{"id":44941,"date":"2017-11-22T00:01:52","date_gmt":"2017-11-21T23:01:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=44941"},"modified":"2021-12-16T21:03:48","modified_gmt":"2021-12-16T20:03:48","slug":"ein-hauch-von-ewigkeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/22\/ein-hauch-von-ewigkeit\/","title":{"rendered":"Ein Hauch von Ewigkeit"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 130px\" class=\"wp-caption alignright\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=44941&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Buchautomat_Original.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Buchautomat_Original.jpg 998w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Buchautomat_Original-136x300.jpg 136w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Buchautomat_Original-768x1697.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Buchautomat_Original-463x1024.jpg 463w\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"266\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Der Reclam-Automat, ab 1912 u.a. auf Bahnh\u00f6fen und auf Ozean-Dampfern.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anfang war das Wort, konkret, eine Leihbibliothek mit einem Lesesaal. Das war 1828, als Anton Philipp Reclam, von Beruf Buchh\u00e4ndler und 22 Jahre z\u00e4hlend, sich von seinem Vater 3000 Taler lieh und die Lokalit\u00e4t kaufte. Sie lag inmitten von Leipzig, am Naschmarkt, bekannt als \u201eLiterarisches Museum\u201c. Nun wird die Universal-Bibliothek 150 Jahre alt. Zum Geburtstag zeigt eine Ausstellung, wie die gelben Heftchen die Klassikerlekt\u00fcre ver\u00e4ndert haben. Im November 1867 wurden Werke von 30 Jahre und l\u00e4nger zuvor verstorbenen Autoren rechtefrei. P\u00fcnktlich am 10. November kam Reclams neue &#8222;Universal-Bibliothek&#8220; auf den Markt, Goethes &#8222;Faust\u2013 Erster Theil&#8220; war die Nummer 1. Als <em>Reclam-Hefte<\/em> sind die B\u00fccher der <em>Universal-Bibliothek<\/em> des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reclam-Verlag\">Reclam-Verlags<\/a> bekannt. Bei \u00e4u\u00dferster Sparsamkeit in der Ausstattung wird deutsche und internationale Literatur zu einem g\u00fcnstigen Preis angeboten und findet sie inzwischen besonders in der schulischen und universit\u00e4ren Bildung Verwendung. Ausgehend vom <em>Klassikerjahr<\/em> 1867 wird anhand ausgew\u00e4hlter Exponate aus der Leipziger Produktion \u2013 zumeist aus der Sammlung von Dr. habil. Hans-Jochen Marquardt, Halle (Saale) \u2013 der Blick auf Buchgestaltung, technische Herstellung und Werbemethoden, aber auch auf die Themen Feldb\u00fccherei oder die <abbr title=\"Reclams Universal-Bibliothek\">RUB<\/abbr> in der <abbr title=\"Deutsche Demokratische Republik\">DDR<\/abbr> gerichtet. In der Ausstellung sehen wir auch den ersten Buchautomaten mit dem die Reclam-Ausgaben rund um die Uhr erh\u00e4ltlich waren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>\u00c4hnlich hab\u2018 ich, als rund F\u00fcnfzehnj\u00e4hriger, Monate \u00fcber einem GesamtVerzeichnis der RECLAM Bibliothek vertr\u00e4umt.<\/em> <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Arno Schmidt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/100.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-19128\" title=\"100\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/100-300x238.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"190\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/100-300x238.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/100.jpg 570w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a>Sieht aus, wie Reclam, ganz anderer Inhalt. Was die Betreiber von SuKuLTur anfertigen erinnert die KUNO-Redaktion spontan an den hervorragend edierten Band, den die beiden KRASH-Protagonisten Enno Stahl und Dietmar Pokoyski herausgegeben haben, die umfangreiche Festschrift &#8222;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1998\/08\/18\/wo-aktion-lit-zusammen-laufen\/\">100 Jahre KRASH-Verlag<\/a>&#8220; zum Verlagsjubil\u00e4um. Der im Dezember 1988 bezeichnenderweise in der Ultimate Akademie gegr\u00fcndete KRASH-Verlag hat sich noch nie lediglich auf die Herausgabe konventioneller B\u00fccher beschr\u00e4nkt. &#8222;100 Jahre KRASH-Verlag&#8220; ist eine Publikation, die man bei aller ironischen Doppelb\u00f6digkeit als Hommage an Reclam verstehen sollte!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Perspektiven herausmodellieren<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Massenauflagen zum billigen Preis \u2013 dieses Konzept hat Anton Philipp Reclam ber\u00fchmt gemacht. 100 Jahre sp\u00e4ter f\u00f6lgte bei Krash die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/11\/perlen-des-trash-%c2%b7-revisited\/\">Gossenheftreihe<\/a>. Die Betreiber von <a href=\"http:\/\/www.sukultur.de\/komplett.html\">SuKuLTuR<\/a> haben die Tradition des Krash-Verlags bewu\u00dft oder unbewu\u00dft weitergef\u00fchrt. Im Dezember 2003 starteten sie ihr Projekt. Elf Berliner <em>Vendingautomaten<\/em> der Firma Quickland wurden mit jeweils f\u00fcnf verschiedenen Ausgaben der SuKuLTuR-Leseheftreihe &#8222;Sch\u00f6ner Lesen&#8220; ausgestattet. An diesen Automaten konnte man nun nicht nur Weingummi, Schokoriegel, Kaugummi, Marmorkuchen und sonstiges Naschwerk erwerben, sondern auch Literatur. F\u00fcr einen Euro.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Wer hats erfunden?<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_19132\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/20111120_ja_meth_076.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-19132\" class=\"size-medium wp-image-19132\" title=\"20111120_ja_meth_076\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/20111120_ja_meth_076-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/20111120_ja_meth_076-199x300.jpg 199w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/20111120_ja_meth_076.jpg 666w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-19132\" class=\"wp-caption-text\">Der Prototyp, ein ART-O-MAT von Haimo Hieronymus, Photo: Dieter Meth<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Idee Kunst aus einem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6220\">ART-O-MAT<\/a> zu ziehen ist charmant. KUNO zitiert aus dem Artikel &#8222;Kunst aus dem Automaten&#8220; aus dem Jahr 2007 von Achim Benke f\u00fcr die <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/wp\/region\/rhein_ruhr\/kunstobjekte-aus-dem-automaten-id1648926.html\">Westfalenpost<\/a>:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Automaten ja, aber was ist ein Artomat? Der Neheimer K\u00fcnstler Haimo Hieronymus hatte 1997 eine Idee, als neue Zigarettenautomaten aufgestellt wurden. Er fragte sich, was passiert mit den alten Ger\u00e4ten und wie kann man sie neu nutzen. \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2026 Er steckte kleine Kunstobjekte in bunte Schachteln und best\u00fcckte den Automaten. F\u00fcr kleines Geld erwirbt man Kunst und hat ein Unikat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wie kamen Sie auf diese Idee?<\/em><br \/>\nMir fiel 1997 auf, dass neue Zigarettenautomaten in der Stadt angebracht wurden. Da kam mir die Idee die \u201cAlten\u201d doch nutzen zu k\u00f6nnen, um kleine Kunstobjekte in Schachteln zu verkaufen. Au\u00dferdem ist Kunst in Schachteln ges\u00fcnder als Zigaretten. Vielleicht hat man das gro\u00dfe Gl\u00fcck gezogen, dass der Inhalt der Schachtel im Wert steigt \u2013 ganz im Gegensatz zur Zigarette.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ist diese Idee irgendwie gesch\u00fctzt?<\/em><br \/>\nVon mir nicht. Meine Meinung ist, dass Ideen der Kunst allen offen stehen sollten. Nachahmung ist notwendig, um sie weiterzubringen. Sich alle Kunstideen registrieren und sichern zu lassen, finde ich nicht zielf\u00fchrend. Man muss Ideen spinnen, um sie weiter zu denken. Das k\u00f6nnen doch auch andere machen. Kunst hat immer Denkblockaden verhindert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Was soll der Artomat bezwecken?<\/em><br \/>\nK\u00fcnstler sollten die M\u00f6glichkeit erhalten, sich zu vermarkten. Vielleicht kann man dadurch einem K\u00fcnstler ein kleines Einkommen verschaffen. Die Artomaten sollten an Orten (z.B. Bibliotheken, Museen) stehen, die etwas mit Kunst zu tun haben. Somit wird Kunst f\u00fcr jedermann zug\u00e4nglich.\u201c<\/p>\n<p>Bildung f\u00fcr alle, kaum eine Idee ist derzeit mehr aktuell.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Universal. Reclams Jahrhundertidee<\/strong> \u2013 Leipzig 1867 bis 1990, bis 3. Juni 2018. Buch\u2013 und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek, Leipzig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Im Anfang war das Wort, konkret, eine Leihbibliothek mit einem Lesesaal. Das war 1828, als Anton Philipp Reclam, von Beruf Buchh\u00e4ndler und 22 Jahre z\u00e4hlend, sich von seinem Vater 3000 Taler lieh und die Lokalit\u00e4t kaufte. 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