{"id":48862,"date":"2021-02-25T00:01:53","date_gmt":"2021-02-24T23:01:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=48862"},"modified":"2021-03-14T13:39:04","modified_gmt":"2021-03-14T12:39:04","slug":"kaiserpanorama-14","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/02\/25\/kaiserpanorama-14\/","title":{"rendered":"KAISERPANORAMA"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Reise durch die Deutsche Inflation<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">XIV.<br \/>\nAus den \u00e4ltesten Gebr\u00e4uchen der V\u00f6lker scheint es wie eine Warnung an uns zu ergehen, im Entgegennehmen dessen, was wir von der Natur so reich empfangen, uns vor der Geste der Habgier zu h\u00fcten. Denn wir verm\u00f6gen nichts der Muttererde aus Eigenem zu schenken. Daher geb\u00fchrt es sich, Ehrfurcht im Nehmen zu zeigen, indem von allem, was wir je und je empfangen, wir einen Teil an sie zur\u00fcckerstatten, noch ehe wir des Unseren uns bem\u00e4chtigen. Diese Ehrfurcht spricht aus dem alten Brauch der libatio. Ja vielleicht ist es diese uralte sittliche Erfahrung, welche selbst in dem Verbot, die vergessenen \u00c4hren einzusammeln und abgefallene Trauben aufzulesen, sich verwandelt erhielt, indem diese der Erde oder den segenspendenden Ahnen zugute kommen. Nach athenischem Brauch war das Auflesen der Brosamen bei der Mahlzeit untersagt, weil sie den Heroen geh\u00f6ren. &#8211; Ist einmal die Gesellschaft unter Not und Gier soweit entartet, da\u00df sie die Gaben der Natur nur noch raubend empfangen kann, da\u00df sie die Fr\u00fcchte, um sie g\u00fcnstig auf den Markt zu bringen, unreif abrei\u00dft und jede Sch\u00fcssel, um nur satt zu werden, leeren mu\u00df, so wird ihre Erde verarmen und das Land schlechte Ernten bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<div style=\"width: 276px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=48828&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Kaiserpanorama_Prater.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 266px) 100vw, 266px\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Kaiserpanorama_Prater.jpg 444w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Kaiserpanorama_Prater-300x216.jpg 300w\" alt=\"\" width=\"266\" height=\"192\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Ein Stereoskop im Wiener Praterkino &#8222;Kaiserpanorama&#8220; um 1900. Originalfoto im Besitz des Filmarchiv Austria<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Kaiserpanorama bezeichnet man ein um die Wende zum 20. Jahrhundert popul\u00e4res Massenmedium, das es bis zu 25 Personen gleichzeitig erm\u00f6glichte, stereoskopische Bilderserien durch ein Guckloch zu betrachten. Gezeigt wurden haupts\u00e4chlich exotische und f\u00fcr den Normalb\u00fcrger unerschwingliche Reiseziele und Landschaften. Ein Umlauf der hinter einer zylindrischen Holzvert\u00e4felung automatisch im Kreis transportierten Bildserien dauerte eine halbe Stunde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reise durch die Deutsche Inflation &nbsp; XIV. Aus den \u00e4ltesten Gebr\u00e4uchen der V\u00f6lker scheint es wie eine Warnung an uns zu ergehen, im Entgegennehmen dessen, was wir von der Natur so reich empfangen, uns vor der Geste der Habgier zu&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/02\/25\/kaiserpanorama-14\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":72,"featured_media":48907,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[428],"class_list":["post-48862","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-walter-benjamin"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48862","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/72"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=48862"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48862\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=48862"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=48862"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=48862"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}