{"id":45642,"date":"2018-09-04T00:01:55","date_gmt":"2018-09-03T22:01:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=45642"},"modified":"2018-09-04T22:04:27","modified_gmt":"2018-09-04T20:04:27","slug":"herbstvogel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/09\/04\/herbstvogel\/","title":{"rendered":"Herbstvogel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Samstagmorgens gibt es nur eines zu tun: aus dem Haus und hinein ins st\u00e4dtische Marktvergn\u00fcgen. Hier stehen tats\u00e4chlich noch echte Gem\u00fcsebauern und bieten ihre eigenen Waren an, oder die, welche sie von ihren Nachbarn \u00fcbernommen haben. Die Soester B\u00f6rde gibt eine unglaubliche Masse an Feldfr\u00fcchten her. Neben den diversen Salaten, auch die Kohlsorten, die immer gerne gegessen werden, Pastinaken, Petersilienwurzel, Sellerie und Steckr\u00fcben, Rote Beete, Kartoffeln, Lauch, Zwiebeln, Petersilie und vieles mehr. Und hier ist es viel g\u00fcnstiger, als mancher denkt. Frisches Gem\u00fcse kostet deutlich weniger, als die tiefgek\u00fchlten Waren, die in manchen Haushalten heute verwendet werden. Packung auf, in den Topf, fertig, hinunterschlingen, weitermachen. Das geht bei frischem Gem\u00fcse nicht. Man muss zubereiten. War nicht die Theorie einer Freundin gewesen, dass Feinschmecker niemals dick werden k\u00f6nnen, weil die Sachen einfach teuer sind, so dass man sich eigentlich nicht genug leisten kann, um wirklich satt zu werden. Frisches Gem\u00fcse allerdings ist Feinschmeckerkost pur, zu einer Kostenstruktur, die sich auch nicht ganz reiche Leute leisten kann. Die einw\u00f6chige Versorgung mit Gem\u00fcse und Kartoffeln auf dem Markt kostet gerade mal rund zehn bis f\u00fcnfzehn Euro. Teuer waren Lebensmittel wie K\u00e4se, Fisch und gutes Fleisch. Herr Nipp jedenfalls liebte diese G\u00e4nge \u00fcber den kleinst\u00e4dtischen Markt, liebte es, wenn er dort Leute traf und einige W\u00f6rter wechselte. Die meisten H\u00e4ndler kannten ihn entweder von Sehen, teilweise sogar mit Namen. Wenn er etwas in der vorigen Woche bestellt hatte, dann brauchte er sich nur sehen zu lassen und man holte das Gew\u00fcnschte aus dem Wagen. In der vergangenen Woche waren die Haseln\u00fcsse aus gewesen, so konnte er sich dieses Mal \u00fcber das Kilogramm freuen, welches ihm sofort auf den Tresen gelegt wurde. K\u00f6stlichkeiten in harter Schale. Je nach Sorte zwischen 2,50 Euro und 4,90, auf jeden Fall billiger als in jedem Gesch\u00e4ft. Auf dem R\u00fcckweg h\u00f6rte er dieses Mal leider einige Schritte vor sich das typische Ger\u00e4usch, wenn ein Vogel vor die Scheibe fliegt. Nur etwas leiser. Ein Wintergoldh\u00e4hnchen, mit den typisch gelbschwarzen Streifen am Kopf echter Borussenfan, es w\u00fcrde diesen Winter nicht mehr durch die Felder und W\u00e4lder streichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Mittelma\u00df der Welt<\/strong>, unerh\u00f6rte Geschichten von Herrn Nipp, dokumentiert auf KUNO 1994 &#8211; 2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu einem begehrten Sammlerst\u00fcck hat sich die\u00a0Totholzausgabe von Herrn Nipps <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12766\"><em>Die Angst perfekter Schwiegers\u00f6hne<\/em><\/a> entwickelt. Zudem belegt sein Taschenbuch <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=9294\"><em>Unerh\u00f6rte M\u00f6glichkeiten<\/em><\/a>, da\u00df man keinen Falken mehr verzehren muss, um novellistisch t\u00e4tig zu sein. Herr Nipp dampft die Gattung der Novelle konsequent zu <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=899\"><em>Twitteratur<\/em><\/a> ein. Haimo Hieronymus\u00a0pr\u00e4sentiert zudem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=41385\"><em>\u00dcber Heblichkeiten, Floskeln und andere Ausrutscher<\/em><\/a> aus den Notizb\u00fcchern des Herrn Nipp.<\/p>\n<p class=\"hide-if-no-js\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=41697&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266 size-266x266 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Zyklop-e1518878819380.jpg\" alt=\"\" width=\"177\" height=\"266\" \/><\/a>In 2018 kommt etwas Gewichtiges auf Sie zu. <i>Zyklop I<\/i> ist mit einer partikularen Sichtweise eine ebenso wunderbare, wie irritierende Erfahrung. Das eine ist nicht vom anderen zu trennen, denn Haimo Hieronymus will unbestreitbar Sch\u00f6nheit schaffen und er will hier nicht weniger als von allem erz\u00e4hlen: Vom Gro\u00dfen, Ganzen, vom Kosmos, von der Sch\u00f6pfung. Gar vom Leben selbst, indem er in die Vollen greift, ohne Angst, etwas falsch zu machen. Kunst erkennt man daran, da\u00df sie das Ewige sichtbar macht, Bilder werden zu einem idealen Erkenntnismedium. <i>Zyklop I<\/i> ist ein sakrales Kunstprojekt ohne religi\u00f6se Dogmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur <i>Subscription<\/i> freigegeben: <b>Zyklop I,<\/b> Fotobuch von Haimo Hieronymus, Edition Das Labor. Erscheint im September 2018 in einer limitierten Auflage von 100 Exemplaren. Freunde und F\u00f6rderer werden im Katalog mit einer W\u00fcrdigung dokumentiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfragen zu <i>Zyklop I<\/i> und den bibliophilen Kostbarkeiten \u00fcber die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W<\/strong><strong>eiterf\u00fchrend \u2192<\/strong> Zum Thema K\u00fcnstlerb\u00fccher finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Vertiefend auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Samstagmorgens gibt es nur eines zu tun: aus dem Haus und hinein ins st\u00e4dtische Marktvergn\u00fcgen. 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