{"id":45236,"date":"2019-07-08T00:01:11","date_gmt":"2019-07-07T22:01:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=45236"},"modified":"2019-07-02T17:09:17","modified_gmt":"2019-07-02T15:09:17","slug":"bumerang","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/07\/08\/bumerang\/","title":{"rendered":"Bumerang"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das einzige Tor fiel in der letzten Sekunde. Als der Zauberer noch einmal ins Eis stieg, wurde es totenstill. Die Luft \u00fcber der wei\u00dfen Fl\u00e4che kochte, die Haut der Arena bl\u00e4hte auf, bis der Himmel \u00fcber den K\u00f6pfen platzte. Tausende ahnten das Ungeheuerliche. Der Zauberer hieb die Kufen ins splitternde Kristall und schwang den Schl\u00e4ger hoch \u00fcber den Helm. Dann schlug er zu. Im Spiel seines Lebens schnitt er den Puck so scharf an, dass er vom Eis zu den Scheinwerfern aufstieg, im Auge des Flutlichts drehte und wieder zur\u00fcckschoss. Die schwarze Scheibe prallte aufs blanke Eis, direkt vor die F\u00fc\u00dfe des Sch\u00fctzen, zischte steil unter den Helm und zerschmetterte Kiefer und Stirn. Sand fiel knirschend ins kalte Feld. Der Mann wankte und fiel mit dem Puck zwischen den Augen ins gegnerische Tor. Von den Sternen schwebte Wrigleys d\u00fcnner Stoff ins Bild.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kritische K\u00f6rper<\/strong> von Ulrich Bergmann,\u00a0Pop Verlag Ludwigsburg, 2006<\/p>\n<p class=\"hide-if-no-js\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=45119&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266 size-266x266 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/KoerperCover-e1512293256786.jpg\" alt=\"\" width=\"185\" height=\"266\" \/><\/a>Ulrich Bergmann bezeichnet den Zyklus <em>Kritische K\u00f6rper<\/em> als \u201aCriminal Phantasy\u2019. Der Leser findet in diesen Kurzgeschichten eine f\u00fcr diesen Autor typische Montagetechnik, unterst\u00fctzt durch einen imagistischen Bildgebrauch und die Verwendung extremer Bilder. Von der Figurenzeichnung bis zum Handlungsablauf ist jederzeit klar, wie in diesem Zyklus die moralischen Grenzen verlaufen. Bergmann schreibt gegen den dr\u00f6gen Realismus der modernen Literatur an, und in der Tat besteht das Realistische seiner Literatur darin, das Grausame in seine Texte einflie\u00dfen zu lassen, wobei sie plausible Beschreibungen des Innen und des Au\u00dfen seiner Figuren auch ins Fantastische verl\u00e4ngern. Er erkl\u00e4rt uns eine Welt, in der sich die Bedeutung der Wirklichkeit nicht an der Oberfl\u00e4che erschlie\u00dft. Der Leser muss sich selber von der Abgr\u00fcndigkeit \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong>Lesen Sie auch zum Zyklus <em>Kritische K\u00f6rper<\/em> den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15183\">Essay<\/a> von Holger Benkel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das einzige Tor fiel in der letzten Sekunde. Als der Zauberer noch einmal ins Eis stieg, wurde es totenstill. Die Luft \u00fcber der wei\u00dfen Fl\u00e4che kochte, die Haut der Arena bl\u00e4hte auf, bis der Himmel \u00fcber den K\u00f6pfen platzte. 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