, Alltag, Geschichte, Innerseelisches, K\u00f6rperhaftigkeit, Schreiben, Reisen) an, um sich nachdr\u00fccklich (eine Nachdr\u00fccklichkeit, die aus einer Zartheit im Umgang mit den Dingen heraus entsteht) zu positionieren.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><span style=\"color: #999999;\">Petra Ganglbauer<\/span><\/p>\n<div style=\"width: 276px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=50122&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Tonverbrechung-Bandfoto-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"266\" height=\"200\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Tonverbrechung: Elisabeth F\u00fcgemann, Sophie Reyer, Lukas Truniger, Nicola Hein<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"right\">No Nobel, daf\u00fcr wird der <i>Nahbellpreis<\/i> gleich <a href=\"https:\/\/twitter.com\/poesiepreis\/status\/995679901482176513\">zweimal verliehen<\/a>. 2018 erhalten ihn zwei Lyrikerinnen, die aus \u00d6sterreich und der Schweiz stammen. Es handelt sich dabei um Sophie Reyer (ein Portr\u00e4t findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=18115\">hier<\/a>). In ihrem preisgekr\u00f6nten Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=17985\"><em>Referenzuniversum<\/em><\/a> geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch das schreibende Analysieren gebrochen wird. Vertiefend zur Lekt\u00fcre empfohlen, das Kollegengespr\u00e4ch\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=19055\">:2= Verweisungszeichen zur Twitteratur<\/a>\u00a0von Sophie Reyer und A.J. Weigoni zum Projekt <i>Wortspielhalle<\/i>. H\u00f6ren kann man einen Auszug aus der <em>Wortspielhalle<\/em> in der Reihe <a href=\"http:\/\/vordenker.de\/weigoni\/wortspielhalle.htm\">MetaPhon<\/a>. Wie sich zeigt, kommt Reyer derzeit f\u00fcr jeden Preis in Frage, und falls sie weiterhin so flei\u00dfig ist, kommt sie eines Tages vielleicht sogar f\u00fcr den Literaturnobelpreis\u00a0in Frage.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Der deutsche Literaturkanon ist morsch geworden: Er ist \u00fcberholt, weltfremd, zufallsgeboren und \u00e4sthetisch h\u00f6chst problematisch an. Belanglose B\u00fccher bekommen bedeutende Preise, gro\u00dfartige B\u00fccher werden ignoriert oder als trivial verfemt &#8230; Die Lyrikszene ist weitestgehend gaga, praktisch jeder kann B\u00fcchnerpreistr\u00e4ger oder Literaturpapst werden.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Helmut Krausser<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zweite Autorin d\u00fcrfte noch nicht den Bekanntheitsgrad der ersteren haben, wenngleich sie &#8211; \u00e4hnlich wie <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/rupikaur_\/\">Rupi Kaur<\/a> hat mit ihren Instagram-Lyrix &#8211; zulegt. Kaur liefert jedoch ein opulentes <i>Bouquet<\/i> von Belanglosigkeiten. Diese Texte sind in ihrer lapislazuligetr\u00e4nkten Entr\u00fccktheit so herzerfrischend flach, da\u00df die \u00fcberreichlich ge\u00e4usserten Plattit\u00fcden unter dem Schaumr\u00fccken selbst einer drittklassigen Auslegeware akrobatische \u00dcbungen vollf\u00fchren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ehemalige Slam-Performerin Tanja &#8222;Lulu&#8220; Play Nerd (das Pseudonym ist eine Parodie auf die zwangsoriginelle Pop-Artistin Tanja Playner) dagegen versucht sich als eine stets aufmerksame, faszinierende, pers\u00f6nlich engagierte und zugleich kritische Beobachterin und Chronistin. Es ist jene Sehnsucht nach Gewissheit, die sich durch eine sprachliche Hingabe ausdr\u00fcckt, die weder seicht noch geistlos wirken soll, sondern im Gegenteil &#8211; KUNO ist der Ansicht: gedankliche Tiefe ist in der literarischen Gattung Lyrik zu finden. Ihr Band <em>Leb Jetzt!<\/em> ist eine Parabel \u00fcber die vergebliche Suche nach dem Sinn in einer zerrissenen Welt. In ihren Texten versucht die Autorin der &#8211; von dem unerm\u00fcdlichen Sloganizer Samuel L\u00e9po so benannte &#8211; <a href=\"https:\/\/buch-findr.de\/buecher\/generation-overchill\/\"><em>Generation Overchill <\/em><\/a>immer wieder gesellschaftliche Mi\u00dfst\u00e4nde aufzuzeigen. Zwischen den Zeilen scheint die Krise des kapitalistischen Subjekts auf, die Totalit\u00e4t dieser Ersatzreligion pr\u00e4gt die Subjekte mehr als alles andere. Die Autorin versucht einen Lebensinn zu finden, ist aber viel zu ehrlich, als da\u00df sie sich mit teleologischer Sinngebung tr\u00f6sten oder ihre Hoffnung auf ein Leben nach dem Tode richten k\u00f6nnte. <span class=\"username u-dir u-textTruncate\" dir=\"ltr\">@TanjaPlayNerves<\/span> versucht dem Leser das Leben und Denken anderer Gesellschaftsschichten nahezubringen. Ihr \u00fcbergreifendes Thema ist die Korrumpierbarkeit in einer von Kommerz und Totalitarismus gepr\u00e4gten Gesellschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"right\">Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Unangepasstheit. Der <i>Nahbellpreis<\/i> w\u00fcrdigt:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Lebenswerke und \u00f6ffentliches Engagement von Poeten, die ansonsten in Vergessenheit zu geraten drohen oder im laufenden Literaturbetrieb zu wenig Aufmerksamkeit erhalten.<\/em> <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"right\">Gem\u00e4\u00df dem Urkundentext sind <i>lebensl\u00e4ngliche Unbestechlichkeit<\/i> sowie <i>stilistische Zeitgeistresistenz<\/i> ausschlaggebend, um Interesse zu wecken. Bisherige Preistr\u00e4ger sind u.a. die\u00a0Fragmenttexterin <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Angelika Janz<\/a>, die &#8222;Rampensau&#8220; <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42817\">Stan Lafleur,<\/a> <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=33276\">HEL<\/a>, der\u00a0Arch\u00e4ologe des analogen Alltags und zuletzt der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42570\">VerDichter<\/a> A.J. Weigoni.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\" data-e2e-ref=\"content-body\">Ein Kanon \u00e4hnelt in gewisser Weise einem Kompass: Seine Nadel zeigt best\u00e4ndig nach Norden, doch muss dies nicht die Richtung sein, die man einschl\u00e4gt.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\" data-e2e-ref=\"content-body\">Robert Fajens<\/span><\/p>\n<div style=\"width: 123px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"data:image\/jpeg;base64,\/9j\/4AAQSkZJRgABAQAAAQABAAD\/\/gA7Q1JFQVRPUjogZ2QtanBlZyB2MS4wICh1c2luZyBJSkcgSlBFRyB2NjIpLCBxdWFsaXR5ID0gOTAK\/9sAQwADAgIDAgIDAwMDBAMDBAUIBQUEBAUKBwcGCAwKDAwLCgsLDQ4SEA0OEQ4LCxAWEBETFBUVFQwPFxgWFBgSFBUU\/9sAQwEDBAQFBAUJBQUJFA0LDRQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQU\/8AAEQgBLABxAwEiAAIRAQMRAf\/EAB8AAAEFAQEBAQEBAAAAAAAAAAABAgMEBQYHCAkKC\/\/EALUQAAIBAwMCBAMFBQQEAAABfQECAwAEEQUSITFBBhNRYQcicRQygZGhCCNCscEVUtHwJDNicoIJChYXGBkaJSYnKCkqNDU2Nzg5OkNERUZHSElKU1RVVldYWVpjZGVmZ2hpanN0dXZ3eHl6g4SFhoeIiYqSk5SVlpeYmZqio6Slpqeoqaqys7S1tre4ubrCw8TFxsfIycrS09TV1tfY2drh4uPk5ebn6Onq8fLz9PX29\/j5+v\/EAB8BAAMBAQEBAQEBAQEAAAAAAAABAgMEBQYHCAkKC\/\/EALURAAIBAgQEAwQHBQQEAAECdwABAgMRBAUhMQYSQVEHYXETIjKBCBRCkaGxwQkjM1LwFWJy0QoWJDThJfEXGBkaJicoKSo1Njc4OTpDREVGR0hJSlNUVVZXWFlaY2RlZmdoaWpzdHV2d3h5eoKDhIWGh4iJipKTlJWWl5iZmqKjpKWmp6ipqrKztLW2t7i5usLDxMXGx8jJytLT1NXW19jZ2uLj5OXm5+jp6vLz9PX29\/j5+v\/aAAwDAQACEQMRAD8A+AevelApqqFPB604daQj379inj4xORzjT5f\/AEOOv0ZtoS0YPavzo\/YmG74yN3\/4l0v\/AKHHX6Q26YQUmWtiJosCqO26e4hZI0ih3OJVkPzY\/hK4yOffsa1J0PGKaEoAWFPkP1pXTGT1qeCPCk+9OdBwD3NSMobM\/SnrGcdKsCIbunSnKgxTuBnXkf7rJH8XH5VSCVr367YBk456ms8LgVmxlYpzSFOelTleaNvNBJX8uirGPr+VFMR+N+acBzS7Fznb+tOAA7VsSfQH7EChvjQR66dL\/wChx1+kcI2sB7V+bv7EYB+NsXQf6DL\/AOhJX6UImCMUmVER4+B\/OoZBtK5zitBowy1A8RGOM1KZQkK4Q\/WpdmRREmFJxzmpgMipY7lQrhjTkUFfQ1KY8tkUqxgL70AUtQjzbH6g\/rWdsrYvUzbNx6fzrM24qWBX280m3mpymTSFMUhEO2ipdhopiPxqHsKcP92lC5+nvShRnH9K3Mz379iRtvxug4GDZSj9Ur9LguT1r80\/2Jo\/+L3W3\/XnL\/6Elfpaqnmky0SxjikdOR70K3lqSRwOa5+D4k+Fb2+Wzt9f06e8J2i3iukaTPT7oOajYo6CNeD9alVcdqqDU7fH3m6\/3DVHS\/G+havfX1pZalDdXFgypdRxHd5LHOFbHfg8dsc0tANjZikC0Q3UV0T5bbsD0NShT6UAVLxf9Gk\/z3rLCcVtXq\/6NJn2\/nWSF4qGNEJXJoK1KV5oK8UCIdlFS7D6UU9Qufjstoo\/hpDbpu+6CfpXTjTYB\/yzz+Jpy2MKniJfxFdBkes\/sTW4\/wCF1RYXpYy\/+hx1+kATAr8\/v2M7VF+MaFUAP2GTJA\/246\/QTb36ikykRSD5G+leHeG1T\/hoTxexXa39l2nPc8\/\/AFhXujFDGw3DoeM14Zodjet8Y\/EWqy6VqEWk6hZQWsF01s6hnXrkY3KOTyQBxWb8jRG8\/wAUbP8AsmbWLXS9Qv8ARIrr7Kb22RX8w+Z5ZeNN250D8EgdiQCOa5zT9cm0T4ofEeS30W+1mU\/2e5isVjyALc5JLuoJ9ACSfSpfhbJrfgPw7a+EL3w5f3F3pzPDBfQKn2S4jLsyyGQt8nB5BGeOATxWp4Tju7T4i+OtQn0+7hsr0WbW0xgciURRFXwACcg4wCMntmlaxR3fw78SWfjHQbXWdPEgtLqLeiyLtZeSCCPUEEH6V1QBFeZfs92V1pHw9sbDULSewvbdphLDcxlCN0zsOvB+VgeM16epDA7SD9DSRDIrtM2z+nH86yVWtq4Gbds1kKvtSkNERUZpSPSnlcGkNIRHiin0Uwufk6dXtR\/y3j\/BDSDWLUZ\/fD8Iz\/hWGF1kn\/Wn9KcIdYPWZvzrcyPpX9i++hufi+yRuWYWEh+4R\/y1i9q+\/JhmN8McY4A61+en7D0d9H8Y5zdOXj\/syTGT0Pmw1+hUk8aHyjkyMjMAB1AwD\/MUO1ilc5PWde0\/w1YPd6ldx2luvJd2\/P3PHPFQL410R5dPjXVLMvqChrRftCZuARkGMZ+bj0zXN+KdW0yz8e2lsiiPW5tLlJubuZltobUSKWOzOGctt4GDhTlgAM+SeGr+2tPh58Hrue4ijt7fV\/LmmZgFiLJOAGP8Ocjr7VmbXPoO18S6Vqd7dWdpqFvc3lrgXFvDMrSQ5zjeoOVzg9fSq0PjHQrm7jtYtSgeWZ2ij2yDErr95UbozDByASRg15Fq2oHUvGnxNh0S8im1Kbw\/DHai3lBd5Qk\/CYPLDI6dOK6vwPqPhHxF4K8HwrLYXD2i2\/2W1Lgyw3KJt4TqHX5s8ccnpzSC9zM+GXjHw\/4MtvFNrqutW+n58S3scC3t0A5QFVXljkgAAZP517noLCSR2Vt6soIOeDXz3okFrceA\/i6HSGRTquqiQ4B6RgjP0PI9K9k+C8v2jwD4bctvLaRaktnOf3SUraib0sdtcJ+4fPpWQq1uXC\/uZCeOKx1FKRKImXmkK8VKU56UjLSKIttFSY+n5UU7kn5Q\/bNPXrPH\/wB9Uf2npi8m4i\/77FeAjWLjplB+FOGs3WRh1H\/Aa2sQfeH7G+oWVx8XWS2mSR\/sEmQrA8eZH\/8AWr78+yRyMjvGrOqlQ2OQDjI\/HA\/Kvy3\/AOCd1\/NdfHa6Er7lTR5n6f8ATaGv1PUEKue9WtgKFx4V0jUnt5brT7e5mt23QySxhmjPqpPIP0qCXwRoD2L2D6TatYu25rYxgxkk5J29OvP1rVSSRblUwdp9Ow9almlCXUUODmTJBp7DMyz8K6TYjNvp8EJChMomDtA4GR2HpUcHgvQobye6i0mziuZwRLMkQV5Aeu5hyfxrZiuUluLiEK4aEgHcpAORnIJ6j6VIq8n3pBsc+fAXh4RyRjRrMRyAB0EQCtg5GR3xWjpeiWGiQ+VYWkVpF12QqFX8hVmeYxhiEyQCQKjfUYVmhgJxLMCUXHXAyaGBJccwSc8YrIC1sTD9w\/0NZoWsKi1Q0RbeaR0z2qYjmkZaiwyDb9KKl2e9FMVz8H10W4\/54\/qKlj0G5c8W5P4\/\/Xq7HYKOiD8qsW8U1u26F2iPqjEGtyD6O\/4J7aVcWXx3l8yAxLJpUsZY\/wDXWE\/0r9TeMDmvy8\/YMvbs\/HiITXEsqtp8ww7lv4kPc+1fqDEQ\/uBWi2AngAOT71Y2DIP6VBBweaezsHGNu3vk0ih743HvxTMZNPzkg0ooAiMK7t2OcUhQVKeTTGA9KBEM\/ET+mKzlXPNacw\/cPj0NZ6CsprVDQ0rSMtSMKGWosO5FgUU\/A9KKuwrn4LDxLdf88kpy+KZ\/+eK\/nTBYIP4qcthHn7wNUSfS\/wDwT\/1qfUP2gIIzEAo06diRzjBSv1Sju1glijYOWmYqpVGYZAJOSBhenfHpX5b\/APBPO1EXx8yhGTpc4P8A33HX6oQyGJdp6Z9K1WwDrm\/hs4RJMxRNwXIUnBJwOnvXKfED4m6d4F8PrqMhE7SgeTGTt3cZycjgdO3etPxLf29np0tzczNbw2\/75pFbGAvJz7cV8K\/Ev4h3fxY8WyR3E7jSjJtgs88BB\/E2OpIx9M+9Y1KigrmtODqTUF1NnxD+2z4i\/tKeOzljEQfCmCLcoHThuelei6J+2Y1jawpq1otxIVB3R\/Kenc9OnNed6ZoNnbWSwpaRGFV24CDGKyNb+HOj36MQslrN\/C8TkbT9OleOsbrrdH0U8nmo3jJM+yPhb8bND+KEUiWZe1vYgDJa3HDgeo9fwr0EnI61+Vnh\/VfF3wb+J1tfWN3LeWduQ6E9GU43Iw9COv51+lXhHxla+LdDtNRtW+WZAWQ9UPdT7g16tOopo+dqU3Tk4vodNJgQv6YqiozzjFSNcBwVBG7HTNNQZq5GYhFBXin7aCvFCQEeKKft+tFOwH4CpYOf735GrEOj3D42pIc+imumt4wQOAa7j4d+BNT8bXN1Z6ZYXN5PFH5oFrGZNuWUbmA52j274oJuem\/8E6tHubT9oAyTRyKg0qf744\/1kVfqNdSBRXw7+x38JfEHgf4oNfaxptzbxvYyRJK8DRoCZIyAdw6kKeOfwr7bvThck1qthnkv7RuoS23w21ExEhWeNXP+yWGc+1fFPw3tDfalrOpXsKX1tcHZGkjujIo6HcjDgnPHvX258aLE6t8P9cthjcbd3RW7lRuA\/wDHa+MvhaZLW2dRGJEiJUxZyflJ\/XNcGIbjqj1suhGpWtI6bw5Zrpc8zeZc6fvY+RaQTGWBhuXqHGQdu45DdsY5o1nXb+CYeXrdkQwJjjezfaSP4fMXIBIx6Drz619TuLuS\/MtpfWcEiqy\/ZJVDAE9zzkY\/rVjRhusSb7yxcr1SNflb6Z5x1rklOLblOCenp8z6v2Eox5YTaSOJ8Ua8bnXxE5QiS3SYqrAlGBII4r7V\/Z73Q\/DbSXkdnllQSMzdeemfoMD8K+HfE9xa3vjW3MMaoYIx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alt=\"\" width=\"113\" height=\"300\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Peter Meilchen, Photo: Jeskos Hagen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Randst\u00e4ndigkeit ist das Lebensprinzip der Poesie. Vom Rand aus arbeiten wir auf dem Online-Magazin Kulturnotizen (KUNO) daran, den Kanon zu erweitern. Die Idee zum Projekt <em>Das Labor<\/em> ist ein viertel Jahrhundert alt. Wer \u00fcber hinreichend Neugierde, Geduld, Optimismus und langen Atem verf\u00fcgte, konnte in den letzten 25 Jahren die Entstehung einer Edition beobachten, die weder mit Pathos noch mit Welterl\u00f6sungsphatasien daherkam. Die zeitliche Abfolge der projektorientierten Arbeit ist nachzuvollziehen in der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?page_id=311\">Chronik<\/a> der Edition Das Labor. Weitere Portr\u00e4ts finden Sie in unserem Online-Archiv, z.B. eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12833\">W\u00fcrdigung<\/a>\u00a0des Herausgebers und Lyrikers Axel Kutsch im Kreise von Autoren aus Metropole und Hinterland. Auf KUNO portr\u00e4tierte Holger Benkel au\u00dferdem die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=11282\">Br\u00fcder Grimm<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6837\">Ulrich Bergmann<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=11284\">A.J. Weigoni<\/a>, zur Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/04\/18\/heiterer-sarkasmus\/\">HEL<\/a> = Herbert Laschet Toussaint, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/09\/08\/sinnlich-fassbare-kunst\/\">Haimo Hieronymus<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=11279\">Uwe Albert<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/02\/09\/ein-behutsamer-charakter\/\">Holger Uske<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/06\/kritischer-optimismus\/\">Joachim Paul<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/10\/27\/kranich-2\/\">J\u00fcrgen Diehl<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15179\">Sabine Kunz<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=55005\">Joanna Lisiak<\/a>. Lesen Sie auch den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12771\">Essay<\/a> \u00fcber die Arbeit von Francisca Ricinski und eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12773\">W\u00fcrdigung<\/a> von Theo Breuer oder eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Und nicht zuletzt den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12763\">Nachruf<\/a> auf Peter Meilchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Weigoni geh\u00f6rt zu den meistuntersch\u00e4tzten Lyrikern.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><span style=\"color: #999999;\">Peter Maiwald<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_47480\" style=\"width: 1290px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Schuber.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-47480\" class=\"wp-image-47480 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Schuber.jpeg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"854\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-47480\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Jesko Hagen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In 2017 erscheint das lyrische Gesamtwerk von A.J. Weigoni. Jedes Buch aus dem \u201eSchuber\u201c\u00a0 ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk! KUNO fasst die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42570\">Stimmen<\/a> zu dieser verlegerischen Gro\u00dftat zusammen. Probeh\u00f6ren kann man die Gedichte von A.J. Weigoni in der Reihe Metaphon die <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/schmauchspuren.html\">Schmauchspuren<\/a> und das Monodram <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/taeger\/senora_nada.htm\">Se\u00f1ora Nada<\/a>. Ebenda der <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/letternmusik.htm\">Remix <\/a>der <em>Letternmusik<\/em>. Das Original kann zum Vergleich <a href=\"http:\/\/www.kulturserver-nrw.de\/home\/reviercast\/cast\/reviercast_054.mp3\">hier<\/a> gegenh\u00f6ren. Und au\u00dferdem die <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/clips\/prae_last7.mp3\">Live-Aufnahme<\/a> der <em>Pr\u00e6gnarien<\/em>. Bilder der <em>Pr\u00e6gnarien<\/em>-Performanmce von Philipp Bracht und A.J. Weigoni sind <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?page_id=12402\">hier<\/a> zu sehen. Ein Video von Frank Michaelis und A.J. Weigoni aus der <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_xE7BPCey68\">Schwebebahn<\/a> findet sich neben dem <em>Schland<\/em> aus <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SMFU2_5xl-E\">Herdringen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass in dem Jahr, in den Philip Roth stirbt, der Literaturnobelpreis nicht vergeben wird, ist angemessen. Peter Glaser Der Literaturnobelpreis wird in diesem Jahr ausgesetzt. Unterdessen verdichten sich in Schweden die Hinweise darauf, da\u00df die Nobelstiftung die Verantwortung f\u00fcr den&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/09\/alternativer-literaturnobelpreis\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":46607,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[950,918,2200,2169,104,494,1498,842,371,2167,94,124,2201,2202,2242,413,52,267,2178,394,98,2168],"class_list":["post-50122","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-alfred-doblin","tag-angelika-janz","tag-ann-palsson","tag-august-stramm","tag-axel-kutsch","tag-franz-kafka","tag-georg-trakl","tag-hans-henny-jahnn","tag-hel","tag-helmut-krausser","tag-holger-benkel","tag-james-joyce","tag-lisbeth-larsson","tag-marianne-steinsaphir","tag-maryse-conde","tag-peter-handke","tag-peter-meilchen","tag-rainer-maria-rilke","tag-rupi-kaur","tag-sophie-reyer","tag-stan-lafleur","tag-theodor-daeubler"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50122","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50122"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50122\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50122"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}