{"id":47821,"date":"2018-12-02T00:01:38","date_gmt":"2018-12-01T23:01:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=47821"},"modified":"2019-10-02T20:26:04","modified_gmt":"2019-10-02T18:26:04","slug":"der-oeffentlich-rechtliche-rundfunk","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/02\/der-oeffentlich-rechtliche-rundfunk\/","title":{"rendered":"Der \u00f6ffentlich rechtliche Rundfunk"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Qualit\u00e4tsjournalismus ist \u00fcber den Markt nicht mehr finanzierbar.<\/em> <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #999999;\">Vinzenz Wyss<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Anfang M\u00e4rz gab es eine spannende Diskussion in der Schweiz, der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk stand dort per Volksabstimmung auf der Kippe. Und &#8222;das Volk&#8220; hat diskutiert, nicht nur \u00fcber die Abschaffung, sondern \u00fcber die Seri\u00f6sit\u00e4t von Nachrichten in Zeiten von Fake-News. Diese Diskussion st\u00e4rkte in der Schweiz nicht nur den \u00f6ffentlich rechtlichen Rundfunk &#8211; sondern auch die Demokratie! <\/span>Und eine Demokratie brauche gute, unabh\u00e4ngige, Informationen, die der private Markt mit seinem Blick auf Einschaltquoten nicht liefern k\u00f6nnen. <span style=\"color: #000000;\">Auch in Deutschland muss man sich fragen, ob Krimis, Fu\u00dfball\u00fcbertragungen oder Talk-Shows zur informationellen Grundversorgung geh\u00f6ren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em><span class=\"body\" role=\"main\">Welchen Rundfunk wollen und brauchen wir? Was muss sich bei ARD, ZDF und Deutschlandradio \u00e4ndern?<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"body\" role=\"main\"><span style=\"color: #000000;\">Die taz hat eine konstruktive Diskussion \u00fcber den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland begonnen, so <a href=\"https:\/\/www.taz.de\/!5488122\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schreibt<\/a> der Jungliberale Phil Hackemann in einem lesenswerten Artikel:<\/span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span class=\"body\" role=\"main\"><span style=\"color: #999999;\">Wir ben\u00f6tigen deshalb keine Dutzenden \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender mehr, die im Grunde dasselbe Angebot bereitstellen wie ihre privaten Pendants. Stattdessen br\u00e4uchten wir im Prinzip nur noch einen werbefreien \u00f6ffentlichen Sender pro Ausstrahlungsform (also Radio und TV), der uns rund um die Uhr mit hochwertigen Nachrichten, Dokumentationen und Kultur versorgt &#8211; und zwar ohne Werbeunterbrechung.<\/span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Gr\u00fcnen-Politikerin Tabea R\u00f6\u00dfner<\/span> <a href=\"https:\/\/www.taz.de\/!5489010\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">fordert<\/a> <span style=\"color: #000000;\">in dieser lesenswerten taz-Reihe eine Debatte \u00fcber die \u00d6ffentlich-Rechtlichen, sie fordert, dass die Sender ins Netz expandieren d\u00fcrfen &#8211; schon aus Misstrauen gegen\u00fcber der jetzigen Netz-\u00d6ffentlichkeit:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Die \u00f6ffentliche Meinungsbildung ist gro\u00dfen Verwerfungen ausgesetzt. Fake News, Hate Speech und Echokammern gef\u00e4hrden den demokratischen Diskurs. Dazu kommt: Die meisten Informationsangebote im Internet sind marktwirtschaftlichen Prinzipien unterworfen, die auf Sensation und Skandalisierung dr\u00e4ngen. Und Vielfalt von Anbietern bedeutet nicht automatisch Vielfalt von Meinungen.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht zu vergessen die einzige Kunstform, die nur das Radio hervorbringen konnte, das H\u00f6rspiel. Der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk sitzt wie ein Drache auf einem Goldschatz. In seinem Archiv befinden sich tausende Stunden an geb\u00fchrenfinanzierten H\u00f6rspielen. Es wird Zeit diese Produktionen im Weltnetz zugl\u00e4nglich zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Der Rundfunk hat die Literatur zu einem stummen Gebiet gemacht.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><span style=\"color: #999999;\">Alfred D\u00f6blin, 1929<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_17373\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/BlaupunktRadio1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-17373\" class=\"size-full wp-image-17373\" title=\"BlaupunktRadio\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/BlaupunktRadio1.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"138\"\/><\/a><p id=\"caption-attachment-17373\" class=\"wp-caption-text\">Photo von Eckhard Etzold<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">A.J. Weigoni erlag der Faszination des Mediums Radio in seinen Kindertagen, als der Rundfunk zu einem Zauberinstrument des Wortes wurde, zur akustischen Probeb\u00fchne der Poesie, zum Atem der Vernunft. Er sa\u00df vor einem&nbsp;Rundfunkempfangsger\u00e4t mit <em>Tigerauge<\/em> wie vor einer Kultst\u00e4tte und verga\u00df, als er vor dem Lautsprecher sa\u00df, die Apparaturen und Stationen. Das Medium Radio erlebte er als zauberhaft und seine Unmittelbarkeit als bestechend. Wenn er den Empfang optimieren wollte, mu\u00dfte er nur geradewegs ins magische Auge des Empfangsger\u00e4ts schauen, das aufging oder sich schloss, wie eine sogenannte<\/span> <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Abstimmanzeiger\u00f6hre\">Abstimmanzeiger\u00f6hre<\/a>, <span style=\"color: #000000;\">welche die St\u00e4rke des Signals veranschaulichte. Der Himmel war nicht nur der Himmel der Erde, sondern auch das Firmament der Kunst.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Internet hat die traditionelle Aufgabenteilung l\u00e4ngst \u00fcberwunden. Es hat etwas l\u00e4nger gedauert, bis sich&nbsp; die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Radiotheorie\">Radiotheorie<\/a> im Internet in mediale Praxis verwandelt hat. Neben Bloggern und Podcastern ist hier eine neue Spielart eines sekund\u00e4ren Marktes entstanden, der einer Menge an Zwischenh\u00e4ndlern via eBay schon einmal zum Start verholfen hat. Die digitale Revolution verbl\u00fcfft ihre Kinder mit immer neuen Volten und zeigt, worin der Erfolg der neuen Medien bestehen kann. Die Community kann direkt Einfluss auf die Seiteninhalte in Form von Artikeln und Bewertungen zu nehmen, dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen die Benutzer selbst \u00c4nderungen an der Datenbank vornehmen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Bei <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/metaphon.htm\">vordenker<\/a> hat man die M\u00f6glichkeit, H\u00f6rspiele herunterzuladen. Seitdem H\u00f6rspiele st\u00e4ndig und \u00fcberall herunterladbar geworden sind, schwimmt auch die zust\u00e4ndige Kritik \u00f6fter im &#8222;Ocean Of Sound&#8220; \u2013 und taucht manchmal unter. Zumal die allgemeine Herunterladbarkeit von H\u00f6rspielen, die Ver\u00e4nderung der H\u00f6rgewohnheiten, die mit dem gro\u00dfen stilistischen Durcheinander auf Festplatten ein\u2026 hergeht, l\u00e4ngst auch auf die H\u00f6rspielproduktion selbst durchschl\u00e4gt. Nicht nur die Grenzen zwischen verschiedenen Stilen sind durchl\u00e4ssig geworden, auch der Unterschied zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist l\u00e4ngst verwischt. Dem mu\u00df man sich stellen. Das mag hei\u00dfen, da\u00df man mit den Beinen strampelt, da\u00df man um Hilfe ruft oder da\u00df es einem gelingt, auf den Wellen surfen und elegant \u00fcber die Schaumkronen des &#8222;Ocean Of Sound&#8220; zu reiten. Am Ende kommt es darauf an, so wenig Wasser wie m\u00f6glich zu schlucken.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<div style=\"width: 276px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=47821&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Helferlein1.jpg\" alt=\"\" width=\"266\" height=\"263\"\/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">&#8222;Das kleine Helferlein&#8220;, H\u00f6rfilm aus dem Jahr 1990, zu h\u00f6ren auf MetaPhon.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Download-Angeboten der Reihe <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/metaphon.htm\">MetaPhon<\/a> wurden zwischen 2011 &#8211; 2013 bei vordenker.de H\u00f6rspielmacher, Musiker und Komponisten aus der Rhein\/Ruhr-Region vorgestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu h\u00f6ren sind die H\u00f6rspielmacher: Mario Giordano, Helge Schneider, Jens Neumann, Marina Rother, Sophie Reyer, A.J. Weigoni, u.a.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und die Komponisten: Peter Br\u00f6tzmann, Eva Kurowski, Franz Halmackenreuther, Frank Michselis, Mona Lisa Overdrive, Alexander Perkin, Volker F\u00f6rster, Tom T\u00e4ger, u.a.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Qualit\u00e4tsjournalismus ist \u00fcber den Markt nicht mehr finanzierbar. Vinzenz Wyss Anfang M\u00e4rz gab es eine spannende Diskussion in der Schweiz, der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk stand dort per Volksabstimmung auf der Kippe. Und &#8222;das Volk&#8220; hat diskutiert, nicht nur \u00fcber die Abschaffung,&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/02\/der-oeffentlich-rechtliche-rundfunk\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":17373,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2127,2153],"class_list":["post-47821","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-phil-hackemann","tag-tabea-roessner"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47821","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47821"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47821\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47821"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47821"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47821"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}