{"id":44326,"date":"2021-03-22T00:01:15","date_gmt":"2021-03-21T23:01:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=44326"},"modified":"2022-02-22T18:45:36","modified_gmt":"2022-02-22T17:45:36","slug":"interpretation","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/22\/interpretation\/","title":{"rendered":"Interpretation des Gedichts Buchstabensuppe"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als der Interpret den Vorschlag von KUNO erhielt, hat er sich erst gefreut und dann noch mehr am\u00fcsiert \u2013 schlie\u00dflich sind die Sommerlesungen des Projekts zugtextet.com mit dem Wiedererkennungstitel <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=4304\">Buchstabensuppe <\/a>gekennzeichnet. Jetzt haben wir, war der erste Gedanke, auch das Gedicht zum Vorhaben!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den, der A.J. Weigoni noch nicht als Autor kennt, darf formuliert werden, dass er bzw. sie (wir wollen dem allf\u00e4lligen Vorwurf des Verletzens der Gender-Neutralit\u00e4t vorgreifen) etwas vers\u00e4umt hat. Der Interpret besprach bereits <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=43825\">Cyberspasz <\/a>auf dem Blog, die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12913\">Zombies <\/a>werden folgen. Doch nun genug des Einleitungsparlandos und zur\u00fcck zur poetischen Mahlzeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man k\u00f6nnte meinen, hier sei \u00fcber eine Anzahl von fl\u00fcgelnden Worten und Sprichworten philosophiert. Da hatten wir:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>die versalzene Suppe<\/li>\n<li>das in die Suppe Spucken<\/li>\n<li>den Mund zu vollnehmen<\/li>\n<li>die Zunge verbrennen und<\/li>\n<li>die Suppe ausl\u00f6ffeln<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass wir die gute alte H\u00fchnerbr\u00fche, das Hausmittelchen zur Gesundwerdung, verwenden, gibt der Angelegenheit einen eigenen Reiz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun ahnen wir, dass der Autor beileibe nicht \u00fcber diese profanen Dinge redet, sondern eigentlich \u00fcber etwas ganz anderes. Er spricht von der Verantwortung von Sprache, die bekanntlich eine Buchstabensuppe aus der Rezeptur des sie \u00c4u\u00dfernden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daher kommt der Text in der Form eines Rezepts \u2013 einer <em>programmatischen Anweisung<\/em>, wie der Autor es selbst f\u00fcr uns zuordnet. Aus dieser folgt eine <em>Zubereitung<\/em> \u2013 der Koch ist als G\u00e4rtner zugleich der M\u00f6rder, um bei den gefl\u00fcgelten Begrifflichkeiten zu bleiben. Er r\u00fchrt die ganze Chose schlie\u00dflich an. Es werden, damit die Sache nicht langweilt, <em>Synonyme<\/em> eingesetzt \u2013 die Suppe kommt vielf\u00e4ltig daher, als Kraftbr\u00fche, als Konsommee, als Bouillon. Egal, man verbrennt sich, wenn zu hei\u00df dargereicht, die Zunge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist Teil der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25524\"><em>VerDichtung<\/em><\/a>, mehr zu sagen, als an der Oberfl\u00e4che zu erkennen ist: Die <em>Metaebene<\/em> ist nicht immer erkennbar, hier war der Autor so freundlich, mit dem Wort \u201eVerantwortung\u201c einen Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis des auf den ersten Blick profan anmutenden Texts zu hinterlassen: Bedenke, was du denkst, schreibst, sagst. Und, verdammt nochmal, hast dus schon gesagt, dann steh dazu und trage die Verantwortung daf\u00fcr, wenn es Mist war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manchmal glaubt man, wenn man ein kleines Textkunstwerk wie dieses anschaut, das ist banal, was da steht. Wer selbst Lyriker ist wie der Interpret hat sich im Laufe der Zeit angew\u00f6hnt, die Frage zu stellen, was der Autor bzw. die Autorin (lang lebe der Genderwahnsinn!) gemeint haben k\u00f6nnte; wenn wir unsere grauen Zellen ein bisschen bem\u00fchten, f\u00e4nden wir vielleicht heraus, was der Dichter dachte. Womit f\u00fcr einen kurzen Moment der Denker zum Dichter und umgekehrt. Und das im Leser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier hat es sich gelohnt, das Nachdenken. Dank Weigonis <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=4304\">Buchstabensuppe<\/a>.<\/p>\n<div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\"><span style=\"color: #999999;\">Anmerkung der Redaktion<\/span>: Die KUNO-Redaktion \u00fcbernimmt den Beitrag von <a href=\"http:\/\/www.zugetextet.com\/?page_id=199\">zugetextet<\/a> \u2013\u00a0einem Magazin-Blog neueren Stils. Das Gedicht ist zu finden in: <b>D<\/b><strong>er Schuber<\/strong>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=395\">Werkausgabe<\/a> der s\u00e4mtlichen Gedichte von A.J. Weigoni. Edition Das Labor, M\u00fclheim 2017<\/p>\n<div id=\"attachment_46607\" style=\"width: 1290px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Schuber.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-46607\" class=\"wp-image-46607 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Schuber.jpeg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"854\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Schuber.jpeg 1280w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Schuber-300x200.jpeg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Schuber-768x512.jpeg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Schuber-1024x683.jpeg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-46607\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Jesko Hagen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die f\u00fcnf Gedichtb\u00e4nde erscheinen in einer limitierten und handsignierten Ausgabe von 100 Exemplaren. Mit dem Holzschnitt pr\u00e4sentiert Haimo Hieronymus eine handwerkliche Drucktechnik, er hat sie auf die jeweiligen Cover der Gedichtb\u00e4nde von A.J. Weigoni gestanzt hat. Bei dieser k\u00fcnstlerischen Gestaltung sind &#8222;Gebrauchsspuren&#8220; geradezu Voraussetzung. Man kann den Auftrag der Farbe auf dem jeweiligen Cover direkt nachvollziehen, der Schuber selber ist genietet. Und es gibt keinen Grund diese Handarbeit zu verstecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle Exemplare sind zusammen mit dem auf vier CDs erweiterten H\u00f6rbuch in einem hochwertigen Schuber aus schwarzer Kofferhartpappe erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong>Mehr zur <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/schuber.html\">handwerklichen Verfertigung <\/a>auf <em>vordenker<\/em>. Eine W\u00fcrdigung des Lyrik-Schubers von A.J. Weigoni durch Jo Wei\u00df findet sich auf <a href=\"http:\/\/www.kultura-extra.de\/literatur\/spezial\/essay_weigoni_lyrik.php\">kultura-extra<\/a>. Margeratha Schnarhelt ergr\u00fcndelt auf fixpoetry die sinnf\u00e4llige <a href=\"http:\/\/www.fixpoetry.com\/feuilleton\/portrait\/die-essenz-eines-kreativen-schaffens\/ueber-die-sinnfaellige-werkausgabe-der-saemtlichen-gedichte-von-aj\">Werkausgabe<\/a>. Lesen Sie auch Jens Pacholskys Interview: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=16348\">H\u00f6rb\u00fccher sind die herausgestreckte Zunge des Medienzeitalters<\/a>. Einen Artikel \u00fcber das akutische\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=28660\">\u0152uvre<\/a>,\u00a0 mit den H\u00f6rspielbearbeitungen der Monodramen durch den Komponisten Tom T\u00e4ger \u2013 last but not least: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25524\"><em>VerDichtung \u2013 \u00dcber das Verfertigen von Poesie<\/em><\/a>, ein Essay von A.J. Weigoni in dem er dichtungstheoretisch die poetologischen Grunds\u00e4tze seines Schaffens beschreibt.<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>H\u00f6rbproben \u2192 <\/strong>Probeh\u00f6ren kann man Ausz\u00fcge der <a href=\"http:\/\/vordenker.de\/weigoni\/schmauchspuren.html\">Schmauchspuren<\/a>, von <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/neige.html\">An der Neige<\/a> und des Monodrams <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/taeger\/senora_nada.htm\">Se\u00f1ora Nada<\/a> in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=17799\">MetaPhon<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Als der Interpret den Vorschlag von KUNO erhielt, hat er sich erst gefreut und dann noch mehr am\u00fcsiert \u2013 schlie\u00dflich sind die Sommerlesungen des Projekts zugtextet.com mit dem Wiedererkennungstitel Buchstabensuppe gekennzeichnet. 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