{"id":48821,"date":"2020-09-03T00:01:04","date_gmt":"2020-09-02T22:01:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=48821"},"modified":"2020-09-10T18:41:01","modified_gmt":"2020-09-10T16:41:01","slug":"tankstelle","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/09\/03\/tankstelle\/","title":{"rendered":"TANKSTELLE"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Konstruktion des Lebens liegt im Augenblick weit mehr in der Gewalt von Fakten als von \u00dcberzeugungen. Und zwar von solchen Fakten, wie sie zur Grundlage von \u00dcberzeugungen fast nie noch und nirgend geworden sind. Unter diesen Umst\u00e4nden kann wahre literarische Aktivit\u00e4t nicht beanspruchen, in literarischem Rahmen sich abzuspielen \u2013 vielmehr ist das der \u00fcbliche Ausdruck ihrer Unfruchtbarkeit. Die bedeutende literarische Wirksamkeit kann nur in strengem Wechsel von Tun und Schreiben zustande kommen; sie mu\u00df die unscheinbaren Formen, die ihrem Einflu\u00df in t\u00e4tigen Gemeinschaften besser entsprechen als die anspruchsvolle universale Geste des Buches in Flugbl\u00e4ttern, Brosch\u00fcren, Zeitschriftartikeln und Plakaten ausbilden. Nur diese prompte Sprache zeigt sich dem Augenblick wirkend gewachsen. Meinungen sind f\u00fcr den Riesenapparat des gesellschaftlichen Lebens, was \u00d6l f\u00fcr Maschinen; man stellt sich nicht vor eine Turbine und \u00fcbergie\u00dft sie mit Maschinen\u00f6l. Man spritzt ein wenig davon in verborgene Nieten und Fugen, die man kennen mu\u00df.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-68588\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Einbahnstra\u00dfe.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"297\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Einbahnstra\u00dfe.jpg 440w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Einbahnstra\u00dfe-223x300.jpg 223w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Einbahnstra\u00dfe-260x350.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Einbahnstra\u00dfe-160x216.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die<em> Einbahnstra\u00dfe<\/em> ist eine entscheidende Gelenkstelle in Benjamins Gesamtwerk, in der \u00dcberlegungen des Fr\u00fchwerks transformiert werden, um sie dann in sp\u00e4teren Arbeiten weiterzuf\u00fchren. Dies veranschaulicht insbesondere die 43 Texte umfassende \u00bbNachtragsliste zur Einbahnstra\u00dfe\u00ab, die Benjamin Anfang bis Mitte der drei\u00dfiger Jahre zusammenstellte. Sie wird, neben dem Erstdruck und allen handschriftlichen Vorstufen sowie zeitgen\u00f6ssischen Rezensionen, in der neuen Edition erstmals als Einheit zu lesen sein. Der Kommentar und das Nachwort des Herausgebers machen zudem die Verbindung der einzelnen Texte mit dem Gesamtwerk Benjamins sichtbar und zeigen, inwiefern die <em>Einbahnstra\u00dfe<\/em> die Tradition der europ\u00e4ischen Aphoristik aufgenommen und zugleich erneuert hat.<\/p>\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192 <\/strong>ein Essay \u00fcber die neue Literaturgattung <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22423\"><em>Twitteratur<\/em><\/a>.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Konstruktion des Lebens liegt im Augenblick weit mehr in der Gewalt von Fakten als von \u00dcberzeugungen. Und zwar von solchen Fakten, wie sie zur Grundlage von \u00dcberzeugungen fast nie noch und nirgend geworden sind. 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