{"id":45798,"date":"2018-03-17T00:01:31","date_gmt":"2018-03-16T23:01:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=45798"},"modified":"2019-10-02T20:53:52","modified_gmt":"2019-10-02T18:53:52","slug":"heute-bei-langmann-zu-besuch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/03\/17\/heute-bei-langmann-zu-besuch\/","title":{"rendered":"Heute bei Langmann zu Besuch"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Es ist die Leere des Sichtbaren, des nicht Benennbaren. Was hier verboten, ist dort legal, Geldstr\u00f6me sind grenzu\u0308bergreifend neutral. Der Kleinkriminelle ist nur ein Parasit am K\u00f6rper des gro\u00dfen Gesch\u00e4fts. Zugang und Einblick bleiben ihm versperrt.<\/em><\/span><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Unruhe stand Stern ins Gesicht geschrieben. Die Streife m\u00fcsste in 5 Minuten durch die Koloniestr. kommen. Eine Woche lang hatte er alles vorbereitet, Nach f\u00fcr Nacht, regnerische Tage und jetzt das.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eKomm, halt das verdammte Ding gerade, so schaffen wir das nie&#8220;, zischte Stern seinen Partner an und schob sich die M\u00fctze tiefer ins Gesicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDich lachen doch die Bullen aus, wenn sie sehen, wie du hier rummachst.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eHalts Maul&#8220;, brummte Freddy, \u201edu siehst doch, was hier los ist, halts Maul.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er lie\u00df sich nicht bei der Arbeit st\u00f6ren. Das Schloss war st\u00e4rker als erwartet. Ein Wagen bog um die Ecke. Quietschende Reifen, die Scheibenwischer zirpten auf der nassen Windschutzscheibe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8218;Wenn uns jetzt noch einer sieht&#8216;, dachte Stern, blickte ver\u00e4chtlich auf Freddy und knipste die Taschenlampe wieder an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eKomm, Freddy, versuchs noch mal!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieder Stille, nur das monotone Nieselger\u00e4usch und das Kratzen von Werkzeug auf Metall.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAlles klar!&#8220; triumphierte Freddy.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Schloss war geknackt. Er strich mit der Hand \u00fcber seine Bartstoppeln und schob sich durch den T\u00fcrrahmen. Die T\u00fcr quietschte in den Scharnieren. Sie blickten sich unruhig in der Halle um. Nichts zu sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eHoffentlich pennt der Nachtw\u00e4chter, soll ja ne taube Nuss sein.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eNa, wieder Muffen sausen?&#8220; schnarrte Stern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er hatte wieder diese Schei\u00dflaune, der dicke Sch\u00e4del von letzter Nacht machte ihm noch zu schaffen. Mit ihm war nicht zu reden. Harry hatte wieder solche Anspielungen wegen Susi gemacht. &#8218;Das Aas&#8216;, dachte Stern. &#8218;Denkt, der kann sich alles erlauben mit seiner billigen Pinte.&#8216;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie durchschritten den Korridor nach rechts. Die milchige Notbeleuchtung machte die Taschenlampe \u00fcberfl\u00fcssig, bot aber auch keinen Schutz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freddy zurrte seine Jacke zurecht. Die Bew\u00e4hrungsstrafe sa\u00df ihm noch im Nacken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er hatte seine alte Ruhe verloren. Zu nerv\u00f6s, zu viele Durchh\u00e4nger. Er hatte sogar angefangen, Selbstgespr\u00e4che zu f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt an der H\u00fctte des Nachtw\u00e4chters vorbei. Alles war ruhig. Es schien, als k\u00f6nnte man das Atmen im ganzen Raum h\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie mussten vorsichtig sein mit ihren Kreppsohlen auf dem PVC-Belag. Sie duckten sich unter dem Fenster des Nachtw\u00e4chters, schlichen darunter vorbei. Das Licht brannte, zum Gl\u00fcck war die T\u00fcr angelehnt. Sie konnten unbemerkt vorbei. Stern blinzelte durch den T\u00fcrspalt, wagte dann mutig einen Seitenblick durchs Fenster. Stern wurde blass. Er blieb f\u00fcr einen Moment wie versteinert, drehte sich dann um und fixierte Freddy.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Typ ist weg!&#8220; schnaubte er.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"layoutArea\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Auszug aus <strong>Stern &amp; Freddy<\/strong>, eine Gaunerkom\u00f6die von Andreas G\u00f6x. E-Book, Books on Demand (2017)<\/p>\n<p class=\"hide-if-no-js\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=45798&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266 size-266x266 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Cover-1.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 218px) 100vw, 218px\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Cover-1.jpg 218w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Cover-1-150x150.jpg 150w\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"218\"\/><\/a>Alltag in Ganovenkreisen, Folklore im Spiegel der Zeit. Laurel und Hardy landen in Berlin. Sie hei\u00dfen jetzt Stern &amp; Freddy. Es geht um einen Einbruch bei Langmann, der hohe Wellen schl\u00e4gt, einT\u00e4uschungsman\u00f6ver mit fatalen Konsequenzen. Sterns Bruder sitzt im Knast. Freddy ist der Ersatzmann. Ein loyaler Partner, der aber in Frage gestellt wird. Freddy will sich beweisen, sucht Sterns Freundschaft. Stern hat keine Zeit f\u00fcr so was. Freddy wei\u00df nicht, wo er steht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sind die 1990er, das hei\u00dft Globalisierung und organisierte Kriminalit\u00e4t. Das ehrliche Handwerk ist bedroht, der Kleinkriminelle sucht Nischen, nur die pers\u00f6nlichen Kontakte k\u00f6nnen einen \u00fcber Wasser halten. Das ist die Welt von <em>Stern &amp; Freddy<\/em>.&nbsp; Eine vergessene Welt: D-Mark Zeiten, gelbe Telefonzellen, Tonb\u00e4nder, Schreibmaschinen und Anrufbeantworter mit Fernabfrage. Ohne Handy, ohne Netz, wie geht das alles ohne zu googeln?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Stern &amp; Freddy<\/em> ist die Fortsetzung der fotografischen Arbeit von Andreas G\u00f6x zum Thema <a href=\"http:\/\/www.fleshpoint.de\">Stadtemotion<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist die Leere des Sichtbaren, des nicht Benennbaren. Was hier verboten, ist dort legal, Geldstr\u00f6me sind grenzu\u0308bergreifend neutral. Der Kleinkriminelle ist nur ein Parasit am K\u00f6rper des gro\u00dfen Gesch\u00e4fts. Zugang und Einblick bleiben ihm versperrt. 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