{"id":44632,"date":"2013-04-20T00:01:00","date_gmt":"2013-04-19T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=44632"},"modified":"2023-03-24T08:37:05","modified_gmt":"2023-03-24T07:37:05","slug":"die-erhellenden-ansichten-eines-gewissen-herrn-hitler","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/04\/20\/die-erhellenden-ansichten-eines-gewissen-herrn-hitler\/","title":{"rendered":"Die erhellenden Ansichten eines gewissen Herrn Hitler"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber Adolf Hitler wird man vermutlich alles Schlechte dieser Welt sagen k\u00f6nnen. Und die Wahrscheinlichkeit ist recht gro\u00df, dass man mit kaum einer dieser Aussagen v\u00f6llig daneben liegt. Aber eines muss man dem Gr\u00f6fatzke, bei allem Widerwillen, zugute halten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In geradezu entwaffnender Ehrlichkeit und schonungsloser Offenheit hat er in \u00f6der Landsberger Festungshaft seine eigenwillige Interpretation der Weltgeschichte, seine Wert- und Wahnvorstellungen, Ideale und Endziele formuliert. Er legte in aller Ausf\u00fchrlichkeit dar, worin er die Ursache allen \u00dcbels sah. Und wie er vorzugehen gedachte, um diese endl\u00f6send zu tilgen vom Angesicht dieser Erde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Niederschrift der nationalsozialistischen Bibel \u201e<em>Mein Kampf<\/em>\u201c 1924\/25 war Hitler f\u00fcr alle, die es h\u00e4tten wissen wollen, wie ein offenes Buch. Auch f\u00fcr die Masse der arischen Herrenrasse, die in ihm, in pathetisch \u00fcberh\u00f6hter, heilsgewisser und pseudoreligi\u00f6ser Verehrung, ihren F\u00fchrer, ja: Erl\u00f6ser sah. Eine nur halbwegs aufmerksame Lekt\u00fcre h\u00e4tte ausgereicht, um zu erfahren, was Hitler von der Masse hielt: <em>nichts<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist, auch zum strukturellen Verst\u00e4ndnis heutiger Ereignisse, h\u00f6chst lehrreich zu erfahren, warum Hitler seine Botschaften so eindimensional anlegte. Sein Credo: Schlichte Botschaften f\u00fcrs schlichte Volk \u2013 das sichert den Erfolg bei den Massen. Oder um es mit seinen eigenen Worten zu sagen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eJede Propaganda hat volkst\u00fcmlich zu sein und ihr geistiges Niveau einzustellen nach der Aufnahmef\u00e4higkeit des Beschr\u00e4nktesten unter denen, an die sie sich zu richten hat &#8230; Damit wird ihre rein geistige H\u00f6he um so tiefer zu stellen sein, je gr\u00f6\u00dfer die zu erfassende Masse der Menschen sein soll.<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Adolf Hitler, <em>Mein Kampf<\/em> <em>, Kap. Kriegspropaganda<\/em> (1925)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erfolgreich kann Propaganda nur sein, wenn sie ein redundanter und penetranter Appell \u201e<em>an die weniger gebildete Masse<\/em>\u201c ist. Sie hat sich in ihrem Wirken \u201e<em>immer mehr auf das Gef\u00fchl\u201c <\/em>und<em> \u201edie gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfige Vorstellungswelt\u201c <\/em>zu richten, aber <em>\u201enur sehr bedingt auf den sogenannten Verstand<\/em>\u201c. Dabei \u201e<em>kann die Vorsicht bei der Vermeidung zu hoher geistiger Voraussetzungen gar nicht gro\u00df genug sein<\/em>\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr wie minderbemittelt muss der geliebte F\u00fchrer seine Herrenrasse zur G\u00e4nze gehalten haben, dass er so absch\u00e4tzig von ihrem geistigen Potenzial sprach? Oder war es vielleicht die Angst davor, dass eine intellektuell etwas anspruchsvollere Propaganda bei seinen Ariern wom\u00f6glich nicht niedere Instinkte angesprochen, sondern sie kontraproduktiv ins Gr\u00fcbeln gebracht h\u00e4tte?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So oder so: Es spricht B\u00e4nde, dass Hitler seinem Volk nur Propaganda auf unterstem geistigen Niveau zumutete: \u201e<em>Die Aufnahmef\u00e4higkeit der gro\u00dfen Masse ist nur sehr beschr\u00e4nkt, das Verst\u00e4ndnis klein, daf\u00fcr aber die Vergesslichkeit gro\u00df<\/em>\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Propaganda hat sich eben deshalb \u201e<em>auf wenig zu beschr\u00e4nken und dieses ewig zu wiederholen<\/em>\u201c, sie hat diese Punkte \u201e<em>schlagwortartig zu verwerten, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag<\/em>\u201c. Redundanz und Penetranz, das Mantra der Massensuggestion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<em>Das Gewollte<\/em>\u201c, so Hitler, darf dabei nicht etwas sein, was den Gegner l\u00e4cherlich macht. Nein. Es muss ein apokalyptisches Schreckensszenario gezeichnet werden, das diffuse \u00c4ngste ausl\u00f6st, eine irrationale Bedrohung darstellt, die in eine \u201e<em>grunds\u00e4tzlich subjektiv einseitige Stellungnahme<\/em>\u201c m\u00fcndet. Denn Propaganda hat eben nicht \u201e<em>objektiv auch die Wahrheit &#8230; zu erforschen, um sie dann der Masse in doktrin\u00e4ren Aufrichtigkeit vorzusetzen<\/em>\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz im Gegenteil: Nicht \u201a<em>doktrin\u00e4r aufrichtig\u2019<\/em> hat Propaganda zu sein, sondern indoktrin\u00e4r parteiisch, einseitig und hemmungslos subjektiv. Und so \u201e<em>ununterbrochen der eigenen (Wahrheit) zu dienen<\/em>\u201c. Auf gut Deutsch: Die Masse hat in bewusster Einseitigkeit systematisch und stereotyp manipuliert zu werden, um die finale Durchsetzung der \u201a<em>eigenen<\/em> <em>Wahrheit<\/em>\u2019 zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es darf also kein Zweifel bestehen, wer die <em>Deutungshoheit<\/em> hat. Und damit, wer entscheidet, was wahr ist: Die Wahrheit ist immer genau das, was die Machtelite als <em>Wahrheit<\/em> definiert. Und allen oktroyiert. \u00dcbrigens auch der Masse des deutschen vulgo arischen Volkes:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<em>Die Masse ist nicht in der Lage, nun zu unterscheiden, wo das fremde Unrecht endet und das eigene beginnt<\/em>\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man darf der tumben Masse blo\u00df nicht zu viel verschiedene Eindr\u00fccke oder Gedanken zumuten, alles muss so einfach wie das Volk gestrickt sein: Denn der \u201e<em>in seiner \u00fcberwiegenden Mehrheit so feminin<\/em>\u201c veranlagte Arier, sein ganzes Denken und Handeln wird allein bestimmt durch die \u201e<em>Primitivit\u00e4t der Empfindung<\/em>\u201c. Der \u201a<em>feminin<\/em> veranlagte Arier\u2019. Soso.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Propaganda nutzt stereotype Argumentationsmuster. Animalische Reiz-\/ Reaktionsschemata. Schlichte Denk- und Entscheidungsstrukturen. Gut vs. b\u00f6se. Wahrheit vs. L\u00fcge. Recht vs. Unrecht. Positiv vs. negativ. Wir vs. ihr. Mit gro\u00dfer Beharrlichkeit hat man der \u201e<em>feminin<\/em>\u201c konstituierten und geistig limitierten arischen Herrenmasse, die zudem noch an dem typisch deutschen \u201e<em>Objektivit\u00e4tsfimmel<\/em>\u201c leidet, mit \u201e<em>einer tausendfachen Wiederholung einfachster Begriffe<\/em>\u201c den ewig gleichen Inhalt bis in die letzten Windungen ihres archaischen Reptilienhirns zu h\u00e4mmern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solange, bis endlich die Tr\u00e4gheit der Masse \u00fcberwunden ist und diese unbesehen all das glaubt, was man ihr vorsetzt. Und sei es die Unwahrheit. Der gr\u00f6\u00dfte Unfug. Oder eben auch das gr\u00f6\u00dfte nur vorstellbare Unrecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eWer dich veranlassen kann, Absurdit\u00e4ten zu glauben, der kann dich auch veranlassen, Unrecht zu begehen.&#8220;<\/em> \u2028Voltaire, <em>Questions sur les miracles<\/em>, 11. Brief (1765)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um einzusehen, dass diese wirkm\u00e4chtige Struktur durchaus kein historischer Einzelfall ist, gen\u00fcgt bereits ein fl\u00fcchtiger Blick in die diversen Foren asozialer Medien. In unsch\u00f6ner Tradition werden auch hier diese so eing\u00e4ngigen wie simplifizierenden Gegens\u00e4tze gepredigt. Wir vs. ihr. Deutsch vs. undeutsch. Flei\u00dfige H\u00e4nde vs. schmarotzende Gutmenschen. Es geht einzig um <em>simple<\/em> Freund-Feind-Schemata f\u00fcr die <em>simple<\/em> Masse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Belang ist nicht, was der Andere sagt oder denkt. Ob er Recht hat oder Unrecht. Von Belang ist einzig, dass der Andere als \u201ader Andere\u2019 definiert wird. Als \u201aKeiner von uns\u2019. Als Au\u00dfenseiter. Ausgegrenzter. Fremder. Als Bedrohung, die klar benannt werden kann: <em>Wir<\/em> sind das Volk \u2013 <em>ihr<\/em> seid die Bedrohung<em>. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wir<\/em>: Das ist die Solidargemeinschaft der Bedrohten und Ver\u00e4ngstigten. Und ihre irrationale, diffuse Angst vor der subjektiv als real empfundenen Bedrohung ist nichts anderes als das eiserne Band, das sie zusammenschwei\u00dft: In einer Zeit des Traumas, der Unsicherheit und Orientierungslosigkeit erhebt sich Phoenix gleich ein neues v\u00f6lkisches Gemeinschaftsgef\u00fchl aus der Asche der Geschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine erwachende Identit\u00e4t, die, vice versa, die \u201a<em>Anderen\u2019<\/em> ausgrenzt. Mit dieser neu entstandenen Zugeh\u00f6rigkeit gibt es endlich wieder, zumindest in der subjektiven Wahrnehmung, klare, geordnete Verh\u00e4ltnisse. Sie geben dem \u201a<em>Wir\u2019<\/em> einen festen archimedischen Punkt, um ihre Welt, die f\u00fcr sie aus den Fugen zu geraten scheint, im Sinne dieser Solidargemeinschaft aus den Angeln zu heben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu werden ebenso diffuse Werte beschworen, auf die sie sich in weihevollen, quasireligi\u00f6s gestimmten Demonstrationen gemeinsam einstimmen. Werte, die sich nicht ansatzweise rational begr\u00fcnden lassen. Was aber auch \u00fcberhaupt nicht n\u00f6tig ist. Hauptsache, sie schaffen eine tiefe, innere Verbundenheit. Eine intuitive \u00dcbereinkunft der Ver\u00e4ngstigten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da l\u00e4sst sich jede noch so absurde Ansicht glaubw\u00fcrdig vertreten. Denn sie ist ja, siehe oben, die \u201a<em>eigene Wahrheit\u2019<\/em>. Ich mach mir die Welt widdewidde wie sie mir gef\u00e4llt. Das allein reicht. Auch denen, die diffuse \u00c4ngste, Vorstellungen und Werte zu ihren Zwecken instrumentalisieren wollen. Denn je diffuser, desto besser. Weil ungenauer. Unklarer. Und Unklarheit ist ein herrlicher Tummelplatz f\u00fcr alle m\u00f6glichen Interpretationen, die dann die neuen Heilsbringer einer erwachenden nationalkonservativen Bewegung, je nach Gusto oder situativer Erfordernis, flugs aus dem Hut zaubern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klarheit hingegen hie\u00dfe Aufkl\u00e4rung. Und Aufkl\u00e4rung motiviert zum Zweifel. Zweifel ist aber per se machtzersetzend. Autorit\u00e4tszerm\u00fcrbend. Dysfunktional. Sand im Getriebe. Denn er hat die Kraft, Pr\u00e4missen in Frage zu stellen, die doch das feste Fundament f\u00fcr eine neue Ordnung sein sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Somit wirkt Klarheit, zumindest f\u00fcr die Vertreter unserer neuen deutschen Schicksals-, Volks- und Wertegemeinschaft, potentiell destabilisierend, wohingegen irrationale, diffuse \u00c4ngste das fragile System stabilisieren. Verst\u00e4ndlich, dass ihre gr\u00f6\u00dfte Angst die ist, dass ihnen ihre diffusen \u00c4ngste genommen werden. Sie sind der Strohhalm, an dem sie sich klammern k\u00f6nnen: ihr verbindendes, identit\u00e4tsstiftendes Element.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit einher geht ein befriedigendes Gef\u00fchl von Zugeh\u00f6rigkeit und Orientierung in orientierungsloser Zeit. Es immunisiert zuverl\u00e4ssig gegen alle rationalen Argumente. Auch wenn die Bedrohung, wie die muslimische \u00dcberfremdung in Sachsen, Polen oder Ungarn, <em>objektiv<\/em> irreal ist, wird sie doch von ihnen <em>subjektiv<\/em> als unmittelbare, <em>reale <\/em>Bedrohung empfunden. Und damit <em>ist<\/em> sie eine Bedrohung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Differenz zwischen subjektiver Wahrnehmung und objektiver Realit\u00e4t. Dieses Ph\u00e4nomen haben die amerikanischen Soziologen Dorothy Thomas und William Thomas bereits 1928 beschrieben \u2013 sinniger Weise am Beispiel paranoiden Verhaltens: \u201e<em>Wenn die Menschen Situationen als wirklich definieren, sind sie in ihren Konsequenzen wirklich.\u201c <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2028Geradezu idealtypisch funktioniert dieser Mechanismus, wie der amerikanische Soziologe Robert Merton zeigte, bei sozialen Vorurteilen: Angenommen, ich behaupte, muslimische Fl\u00fcchtlinge sind eine Bedrohung f\u00fcr den sozialen Frieden und die Lebensqualit\u00e4t. Ganz egal, ob diese Behauptung nun objektiv begr\u00fcndet ist oder nicht \u2013 sie m\u00fcndet unweigerlich in der Forderung, muslimische Fl\u00fcchtlinge vor Ort auszuschlie\u00dfen, sie auszugrenzen, ihnen jegliche Integrationsm\u00f6glichkeit zu verwehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Folge sind fast zwangsl\u00e4ufig verst\u00e4rkte soziale Konflikte, auch innerhalb der Gruppe der Fl\u00fcchtlinge. Im Extremfall werden diese zu genau dem, was prognostiziert wurde: zu einer Bedrohung f\u00fcr den sozialen Frieden und der Lebensqualit\u00e4t. Resultat ist die Prophezeiung, die sich selbst erf\u00fcllt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Wertegemeinschaft, die diese irreale Bedrohung als ebenso als real empfindet, f\u00fchlt man sich solidarisch eingebettet. Und was alle Mitglieder dieser Wertegemeinschaft, der ja die alleinige Deutungshoheit zukommt, empfinden, wird als <em>die<\/em> Wahrheit wahrgenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das enthebt den Einzelnen vollst\u00e4ndig von der Notwendigkeit zur Rechtfertigung seiner objektiv kruden Ansichten. Und vermittelt ihm die subjektive Gewissheit, nicht nur im Recht zu sein. Sondern auch in allen Punkten recht zu haben. Keine Spur mehr von irgendwelchen st\u00f6renden kognitiven Dissonanzen. Endlich wieder heile Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eben deshalb ist jeder Diskurs mit exponierten Vertretern der NPD, der Pegida-Bewegung und der AfD nicht nur schwierig, sondern notwendigerweise zum Scheitern verurteilt. Ein solcher Diskurs w\u00fcrde die prinzipielle Bereitschaft voraussetzen, den eigenen Standpunkt in Frage zu stellen und ihn gegebenenfalls zu revidieren. Aber genau das ist es ja, was <em>a priori <\/em>ausgeschlossen ist. Denn es hie\u00dfe, die alleinige Deutungshoheit aufzugeben, die \u201a<em>eigene Wahrheit\u2019<\/em> nicht mehr als alleinige Wahrheit zu definieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit w\u00fcrde man das Risiko eingehen, das m\u00fchsam geschmiedete Band der neuen Volks- und Wertegemeinschaft auf eine Zerrei\u00dfprobe zu stellen. Aber genau das gilt es ja zu verhindern. Unter allen Umst\u00e4nden. Gegen alle Widerst\u00e4nde. Vielleicht sogar mit allen Mitteln. Wer wei\u00df.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Essays<\/strong> von Stefan Oehm, KUNO 2013<\/p>\n<p class=\"hide-if-no-js\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=44273&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266 size-266x266 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/KUNO-e1505588144923.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <i>Essays <\/i>von Stefan Oehm auf KUNO kann man als eine Reihe von Versuchsanordnungen betrachten, sie sind undogmatisch, subjektiv, experimentell, ergebnisoffen. Er betrachtet diese Art des Textens als Medium und Movens der Reflektion in einer Zeit, die einem bekannten Diktum zufolge ohne verbindliche Meta-Erz\u00e4hlungen auskommt. Der Essay ist ein Forum des Denkens nach der gro\u00dfen Theorie und schon gar nach den gro\u00dfen Ideologien und Antagonismen, die das letzte Jahrhundert beherrscht haben. Auf die offene Form, die der Essayist bespielen muss, damit dieser immer wieder neu entstehende \u201eintegrale Prozesscharakter von Denken und Schreiben\u201c auf der \u201eB\u00fchne der Schrift\u201c in Gang gesetzt werden kann, verweist der Literaturwissenschaftler Christian Sch\u00e4rf. Im Essay geht die abstrakte Reflexion mit der einnehmenden Anekdote einher, er spricht von Gef\u00fchlen ebenso wie von Fakten, er ist erhellend und zugleich erhebend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; \u00dcber Adolf Hitler wird man vermutlich alles Schlechte dieser Welt sagen k\u00f6nnen. 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