{"id":48552,"date":"1990-11-13T00:01:22","date_gmt":"1990-11-12T23:01:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=48552"},"modified":"2021-04-02T09:09:21","modified_gmt":"2021-04-02T07:09:21","slug":"die-eroberung-die-blogosphaere","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/11\/13\/die-eroberung-die-blogosphaere\/","title":{"rendered":"Die Eroberung die Blogosph\u00e4re"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 13. November 1990 ging die Webseite von Softwareentwickler Tim Berners-Lee online, die bis heute als offiziell erster Blog gilt. Berners-Lee nutzte diesen zum Informationsaustausch zwischen Wissenschaftlern vom europ\u00e4ischen Kernforschungszentrum bei Genf, wo er zu der Zeit arbeitete. Mitte der 1990er Jahre folgte eine Reihe anderer Blogs. Sie wurden z.\u00a0B. <i>Online-Tageb\u00fccher<\/i> genannt und waren Webseiten, auf denen Internetnutzer periodisch Eintr\u00e4ge \u00fcber ihr Leben machten. Fr\u00fche deutschsprachige Weblogs waren etwa <a class=\"mw-redirect\" title=\"Netzine\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Netzine\">netzine.de<\/a> (1. Ausgabe am 3. Januar 1996 im Netz) von <a title=\"Walter Laufenberg\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walter_Laufenberg\">Walter Laufenberg<\/a>, Robert Brauns Weblog, Moving Target und das von <a title=\"Christiane Schulzki-Haddouti\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christiane_Schulzki-Haddouti\">Christiane Schulzki-Haddouti<\/a> gegr\u00fcndete \u201eCybertagebuch\u201c, das sich an Kinder und Jugendliche richtete und sp\u00e4ter von der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Aktion Sorgenkind\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aktion_Sorgenkind\">Aktion Sorgenkind<\/a> \u00fcbernommen wurde.<sup id=\"cite_ref-2\" class=\"reference\"><\/sup> \u00dcber das <a title=\"CL-Netz\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/CL-Netz\">CL-Netz<\/a> wurde das <i><a class=\"new\" title=\"Zagreb Diary (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Zagreb_Diary&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Zagreb Diary<\/a><\/i> des niederl\u00e4ndischen Journalisten <a title=\"Wam Kat\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wam_Kat\">Wam Kat<\/a> verbreitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab 1996 wurden Dienste wie <i><a title=\"Xanga\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Xanga\">Xanga<\/a><\/i> eingerichtet, die Internetnutzern auf einfache Weise das Einrichten eines eigenen Weblogs erm\u00f6glichten. 1997 wurde eines der ersten Blogs gestartet, das bis heute existiert, namens Scripting News von <a title=\"Dave Winer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dave_Winer\">Dave Winer<\/a>. Ein weiteres fr\u00fches Blog war Robot Wisdom von Jorn Barger, das als erstes mit dem Begriff &#8222;Weblog&#8220;<sup id=\"cite_ref-4\" class=\"reference\"><\/sup> bezeichnet wurde. Nach einem langsamen Start wiesen solche Seiten ab Ende der 1990er Jahre ein schnelles Wachstum auf. So wuchs Xanga von 100 Blogs im Jahr 1997 auf 20 Millionen im Jahr 2005. Seit einigen Jahren wird das \u201eBloggen\u201c auch gesch\u00e4ftlich in sogenannten <a title=\"Corporate Blog\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Corporate_Blog\">Corporate Blogs<\/a> oder Unternehmensblogs genutzt. So betreiben viele Medien inzwischen eigene Blogs, um ihren Leserkreis zu erweitern und R\u00fcckmeldungen von ihren Lesern zu bekommen. Der US-amerikanische W\u00f6rterbuchverlag <a title=\"Merriam-Webster\u2019s Collegiate Dictionary\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Merriam-Webster%E2%80%99s_Collegiate_Dictionary\">Merriam-Webster<\/a> w\u00e4hlte die Kurzform \u201eBlog\u201c zum Wort des Jahres 2004.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Wird das Ged\u00e4chtnis der Gesellschaft zu einem funktionellen Hohlraum?<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ged\u00e4chtnis der Gesellschaft ist im medialen Wandel. Es geht KUNO um ein erneutens Hinsehen, ein Zur\u00fcckschauen, \u00dcberpr\u00fcfen und wieder Durchsehen. Blicken wir beispielsweise zur\u00fcck in die Antike, so haben sich unterschiedliche Formen und Medien von Ged\u00e4chtnis herausgebildet, welche den Anforderungen der jeweiligen Epoche in dem Punkt entsprachen, was erinnert und was vergessen werden sollte. Mit zunehmender Komplexit\u00e4t der Mediengesellschaft erweitert sich die Kapazit\u00e4t an kulturellen Inhalten und Kommunikationen jedoch so dramatisch, das neue Formen der Selektion gefunden werden m\u00fcssen. Als Speicher ausrangiert, als Archiv \u00fcberlastet, muss das Ged\u00e4chtnis der Gesellschaft in der Lage sein, m\u00f6glichst viel auszusortieren; die Massenmedien dienen als Werkzeuge dieser Vergessensleistung.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Das oberste Ziel: Dialog, Gleichberechtigung, Transparenz, Offenheit.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO ist ein Speicher der Ideengeschichten. Archive beherbergen die intellektuellen Ressourcen und kulturellen Zeugnisse unserer Zivilisation. Die Redaktion versucht mit diesem Online-Archiv Entwicklungslinien und Querverbindugen per Hyperlink nachzuvollziehen.\u00a0 Die Idee einer Open-Source-Kultur stand Modell sowohl f\u00fcr I-Tunes und Google als auch f\u00fcr die ganze rhizomatische Art des Geschichtenerz\u00e4hlens im Internet. Marshall McLuhan sprach bereits in den 1960-er Jahren von einer Kultur des geteilten Wissens, des st\u00e4ndigen Austauschens und Modifizierens. Die <em>Kulturnotizen<\/em> sind der Versuch die Wunderwerke der Informations\u2013 und Kommunikationstechnologie mit Formen gesellschaftlicher Solidarit\u00e4t zu kombinieren. Um ein Edition zu betreiben, braucht man Optimismus, eine Mission oder den Glauben an eine Marktl\u00fccke, einen Riecher f\u00fcr den Trend, eine gute Portion Verbohrtheit. Diese Artisten machen keine Kunst, um Antihelden einer Subkultur zu sein, sondern vor allem, um die Sinngebung durch Kunst zu retten, um als Individuen zu \u00fcberleben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<h5>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Logo-klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-45651\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Logo-klein.jpg\" alt=\"\" width=\"133\" height=\"133\" \/><\/a>Erinnerung wird zunehmend auf neue Technologien ausgelagert. Das Grundproblem der Erinnerungskultur, der Zeugenschaft, der Autorschaft, ist die Frage: Wer erz\u00e4hlt, wer verarbeitet, wem eine Geschichte geh\u00f6rt? \u2013\u00a0<span data-offset-key=\"nqia-2-0\">\u201eKultur schafft und ist Kommunikation, Kultur lebt von der Kommunikation der Interessierten.\u201c, schreibt Haimo Hieronymus in einem der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/06\/05\/interim-kulturnotizen\/\">Gr\u00fcndungstexte<\/a> von KUNO. <\/span>Die ausf\u00fchrliche Chronik des Projekts <em>Das Labor<\/em> lesen sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/10\/zukunft-braucht-herkunft\/\">hier<\/a>. Diese Ausgrabungsst\u00e4tte f\u00fcr die Zukunft ist seit 2009 ein Label, die <em>Edition Das Labor<\/em>. Diese Edition arbeitet ohne Kapital, zuweilen mit Kapit\u00e4lchen, meist mit einer gro\u00dfen k\u00fcnstlerischen Spekulationskraft. Eine \u00dcbersicht \u00fcber die in diesem <em>Labor<\/em> seither realisierten K\u00fcnstlerb\u00fccher, B\u00fccher und H\u00f6rb\u00fccher finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Thema K\u00fcnstlerb\u00fccher finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Vertiefend auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die K\u00fcnstlerb\u00fccher sind erh\u00e4ltlich \u00fcber die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Am 13. 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Mitte&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/11\/13\/die-eroberung-die-blogosphaere\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":45651,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-48552","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48552","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=48552"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48552\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=48552"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=48552"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=48552"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}