{"id":48838,"date":"2020-05-28T00:01:54","date_gmt":"2020-05-27T22:01:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=48838"},"modified":"2020-02-02T19:44:23","modified_gmt":"2020-02-02T18:44:23","slug":"kaiserpanorama-7","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/28\/kaiserpanorama-7\/","title":{"rendered":"KAISERPANORAMA"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Reise durch die Deutsche Inflation<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">V.<br \/>\n\u00bbArmut sch\u00e4ndet nicht.\u00ab Ganz wohl. Doch sie sch\u00e4nden den Armen. Sie tun&#8217;s und sie tr\u00f6sten ihn mit dem Spr\u00fcchlein. Es ist von denen, die man einst konnte gelten lassen, deren Verfalltag nun l\u00e4ngst gekommen. Nicht anders wie jenes brutale \u00bbWer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen\u00ab. Als es Arbeit gab, die ihren Mann n\u00e4hrte, gab es auch Armut, die ihn nicht sch\u00e4ndete, wenn sie aus Mi\u00dfwachs und anderem Geschick ihn traf. Wohl aber sch\u00e4ndet dies Darben, in das Millionen hineingeboren, Hunderttausende verstrickt werden, die verarmen. Schmutz und Elend wachsen wie Mauern als Werk von unsichtbaren H\u00e4nden um sie hoch. Und wie der einzelne viel ertragen kann f\u00fcr sich, gerechte Scham aber f\u00fchlt, wenn sein Weib es ihn tragen sieht und selber duldet, so darf der einzelne viel dulden, solang er allein, und alles, solang er&#8217;s verbirgt. Aber nie darf einer seinen Frieden mit Armut schlie\u00dfen, wenn sie wie ein riesiger Schatten \u00fcber sein Volk und sein Haus f\u00e4llt. Dann soll er seine Sinne wachhalten f\u00fcr jede Dem\u00fctigung, die ihnen zuteil wird und solange sie in Zucht nehmen, bis sein Leiden nicht mehr die absch\u00fcssige Stra\u00dfe des Grams, sondern den aufsteigenden Pfad der Revolte gebahnt hat. Aber hier ist nichts zu hoffen, solange jedes furchtbarste, jedes dunkelste Schicksal t\u00e4glich, ja st\u00fcndlich diskutiert durch die Presse, in allen Scheinursachen und Scheinfolgen dargelegt, niemandem zur Erkenntnis der dunklen Gewalten verhilft, denen sein Leben h\u00f6rig geworden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<div style=\"width: 276px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=48828&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Kaiserpanorama_Prater.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 266px) 100vw, 266px\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Kaiserpanorama_Prater.jpg 444w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Kaiserpanorama_Prater-300x216.jpg 300w\" alt=\"\" width=\"266\" height=\"192\"\/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Ein Stereoskop im Wiener Praterkino &#8222;Kaiserpanorama&#8220; um 1900. Originalfoto im Besitz des Filmarchiv Austria<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Kaiserpanorama bezeichnet man ein um die Wende zum 20. Jahrhundert popul\u00e4res Massenmedium, das es bis zu 25 Personen gleichzeitig erm\u00f6glichte, stereoskopische Bilderserien durch ein Guckloch zu betrachten. Gezeigt wurden haupts\u00e4chlich exotische und f\u00fcr den Normalb\u00fcrger unerschwingliche Reiseziele und Landschaften. Ein Umlauf der hinter einer zylindrischen Holzvert\u00e4felung automatisch im Kreis transportierten Bildserien dauerte eine halbe Stunde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reise durch die Deutsche Inflation &nbsp; V. \u00bbArmut sch\u00e4ndet nicht.\u00ab Ganz wohl. Doch sie sch\u00e4nden den Armen. Sie tun&#8217;s und sie tr\u00f6sten ihn mit dem Spr\u00fcchlein. 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