{"id":46265,"date":"2018-05-10T00:01:01","date_gmt":"2018-05-09T22:01:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=46265"},"modified":"2019-10-02T20:50:13","modified_gmt":"2019-10-02T18:50:13","slug":"fehlversuche","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/05\/10\/fehlversuche\/","title":{"rendered":"Fehlversuche"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">WARUM nicht mit dem Ort beginnen? So, als g\u00e4be es eine Einheit des Ortes in dieser Geschichte wie in anderen Geschichten, aber wenn die Seele, wie es hei\u00dft, Pr\u00fcgel bezogen hat, wei\u00df man nicht, wo oben ist, wo unten, es ist wie in einem Traum, es ist wie nach einem Erdbeben, und doch muss diese Geschichte wie alle Geschichten an einem Ort beginnen, und so beginnt sie in einem Geburtszimmer, ganz einfach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war einmal ein Kind, das wie die meisten Kinder au\u00dferhalb eines M\u00e4rchens geboren wurde in einer Zeit, in der das W\u00fcnschen helfen sollte, aber nicht konnte, wenige Monate vor dem Bau der Berliner Mauer n\u00e4mlich, aber Berlin liegt fern und Politik interessiert das Kind nicht, das Kind erlebt die ersten Augenblicke seines Lebens im Geburtszimmer einer Ruhrgebietsklinik, grau sind die H\u00e4user der Reviermetropole, grau ist der Feinstaubhimmel \u00fcber ihnen, die Mutter des Kindes empfindet das Wetter als pers\u00f6nliche Beleidigung, Grau ist hier keine Farbe, sondern ein Zustand, Krupp ist allgegenw\u00e4rtig, sogar in der Heilkunde, die eine Krankheit nach ihm benannt hat, an der viele S\u00e4uglinge und Kleinstkinder sterben, aber nicht dieses Kind, denn sonst w\u00e4re seine Geschichte schon zu Ende, die doch gerade erst ihren Anfang nimmt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">aus: <strong>Fehlversuche<\/strong> &#8211; Kein Kinderbuch von Elke Heinemann. edition taberna kritika, 2018<\/div>\n<div>\n<p class=\"hide-if-no-js\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=46265&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266 size-266x266 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Cover.png\" sizes=\"auto, (max-width: 168px) 100vw, 168px\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Cover.png 400w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Cover-190x300.png 190w\" alt=\"\" width=\"168\" height=\"266\"\/><\/a>Marillenlik\u00f6r, Eierlik\u00f6r und vor allem zu viel J\u00e4germeister trinkt die Mutter der sechsj\u00e4hrigen Elisa Mitte der 1960er Jahre Nacht f\u00fcr Nacht, bevor sie zu einer lautstarken Maria-Callas-Imitation anhebt, w\u00e4hrend der Vater auf einer scheinbar endlosen Dienstreise das famili\u00e4re Drama ignoriert. Das Kind erfindet f\u00fcr sich die Zwillingsschwester Alise und beginnt, in der dritten Person Singular seine \u201ewahre Geschichte\u201c zu schreiben, die es in der Ich-Form beenden kann, als es kein Kind mehr ist. Sarkasmus und Ironie, sprachliche Verdichtungen und metaphorische Verschiebungen zeichnen die Prosa von \u201eFehlversuche\u201c aus: Ein Buch \u00fcber ein Kind, das explizit kein Kinderbuch ist.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WARUM nicht mit dem Ort beginnen? So, als g\u00e4be es eine Einheit des Ortes in dieser Geschichte wie in anderen Geschichten, aber wenn die Seele, wie es hei\u00dft, Pr\u00fcgel bezogen hat, wei\u00df man nicht, wo oben ist, wo unten, es&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/05\/10\/fehlversuche\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":46266,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2110],"class_list":["post-46265","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-elke-heinemann"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46265","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=46265"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46265\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46265"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46265"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46265"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}