{"id":46371,"date":"2010-12-10T00:01:49","date_gmt":"2010-12-09T23:01:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=46371"},"modified":"2021-12-18T08:50:37","modified_gmt":"2021-12-18T07:50:37","slug":"laik-woertschel-ein-kuenstler-der-stille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/12\/10\/laik-woertschel-ein-kuenstler-der-stille\/","title":{"rendered":"Laik W\u00f6rtschel \u2013 ein K\u00fcnstler der Stille"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits im Jahr 1999 wird er das erste Mal voller Erstaunen in einem Artikel des Feuilletons der S\u00fcddeutschen Zeitung benannt, in welchem \u00fcber die Kunst des zuk\u00fcnftigen Jahrtausends breit spekuliert wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">\u201eEine radikal zur\u00fcckgezogene Position des Versteckens in der \u00d6ffentlichkeit und Offensichtbarkeit wird von diesem verst\u00f6rend ehrlichen jungen Mann vertreten. Laik W\u00f6rtschel hinterfragt im Nichtstun und Nichtssagen die Grundlagen unserer Gesellschaft als Ganzes.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wahrscheinlich hatte der Autor die fr\u00fchen Arbeiten oder Performances per Zufall an der D\u00fcsseldorfer Akademie im Rahmen der sogenannten externen Kolloquien kennen gelernt.\u00a0 Auch andere Medien griffen in gro\u00dfen Berichten diesen jungen K\u00fcnstler auf, zitierten ihn oder versuchten sich an grundlegenden Interpretationen, die allerdings unweigerlich scheitern mussten. Keiner von ihnen hatte begriffen, in welchen Zusammenh\u00e4ngen sich dieser junge Mann gedanklich bewegte. Geschult an der mathematisch-musikalischen Logik, gilt als eine seiner fr\u00fchen Lekt\u00fcren das umwerfende Werk \u201eG\u00f6del Escher Bach\u201c von Hofstadter. Auch wichtig waren ihm die Kalias-Briefe von Schiller sowie ein eher seltsames Werk, das Wolfgang Tenzler herausgegeben hatte. In \u201e\u00dcber die Sch\u00f6nheit h\u00e4sslicher Bilder kommen Autoren wie Thomas Mann oder Rilke, aber auch Joseph Roth oder Carl Einstein zu Wort, die sich in ihren Werken mit Vormoderne und\u00a0 Moderne besch\u00e4ftigt hatten. Wer dies nicht wusste, konnte die wahre Tiefe dieses K\u00fcnstlers nicht offenbaren. Das Lesen und Beobachten, das Vergleichen und zun\u00e4chst sinnfreie Theoretisieren waren ihm ein inneres Bed\u00fcrfnis, dort wo andere Menschen lieber feiern gehen. Seine Interviews waren oft wortkarg, ohne \u00fcberfl\u00fcssige Erl\u00e4uterung und immer dann, wenn die Journaille ihn zu fassen glaubte, wurde sie in einen finsteren Hinterhalt der Unverst\u00e4ndlichkeit gelockt. Denn schon allein die alte Frage Russels, ob 1+1=2 sei, hatte ihn lange umgetrieben. Dass ein Beweis nicht zu finden sei, auch. Da musste er sich dann tats\u00e4chlich an den Unvollst\u00e4ndigkeitsatz G\u00f6dels halten, der behauptet, dass jedes mathematische System, welches auf Axiomen basiert und so komplex ist, dass es \u00fcberhaupt von Nutzen ist, entweder unvollst\u00e4ndig bleiben muss oder aber innerhalb der eigenen Voraussetzungen nicht beweisbar ist. Solche Gedanken in die kunst einzuf\u00fchren, brachte zwar niemanden um den Verstand, sorgte aber gerne f\u00fcr v\u00f6llige Unverst\u00e4ndlichkeit. Wer also behauptet, dass ein k\u00fcnstlerisches Werk \u00fcberhaupt zu verstehen sei, vergisst schnell, dass Teile des Denkens und Schaffens au\u00dferhalb der im eigentlichen Sinne k\u00fcnstlerischen Voraussetzungen sattfinden. Eine Linie ist in gewisser Weise nat\u00fcrlich ein bewusster Prozess, eine Entscheidung, doch eben auch Folge einer bestimmten Art der Bewegung, die durch Muskel- und Knochenbau bedingt wird. Au\u00dferdem wei\u00df niemand, welcher Gedanke dahinter steckt, denn sie ist immer mehr als die Verbindung zwischen A und B, ist in ihrer immer einzigartigen Ausf\u00fchrung auch Folge eines momentanen Zustands, auch wenn der K\u00fcnstler gerade dies abstreiten mag. Zusammenfassend sind die entstandenen Artikel jeweils als Ganzes zu verwerfen, lediglich die w\u00f6rtlichen Nennungen sollten beachtet werden. Immerhin ist so eine Zitatensammlung W\u00f6rtschels entstanden, die sein komplexes und geradezu aphoristisches Denken belegt. In Folge sollen nur einige daraus benannt werden, um nicht den Rahmen dieses Kataloges zu sprengen. Nachfolgende Untersuchungen werden diesen Zitatenschatz noch eingehender zu heben und zu deuten haben. Aber schon allein die Tatsache, dass da ein gerade einmal zwanzigj\u00e4hriger junger Mann in der Lage war, die Mechanismen des Marktes grundlegend zu hinterfragen und zu verst\u00f6ren, zeigt\u00a0 die Unsicherheiten, die sich hinter den offensichtlich blasierten Kunstkritikern als L\u00f6cher auftun. Wo andere junge K\u00fcnstler einen unglaublichen Berg an auswendig gelernten Floskeln als Selbstschutz vor sich aufbauen, um ja nicht in die Gefahr zu geraten, irgendwelchen Stumpfsinn von sich zu geben, ist er in der Lage, die Dinge zu durchschauen und vor allem Schl\u00fcsse daraus zu ziehen. Wer etwa die Landschaft f\u00fcr seine Kunst nutzt, der wird nur Partiale ausmachen und so eine Einschr\u00e4nkung vornehmen. W\u00f6rtschel erkennt jedoch, dass f\u00fcr seine Kunst die gesamte Landschaft ver\u00e4ndert werden muss, um die Strukturen f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige Wirtschaft zu pr\u00e4gen. Kunst ist bei ihm so besehen eben nicht einfach nur ein \u00e4sthetischer Prozess, sondern muss korrespondieren mit allen anderen Bereichen des Lebens, der Gesellschaft und sogar Wirtschaft. Was ein Joseph Beuys an Positionen hervorgedacht hat, wird hier bis in die letzte Konsequenz weitergearbeitet. Wo jener letztlich doch innerhalb des Systems verbleibt, geht dieser dar\u00fcber hinaus. Laik W\u00f6rtschel kritisiert den Kunstmarkt nicht, er f\u00fchrt einfach vor, wie pervers sich dieser verh\u00e4lt und aus Objekten der k\u00fcnstlerischen Auseinandersetzung Fetische der Wirtschaftlichkeit geriert. Wenn ein K\u00fcnstler unbekannt ist, kann er noch so viel Qualit\u00e4t haben, es wird niemand sehen wollen. Wenn ein K\u00fcnstler jedoch bekannt ist, dann wird niemand die Fragw\u00fcrdigkeit seiner Arbeit in Betracht ziehen. Kunst ist im 21. Jahrhundert ist definiert \u00fcber ihren Anlagewert, nicht \u00fcber die tats\u00e4chliche Wirkabsicht.<\/p>\n<div id=\"attachment_2541\" style=\"width: 466px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Laik-W%C3%B6rtschel-21.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2541\" class=\"wp-image-2541 size-large\" title=\"Laik W\u00f6rtschel 2\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Laik-W\u00f6rtschel-21-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"456\" height=\"342\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Laik-W\u00f6rtschel-21-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Laik-W\u00f6rtschel-21-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 456px) 100vw, 456px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2541\" class=\"wp-caption-text\">Laik W\u00f6rtschel, Ausstellung in der Werkstattgalerie Der Bogen. Photo: Leonard Billeke<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann taucht der\u00a0 1979 geborene K\u00fcnstler v\u00f6llig unter, arbeitet im Geheimen weiter, zur\u00fcckgezogen von der Scheinwelt des Kunst- und Galerienmarktes. Er hatte erkannt, dass jeglicher Kontakt zu dieser \u201eBanalkunst\u201c, wie er sie einmal bezeichnet hat, korrumpierbar machen w\u00fcrde. Sehr bescheiden soll er in dieser Zeit in seiner angemieteten Einzimmerwohnung auf dem Land von Handlangerarbeiten bei den ans\u00e4ssigen Bauern gelebt haben. Offenbar muss er flei\u00dfig gewesen sein und konnte mit anpacken, ohne sich \u00fcber jede Kleinigkeit zu mokieren. Er habe sogar Gefallen daran gefunden, die schwere und nicht immer so saubere Arbeit zu \u00fcbernehmen. Auch wenn es vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang ging, berichtet einer der Bauern, bei denen er t\u00e4tig war, habe W\u00f6rtschel immer noch seine Tiefsinnigkeit in einfachster Sprache gezeigt und dabei motiviert geklungen. \u201eIch habe von diesen Menschen, die unsere Erde bewirtschaften und immer darauf achten m\u00fcssen, wie der Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und landschaftlichem Schutz zu bewerkstelligen ist, viel gelernt. Vor allem aber erkannte ich, dass die Landschaft, nein, jeder Acker, jeder Quadratmeter Boden, jede Bodenkrume ein Zeitarchiv ist. Eine Fundgrube f\u00fcr den aufmerksamen Beobachter. Nicht umsonst hei\u00dft es in den alten Schriften, die mir geholfen haben, zu verstehen, \u201ezum Staub kehrst du zur\u00fcck\u201c. Die Kenntnis und Erkenntnis der fr\u00fchen Kulturen sollten wir uns zunutze machen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser Zeit entstehen in der gleichzeitig als Atelier genutzten Kleinstwohnung tausende Zeichnungen auf Verpackungspapieren und theoretische Abhandlungen\u00a0 \u00fcber das Wesen von Kunst und sein damaliges Lieblingsthema,\u00a0 die Fraktale Geometrie, in welcher er ein Werkzeug zur Erschlie\u00dfung der Welt erkennt, dies ausschlie\u00dflich auf gefundenen Papieren. Es wird wohl eine Aufgabe zuk\u00fcnftiger Laik W\u00f6rtschel \u2013 Forschung sein, diesen Denkkosmos v\u00f6llig zu entschl\u00fcsseln und der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich zu machen. Diese fr\u00fche Vertiefung in die menschliche Notwendigkeit zur Kunst stellt die Grundlage seiner heutigen Herangehensweise dar. Er ist einer der ersten K\u00fcnstler \u00fcberhaupt, die eine grundlegende Verbindung zwischen allgemeiner Religiosit\u00e4t, menschlich-tierischen Beziehungsstrukturen, landschaftlichen Gegebenheiten\u00a0 und wirtschaftlichem Nutzen sehen, die nicht aufhebbar erscheint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer Zeit der geistigen Aufbruchsstimmung, dieser f\u00fcr viele als verloren geltenden Generation Y, geht ein wissender K\u00fcnstler in eine Art innere Emigration, wird zum von der \u00d6ffentlichkeit nicht weiter wahrgenommenen Einsiedler. Dabei erscheint er weiterhin regelm\u00e4\u00dfig in der Akademie, nimmt an den Veranstaltungen aber mit \u00e4u\u00dferst kritischer Haltung teil. Freunde hat er dort nicht. Seine provozierend schneidenden Kommentare und Zwischenrufe, seine \u00dcberlegungen sind von vielen Dozenten wie Studenten gef\u00fcrchtet.\u00a0 Ihm missf\u00e4llt vor allem der Kult, den einige Professoren um sich wie ihre Klassen treiben, vom Malerf\u00fcrsten bis hin zu jenen sich selbst fast sektiererisch religi\u00f6s darstellenden Fotografenzirkeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu dieser Zeit entstehen auf das \u00c4u\u00dferste reduzierte Zeichnungen, die auf den ersten Blick zuf\u00e4llige Liniengeflechte zeigen, welche allerdings bei l\u00e4ngerer Betrachtung sowohl Bez\u00fcge zu pr\u00e4historischer Kunst zeigen, als auch beispielhaft Einblick in das Denksystem fraktalen Strukturierens geben. schon Diese Zeichnungen \u00fcber bestimmte Abschnitte von Landkarten gelegt zeigen uns nicht nur die geologischen Strukturen auf, sondern erfassen mit fast absoluter Pr\u00e4zision die mikroklimatischen Bedingungen dieser Landschaften. Unter Ber\u00fccksichtung von vorherrschenden Windstr\u00f6mungen und Wetterereignissen k\u00f6nnen die erstellten graphischen Strukturen fast schon als individuelle Fingerabdr\u00fccke von Gebieten angesehen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber in D\u00fcsseldorf war es auch nicht die Akademie, die seine geistige Ver\u00e4nderung bewegte, sondern die Mutation der allgemeinen Atmosph\u00e4re. Die Erkenntnis der Zusammenh\u00e4nge zwischen \u00c4sthetik und Leben, zwischen Natur und Verhalten, Wirtschaft und Gesellschaft. Wo andere K\u00fcnstler sich zu hermetischen Gruppen zusammenfanden, um ihre Interessen gemeinsam zu vertreten, l\u00f6ste er sich aus den sozialen Systemen, um so einen verinnerlichten Blick von au\u00dfen auf die internen Verh\u00e4ltnisse unserer Gesellschaft, der Entwicklung zur Virtualit\u00e4t des Seins an sich zu werfen. Der Mehrwert des K\u00fcnstlertums, das hatte er erkannt, kann allerdings nicht darin bestehen, dass jeder mit jedem kooperiert. Der Mehrwert beim Arbeiten beruht zun\u00e4chst darauf, dass Kunst kein Vehikel f\u00fcr Anderes ist, sondern aus sich selbst heraus ein Weltverstehen und so ein Umgang mit dem \u00e4sthetischen Ged\u00e4chtnis m\u00f6glich erscheint. Er fand, dass die Kunst kurze Wege gehen muss und nicht auf Rituale verzichten darf, damit das Denken \u00fcber sie aus dem Informellen herauskommt. Da Kunst aus dem religi\u00f6sen Ritual kommt, soll es auch nach seinem Empfinden in einem geistigen Milieu bleiben, das die Menschen geistlich inspirieren und ber\u00fchren kann. Denn offensichtlich ist es wohl so, dass erst in dem Moment, in dem der eigene Standpunkt zur Disposition gestellt wird, Augenh\u00f6he entstehen kann. Um das Gegen\u00fcber heute noch ernst nehmen zu k\u00f6nnen, muss k\u00fcnstlerisches Schaffen als Infragestellung des eigenen Standpunktes stetig stattfinden. Wichtig ist dabei, dass die eigene Kultur von vielen anderen Kulturen mitbewohnt wird. Diese Erkenntnisse waren ein Kristallisationspunkt seiner Reifung im Zeitma\u00df. Im sich langsam vollziehenden Prozess hatte auch die Spaltung vom allgemeinen k\u00fcnstlich mit Skand\u00e4lchen aufgeheizten Kunstgepl\u00e4nkel seine Wurzeln.\u00a0 Sie war ein organischer L\u00e4uterungsvorgang, der das Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen dem Neuen Erkennen und der Tradition der Moderne und Postmoderne\u00a0 sichtbar werden lie\u00df. K\u00fcnstlerische Aktivit\u00e4t im Sinne Geoffroy de Lagasnerie; durch Handeln jede Beziehung zum Kollektiven aufk\u00fcndigen, Flucht als k\u00fcnstlerische Stellungnahme, denn diese bedeutet aktives und individuelles W\u00e4hlen eines Standpunktes, ohne ihn sich von au\u00dfen aufn\u00f6tigen zu lassen. Man muss nicht, man kann gehen. Man muss nicht, man kann reden. Man muss nicht, man kann denken.<\/p>\n<div id=\"attachment_2544\" style=\"width: 466px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Laik-W%C3%B6rtschel-31.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2544\" class=\"size-large wp-image-2544\" title=\"Laik W\u00f6rtschel 3\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Laik-W%C3%B6rtschel-31-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"456\" height=\"342\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2544\" class=\"wp-caption-text\">Laik W\u00f6rtschel, Ausstellung in der Werkstattgalerie Der Bogen. Photo: Leonard Billeke<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Dem Mythos des \u00f6ffentlichen Raums als Ort der verbindenden Debatte muss man die Idee entgegensetzen, dass es miteinander inkompatible Problemstellungen gibt.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Geoffroy de Lagasnerie, Die Kunst der Revolte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es entsteht so auch eine unwillk\u00fcrliche, eine kritische R\u00fcckanbindung an deutsche wie europ\u00e4ische Kunsttraditionen wie Romantik und Barock, immer aber unter Nutzung der Erkenntnisse von Moderne und ihren Folgen bis in die Gegenwart. Das mag auf den ersten Blick vielleicht etwas seltsam anmuten, aber schon bei der Nennung einiger zentraler Begriffe sollte\u00a0 sein Bezugsfeld verst\u00e4ndlich werden. Der Barockzeit entnimmt W\u00f6rtschel die drei zentralen Begriffe von vanitas (Verg\u00e4nglichkeit), carpe diem (Nutzung des Jetzt) und memento mori (Bewusstsein der Endlichkeit des Seins), l\u00f6st sie aus der Vergangenheit und legt sie vor allem in den Performances, den\u00a0 invironmental inventions\u00a0 wie auch den j\u00fcngsten asphaltics als emblematische wie chiffrierte Schablone \u00fcber unsere Gegenwart. Hinzu kommen die Natursehnsucht, die pantheistische Sicht auf die Landschaft und das Fernweh im Reduzieren auf das Hier. Dies allerdings nicht in der grunds\u00e4tzlichen Weltflucht der Romantiker oder gar der Skepsis des Expressionismus, sondern unter dem Vorzeichen eines grunds\u00e4tzlichen Verstehenwollens der Weltzusammenh\u00e4nge auf einerseits wissenschaftlicher, andererseits \u00e4sthetischer Basis. Vieles bleibt zun\u00e4chst noch im verbalen Bereich oder der Projektion. Die Realisierungen sind noch nicht Ziel seines Denkens wie Handelns. Aber ihm wird immer offenbarer, dass der \u00f6ffentliche Raum in Zukunft zu seinem Spielfeld im wahrsten Sinne werden muss. Dabei nutzt er es weniger als Schachfeld, wie ein Marcel Duchamp es vielleicht getan h\u00e4tte, sondern er macht sich eingehende Gedanken \u00fcber das Metaspiel seines Agierens, er findet und erfindet Spielregeln, die einerseits als Matrix f\u00fcr s\u00e4mtliche Kunstwerke gelten k\u00f6nnen, als andererseits auch auf die Situation angepasst werden m\u00fcssen. Dieses auf den ersten Blick naive Herangehen, zeigt in seiner Auspr\u00e4gung und Realisation hochkomplexe Strukturen auf, welche seine Betrachter immer wieder an den Rand des Verstehens bringen. Der Spieler nutzt die vorgegebenen Felder des Schachbretts, nur um in einer neuen Zeit zu scheitern, der Besonnene ignoriert sie.\u00a0 W\u00f6rtschel geh\u00f6rt zu jenen, welche weder das eine noch das andere machen. Er entwirft einfach neue Spiele, denen sich die anderen f\u00fcgen m\u00fcssen, wollen sie in dieser neuen Welt bestehen. Dies jedoch auf eine so charmante Art, dass die neuen Mitspieler glauben, dies aus freien St\u00fccken zu tun. Wer nicht an den Markt glaubt, kann ihn ver\u00e4ndern. Wer ihm gehorcht, wird sich unterwerfen m\u00fcssen. So ist es nicht nur bei K\u00fcnstlern oder Kunsth\u00e4ndlern, auch die Museumsleute unterwerfen sich lieber, als selbst die Initiative zu ergreifen. Sie lassen sich lieber beraten, als selbst zu denken. Werden dann allerdings Fehler gemacht, so k\u00f6nnen diese auf die mittlere Entscheidungsebene abgeschoben werden und es bleibt beim alten Schachspiel. Der Bauer wird zuerst geopfert. Hauptsache, der K\u00f6nig kann f\u00fcr die Zukunft gesch\u00fctzt werden. Da muss man doch Vision\u00e4re loben, die zum Beispiel Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Ideen umzusetzen wussten und neue Sammlungen bildeten, die heute zum Grundstock der Museumslandschaft geworden sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die Maler des 20. Jahrhunderts es vermocht hatten, die Realit\u00e4t hinter der absoluten Schw\u00e4rze zu verstecken, ins Grau zu tauchen und die Grenzen zwischen Realit\u00e4t und Kunst aufzul\u00f6sen, so gibt es diese Grenzen bei W\u00f6rtschel schon lange nicht mehr. Wer entgrenzt denkt und handelt, wird nicht irgendwann wieder beginnen, neue Grenzen zu schaffen. Eine solche Dummheit m\u00f6gen vielleicht ignorante oder arrogante Inselbewohner begehen, die an die Herrlichkeit eines K\u00f6nigreiches glauben, der neue Kosmopolit wird sich dem mit guten Argumenten zu entziehen wissen. Laik spielt sogar mit dem Gedanken, die Kunst an sich auszul\u00f6schen und das Reale scheinbar werden zu lassen. So k\u00f6nnte der sch\u00f6ne Schein, in dessen Licht sich die Auguren des Kunstmarktes sonnen, schnell verschwunden sein. Erst im Wissen um die paradoxe Macht seiner Werke kann er die Strategie einer neuen Wahrheit entwickeln, mit der Aussicht darauf, die Wirklichkeit zu \u00fcberwinden und neu zu strukturieren. Aber viel mehr als Mutma\u00dfungen k\u00f6nnen an dieser Stelle nicht angestellt werden, denn W\u00f6rtschel erl\u00e4utert diese in den Raum geworfenene Gedanken nicht weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Daran muss sich niemand st\u00f6ren. Weit interessanter als das ewige, dicke Kataloge f\u00fcllende Gerede \u00fcber Fr\u00fch- und Sp\u00e4twerk, \u00fcber Zuschreibungen, m\u00f6gliche Romreisen und die Rolle der Gehilfen ist ja ohnehin die Kunst, unfasslich und r\u00e4tselhaft auf ihre Weise.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Hanno Rauterberg; Schwarze Welt, holder Liebreiz. In Die Zeit, 23.03.2016.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine Devise wird das Entdecken der Realit\u00e4ten der Freiheit im Handeln in der \u00d6ffentlichkeit, ohne von dieser zun\u00e4chst wahrgenommen zu werden. Man mag hier kritisieren, dass eine personalisierte, mitunter private Kunst eben diese angedeutete Kunsthaltung nicht erzeugt, ja, diese gar nicht vorhanden ist, das hat sich allerdings immer schon als grunds\u00e4tzliche Fehlannahme offenbart. Das Sublime dr\u00e4ngt sich allm\u00e4hlich erst in das Bewusstsein und ver\u00e4ndert ebenso allm\u00e4hlich das Sein. Wenn Ende siebziger Jahre von individuellen Mythologien gesprochen wird, die allerdings in sich geschlossene Prozesse abbilden,\u00a0 so kann man sp\u00e4testens bei ihm davon ausgehen, dass diese eine klar sichtbare und vor allem langfristige Auswirkung auf unser Leben haben. Dies wird im Laufe der vorliegenden kurzen Schrift noch zu Bewusstsein treten, auch wenn sicherlich ebenso an dieser Stelle eine wissenschaftliche Aufarbeitung seiner Position vonn\u00f6ten w\u00e4re, die Bedeutung f\u00fcr das 21. Jahrhundert erst v\u00f6llig aufzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser Publikation, die auf massiven Druck der \u00d6ffentlichkeit notwendig wurde, m\u00f6chten wir einige Aspekte des Werkes aufgreifen, nicht so sehr erkl\u00e4ren als auf Evidenz abklopfen. Eine an Massenph\u00e4nomenen geschulte Kultur scheint langsam zu begreifen, dass der Einzelne Wirkmechanismen aufgreifen kann, die zum Paradigmenwechsel innerhalb unserer allgemeinen \u00c4sthetikwahrnehmung f\u00fchren werden. Dahinter n\u00e4mlich steckt etwas Tiefergehendes; eine grundlegende Befragung unserer kulturellen Basis. Was im Bezugsfeld der St\u00e4dtlandschaften dieser Welt als Fortsetzung von Mythenbildung und Skandalprovozierung ein Banksy f\u00fcr sich behauptet, aber nur in Teilen erf\u00fcllen kann, n\u00e4mlich eine grundlegende Unterwanderung der merkantilen Strukturen ist bei Laik W\u00f6rtschel durch sein konsequent \u00f6ffentliches Handeln schon lange Realit\u00e4t. Was bei Christo auf kleine Zeitabschnitte befristet ist, entspinnt sich bei ihm in ein Zukunftswirken.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">parallel lines<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob Laik W\u00f6rtschel die Musik der amerikanischen Popband Blondie jemals geh\u00f6rt hat, kann hier nicht beantwortet werden, aber die Gleichheit der Titel des bekanntesten Albums dieser Rockstars der sp\u00e4ten siebziger und fr\u00fchen achtziger Jahre und seiner ersten Arbeit in der Landschaft ist doch auff\u00e4llig. Als habe die Zeit des Aufwachsens in einer Musikerfamilie ihren Pr\u00e4gestempel hinterlassen (Seine deutschkoreanische\u00a0 Mutter Lajen Sin Tsu\u2013Schl\u00e4cht war Studiobackgrounds\u00e4ngerin in diversen Londoner und New Yorker Studios, sein Vater, der \u00f6sterreichischschwedische Gitarrist A.L. W\u00f6rtschel, gab vielen Pop-Alben mit seinem sehr eigenartigen Stil ihre Besonderheiten. Wohl haben sie auch gemeinsam mit verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen des Pop- und Rockzirkus\u00b4 gearbeitet. Meist aber haben auch sie sich verbeten, dass dabei ihre Namen genannt oder gedruckt wurden. Der Vater hat unter diversen Pseudonymen einige echte Hits geschrieben, deren Tantiemen noch heute Grundlage seines Lebens sind.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Laik W\u00f6rtschel wuchs dreisprachig auf, lernte nebenbei in seiner Kindheit, die er vor allem in London verbrachte, Englisch und absolvierte s\u00e4mtliche Schulformen mit Bestnoten und Auszeichnungen. Seine hohe Intelligenz veranlasste mehrere Lehrer zu fordern, er solle auf eine Hochbegabtenschule gehen, doch daf\u00fcr war einfach kein Geld vorhanden. Ein angebotenes Stipendium lehnte die Mutter aus ethischen Gr\u00fcnden ab. Obwohl er viele Popikonen wie Iggy Pop, David Bowie und Lou Reed, aber auch Musiker der Indipendentszene wie Nick Cave, Blixa Bargeld und Mark E. Smith jener achtziger und fr\u00fchen neunziger Jahre als Kind pers\u00f6nlich kennenlernte und immer noch mit einigen regen Austausch h\u00e4lt, jenen die die Zeit \u00fcberlebt haben, lebte seine Familie eher bescheiden. Die Erkenntnis, dass der wahre Luxus im Wissen und Gespr\u00e4ch an sich liegt, brachte sein famili\u00e4res Umfeld dazu, auf die sogenannten Errungenschaften der Moderne weitgehend zu verzichten. So mag es nicht wundern, dass auch Laik W\u00f6rtschel solche v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssigen Dinge wie Fernseher und Computer nicht sein Eigen nennt. Am besten ist er zu erreichen, wenn man mit dem Rad entlang der Strecken f\u00e4hrt, die er seit Jahren mit seinen Asphaltics gestaltet, denn auch ein Mobiltelefon nennt er nicht sein Eigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Laik W\u00f6rtschel arbeitet in den \u201eparallel lines\u201c mit einigen Landwirten, bei denen er auch Handlangerarbeiten versieht, zusammen und kann diese dazu \u00fcberzeugen, ihre landwirtschaftlichen Fahrzeuge als spurgebende Werkzeuge, also als Stifte oder Zeichenfedern auf einer geradezu riesigen Zeichenunterlage, den Wirtschaftsfeldern, zu nutzen. Nach seinen Entw\u00fcrfen entstehen hier v\u00f6llig neue Anlagen von Feldern. Neben dem \u00e4sthetischen Prinzip entstehen Eingriffe in unsere Wirtschaftslandschaft, die zun\u00e4chst \u00fcber ein Jahr hin diese tats\u00e4chlich pr\u00e4gen. Die Felder werden nach dem vorgegebenen Muster einges\u00e4t und sp\u00e4ter auch abgeerntet. Es entsteht ein, wohl auch durch die genaue Beobachtung der Landschaft,\u00a0 f\u00fcr die Bauern unerwarteter Effekt. Die Erosion des Bodens wird verringert, die sogenannten Windschl\u00e4ge, welche immer wieder zu Erntesch\u00e4den f\u00fchren, kommen so gut wie gar nicht mehr vor. Auch die Wildsch\u00e4den verringern sich, weil den Erfordernissen der Tiere Platz gegeben wird.Wie kann dies geschehen? Der K\u00fcnstler, als genauer Beobachter des Seienden und vor allem am Wirtschaftsprozess Unbeteiligter, kann die Situation unvoreingenommen erfassen. Er betrachtet auch Faktoren wie Niederschlag, Wind und Witterung als \u00e4sthetische Erscheinungsformen der Natur. Er beobachtet die Spuren, welche die Wirtschaftswerkzeuge und Tiere in der Natur, auf den hochgepfl\u00fcgten Steinen hinterlassen, erkennt die Bez\u00fcge zwischen Landschaftsformation und Anlage der Felder, zieht seine Schl\u00fcsse. So etwa entdeckt er als Erster das Ph\u00e4nomen der Aerodynamik der Feldrandzonen.\u00a0 Den Verlauf von M\u00e4useg\u00e4ngen unter den Feldern untersucht er, auch die nach bestimmten Winden entstehenden Laubkreise mitten in der Landschaft. Er kann nicht durch die Landschaft gehen, ohne alle Sinne. Sehen, f\u00fchlen, riechen, h\u00f6ren, schmecken und sogar der Gleichgewichtssinn sind ihm Grundlage der bewussten Wahrnehmung und Interpretation nat\u00fcrlicher Vorg\u00e4nge. Er geht als Beobachter der allgemeinen Selbstt\u00e4uschung aus dem Weg, so entsteht ein dialektisches Selbstverst\u00e4ndnis dieses Wahrheitssuchers, jenseits der \u00fcblichen T\u00e4uschungsmetaphern in der Kunst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Jahren 2005 bis 2008 entstehen so einige Projekte, \u00fcber welche zun\u00e4chst von den unbeteiligten Bauernschaften geschmunzelt wird. Als sie jedoch die signifikant gestiegenen Ernteergebnisse der Kollegen sehen, kommen sie auf den jungen Mann zu und holen sich Rat. Ein Amateur das hei\u00dft Liebhaber der Umweltbetrachtung wird ihnen zum Spezialisten des ihnen ureigenen Handwerks. Schon allein die Erkenntnis, dass das Durchkreuzen der Parallelen, das sanfte Abrunden von Geraden und das sinnvolle Anordnen linearer Strukturen anhand zun\u00e4chst abseitig gedachter\u00a0 Funktionsprinzipien hilfreich sein kann, f\u00fchrt die Agronomen dazu, in der zuk\u00fcnftigen Anlage ihrer Wirtschaftsfl\u00e4chen einer neuen \u00c4sthetik zu folgen, W\u00f6rtschel nennt dies lakonisch \u201eAgrarsch\u00f6nheit\u201c. Seit dieser Zeit sehen wir vor allem im Bereich der Soester B\u00f6rde, dass ganze Feldzusammenh\u00e4nge sich nun anders in die Landschaft schmiegen. Nicht mehr wird nun das gro\u00dfe Feld bewirtschaftet, sondern die Eigenheit eines Flurst\u00fccks aus seiner Wesenhaftigkeit erfasst und bearbeitet. W\u00f6rtschels k\u00fcnstlerischer Prozess ist v\u00f6llig anders als jene der anderen Artisten der Gegenwart. Er f\u00fchrt andere Menschen zur Erkenntnis, damit diese aus freien St\u00fccken seine Kunst fortsetzen und damit eine ganze agrarisch gepr\u00e4gte Kulturlandschaft der Kunst zuf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">yellow inventions<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei seinen Studien zur Natur des Bodens stellt Laik W\u00f6rtschel schnell fest, dass er ein Archiv vor sich hat. Er entdeckt Kleinigkeiten und Bruchst\u00fccke, Relikte aus der Vergangenheit und zieht seine Schl\u00fcsse, beginnt in der Folgezeit diese Archefakte zu sammeln und stellt grundlegende theoretische \u00dcberlegungen an. Tats\u00e4chlich findet er Gegenst\u00e4nde und Reste, Bruchst\u00fccke aus \u00fcber zehntausend Jahren, kann diese sogar in Zusammenarbeit mit dem pr\u00e4historischen Institut in M\u00fcnster den verschiedenen Jahrhunderten zuordnen. Tats\u00e4chlich werden AUCH FR\u00dcHE Werkzeuge der verschiedenen steinzeitlichen Kulturen gefunden. \u00dcberrascht m\u00fcssen die Arch\u00e4ologen und er feststellen, dass es schon viel fr\u00fcher als angenommen b\u00e4uerliche Strukturen im Bereich Soests gegeben hatte. Dies l\u00e4sst sich sowohl an der Funktionsweise der Werkzeuge ablesen, als auch an den Formen der rekonstruierten Ton- und T\u00f6pferwaren. Auch die kultischen Figurinen mit ihrer bemerkenswerten \u00e4sthetischen Qualit\u00e4t verweisen auf eine Struktur von J\u00e4gern und Bauern, nicht so sehr auf Sammler, wie dies bisher angenommen worden war. So entwickelt er eine agrarische Zeittafel. Seine Erkenntnis; Prozess und Zeit gehen in der Vergangenheit Hand in Hand. Spuren der Arbeit bleiben in jeder Einzelheit erhalten. Schlussendlich verstreut er entgegen der Absicht seiner wissenschaftlichen Begleitung seine Entdeckungen wieder auf den Feldern, weil er sie dort sicherer glaubt, als in menschlicher Hand. Ein juristischer Prozess, welcher vom Institut f\u00fcr Vorgeschichte angestrebt wird, wird allerdings von der Staatsanwaltschaft niedergeschlagen, da W\u00f6rtschel nicht den Versuch gemacht hatte, die Gegenst\u00e4nde zu verkaufen. Seine Argumentation wird tats\u00e4chlich von einigen jungen Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Neolithik nachvollzogen, die ihn f\u00fcr diese Konsequenz bewundern. Er begreift die Landwirtschaft als Museum oder Archiv ihrer selbst. Mit dem Landwirt Schulte-Nordt\u00f6nnen realisiert er im Laufe eines Jahres ein Projekt, in dem aktiv Relikte der Jetztzeit in die Landschaft eingetragen werden. Zun\u00e4chst tr\u00e4gt er gelbe Reststoffe zusammen, vor allem Plastikelemente, die aus ihrem Zusammenhang gerissen werden m\u00fcssen, um ihren eigenen Wert zu erhalten, Gegenst\u00e4nde die gro\u00dffl\u00e4chig auf einer Wirtschaftsfl\u00e4che ausgetragen werden.Er ist der Meinung, dass Plastik mit seiner Haltbarkeit \u00fcber Jahrtausende der dieser Zeit eigenste Stoff ist, Repr\u00e4sentant des 20. Und vielleicht auch des 21. Jahrhunderts. Au\u00dferdem sieht er darin die Verbindung zu den verschiedenen geologischen Zeitaltern der Erde, seitdem diese von biologischen Einheiten bev\u00f6lkert wird, letztlich werden die meisten Kunststoffe bekanntlich aus Erd\u00f6l hergestellt. Im Fr\u00fchjahr 2009 pfl\u00fcgen die beiden\u00a0 sp\u00e4ter von anderen so benannten \u201eAgraraktivisten\u201c s\u00e4mtliche St\u00fccke in einer zweit\u00e4gigen Aktion unter. Dabei wird einer jener alten Pfl\u00fcge verwendet, der noch, wie Ende des 20. Jahrhunderts \u00fcblich, sehr lange Scharen hat, welche teilweise bis zum steinigen Grund reichen.\u00a0 Dieses Mal ger\u00e4t die an sich geheime Aktion\u00a0 zum ersten Mal ins \u00f6ffentliche Massenbewusstsein. Das n\u00e4chtliche Pfl\u00fcgen war von einigen Leuten aus der Umgebung beobachtet und mit dem Handy gefilmt worden. Ohne den Sinn zu verstehen oder gar auch nur zu fragen, was da geschieht, wurden die Filme mit emp\u00f6rten Kommentaren ins Netz gestellt und dort verbreiteten sie sich mit unglaublicher Geschwindigkeit viral. Zeitungen beschweren sich tats\u00e4chlich in langen Berichten und Kommentaren dar\u00fcber, dass die Landschaft verschandelt werde. \u201eEs ist doch unglaublich mit welcher Dreistigkeit dieser sogenannte K\u00fcnstler unsere Natur zerst\u00f6rt und dies unter dem Vorwand Kunst zu machen.\u201c Hetzt eine Provinzzeitung, die von sich selber behauptet, frei unabh\u00e4ngig und \u00fcberpolitisch zu sein (s\u00e4mtliche Interpunktionsfehler wurden \u00fcbernommen). Auch die Lokalsender und private Fernsehsender schicken einige Teams, um die \u201eRiesensauerei im Namen der Kunst\u201c filmisch festzuhalten. Tats\u00e4chlich kommt es auch zu einigen Anzeigen, die allerdings im Sande verlaufen, da W\u00f6rtschel tats\u00e4chlich durch seine wissenschaftliche Publikation zum Thema \u201eFelderwirtschaft als Kulturarchiv\u201c (erschienen im Verlag f\u00fcr Agrikultur) beweisen kann, dass sein k\u00fcnstlerisches Handeln nicht nur einen grundlegend wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung der Menschen darstellt, sondern dar\u00fcber hinausgehend die Tradition der Jahrtausende fortsetzt. Er belegt sogar glaubhaft, dass der Akt des Unterpfl\u00fcgens in gewisser Weise kultischen oder rituellen Charakter hatte. Und damit an\u00a0 gesamte Menschheitsgeschichte erinnere. Das Feld mit den gelben Plastikelementen wird seitdem jedes Jahr neu umgepfl\u00fcgt und manchmal tauchen einige \u201eRelikte des Jetzt\u201c (so von einem Redakteur des DLF benannt) tats\u00e4chlich auch an der Oberfl\u00e4che auf. Leider hat der Kunstmarkt schnell erkannt, dass hier viel Geld zu verdienen ist. Ohne Erlaubnis des Bauern wie des K\u00fcnstlers, die dies im \u00dcbrigen kalt l\u00e4sst, sieht man immer wieder im Herbst und Winter Sammler nachts mit Taschenlampen \u00fcber das Feld ziehen und die aufgedeckten gelben Einzelteile einsammeln. Da die Fragmente nicht signiert sind, werden sie nicht ges\u00e4ubert, da hierdurch die Authentizit\u00e4t garantiert scheint. Sie werden inzwischen zu H\u00f6chstkursen auf Auktionen gehandelt. Leider wird durch diese sich selbst so bezeichnenden Kunstliebhaber der Archivgedanke ziemlich hinterfotzig hintergangen. So hintergeht der Kunstmarkt letztlich die Ziele der Kunst. Diese Sammler bemerken ihrerseits in finanzieller Verblendung gar nicht, dass sie zu Possenrei\u00dfern werden, die Laik W\u00f6rtschel letztlich institutionalisiert hat. Viele Besucher erfreuen sich andererseits, wenn das Feld gerade frisch gepfl\u00fcgt wird, auch am Anblick der gelben Elemente in der braunen Flur, die noch nicht vom zarten Flor des sprie\u00dfenden Gr\u00fcns durchwoben ist. Dieselbe Lokalzeitung wie oben schrieb im Jahre 2011 \u00fcbrigens:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">F\u00fcr uns unverstendlich ist es das die Beh\u00f6rden es immer noch zulassen das dieses grandiose\u00a0 Kunstwerk von Gesch\u00e4ftemachern so unversch\u00e4hmt zerst\u00f6rt wird.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Zitat unver\u00e4ndert \u00fcbernommen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Realisation dieser inzwischen legend\u00e4ren Mischung aus Performance und Installation, hat Laik W\u00f6rtschel nie wieder ein Wort \u00fcber deren Sinn und die Bedeutung verloren. Egal was er macht, es bleibt uns jedes Mal nur die Wahl zwischen Ignoranz oder Spekulation.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">leaves `n shadows<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Herbst 2009 sammelte er abgefallene Bl\u00e4tter, die mit ihren besonderen Formen inspirierend erschienen; diese wurden in Stickstoff schockgefroren, um deren Struktur v\u00f6llig zu erhalten. Im Fr\u00fchjahr des Folgejahres lud er per Rundschreiben an alle wichtigen Zeitungen der Republik zu einer performatorischen Wanderung ein. Die Resonanz war gro\u00df, die meisten Bl\u00e4tter berichteten breit angelegt \u00fcber die vermutete Idee, welche dahintersteckt. Das grundlegende Anliegen wurde gar zu einem dieser typischen Feuilletonstreits, in welchen die Gro\u00dfen der Branche verbal aufeinander eindroschen. Leider musste diese zweimal verschoben werden, da die Sonne, welche ein wichtiger Bestandteil der eigentlichen Performance ist, nicht schien.<br \/>\nKommen beim ersten Versuch noch \u00fcber dreihundert Interessierte, sind es beim letzten Mal gerade noch vierzehn Kunstenthusiasten, die dem Aufruf folgen. W\u00e4hrend der Wanderung, die sich \u00fcber zehn Stunden \u00fcber den H\u00f6henzug Haar hinzieht, welcher die Soester B\u00f6rde vom Sauerland trennt, entnimmt W\u00f6rtschel nun mit einer Zange dem K\u00fchlaggregat an Stellen, die sich durch ein besonderes Lichtschattenmuster auszeichnen, jeweils zwei tiefgefrorene Bl\u00e4tter, legt sie in den Schatten und wartet , bis diese soweit gewandert sind, dass die Bl\u00e4tter von der Sonne aufgetaut werden. Dieses Zeremoniell wiederholt er immer wieder, v\u00f6llig in die Betrachtung vertieft. Erstaunlicherweise herrscht w\u00e4hrend der gesamten Wanderung sowohl beim K\u00fcnstler als auch beim Publikum v\u00f6lliges Schweigen. Einer der Teilnehmer beschreibt es sp\u00e4ter so:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Wir f\u00fchlten uns alle in einer Art Trance gefangen. Die starke Pers\u00f6nlichkeit von Laik, verbunden mit seinem offensichtlich\u00a0 rituellen Handeln schlug uns in den Bann der v\u00f6lligen Versunkenheit im Betrachten und Erleben.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu einer Bewertung in irgendeiner Form zu kommen, kann nicht an mir liegen, Assoziationen allerdings kommen tats\u00e4chlich auf, zu den Aktionen eines Joseph Beuys, in welchen ebenfalls die Beziehung zwischen dem Individuum und der Natur, den Energien des Menschen und der Umwelt thematisiert wird. W\u00f6rtschel hat dies weder dementiert, noch n irgendeiner Weise Stellung dazu bezogen. Es scheint fast, als betrachte er seine Arbeit als nat\u00fcrliches und damit v\u00f6llig wertfreies Vorgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">apple `n corn <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Im gleichen Jahr noch entstand einige Zeit sp\u00e4ter die Performance \u201eapple `n corn\u201c. Sie zeigt auf, in welcher Weise das Handeln die Umgebung\u00a0 zu beeinflussen imstande ist. Der wohl als ironische Spiegelung des Konsumverhaltens der Bev\u00f6lkerung zu verstehende Titel weist eine Doppelb\u00f6digkeit auf, die erst mit dem wiederholten Besuchen der Reste dieser Aktion verstanden werden kann. Tats\u00e4chlich entstehen in den liegen gelassenen Fr\u00fcchten G\u00e4rungsprozesse, die darauf verweisen k\u00f6nnen, dass es sich bei Konsum grunds\u00e4tzlich um ein rauschhaftes Erlebnis handelt. Andererseits sind es eben nicht allein solcherart Ver\u00e4nderungen, die sich ergeben. Auch der v\u00f6llige Zerfall der Fr\u00fcchte durch die sich automatisch einstellenden Tiere wie Asseln, Fruchtfliegen, W\u00fcrmer und M\u00e4use\u00a0 und Pilze wie dem Schimmel wird zur Grundlage der Humus- und D\u00fcngerbildung. Das ges\u00e4te Korn erhielt auf diese Weise zus\u00e4tzliche Nahrung. So scheint W\u00f6rtschel mit einfachsten Mitteln aufzudecken, dass nichts beziehungslos ist, auch wenn es auf den ersten Blick so scheint.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Er warf mit immer gleicher Bewegung und Kraftanstrengung \u00c4pfel in ein Feld. Teilweise waren diese frisch, teilweise wiesen sie bereits Faulstellen auf. Diese hatte er ebenso im Vorjahr an den Stra\u00dfenr\u00e4ndern gepfl\u00fcckt oder gesammelt und unter optimalen Bedingungen einlagern lassen. Im Laufe von zwei Stunden ergab sich dabei eine H\u00e4ufung von \u00c4pfeln, die mit ihren runden Formen einen Kontrast zu den St\u00e4ngeln des Mais\u00b4 und des Weizens boten. Auch diese Aktion wurde in keiner Weise von W\u00f6rtschel kommentiert. Auch hier m\u00fcssen wir als Betrachter wohl Fragen zur \u00e4sthetischen Wahrnehmung der Landschaft stellen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Wie gehen wir mit unseren Lebensmitteln um? Welche Bedeutung hat die Produktion? Welche Zusammenh\u00e4nge bestehen zwischen Wachsen und Vergehen?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Rausch hinterl\u00e4sst trotz des zeitweisen Vergessens durch Erinnerungsl\u00fccken tats\u00e4chlich immer \u00e4hnlich Spuren wie auch unser Handeln in und mit der Umwelt. Dies aufzusp\u00fcren und zu verdeutlichen, ohne den ber\u00fchmten Zaunpfahl hinter dem sprichw\u00f6rtlichen Ofen hervorzuzaubern (die Vermischung zweier Sprichw\u00f6rter kann manchmal doch sehr fruchtbar sein), kann als eines der zentralen Anliegen gedeutet werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Skulls and things<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Seit 2010 sammelt er kleine Alltagsgegenst\u00e4nde und Sch\u00e4del von Tieren, welche er mit Metallfarben \u00fcberzieht. Die Gegenst\u00e4nde werden danach von allen Seiten fotografiert und digitalisiert. Mit einem speziellen Umrechnungsprogramm k\u00f6nnen die Objekte nun mit 3D \u2013Druckern ausgeplottet und zusammengesetzt werden, um sie daraufhin mit Chrom zu beschichten. W\u00f6rtschel nutzt hier modernste Reproduktionstechnik, um Gegenst\u00e4nde aus dem Erfahrungsraum in die Kunstwelt zu katapultieren und mit einer sehr reduzierten Pr\u00e4sentation den Betrachter hilflos stehen zu lassen. Es gibt keine Ikonologie des Vergleichs, die Objekte wirken irrational und abweisend, bekommen einen edlen Charakter, der jegliches k\u00f6rperliche Empfinden verstummen l\u00e4sst. Der Betrachter betrachtet so in den spiegelnden Fl\u00e4chen nur sich selbst und seine Umwelt in verzerrter und verrenkter Weise. Erst im Zur\u00fccktreten wird die gesamte Form \u00fcberhaupt sichtbar, wenn nicht sogar \u00fcberschaubar. Die Reaktionen des Publikums reichten so auch von Abscheu bis fast irrationaler Bewunderung, von Gleichg\u00fcltigkeit bis Faszination. Es gibt kein Dazwischen, entweder hassen die Menschen diese Reihe oder sie verg\u00f6ttern diesen K\u00fcnstler des fehlenden Seins. In einigen Berichten wurden Vergleiche mit den Readymades von Marcel Duchamp gewagt, wobei dies nat\u00fcrlich schon wegen ihrer Machart nicht richtig sein kann. Andere sahen Bez\u00fcge zu Jeff Koons, der seine Skulpturen nach eigenen Entw\u00fcrfen gerne von erfahrenen Handwerkern anfertigen l\u00e4sst. Vergessen wird hierbei allerdings der grundlegend verschiedene Ansatz. Bei Koons kann der Hintergrund der Markttauglichkeit nicht verleugnet werden, W\u00f6rtschel interessiert sich offenbar gar nicht daf\u00fcr, \u00fcberl\u00e4sst den Galeristen oder \u00f6ffentlichen Orten nach der Pr\u00e4sentation das Produkt. Ihm scheint es also gar nicht um die im klassischen oder transklassischen Sinne\u00a0 angefertigte Manifestation der Gedanken zu gehen, sondern darum, dass die Idee an sich realisiert wird. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">asphaltics \u2013 forms, structurefields and lines<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die vergangenen Jahre des Stillstands im Stra\u00dfenbau, bei den Renovierungen unseres Wegesystems haben die Oberfl\u00e4chen rei\u00dfen lassen. Mancherorts fehlen gar ganze St\u00fccke des Oberfl\u00e4chenmaterials und offenbaren zwar sehr malerisch, jedoch f\u00fcr Fahrzeuge jeglicher Art durchaus gef\u00e4hrlich, die darunter liegenden Schotterschichten. Die knappe Kassenlage der Kommunen zwingt zum Sparen. In einigen St\u00e4dten suchte man nach L\u00f6sungen, die verschiedene Aspekte mit einander verbinden. Bei einem dieser \u00f6ffentlichen Workshops schlug W\u00f6rtschel ein neues System vor, das einerseits die sozialen Aspekte von jungen K\u00fcnstlern verbessert, andererseits durch die Aktivit\u00e4t des Zeichnens im \u00f6ffentlichen Raum den Belag der Stra\u00dfen signifikant zum Positiven ver\u00e4ndert. S\u00e4mtliche Stra\u00dfenrisse sollen durch den kreativen und vor allem eigenst\u00e4ndig \u00e4sthetischen Gebrauch von Bitumen aus speziellen Kannen gekittet werden. So entstehen auf s\u00e4mtlichen Landstra\u00dfen mit der Zeit eng gewobene Zeichnungsgespinste, welche sich durchaus \u00fcber hunderte von Metern, wenn nicht sogar Kilometern ziehen k\u00f6nnen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">So er\u00f6ffnen sich den K\u00fcnstler v\u00f6llig neue M\u00f6glichkeiten der Realisation. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach l\u00e4ngerer Beratung der Aussch\u00fcsse wurde Laik W\u00f6rtschel ein Stipendium in der Gemeinde M\u00f6hnesee zugedacht. Er repariert mit Hilfe von Bitumen diese Risse, erstellt riesige Zeichnungen auf den Stra\u00dfen und kann endlich die Entw\u00fcrfe realisieren, die er bereits zu Beginn des Studiums zu Papier gebracht hatte. An dieser Stelle kommt ihm nun auch sein eigenes Archivsystem zugute. S\u00e4mtliche Zeichnungen, es m\u00f6gen mehrere tausend St\u00fcck sein, wurden als w\u00e4rmed\u00e4mmende Ma\u00dfnahme in Apfelsinenkisten an den W\u00e4nden seines Apartments gestapelt. Auch hier zeigt sich im \u00dcbrigen, dass Kunst durchaus funktional sein kann, oder zumindest so genutzt werden kann, immer dann, wenn der Nutzer die Offenheit hierf\u00fcr ha<\/span>t.<\/p>\n<div style=\"width: 466px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/IMG_8022.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/IMG_8022-1024x682.jpg\" alt=\"IMG_8022\" width=\"456\" height=\"303\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Aus der Reihe &#8222;Asphaltics&#8220; von Laik W\u00f6rtschel<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">S<span style=\"color: #000000;\">ein Repertoire reicht von einfachsten, fast archaisch anmutenden Figurenzeichnungen bis hin zu riesigen Landschaftsformationen. Vor allem Autofahrer sind immer wieder verwundert, wenn sie den jungen Mann auf ihrer Stra\u00dfe stehen sehen, wie er mit einer simplen Kanne die dunkle Fl\u00fcssigkeit laufen l\u00e4sst. Immer in h\u00f6chster Konzentration. Immer mit einem freundlichen L\u00e4cheln im Gesicht. Er wei\u00df, dass er wieder einmal eine M\u00f6glichkeit gefunden hat, die Landschaft nachhaltig zu ver\u00e4ndern.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Laik W\u00f6rtschel &#8211; Ein K\u00fcnstler der Stille<\/strong>. Katalog Soest, 2009. Edition Das Labor. Hrsg.: Arbeitskreis Asphalt und Beton rund um den M\u00f6hnesee.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Bereits im Jahr 1999 wird er das erste Mal voller Erstaunen in einem Artikel des Feuilletons der S\u00fcddeutschen Zeitung benannt, in welchem \u00fcber die Kunst des zuk\u00fcnftigen Jahrtausends breit spekuliert wurde. \u201eEine radikal zur\u00fcckgezogene Position des Versteckens in der&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/12\/10\/laik-woertschel-ein-kuenstler-der-stille\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":2544,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[307],"class_list":["post-46371","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-laik-wortschel"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46371","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=46371"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46371\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46371"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46371"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46371"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}