{"id":47226,"date":"2018-07-18T00:01:54","date_gmt":"2018-07-17T22:01:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=47226"},"modified":"2022-02-18T20:33:56","modified_gmt":"2022-02-18T19:33:56","slug":"seismograph-des-uebergangs-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/07\/18\/seismograph-des-uebergangs-2\/","title":{"rendered":"Seismograph des \u00dcbergangs"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #999999;\">Vorbemerkung der Redaktion<\/span>: Das Kultusministerium NRW unterst\u00fctzt die Arbeit an diesem Roman mit einem Arbeitsstipendium. Denis Ullrich lag ein\u00a0Handexemplar vor,\u00a0er hat einen Rezensionsessay verfa\u00dft &#8211; und ein Epigraph von Carl Zuckmayer vorangestellt:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Vom Rhein. Von der gro\u00dfen V\u00f6lkerm\u00fchle. Von der Kelter Europas! Und jetzt stellen Sie sich doch mal Ihre Ahnen\u00adreihe vor &#8211; seit Christi Geburt. Da war ein r\u00f6mi\u00adscher Feld\u00adhaupt\u00admann, ein schwar\u00adzer Kerl, braun wie \u2019ne reife Olive, er hat einem blonden M\u00e4dchen Latein bei\u00adgebracht. Und dann kam ein j\u00fcdischer Gew\u00fcrz\u00adh\u00e4ndler in die Familie, das war ein ernster Mensch, der ist noch vor der Heirat Christ gewor\u00adden und hat die katholische Haus\u00adtradition begr\u00fcn\u00addet. &#8211; Und dann kam ein griechischer Arzt dazu, oder ein keltischer Legion\u00e4r, ein Graub\u00fcndner Lands\u00adknecht, ein schwe\u00addischer Reiter, ein Soldat Napoleons, ein derser\u00adtierter Kosak, ein Schwarz\u00adw\u00e4lder Fl\u00f6zer, ein wandernder M\u00fcllersbursch vom Elsass, ein dicker Schif\u00adfer aus Holland, ein Magyar, ein Pandur, ein Offi\u00adzier aus Wien, ein franz\u00f6\u00adsischer Schau\u00adspieler, ein b\u00f6hmi\u00adscher Musikant &#8211; das hat alles am Rhein gelebt, ge\u00adrauft, gesoffen und gesun\u00adgen und Kinder gezeugt und der Goethe, der kam aus dem\u00adselben Topf, und der Beethoven, und der Gutenberg, und der Matthias Gr\u00fcnewald, und \u2013 ach was, schau im Lexi\u00adkon nach. Es waren die Besten, mein Lieber! Die Besten der Welt! Und warum? Weil sich die V\u00f6lker dort vermischt haben. Ve\u00adrmischt \u2013 wie die Wasser aus Quellen und B\u00e4chen und Fl\u00fcssen, damit sie zu einem grossen, leben\u00addigen Strom zusammen\u00adrinnen. Vom Rhein &#8211; das hei\u00dft: vom Abendland.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verdunstung und Verdichtung des Ich geschieht im Rheinland am Tresen eines Brauhauses. Es geht bei diesen <em>Lokalhelden<\/em> um das Vergehen der ruckelnden Zeit, die in der Bonner Republik eingefroren erscheint. A. J. Weigoni\u00a0 sucht das Beispielhafte im Allt\u00e4glichen und\u00a0bringt dem Leser die Besonderheit der Rheinl\u00e4nder als letztlich unergr\u00fcndliches Geheimnis nahe. Nach der epischen Gesellschaftserkundung in <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=24403\">Abgschlossenes Sammelgebiet<\/a><\/span> widmet sich der Schriftsteller einem scheinbar vertrauten Terrain: der Heimat. Im Rheinland\u00a0b\u00fcndeln sich wie in einem Brennglas viele jener Probleme, welche die bundesdeutsche Gesellschaft und damit, zeitverz\u00f6gert, jede moderne Gesellschaft auseinander treiben. Zun\u00e4chst steht die Bonner Republik f\u00fcr den <em>melting pot<\/em> Deutschland, wo die verschiedensten ethnischen Gruppen aufeinandertreffen, alle bestrebt, von dem versprochenen Wohlstandskuchen einen Teil abzubekommen, aufzusteigen auf der sozialen Sprossenleiter und trotzdem noch etwas zu bewahren von der Eigenheit des Herkunftslandes\u00a0&#8211; wenn sich auch diese zuletzt nur noch in einer verschwommenen Vorstellung von Rasse und Blut manifestiert, einer immer mehr an Bindungsf\u00e4higkeit verlierenden Zielvorstellungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Das Leben einfangen, wo es ist.<\/em> (Jean-Luc Godard)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Schriftsteller besteht auf absoluter Zeitgenossenschaft, die es nur in der Gegenwart, in einem\u00a0physischen unmittelbaren Dabeisein geben\u00a0kann. Weigoni ist es gelungen mit sprachlichen Extravaganzen Farbe und Authentizit\u00e4t zu erzeugen und das chaotische und zersplitterte Daseinsgef\u00fchl des Rheinlands zu verschriftlichen. Er zerlegt die Wirklichkeit in aufregende Details, in den Dialekt und in Kl\u00e4nge. Dabei beweist er Sinn f\u00fcr dramatische Verz\u00f6gerungen und spannungsreiche Effekte, was die Lekt\u00fcre dieser beinahe schon soziologisch angehauchten Status-Burleske vergn\u00fcglich macht. Eigentlich geht es in den Lokalhelden um die gleichsam erkenntnistheoretische Frage, wie sehr Herkunft und Interessen die Einstellung zur Realit\u00e4t bestimmen und welche Rolle die elektronischen Medien dabei spielen. Wie lesen ein Sittengem\u00e4lde, das Einblicke in die Regeln einer Gesellschaft erlaubt, die Freiheit verspricht und strikte Rollenvorschriften kennt. Weigoni gelingt es, seine spezielle, geradezu als schmerzhaft empfundene N\u00e4he zum Ort und zu den Figuren in eine andere Art von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=34388\">Heimatroman <\/a>umzusetzen. Ein Ansatz, der sich von der vers\u00f6hnlerischen S\u00fc\u00dflichkeit der Vorabendserien genauso absetzt wie vom pathetischen Edgar Reitz\u2019schem Gestus der &#8222;gro\u00dfen Erz\u00e4hlung&#8220;. Die Modernisierungsverlierer blieben im Rheinland auf der Strecke und suchen Schutz in einer negativen \u00dcbersetzung des Lokalen, das Identit\u00e4t innerhalb nationaler und ethischer Grenzen verspricht. Weigoni pl\u00e4diert demgegen\u00fcber f\u00fcr eine R\u00fcckbesinnung auf ein Lokales, das die Welt nicht ausschlie\u00dft, aber die Verbundenheit mit dem Boden erm\u00f6glicht. <em>Lokalhelden<\/em> ist ein Heimatroman, der \u00fcber den Erz\u00e4hlhorizont hinausweist.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><i>\u201eN\u00e4, watt bin ich f\u00fcr \u2019ne sch\u00f6ne Leich\u201c<\/i>. (Schneider Wibbel)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit voller Wucht schreibt Weigoni seit 30 Jahren gegen die Verh\u00e4ltnisse an und macht es auch nun wieder, in dem begr\u00fcndeten Wissen um die Unwiderstehlichkeit der Poesie. Sein Sprachstil ist bildlich, kreativ, anschaulich und eloquent, die S\u00e4tze der <em>Lokalhelden<\/em> sind lang wie ein scheinbar unaufh\u00f6rlicher Redefluss, ihre Nutzung der Interpunktion ist ebenso gehaltvoll wie seine Metaphern und Vergleiche. Die Definition des Gattungsbegriffs Roman wird seit Jahrhunderten immer wieder \u00fcber den Horizont ausgedehnt. Fr\u00fchestes Beispiel daf\u00fcr ist <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=19812\"><em>Tristram Shandy<\/em><\/a> der Mitte des 18. Jahrhunderts erschien,\u00a0Laurence Sterne verzichtet darin auf einen roten Erz\u00e4hlfaden. Der Erz\u00e4hler berichtet von irgendeiner Begebenheit, die einen anderen dazu bringt, etwas \u00c4hnliches zu erz\u00e4hlen und so weiter. Dies f\u00fchrt zu einer schier endlosen Zahl von Verkn\u00fcpfungen &#8211; st\u00e4ndig kommt der Leser vom Holz zum Stock, vom Stock zum St\u00f6ckchen. Und dies auf sehr unterhaltsame Weise. Wie Sterne ist auch Weigoni nicht nur ein begnadeter Erz\u00e4hler, sondern auch ein Meister der Zweideutigkeiten. Auch die Rheinl\u00e4nder haben alle Marotten und diese haben sie von Beginn bis Ende des Romans. In einem klassischen Entwicklungsroman f\u00e4nde ein Lernprozess statt mit anschlie\u00dfender L\u00e4uterung der Figur statt. Weigoni karikiert keine der Figuren, sondern macht sie liebenswert, weckt Verst\u00e4ndnis f\u00fcr ihre Ticks. Es sind ihre Handlungen, die er aufs Korn nimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Ich hasse das dudeske \u2026 so spricht heute noch kein Mensch!<\/em> (Arno Schmidt)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bonner Republik taugt nicht mehr, aber das Rheinland ist alles, was diese Typen haben. Die eigentliche Geschichte des Romans spielt abseits der Verfallsgeschichte der alten Bonner Republik. Es ist eine Abrechnung mit der BRD, eine, die mit Zuneigung zu den Rheinl\u00e4ndern geschrieben ist. Wir lesen Sub-Geschichten, die mit grosser Wucht erz\u00e4hlt sind, andere Figuren blicken mit abgekl\u00e4rter Lakonie auf das Leben. \u00a0Weigoni entlockt den Protagonisten tief verborgene Emotionen und enth\u00fcllt so mit einem Schlag und analysiert die menschliche Natur auf markante Weise, er seziert erbarmungslos die Verlogenheit der alten BRD. Das Verweben, Gegeneinanderstellen und Abw\u00e4gen all dieser Einfl\u00fcsse und Stile ist auch Ausdruck einer Revision des Identifikationsbegriffs. Das Serielle der Erz\u00e4hlkonstruktion unterstreicht das ins Unverbindliche abdriftende Nebeneinander der Rheinl\u00e4nder. Wir begegnen einem unerwartet subversiven Unterton, der bisweilen ebenso rebellisch anmutet, wie die <em>counter culture<\/em>-Ideen der kanonisierten Klassiker. Wesenseinheit bedeutet f\u00fcr die Rheinl\u00e4nder nichts, was sie haben oder sind, sondern, was sie werden, indem sie es tun. Was dieses Verst\u00e4ndnis im Gegenzug anbietet, stellt Identit\u00e4t viel eher in Frage, als sie vorauszu\u00adsetzen. Wesentlich ist Rheinland ist Vielheit, nicht Einheit, und mithin stellt sich die Frage nach so etwas wie kultureller Essenz erst im Dialekt. Weigoni ersp\u00fcrt den richtigen Sound dieser Population intuitiv. Man k\u00f6nnte sagen, das rheinische produziert notwendigerweise einen \u00e4sthetischen \u00dcberschuss, es ist ein Strudel der M\u00f6glichkeiten, hier schauen wir mitten hinein. Die <em>Lokalhelden<\/em> strotzen nur so vor Wort\u00aderfindungen, Sprachspielen, parallel montierten Textsorten. Sein Schreiben ist furchtlos, das Scheitern scheint er jeweils einzukalkulieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Wo gehn wir denn hin? &#8211; Immer nach Hause.<\/span><\/em><span style=\"color: #999999;\"> (<\/span><span style=\"color: #999999;\">Novalis)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heimat ist kein menschliches Grundbed\u00fcrfnis. Entwurzelung ist nach dem 9. November 1989 eine Befreiung, wie Weigoni bereits in seinem ersten Roman beschrieb, ist die alte BRD ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21500\"><em>Abgeschlossenes Sammelgebiet<\/em><\/a>. Die Bonner Republik l\u00e4sst sich folglich als historisches Prisma verstehen, durch das hindurchgeblickt sich eine neue und verschobene Ansicht auf die deutsche Geschichte seit 1945 ergibt. Im Rheinland war Vereinsamung ein pr\u00e4gendes Gef\u00fchl der Nachkriegszeit, Weigoni untersucht das Modell der Selbstwerdung, wie der Rheinl\u00e4nder tickt, wie er mit seinem Geworfensein in die nach dem 9. November 1989 umgeht. Die als zeitgeschichtliche Z\u00e4sur empfundene Wendemarke brachte auch im Rheinland eine h\u00e4rtere Gangart zu Tage. Weigoni hat daf\u00fcr eine Sprache gefunden, mit authentischen Dialogen, bestechenden rheinischen Menschenbildern, alternierenden Erz\u00e4hlperspektiven und einer zupackend pr\u00e4zisen Sprache. <em>Lokalhelden<\/em> ist ein gewitztes Buch \u00fcber den Untergang der Bonner Republik, eine gesellschaftspolitische Parabel und eine hintergr\u00fcndige Reflexion \u00fcber das Selbstverst\u00e4ndnis von Heimat. Die Rheinl\u00e4nder suchen Zuflucht zum Althergebrachten. Deterritorialisierung ist im wiedervereinigten Deutschland die einzige M\u00f6glichkeit, der Verortung im erdr\u00fcckenden System der ideologischen Bedeutungen zu entkommen. \u00a0<em>Posthistoire<\/em> bedeutet nicht, dass es gar keine geschichtliche Bewegung mehr gibt. Es ist ja nicht vorbei, es gibt nur endlich mal eine Klarheit dar\u00fcber, was \u00fcberhaupt los ist und was sich bewegt und wie. Das Heimatgef\u00fchl tritt es in der Bonner Republik in all seiner Un-Heimlichkeit auf. <em>Lokalhelden<\/em> ist ein Roman im \u201eunvollst\u00e4ndigen\u201c Deutsch, quer durch den Gesinnungsgarten des Dialekts, seiner m\u00fcndlichen Ged\u00e4chtniskultur und dem Verschriftlichungsprozess.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg; \/ Was wir Weg nennen, ist Z\u00f6gern.<\/em> (Franz Kafka)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kapitel dieses Romans erinnern an offene T\u00fcrspalten, die Einblick geben in die geschundene deutsche Seele &#8211; zu einer Zeit, in der die Wirtschaftsliberalen der Mittelschicht gerade das Messer ansetzte. Die typische rheinische Mischung lautet: Hochintellektualismus, Trivialkultur, Stadtproll und Lokalpatriotismus, Gr\u00f6\u00dfenwahn und immer wieder \u00dcberforderung: Was der Alltag zu bieten hat \u00fcbersetzt <em>Lokalhelden<\/em> in Poesie. Weigoni lotet das Verh\u00e4ltnis von Fiktion und Wirklichkeit in diesem Roman aus, er ist ein Erinnerungsk\u00fcnstler, tr\u00e4gt das alles mit bewundernswerter Akribie zusammen, und der Wiedererkennungswert ist bisweilen erschreckend. Es gelingt ihm eine nuancenreiche psychologische Durchdringung der Rheinl\u00e4nder.\u00a0Von der klassischen Narration hat sich Weigoni schon lange entfernt, aber wie er sich in der Lokalhelden wirklich allen dramaturgischen und \u00e4sthetischen Konventionen entzieht, hat man so radikal lange nicht in der deutschsprachigen Literatur gelesen. Immer wenn man denkt, jetzt k\u00f6nne man voraussehen, was als N\u00e4chstes passiert, schl\u00e4gt er einen neuen Haken, und immer wenn man denkt, krasser geht&#8217;s nicht mehr, setzt er noch eine neue Pointe oben\u00a0drauf. Obwohl Weigoni sich an das klassische Prinzip der Einheit von Zeit, Ort und Handlung h\u00e4lt, kommen die <em>Lokalhelden<\/em> ohne eine Hauptfigur aus und dennoch besitzt der Roman eine \u00fcbergreifende Architektur und eine stilistische und thematische Einheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Heimat ist kein Besitztum. Sie ist Poesie. (<\/em>Josef Bierbichler)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weltanschauungs\u00e4nderungen pr\u00e4gen diese Ver\u00e4nderungsgeschichte. Aktive Rekonstruktion und passive Disposition der Vergangenheit werden in diesem Roman zusammengef\u00fchrt. Die Krise des rheinischen Konservatismus ist eine Sinnkrise, sie kreist um die Frage, was es zu bewahren gilt, was nicht. Die Bewohner der Bonner Republik weichen dieser Frage aus. Es ist die Pose des tapferen Ausharrens im Nichts, nur um des Ausharrens willen, um zu zeigen, dass man standhalten kann. Sie betreiben ein gef\u00e4hrliches Spiel mit einer r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten Utopie, die Zygmunt Bauman als <a href=\"http:\/\/www.suhrkamp.de\/buecher\/retrotopia-zygmunt_bauman_7331.html\">Retrotopia<\/a> bezeichnet: gesellschaftliche Verbesserung in einem &#8222;halbvergessenen Gestern&#8220; zu suchen, einer Vergangenheit, die nie stattgefunden hat, es in ein Heimweh nach der entstellten Welt.\u00a0Man sieht es am deutlichsten bei der ideologischen Auseinandersetzung um den Begriff <em>Heimat<\/em>, es ist der Streit um eine Idealvorstellung, die keine materiale Grundlage hat. Endlich soll es wieder so werden, wie es nie gewesen ist.\u00a0Der Rechtsradikale begeistert sich jedoch nur f\u00fcr die Erhaltung des Bewahrungsw\u00fcrdigen und nicht f\u00fcr das Bewahrungsw\u00fcrdige selbst, er verteidigt das Verteidigen als solches. Ein lebendiger Konservatismus pr\u00fcft dagegen den Kanon des zu Bewahrenden, mit offenem Ausgang.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Sich in einer Stadt nicht zurechtfinden hei\u00dft nicht viel. In einer Stadt sich aber zu verirren, wie man in einem Walde sich verirrt, braucht Schulung. Da m\u00fcssen Stra\u00dfennamen zu dem Irrenden so sprechen wie das Knacken trockner Reiser und kleine Stra\u00dfen im Stadtinnern ihm die Tageszeiten so deutlich wie eine Bergmulde widerspiegeln.<\/em> (Walter Benjamin)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bonner Republik verharrt in einer Suchbewegung. Der Rheinl\u00e4nder will alles, ihm verlangt nach Subversion und Opposition in gesellschaftlichen Zust\u00e4nden, wo diese weitgehend erlaubt sind und deswegen sinnlos werden. Das Ich des Rheinl\u00e4nders ist eine Instanz, durch die der Alltag hindurchflie\u00dft und in der sich Geschichten, Gesehenes und Begebenheiten ablagern. Das Leben im Rheinland gleicht einem Labyrinth,\u00a0 sein r\u00e4tselhaftes Zentrum hat die Ureinwohner nicht zu interessieren, es kommt auf die Eing\u00e4nge an, die in sein Inneres f\u00fchren. Jede unwillk\u00fcrlich aufblitzende Erinnerung in diesem Roman bietet einen solchen Einstieg. Passiert man ihn, so verweist im Labyrinth jede Erinnerung ans eigene Leben unabweisbar auf eine n\u00e4chste. Dem autobiografischen Erinnern entspricht eine topografische Struktur. Vor der Hand geht es nicht darum eine Handlung voranzutreiben, sondern um die Auff\u00e4cherung eines vielschichtigen <em>Jetzt<\/em>\u00a0&#8211; und um den Sound des rheinischen Dialekts. Diese Prosa ist ein musikalisches Gebilde, in dem der Klang der Alltagssprache, der rheinische Singsang aber auch des Jargons h\u00f6rbar gemacht wird. Der Roman ist im wahrsten Sinne genau komponiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Heimat, eine oft unwillentlich entstandene Zugeh\u00f6rigkeit.<\/em> (Wilhelm Genazino)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Rheinl\u00e4nder wuseln oft blo\u00df vor sich hin, bis wieder ein Hauch von Zauber gewonnen wird. Weigoni gelingen immer wieder Momente von verst\u00f6render und ber\u00fchrender Intimit\u00e4t und gro\u00dfer Eindringlichkeit. Im Einklang von k\u00f6rperlicher und gesellschaftlicher \u00dcbereinkunft steckt die Perfidie dieses klugen Buchs, denn die Erkenntnis ist ern\u00fcchternd, dass politische und wirtschaftliche Machtverh\u00e4ltnisse in hochzivilisierten Gesellschaften nicht viel mehr sind als eine Abstraktion von k\u00f6rperlicher Kraft. Die <em>Lokalhelden<\/em> zeigen, darin liegt die tiefe D\u00fcsternis ihrer nur scheinbar rettenden Idee, dass auch die Bonner Republik den Grundmechanismus von Machterlangung und -erhalt nicht \u00fcberwunden\u00a0hat.\u00a0Man kann das Rheinland durch die polychromen Geschichten am Puls der Gro\u00dfstadt in all seiner Tiefe begreifen und das Ein- und Ausgeschlossensein, die Identifikation oder Abkapselung erfahren. Das Rheinland ist bev\u00f6lkert von randst\u00e4ndigen Figuren, die Weigoni mit gro\u00dfer Empathie und erz\u00e4hlerischer Verve in ihrer jeweiligen Besonderheit zeigt. Dabei wird das Bizarre nie zum Gegenstand des Voyeurismus, nie Selbstzweck &#8211; es ist das Allzumenschliche im Zerrspiegel, alles das sind wir selbst im Grunde, nur um ein paar Nuancen versetzt. Ein bisschen gr\u00f6sser, ein bisschen leidenschaftlicher, ein bisschen tragischer. Und selbstverst\u00e4ndlich komischer. Lesbarkeit ist zu einem der zentralen poetologischen Begriffe der Gegenwartsliteratur avanciert. Wie viel Realit\u00e4t, wie viel \u201eechtes Leben\u201c muss, darf in die Literatur, um Realit\u00e4t wie Kunst nicht v\u00f6llig zu ruinieren?<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Es liegt ein <\/em><em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8kn94VAxmG4\">Grauschleier<\/a><\/em><em> \u00fcber der Stadt \/ Den meine Mutter noch nicht weggewaschen hat (<\/em>Peter Hein)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Rheinland ist \u00fcberzogen von einem &#8222;Trostlosigkeitsglanz&#8220; und wir Leser erliegen diesem Verfallscharme. Die &#8222;l\u00e4ngste Theke der Welt&#8220; ist eine klassenlose Gesellschaft, wir trifft sich die <span class=\"searchmatch\">High<\/span> <span class=\"searchmatch\">Society<\/span> ebenso wie die Beklagenswerten vom Rand der Gesellschaft. Wir beobachten Rituale der Selbstprofilierung und der Legitimation des Ichs unter sich ver\u00e4ndernden medialen Bedingungen. Die Bonner Republik erweist sich als ein Ort gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Selbstvergessenheit. Es ist eine Parabel \u00fcber das Anderssein, \u00fcber das &#8222;Nicht-dazu-Geh\u00f6ren&#8220; zum neuen Deutschland. Die Dramen, die sich hier abspielen, vermittelt Weigoni durch die Beschreibung dessen, was mit den Figuren geschieht. Er erz\u00e4hlt ihre Handlungen, schildert die Ereignisse. Die Rheinl\u00e4nder sind eloquent, jede Neuerung aufgreifend wechseln sie umgehend wieder zur n\u00e4chsten. Weigoni gelingt ein faszinierend anschauliches Bild dieser Region und ihrer Menschen, das nie in einen platten Detailrealismus oder in Sentimentalit\u00e4t abgleitet. Weigoni bietet Zeitgenossenschaft, dies bedeutet: Nicht alles Erz\u00e4hlte hat er selbst erlebt, aber in allem steckt sp\u00fcrbar ein Kern des tats\u00e4chlich Erlebten. Das hier geschilderte Rheinland erinnert an ein Wimmelbild von Pieter Brueghel d. \u00c4., bei dem das kollektive Ged\u00e4chtnis dieser Region freigelegt wird. Mit chirurgischer Genauigkeit verdeutlicht Weigoni, dass l\u00e4ngst sichergeglaubtes Wissen aus rheinischer Perspektive alles andere als sicher ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen W\u00f6rter weglassen.<\/em> (Mark Twain)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ironischer Taxonomiker hat Weigoni die P\u00e4dagogisierung der deutschen Standardsprache nur am Rande interessiert, im Impressum der Lokalhelden steht zu lesen: \u201edie empirische Basis fu\u0308r diesen <em>Heimatroman <\/em>liegt im Dialekt der Rheinla\u0308nder\u201c. Man kann sie als eine vergn\u00fcgliche Sammlung hintergr\u00fcndiger Wortschim\u00e4ren lesen. Weigonis Spiel ist doppelb\u00f6dig, die Abschweifung, die Polyfonie und das von vielfacher \u00dcberarbeitung zeugende Manuskript kennt die rheinische Geschichte seit Jahrhunderten. Seine Spracherkundungen sind scharfsinnig, sein ironisch flirrender Humor stets \u00fcberraschend, seine Aufs\u00e4ssigkeit einzigartig. In poetischer Verdichtung wird dem Leser ein sozialer Mikrokosmos pr\u00e4sentiert, der derart fest gef\u00fcgt ist, dass sich nur am Rande etwa durch die Musik der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5345\">Fehlfarben<\/a> die revolution\u00e4ren Ver\u00e4nderungen andeuten, die in der restlichen Welt gerade vor sich gehen. Im Rheinland ist davon nicht viel zu bemerken. Portr\u00e4tiert wird eine kleinb\u00fcrgerliche Welt, die Rheinl\u00e4nder sind keine Helden, die gegen die Umst\u00e4nde aufbegehren, es sind Mitl\u00e4ufer die sich mit dem System arrangieren und versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Weigoni bietet den Rheinl\u00e4ndern keine falschen Sicherheiten, diese <em>Lokalhelden<\/em> haben die unaufl\u00f6sbare Situation unnachgiebig und ungetr\u00f6stet zu ertragen. Das Leben im Rheinland wird seziermessergenau erfasst, der Roman ist dabei so bestechend, dass man gerne weiterliest.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Der These: <em>Von nix k\u00fctt nix<\/em> folgt die Antithese: <em>M&#8217;r moss och j\u00f6nne k\u00f6nne<\/em>. F\u00fcr jede neue These lassen sich Belege finden, man muss nur m\u00f6glichst einseitig suchen, je nach Tagesform variiert die Synthese, meist einigt man sich mit ehrfurchtsvoller Apodiktik auf den kategorischen Komparativ: <em>Et h\u00e4tt noh emmer joot jejange. <\/em>(Lokalhelden, Seite 6)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem realistischen Roman wird hier die Gem\u00fctlichkeit gr\u00fcndlich ausgetrieben, zugleich lesen wir eine Prosa \u00fcber abgeh\u00e4ngte soziale Milieus, die nicht mit der \u00c4sthetik des Miserabilismus spielt. Zu der existentiellen Unm\u00f6glichkeit, sich sprachlich zu verst\u00e4ndigen, kommt bei den Rheinl\u00e4ndern noch die kleinb\u00fcrgerliche Angst vor dem sozialen Absturz, vor Armut und Ruin. Weigoni\u00a0beleuchtet die Schattenseiten, eine gro\u00dfformatige Provinzialit\u00e4t und kleingeistige Spie\u00dfigkeit, die \u00fcberdeckt wird von der Jovialit\u00e4t und ber\u00fcchtigten Toleranz der Rheinl\u00e4nder. Er klopft rheinische Redensarten auf ihr Innenleben ab, diese Typen stehen zu ihren runtergerockten S\u00e4tzen, selbst wenn diese ihnen\u00a0 gef\u00e4hrlich werden. Die Rheinl\u00e4nder sind umstellt von Formulierungen, die zu oft gebraucht worden sind, dass sie niemandem mehr geh\u00f6ren. Aber sie haben eben keine anderen. Und wenn S\u00e4tze erst einmal ausgeh\u00f6hlt sind, kann man sie bewohnen. Weigoni betrachtet mit k\u00fchlem Blick die Mechanismen der Dysfunktion menschlicher Beziehungen und gesellschaftlicher Solidarprinzipien. Es ist eine Literatur, die sich gegen die strengen akademischen Hygienevorschriften und das Reinheitsgebot deutscher Germanisten richtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Nicht der <em>Wahrheitsgehalt<\/em> macht nach Jean Bollack\u00a0die Literatur aus, sondern eine permanente <em>Arbeit am Sinn<\/em>. (&#8222;Sens contre sens &#8211; Comment lit-on?&#8220;)<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Roman ist ganz von den Figuren her gedacht, er gleicht dem Rhein, einem Strom, der zwischen dem Binger Loch und Xanten mit Wucht die Sedimente einer Verfallsgeschichte aufmischt, die moralisch und literarisch von der Bonner Republik noch l\u00e4ngst nicht abgegolten ist. Er zeigt den Lesern einen nat\u00fcrlichen Strudel von Egoismus, Instinkten und erotischen Trieben und st\u00fcrzt damit das klassische Bild des Gutmenschen vom Sockel, ohne sich dabei als Richter aufzuspielen. Wo die deutschsprachige Literatur in entleerter, akademischer Stilisierung erstarrt, quillt hier fast jede Seite regelrecht \u00fcber vor Typen. Alle haben im Rheinland ihren Platz, aber niemand wird aufs blo\u00dfe Ornament reduziert. Wenn es in der Literatur so etwas wie Wahrhaftigkeit und echte Auseinandersetzung mit den H\u00e4rten sozialer Differenz gibt, dann kann man sie in diesem Ensemble aus Erz\u00e4hlungen erleben. Weigonis sezierender Blick hinter die Fassade des sogenannten gutb\u00fcrgerlichen Rheinlands ist nie b\u00f6sartig oder verletzend. Sie beschreibt mit grossem Furor den allt\u00e4glichen Wahnsinn, der gleich hinter der n\u00e4chsten Ecke lauern kann und Menschen, die sich auch in ihrem Ungl\u00fcck behaglich eingerichtet haben. Weigoni misst die sozialen Umst\u00e4nde nicht an einem irgendwie anzunehmenden Normalpegelstand, sondern an den ma\u00dfgeblichen k\u00fcnstlichen Paradiesen, die von den Besatzungsm\u00e4chten hinter dem Deich hervorgebracht worden sind &#8211; Demokratie in der &#8222;BRD&#8220;, ein Sonderweg der Geschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Die alte BRD gibt es nicht mehr. Aber was ist an ihre Stelle getreten?<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Leben in postidyllische Ratlosigkeit. Als Inbild steht der Rhein f\u00fcr die Lebensader und zugleich die Todesvene des Rheinlands, als Metapher der Vergeblichkeit und Spiegel der Ewigkeit das Rheinland durchflie\u00dft. Die <em>Lokalhelden<\/em> sind nicht nur eine Geschichte, hier werden Konventionen gebrochen, die Metaebenen jagen einander. Exkurse \u00fcber Exkurse, Abschweifungen, die eine Sozialfunktion des Asozialen offenbaren. Wer in die Textfluten dieses Romans steigt, wird fortgetragen von einem Erz\u00e4hlen, das unermessliches Wissen mit unstillbarem Wissenwollen vereint. Poesie erweist sich als der gegl\u00fcckte Versuch gegen den Strom des Vergessens zu schwimmen. <em>Und<\/em> &#8211; der typische rheinische Zusatz &#8211; so besehen ist es ein bewegender Versuch der Selbstvergewisserung in einer schwankenden Umbruchszeit, in der durch die Globalisierung\u00a0 die Heimat von der Nation entkoppelt wurde. Die Rheinl\u00e4nder sind seit der Besatzung durch Napoleon aufgekl\u00e4rte Patrioten. Sie leben in einer Zeit der wachsenden Komplexit\u00e4ten und Kompliziertheiten. Die metaphysische G\u00f6tterd\u00e4mmerung wird zwischen dem 9. November 1989 und dem 11. September 2001 \u00fcberlagert von einer diesseitigen Seelend\u00e4mmerung. An die Seelend\u00e4mmerung schlie\u00dft sich eine Intelligenzd\u00e4mmerung an. Die fiktionale Literatur kann nicht auf die Tatsachen der realen Welt verzichten, und umgekehrt ist die Geschichtsschreibung allein schon auf Grund ihrer narrativen Struktur und ihrer Selektionsnotwendigkeiten weitgehend auch ein fiktionales Erzeugnis. Die Erben des rheinischen Kapitalismus teilt ebenso wie jene des ostdeutschen Staatssozialismus ein Uneins-Sein, die Unkenntnis der Regionen des eigenen Landes eingeschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Vor uns liegt ein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=iukUMRlaBBE\">weites tal<\/a> die sonne scheint ein<\/em> glitzer strahl (Kraftwerk)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Leser denken wir \u00fcber die Verbindung von Zugeh\u00f6rigkeit und Zuhause nach. \u00dcber die Heimat darf nach der Restaurationszeit der &#8222;BRD&#8220; &#8211; sp\u00e4testens jedoch seit dem <a href=\"https:\/\/www.bing.com\/videos\/search?q=Sommerm%c3%a4rchen+2006&amp;&amp;view=detail&amp;mid=E07252CF3C255768ED45E07252CF3C255768ED45&amp;&amp;FORM=VRDGAR\">Sommerm\u00e4rchen 2006<\/a> &#8211; wieder positiv berichtet werden, alles andere ist lediglich eine raumzeitliche Koordinate des Verlusts. Weigoni zeigt, wie sich der Untergang der BRD auswirkt, welche Flieh-, aber auch welche Zentripedalkr\u00e4fte dadurch freigesetzt werden und es keine Sozio-Idylle als Rettungsplan gibt. Das Wesensmerkmal der Rheinl\u00e4nder ist Unentschlossenheit und verz\u00e4rtelter Narzi\u00dfmus, so selbstbezogen sie sind, haben sie der Legende zufolge eine empfindsame und dekadente, quasi lebensunt\u00fcchtige Seite. Weigonis Portr\u00e4ts der Rheinl\u00e4nder sind exquisite Charakterstudien und pr\u00e4zise Milieuschilderungen. Er hat ein feines Sensorium f\u00fcr Selbstt\u00e4uschungsstrategien, die nach Ende der dem Ende der BRD das rheinische Bewu\u00dftsein dominieren. Ohne die Rheinl\u00e4nder der Symbolhaftigkeit preiszugeben, kann man in diesem Heimatroman das neue Deutschland erkennen, samt aller schmerzhaften Lernprozesse und \u00dcberforderungen. Die St\u00e4rke Weigonis besteht darin, bei grosser sprachlicher K\u00fchle und tiefer Ironie, absurd-witzig zu schreiben. Die Rheinl\u00e4nder sind allesamt in existenzielle Situationen gestellt, sie sind einsam und idiosynkratisch. Unter den globalisierten Lebensbedingungen erleben sie eine metaphysische Ersch\u00fctterung, f\u00fcr die sie keine Worte haben, und die auch der Erz\u00e4hler eher in Stimmung, Beleuchtung, Langsamkeit und Abseitigkeit erfasst. Gute, traurige, fast meditative St\u00fccke sind das, kalt und konzentriert auf wenige Elemente.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Ist Erinnerung nicht immer auch Fiktion?<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weigoni beschreibt die Rheinl\u00e4nder mit Komik, Melancholie und analytischer Sch\u00e4rfe, manchmal nachsichtiger, manchmal etwas\u00a0bitter. Dieser Schriftsteller sieht den Begriff nie als Abstraktion, obwohl der Zeitraum zwischen dem 9. November 1989 und dem 11. September 2001 noch zur Lebenszeit der meisten Leser geh\u00f6rt, geht es in den <em>Lokalhelden<\/em> um eine historische Vergegenw\u00e4rtigung und eine erinnernde Wiederbelebung. Im Rheinland verbergen sich dahinter zahllose Lebensgeschichten, ein Schlachtfeld der Gef\u00fchle. Dieser Schriftsteller weist den Weg \u00fcber das Rheinland hinaus in unbetretene, nicht kartographierte R\u00e4ume, sie sind Denk- und Handlungsr\u00e4ume gleicherma\u00dfen. Es ist der umsichtige und reflektierte Versuch, sich schreibend an die Erinnerungen der Rheinl\u00e4nder anzun\u00e4hern und darin m\u00f6glichst wahrhaftig zu sein. Er montiert Gespr\u00e4chsausschnitte, Erinnerungen, Reflektionen und Szenen, zeigt, wie sich diese in bestimmten Momenten verhalten, was sie sagen, wie sie sprechen, sich bewegten, blickten, aussahen. Er macht es, um eine darunter liegende Wahrheit zu extrahieren, zu beschw\u00f6ren, zu behaupten. Das Buch stemmt sich gegen eing\u00e4ngige Geschichten, diese Prosa sagt viel \u00fcber die Wahrnehmung und Beschreibung von Menschen, \u00fcber jedes Erinnern, sie macht auf L\u00fccken und Unsicherheiten aufmerksam und beschreibt den Umgang der Rheinl\u00e4nder damit. Es ist der Versuch das Begriffslose mit Begriffen aufzutun, ohne es ihnen gleichzumachen, seine Figuren streben die Utopie der Klarsicht, eine Erkenntnis, die keinen Ort hat. Heimat besteht im Rheinland aus Hintergr\u00fcnden, die sich immer weiter ins Unendliche fortpflanzen.\u00a0Heimat ist nicht Herkunft, sondern Zukunft, sie zeigt sich im Rheinland als Nicht-Ort, insofern schlechthin im konkreten wie im negativen Sinne Utopie. Und zugleich ist Heimat das verkehrte Wort, dass das verkehrte und \u00fcberdies viel zu kleine Rheinland als Lebensraum bezeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=RwXcoT5p2LQ\">Die l\u00e4ngste Theke der Welt<\/a> (Komposition und Text: Hans Ludwig Lonsdorfer)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist das Leben im Rheinland, das sich in der F\u00fclle seiner Auspr\u00e4gungen der Bewertung entzieht. Weigoni bearbeitet in diesem Roman existenzielle, man k\u00f6nnte sagen: b\u00fchnentaugliche Konflikte in sehr unterschiedlichen Milieus, in denen der Schriftsteller l\u00e4ngere Zeit recherchiert hat. Deutlich hier das wirkliche Leben wahrgenommen und geachtet, was zu einer einzigartigen Mischung von Humor und Leichtigkeit auf der einen Seite, aber auch zu einem tiefen Verst\u00e4ndnis von schicksalshafter Tragik f\u00fchrt. In der Mundart der Rheinl\u00e4nder \u00fcberwiegt jedoch eine spezifische Melange augenzwinkernder Schalkhaftigkeit und erfrischender Vitalit\u00e4t. Das Rheinland ist eine Gesellschaft liebenswerter Spinner, die ewig aneinander vorbeireden. Nur in Momenten der R\u00fchrung und Ber\u00fchrung finden sie zueinander. Paradoxerweise sind diese scheinbar so flachen Charaktere erstaunlich vital, und hinter dem kunstvoll zerst\u00fcckelten Geschehen verbirgt sich so etwas wie eine Plotstruktur. Seine Dissonanz, seine Disparatheit und seine Disruptivit\u00e4t, oft auch das Gegenteil: seine Dauer, seine Einheit und seine Verwurzelung kompiliert Weigoni in kunstvoller Motiv- und Gedankenflucht erz\u00e4hlerisch und essayistisch, szenisch und historiografisch sowie mittels Montage abzubilden. Weigoni vermeidet die Gefahr der Beliebigkeit, indem er die Konstruktion dieses Romans mit dem existenziellen Ernst verbindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Eine Reflexion \u00fcber das Wesen schreibender Beobachtung wie des beobachteten Lebens<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles schie\u00dft im Rheinland quer durcheinander in einem vielstimmigen Erinnerungs- und Echoraum, der nicht nur Orte, Zeiten und Figuren, sondern auch K\u00f6rper und Seelen umfasst. Mit poetischer Genauigkeit zeichnet er prek\u00e4re Daseinsverh\u00e4ltnisse. Weigonis Ironie zehrt dabei von der sinnlos gef\u00e4lligen Selbstbez\u00fcglichkeit der kommunikativen Verlautbarungen der Rheinl\u00e4nder, sie verhilft, \u00fcber die Transformation ins geschriebene Wort der Sprachkunst zu ihrem Recht, und wird in den <em>Lokalhelden<\/em> zu einem Korrektiv der elenden Praxis des gesch\u00e4fts- und erfolgsgierigen Alltagslebens. Es sind Geschichten aus einem Alltag, in den das Unerwartete eindringt, Geschichten, die Fragen aufwerfen, nach der Achsenzeit und dem Umgang mit Rheinl\u00e4nder und ihrer Freiheit. Ihr Erz\u00e4hlen gliedert die Zeit, strukturiert den Raum, aber es vermag auch nach gen\u00fcgend Alkoholkonsums das Gegenteil zu tun: Zeit-R\u00e4ume bis ins Unendliche aufreissen, bis es ihre Zuh\u00f6rer schwindelt. Seit den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12899\"><em>Vignetten<\/em><\/a> ist Weigoni ein Gro\u00dfmeister der Kunst, die Dinge und Begriffe wieder in ihre Bestandteile aufzul\u00f6sen. Eing\u00e4ngig ist seine Poesie nicht, sie hat Widerhaken und fordert zur Gedankenarbeit heraus. Schreiben geht f\u00fcr ihn mit st\u00e4ndiger <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=43793\">Sprachreflexion<\/a> einher. Es sind Werke, die sich durch ein hohes sprachliches Niveau, poetische Sperrigkeit und eine dichte Atmosph\u00e4re auszeichnen. Diese B\u00fccher zeugen von Mut. Weigoni hat ein \u00e4sthetisches Konzept, das er konsequent umgesetzt hat. Gegen dieses Buch sehen viele andere B\u00fccher zurzeit ausgedacht und gewollt aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Die Stadt D\u00fcsseldorf ist sehr sch\u00f6n, und wenn man in der Ferne an sie denkt und zuf\u00e4llig dort geboren ist, wird einem wunderlich zu Muthe. Ich bin dort geboren, und es ist mir, als m\u00fc\u00dfte ich gleich nach Hause gehn.<\/em> (Heinrich Heine)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Lesen dieses Romans vollzieht sich die Kartographierung einer Sprachlandschaft. Mit ihrem Dialekt erweisen sich die Rheinl\u00e4nder als sprachbegabte Tiere, das Rheinische wird ihnen zum Weltentwurf. Diese Typen verk\u00f6rpern damit genau jenes Amalgam von Weltbildern, das f\u00fcr das Denken einer \u00dcbergangszeit typisch ist. Weigoni achtet sorgf\u00e4ltig darauf, die kulturelle Identit\u00e4t des Rheinlands und deren spirituelle Implikationen nie ganz preiszugeben. Das ich des Rheinl\u00e4nders besteht aus diversen, miteinander oft in Widerstreit liegenden Identit\u00e4tsmustern und gleichzeitig sei das Ziel der literarischen Arbeit kein koh\u00e4rentes Werk, sondern das prozesshafte Schreiben selbst, die Schrift, die sich dem, was sie repr\u00e4sentieren m\u00f6chte, allenfalls ann\u00e4hern k\u00f6nne. W\u00e4hrend sich die Politik der Bonner Republik in Fiktionen fl\u00fcchtet, nimmt die Literatur Abschied von ihnen. Sie sucht nach dem Wahren, nach dem Leben, nach der Wirklichkeit. Weigoni bringt rheinische Schweigezonen zur Sprache. Die Menschlichkeit dieses Romans wird betont durch die rheinische Fehlbarkeit. Der Leser wird mitgerissen von einem Fluidum an gewundenen S\u00e4tzen, diese pl\u00f6tzlich aufblitzende Bildhaftigkeit und Genauigkeit, dieser Sog, der einen selbst in das Uninteressante hineinzieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">An die Heimat denken hei\u00df immer auch Abschied nehmen, denn jedesmal bricht was weg. (<\/span><\/em><span style=\"color: #999999;\">Walter Kempowski)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kaum einer misst dem Ort, an dem er recherchiert, so viel Bedeutung bei, mehr noch, Weigoni macht diesen Ort selbst zum Hauptdarsteller in seinen Werken. Diese Prosa ist voller Endlosschlaufen der Wahrheit und auch der Erinnerung. Seine Erz\u00e4hlweise buchstabiert Dinge nicht aus, sondern deutet sie oft nur an; doch kann man sich beim Lesen darauf verlassen, dass Bez\u00fcge, die zun\u00e4chst unverst\u00e4ndlich bleiben, sich sp\u00e4ter von selbst kl\u00e4ren werden. Zeitgem\u00e4\u00dfer und vielschichtiger, mystischer und ironischer kann Literatur kaum sein. Das Rheinland stellt sich Knotenpunkt f\u00fcr die M\u00f6glichkeiten einer surrealistischen Stadtwahrnehmung dar. Weigoni schreibt so dicht an der Wirklichkeit, dass diese hei\u00df und fl\u00fcssig vor den Lesern ersteht, es ist literarische Direkt\u00fcbertragung, Wachheit, Schreiben am offenen Herzen. Es gelingt ihm, die rheinische Wirklichkeit in all ihren Facettenreichtum darzustellen. Der Roman macht &#8211; ebenso wie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=24403\"><em>Abgeschlossenes Sammelgebiet<\/em><\/a> &#8211; Geschichte an Menschen sichtbar und Weigoni hat ein feines Sensorium auf den Riss in der deutschen Historie. Wir betrachten Panoramen des Menschlichen, das Rheinland\u00a0erscheint in dieser Prosa ebenso verwunschen wie trostlos, so geheimnisvoll wie bieder, so fassadensch\u00f6n wie heruntergekommen; es ist ein St\u00fcck abgelebter BRD. Diese <em>Lokalhelden<\/em> sind eine Entdeckung auf der literarischen Landkarte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lokalhelden,<\/strong> Roman von A. J. Weigoni, Edition Das Labor, M\u00fclheim 2018 &#8211; Limitierte und handsignierte Ausgabe des Buches als Hardcover.<\/p>\n<div style=\"width: 249px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" 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alt=\"\" width=\"239\" height=\"342\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Coverphoto: Jo Lurk<\/p><\/div>\n<p><strong>W<\/strong><strong>eiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesenswert das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=34345\">Nachwort<\/a> von Peter Meilchen sowie eine\u00a0bundesdeutsche <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=34388\">Sondierung<\/a> von Enrik Lauer. Ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=49303\"><em>Lektoratsgutachten<\/em><\/a> von Holger Benkel und ein Blick in das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=31462\">Pre-Master<\/a> von Betty Davis. Die Brauereifachfrau Martina Haimerl liefert <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=44781\">Hintergrundmaterial<\/a>. Ein <em>Kollegengespr\u00e4ch<\/em> mit Ulrich Bergmann, bei dem Weigoni sein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=50056\">Recherchematerial<\/a> ausbreitet. Constanze Schmidt \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=34331\">Ethnographie<\/a> des Rheinlands. Ren\u00e9 Desor mit einer Au\u00dfensicht auf die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=30641\">Bonner<\/a> Republik. Jo Wei\u00df \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=34337\">Nachschl\u00fcsselroman<\/a>. Margaretha Schnarhelt \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=34340\">kulturelle Polyphonie<\/a> des Rheinlands. Karl Feldkamp liest einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=52088\">Heimatroman der tiefsinnigeren Art<\/a>. Walther Stonet lotet <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=54020\">Altbierperspektiven<\/a> aus. Conny Nordhoff erkundet die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=34295\">Kartografie<\/a>. Zuletzt, ein\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=47226\">Rezensionsessay<\/a> von Denis Ullrich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><\/div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kursiv gesetzt sind sowohl Titel und Zitate von syntaktischen Einheiten und von isolierten Begriffen aus dem Werk A. J. Weigonis als auch Werktitel Dritter und einige fremdsprachliche W\u00f6rter, sowie wenige Verben und Substantive als Stilmittel der Betonung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf korinthenkackende Identifizierung der Zitate, die nicht aus dem Werk von A. J. Weigoni stammen, wurde ebenso verzichtet wie auf Fu\u00dfnotenunget\u00fcme. Die Urheber sind jeweils in runden Klammern angegeben.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung der Redaktion: Das Kultusministerium NRW unterst\u00fctzt die Arbeit an diesem Roman mit einem Arbeitsstipendium. Denis Ullrich lag ein\u00a0Handexemplar vor,\u00a0er hat einen Rezensionsessay verfa\u00dft &#8211; und ein Epigraph von Carl Zuckmayer vorangestellt: Vom Rhein. Von der gro\u00dfen V\u00f6lkerm\u00fchle. Von der&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/07\/18\/seismograph-des-uebergangs-2\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":116,"featured_media":98379,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628,426,1331],"class_list":["post-47226","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni","tag-carl-zuckmayer","tag-denis-ullrich"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47226","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/116"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47226"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47226\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":98444,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47226\/revisions\/98444"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98379"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47226"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47226"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47226"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}