{"id":44097,"date":"2024-02-16T00:01:00","date_gmt":"2024-02-15T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=44097"},"modified":"2022-02-23T17:02:44","modified_gmt":"2022-02-23T16:02:44","slug":"ueber-neue-formen-der-lyrik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/02\/16\/ueber-neue-formen-der-lyrik\/","title":{"rendered":"\u00dcber neue Formen der Lyrik"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Eine kurze Einleitung \u00fcber Sandk\u00f6rner und W\u00fcsten<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie W\u00fcste w\u00e4chst[!]\u201c Das gilt auch f\u00fcr die einst so fruchtige und \u00fcppige Landschaft der Lyrik. \u201e[W]eh dem, der W\u00fcsten birgt [!]\u201c (Nietzsche, KSA 6, S. 382). So mahnte einst der Philosoph mit dem Hammer. Wie in unserem gesamten Leben so auch in jenem Teil der poetischen Kunst, welcher zahlreiche Formen und Gedanken hervorbrachte, breitet sich die W\u00fcste aus. Nur noch selten lassen sich kleine, dem Verdorren nahe, aber immer noch einzigartige Gew\u00e4chse finden. Sie aber sind umgeben von immer gleichen Sandk\u00f6rnern, die sich allzu gerne neidisch zu einem Sturm erheben und den letzten Lebenssaft jener stolzen Gew\u00e4chse rauben wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich blicke zu Beginn dieses Aufsatzes auf zwei Sandk\u00f6rner der heutigen Lyrik, die immer mehr in sozialen, aber auch in den \u00fcblichen Printmedien zu finden sind. Aus ihnen ergeben sich zwei schwerwiegendes Probleme: Einerseits setzt sich ein Irrglaube fort. Ein lyrischer Text brauche nicht viel Arbeit, denn es gen\u00fcgen ein paar leere Weiten um den eigentlichen Text herum. Wenn sich das Ganze sogar noch reimt, k\u00f6nne es sich nur um ein Gedicht handeln. Andererseits vermeinen immer mehr, dass Lyrik nicht verstanden werden m\u00fcsse. Sie m\u00fcsse dagegen haupts\u00e4chlich h\u00f6chst poetisch klingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies sind nur die Probleme, welche sich rein aus Gesichtspunkten der Lyrik ergeben. Noch viel schwerer wiegt der Umstand, immer weniger auf eine korrekte Sprache achtgeben zu m\u00fcssen. Nicht auf sie zu achten, gilt seit langem schon als Zeichen k\u00fcnstlerischer Freiheit. Vielleicht mag das f\u00fcr eine Handvoll Texte richtig sein. In den meisten F\u00e4llen geht aber das Abweichen von der Sprache nicht mit dem Inhalt einher, sodass ehrlicherweise der Verweis auf die k\u00fcnstlerische Freiheit nur als plumpe Ausrede gelten kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die heutigen Sandk\u00f6rner suggerieren, es gebe weder Platz f\u00fcr altbekannte Formen der Lyrik noch f\u00fcr neue. Ich zeige jedoch auf, dass es selbst heute noch m\u00f6glich ist, neue lyrische Formen zu entwickeln, wenn man gewillt ist, dar\u00fcber nachzudenken, was die beste lyrische Form f\u00fcr bestimmte zu verdichtende Inhalte ist. Dazu gebe ich entsprechend gleich ein Beispiel und verweise ein wenig darauf, wie ich an das Schreiben eines lyrischen Textes herangehe.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">\u00dcber zwei Extreme der allt\u00e4glichen Lyrik<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt im Wesentlichen zwei Extreme in der modernen Lyrik, diese sich nicht nur in Foren oder sozialen Netzwerken zeigen, sondern in Anthologien oder ganzen Monographien zu lesen sind. Ich gebe im Folgenden zwei Beispiele daf\u00fcr, die aus eigener Hand stammen. Wer weitere Beispiele lesen m\u00f6chte, den verweise ich auf besagte Fundorte solcherlei Texte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Extrem 1:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">deine Augen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wenn iCh in deine Augen vertr\u00e4umd seh,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dan freu ich mich w\u00e4hrend ich gesteh,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dass du alles f\u00fcr mich bistt<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und alles andre auff der WElt f\u00fcr mich egal ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ich w\u00fcnsche mir du bleibst bei mir bis in alle ewigkeiten,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wo wier schweigen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">allen zeigen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dass nuur wir uns wichtig sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derartige Texte sind allzu oft vor allem in sozialen Netzwerken zu lesen. Notorische Hobby-Smartphone-Poeten tragen mit solcher Art Texten nicht nur dazu bei, dass die Sprachf\u00e4higkeiten der Lesenden immer weiter nachlassen, sondern ebenso zu einem allgemeinen Verfall dessen, was man unter einem Gedicht verstehen k\u00f6nnte. Es zeigt sich an diesem Beispiel, wie wenig Wert einer korrekten Sprache beigemessen wird. Zeit nimmt man sich keine mehr, um einen Text mit Gedanken zu f\u00fcllen und sie passend, einem Ziel entsprechend, zu strukturieren. Die Aussagen werden in v\u00f6llig belangloser Art und Weise dargestellt. Solche Texte unterscheiden sich nicht mehr voneinander. Sie gleichen einander\u00a0 wie Sandk\u00f6rner in der W\u00fcste. Derlei Texte werden von Verlagen nat\u00fcrlich lektoriert. Die mangelnde Orthographie verschwindet, wenn ein Lektorat seiner Arbeit tats\u00e4chlich nachging. Doch dann lesen wir abschlie\u00dfend den gleichen Text, dieselbe Belanglosigkeit, denselben Sprachverfall in einer Anthologie, die nicht nur das Auge mit jeder Seite trockener und trockener macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Extrem 2:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">rosenblut<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">die scheiben liegen im luftleeren Raum<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">von ort zu ort verlieren wir uns und unseren verlust<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">rosenblut mischt sich mit deinem atem und deinen augen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">meine luftschl\u00f6sser steigen h\u00f6her<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">bis die sonne f\u00e4llt mit dem mond<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird auf der anderen Seite immer mehr zu einem Trend, auf die schwierige, deutsche Orthographie zu verzichten. Daher schreibt man besser gleich alles klein und setzt keine Satzzeichen mehr. Dies wird in den meisten F\u00e4llen als k\u00fcnstlerische Freiheit ausgelegt und verteidigt. Aber auch in der Lyrik gilt: Freiheit hei\u00dft nicht, ohne Sinn und Verstand zu handeln. Wenn die Abkehr von der korrekten Schriftsprache eine Relevanz hat, das hei\u00dft mit dem Inhalt einhergeht, ist jene Sprachlichkeit nicht zu verurteilen. Doch die Deckungsgleichheit von Form und Inhalt ist in den allermeisten F\u00e4llen einfach nicht gegeben, wie auch dieses Beispiel zeigt. Gr\u00f6\u00dftes \u00c4rgernis solcherlei Texte ist aber ihre Zusammenhanglosigkeit. Man beobachtet Phrasen, die keinerlei Sinn in sich tragen. Sie sollen h\u00f6chst poetisch wirken, haben aber keinen Inhalt, da sie nicht einmal eine Bedeutung haben. Es stellt sich die Frage, was mit diesem Text beabsichtigt wurde. Wollte man tats\u00e4chlich etwas sagen? Oder wollte man nur wirken oder scheinen? Diese Art von Texten findet sich immer mehr \u2013 vor allem in Literaturzeitschriften, deren Titel zumeist selbst kleingeschrieben sind und jeglicher Sprachkenntnis entbehren. Man mag einwenden, dass der Lesende, der Rezipient, der Interpret manch einmal nicht in der Lage ist, einen Text zu verstehen, obwohl er an sich verst\u00e4ndlich ist. Auch das kommt vor. Aber wie oft? Anders gefragt: Wie oft sind aber jene Texte tats\u00e4chlich nicht zu entschl\u00fcsseln? Die entscheidende Frage dabei ist jedoch: Wieso schreiben Personen lyrisch wirkende Texte, nicht nur einfach f\u00fcr sich, sondern f\u00fcr andere (da sie sie ver\u00f6ffentlichen), die aber nicht verstanden werden sollen, weil sie nicht verstanden werden k\u00f6nnen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es bestehen also zwei Extreme: Das erste Extrem stellt schnell getippte Texte dar, welche weder inhaltliche Tiefe noch Verdichtung oder sprachliche Sorgfalt aufweisen. Das zweite Extrem weist zwar einen gewissen Grad an Verdichtung auf, jedoch k\u00f6nnen die Texte zumeist nicht verstanden werden, weil bedeutungslose und zusammenhangslose Phrasen, die poetisch scheinen sollen, gedroschen werden. Von sprachlicher Sorgfalt fehlt auch hier jede Spur. Zwischen diesen Extremen zeigen sich allerlei Zwischenformen. Und freilich gibt es hin und wieder auch sehr lesenswerte Lichtblicke. Aber Texte wie das W\u00fcstenkorn \u201eWas gesagt werden muss\u201c oder sogenannte Schm\u00e4hgedichte (denn alles was sich reimt, sei schlie\u00dflich ein Gedicht, glaubt der Volksmund) werden zusehends als Lyrik verkauft, womit eigentlich lyrische Texte entwertet werden. Texte, die zu Recht als Gedichte bezeichnet werden k\u00f6nnen, sind inhaltlich und sprachlich auf einem h\u00f6heren Niveau, werden aber nicht mehr gelesen, da es schlichtweg verlernt wurde, sie zu lesen, geschweige denn zu genie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das grunds\u00e4tzliche Problem ist weniger, dass solcherlei W\u00fcstenk\u00f6rner geschrieben werden. Sehen wir noch einmal auf das erste Extrem, dann wird uns schnell bewusst, dass alle klein anfangen und stetig lernen m\u00fcssen. Selbst das zweite Extrem kann auf diesem Wege als ein Experiment betrachtet werden, als eine Art Schreib\u00fcbung, als ein kleiner Schritt, ein kleines Forschungsprojekt. Das grunds\u00e4tzliche Problem ist, dass jene Extreme und die Zwischenformen inzwischen einzig und allein als erstrebenswerte Schreibziele gelten. Nur noch einzelne Ausnahmen von Autoren forschen, versuchen und schreiben weiter. Was bleibt, sind mehrheitlich Texte, die sich nicht mehr voneinander unterscheiden oder diese gar nichts mehr aussagen. \u201eDie W\u00fcste w\u00e4chst!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum sie ver\u00f6ffentlicht werden, k\u00f6nnte nur in einer langen kulturkritischen Betrachtung dargelegt werden, zu dieser ich hiermit mit Herzensglut auffordere, aber sie an dieser Stelle nicht darstellen kann und werde. Nur so viel sei gesagt: Auch in der Lyrik zeigt sich, dass schnell die \u00dcberzeugung herrscht, man sei in die Welt der Kunst, zu der die Lyrik geh\u00f6rt, eingetreten, nur weil man Reime gefunden hat oder etwas scheinbar poetisch schrieb. Aber ein Maler wird man nicht, wenn man einfach Farbe an die Staffelei klatscht. Man wird kein Fotograf, wenn man einfach knipst. Man wird kein Lyriker, wenn man einfach reimt. Kunst bedarf mehr, wenngleich sie mit an sich sehr einfachen Handlungen beginnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Wie man zu neuen lyrischen Formen gelangt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gibt es neben den W\u00fcstenk\u00f6rnern und den wenigen W\u00fcstenpflanzen aber \u00fcberhaupt noch eine M\u00f6glichkeit, in der Lyrik etwas Neues zu erschaffen? Hat die vergangene Zeit nicht bereits alle m\u00f6glichen Formen erprobt und erfunden? Beweisen das nicht jene Extreme, Zwischenformen und Ausnahmen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grundlage eines jeden Gedichtes sind Gedanken. Je nachdem welcher Art sie sind, sollte eine dazu passende Form gew\u00e4hlt werden. Eine differenzierte Betrachtung dieses Gedankens findet sich in meinem Aufsatz \u201eEin kurzer Blick auf die heutige Lyrik\u201c. Auch wenn vielerlei Gedanken von uns Menschen immer wieder gedacht und reflektiert werden, entstehen stetig\u00a0 neue. In diesem Kontext eignet sich ein Sonett beispielsweise sehr gut, um einen gedanklichen Dreischritt aus einer These, Antithese und Synthese darzustellen. Die Sonettstruktur ist, wie sie im Barock genutzt wurde, so konzipiert, dass die letzten zwei Terzette in der Regel eine Synthese ergeben, also einen Gedanken, welcher sich aus zwei gegens\u00e4tzlichen Gedanken aus den zwei Quartetten zuvor ergibt und diese miteinander vereint. Andere lyrische Formen sind dagegen f\u00fcr andere Gedankenstrukturen und Inhalte geeignet. Es ist demnach immer an erster Stelle zu fragen: Was will ich \u00fcberhaupt sagen? Danach folgt zugleich die Frage: Wie dr\u00fccke ich den Gedanken am besten aus? Je nachdem wie wir die erste Frage beantwortet haben, k\u00f6nnen wir uns im n\u00e4chsten Schritt f\u00fcr freie, experimentelle oder klassische Formen der Lyrik entscheiden. Dabei werden wir aber zusehends feststellen, dass unter allen bisherigen Angeboten manch einmal nicht das Richtige dabei ist. So kann eine Ode beispielsweise einen zu strengen Aufbau haben oder eine Liedstrophe zu einfach strukturiert sein, um bestimmten Gedanken Ausdruck zu verleihen. Andere Formen k\u00f6nnen zu frei sein, wieder andere bed\u00fcrfen zu vieler Reime. Wenn wir also nichts finden, was f\u00fcr uns passend erscheint, liegt der Schritt nahe, einfach selbst eine neue lyrische Form zu kreieren. Die leitenden Fragen bei der Erstellung m\u00fcssen immer die eben gestellten sein, um auch wirklich eine f\u00fcr die jeweiligen Gedanken passende Form zu finden. Wie der Ablauf allgemein erfolgt, welche gedanklichen Zwischenschritte vielleicht zu gehen sind, wie erste Ideen erprobt werden k\u00f6nnen und so weiter, l\u00e4sst sich nicht allgemein aufzeigen. Daher illustriere ich den Ablauf an einem konkreten Beispiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Synthese eines Sonettes kann beispielsweise in bestimmten Zusammenh\u00e4ngen zu kurz gegriffen sein. Das hei\u00dft, man hat das Bed\u00fcrfnis, weiter zu denken. Man ist noch nicht zufrieden. Man will noch etwas sagen und damit die Synthese zum Anlass nehmen, weitere Schl\u00fcsse zu ziehen und gegebenenfalls neue Fragen zu stellen, diese eine klassische Sonettstruktur sonst nicht ergeben w\u00fcrde. Dennoch hat man aber das Verlangen, weiterhin in irgendeiner Weise ein Sonett zu schreiben. Eine andere lyrische Form m\u00f6chte man einfach nicht w\u00e4hlen, da die zu verdichtenden Gedanken Reime und eine strenge Struktur brauchen. Im Angesicht dieser \u00dcberlegungen entschied ich mich, eine neue lyrische Form zu entwickeln, diese ich Spiegelsonett nenne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst pr\u00e4sentiere ich den lyrischen Text. Im Anschluss gehe ich auf ein paar ausgew\u00e4hlte formale Aspekte ein und verweise dar\u00fcber hinaus auf die Anwendungsm\u00f6glichkeiten des Spiegelsonetts.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Sprung von der Kiyomizu-Terrasse<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">kiyomizu no butai kara tobioriru<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Hoch \u00fcber eurer Stadt vernehmt nun meine Klagen!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nicht einsam will ich sein. Es lockt mich euer Wir.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und dieser Segenfluch, er giert und greift nach mir.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wie k\u00f6nnte ich denn nur dem Gleichschritttakt entsagen?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Vielleicht mit einem Sprung? Ja, sollte ich ihn wagen?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Denn ich will keinen Ruhm, verdamme jede Gier.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mir sind sie einerlei. Ich denke nicht wie ihr!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch bin ich stark genug, die Einsamkeit zu tragen?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ich habe eine Wahl! Wie soll ich mich entscheiden?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Verachte ich den Zwang, dann muss ich einsam springen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Bedenke ich die Pein, lass ich mich lieber zwingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ich springe besser nicht, erspare mir das Leiden<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">und lass den Gleichschritttakt dann z\u00f6gernd leise klingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nur so gelingt es mir, das Schlimmste zu vermeiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Auf diesem Mittelweg, der zwischen jenen beiden<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">getrennten Pfaden liegt, will ich mein Gl\u00fcck besingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Denn nur ein solcher Weg wird es mir je bescheiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wer diesen aber geht, hat vieles aufzubringen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">und muss zur selben Zeit mit gleich zwei Seiten ringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wer so zu leben hat, den wird man nie beneiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein Kompromiss ist falsch! Drum muss ich klarer fragen:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Bereitet und entfacht die Einsamkeit ein schier<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">so qualerf\u00fclltes Leid, sodass ich jetzt und hier<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">nicht springen werden kann? Bleibt mir nur zu versagen?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ach, k\u00f6nnte jemand mir die rechte Antwort sagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch dann begreife ich! Der Seufzer zeigt es mir,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dass ich schon einsam bin in eurem gro\u00dfen Wir.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Hoch \u00fcber eurer Stadt, will ich den Sprung nun wagen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Spiegelsonett besteht aus insgesamt 28 Versen. Die ersten vier Strophen bilden ein Sonett im Stile des Barocks. Wir finden dazu in den ersten zwei Strophen eine These und eine Antithese. Beide Gedanken werden in den nachfolgenden Terzettstrophen zusammengef\u00fchrt und ergeben ein vorl\u00e4ufiges Ergebnis. Anstatt aber nun das Sonett einfach abzuschlie\u00dfen, folgen zwei weitere Strophen, die den bisherigen entwickelten und synthetisierten Gedanken weiter ausf\u00fchren. Daraufhin folgt mit den letzten zwei Quartettstrophen eine Darstellung eines ganz neuen Ergebnisses, zu welchem ein blo\u00dfes Sonett zun\u00e4chst nicht gelangt w\u00e4re. Eine andere M\u00f6glichkeit w\u00e4re es gewesen, die letzten zwei Strophen mit offenen Fragen, die sich aus den weiteren \u00dcberlegungen ergeben haben, auszustatten. Die Struktur des Spiegelsonettes erlaubte es mir jedenfalls, einen Gedanken weiter zu verfolgen und gleichzeitig in einem strengen lyrischen Ger\u00fcst zu bleiben. So hatte ich die M\u00f6glichkeit, wesentlich strenger und genauer mit den Formulierungen zu arbeiten, als es beispielsweise bei einfachen Liedstrophen der Fall gewesen w\u00e4re. Nat\u00fcrlich war der Arbeitsaufwand so wesentlich h\u00f6her. Die Gedanken und Formulierungen nahmen so aber an Sch\u00e4rfe zu, sodass die \u00dcberlegungen des lyrischen Ichs an Tiefe und hoffentlich auch an Klarheit gewinnen konnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die lyrische Form nenne ich Spiegelsonett, da strukturell gesehen, ein Sonett entlang einer Achse gespiegelt wird, welche sich nach der vierten Strophe finden l\u00e4sst. Es weist dementsprechend folgendes Reimschema auf:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0ABBA ABBA CDD CDC \/\/ CDC DDC ABBA ABBA.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0 Wie die Reime gebildet oder die Quartette und die Terzette in ihren Reimen strukturiert werden, bleibt, je nachdem welcher Sonetttyp gew\u00e4hlt wird, dem Dichter \u00fcberlassen. Entscheidend ist, dass im Reimschema die Spiegelachse (symbolisiert durch \u201e\/\/\u201c) nach der vierten Strophe zu erkennen ist. Inhaltlich ist es f\u00fcr den Gedankenverlauf nicht zwingend, die Strophen sich spiegeln zu lassen. Das meint, dass die erste und letzte Strophe sich nicht zwingend mit derselben inhaltlichen Problematik auseinandersetzen m\u00fcssen. Im Falle des Beispieltextes w\u00e4hlte ich diesen Schritt nicht, um eine blo\u00dfe Wiederholung der aufgef\u00fchrten Gedanken zu vermeiden. Wichtig ist ferner, die einzelnen Verse denen eines klassischen Sonetts entsprechen zu lassen. Dazu k\u00f6nnen in der klassischen Ausf\u00fchrung entweder f\u00fcnfhebige Jamben oder der Alexandriner gew\u00e4hlt werden. Die hohen Hebungszahlen garantieren, dass komplexe Gedanken in die einzelnen Verse gefasst werden k\u00f6nnen. Daher sind weniger Hebungen und damit eine Abweichung von der klassischen Struktur zwar denkbar, aber wahrscheinlich nicht zu empfehlen. F\u00fcr das Anfertigen des Beispieltextes nutzte ich den Alexandriner. Er erlaubte es mir, einerseits l\u00e4ngere Gedanken in den Zeilen auszudr\u00fccken und andererseits auch mit kurzen Gedanken aufgrund der einzuhaltenden Z\u00e4sur nach der dritten Hebung zu spielen. Die Verse haben somit eine eigene, vor allem auch f\u00fcr den Vortrag gut geeignete Struktur. Ein weiterer Vorteil des Alexandriners und der M\u00f6glichkeit, auch kurze Gedanken miteinander zu vereinen, besteht darin, dass beim Schreiben weniger F\u00fcllw\u00f6rter gebraucht werden, als es bei f\u00fcnfhebigen Jamben mitunter der Fall ist. Das muss nicht schlechterdings ein Nachteil sein. Da aber einige meiner \u00e4lteren Sonette diesen Kunstgriff mehr oder minder deutlich erkennen lassen, wollte ich versuchen, m\u00f6glichst darauf zu verzichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Verfassen eines Spiegelsonetts ist vor allem f\u00fcr philosophische Gedanken geeignet. Ein klassisches Sonett kann dagegen auch dazu dienen, um bestimmte Stimmungen darzustellen. Denn das Sonett ist in seinen Urspr\u00fcngen ein klingendes Gedicht, dessen dreischrittige Gedankenstruktur erst mit dem Barock entwickelt wurde. Das Spiegelsonett ist dagegen ausschlie\u00dflich als ein Gedankengedicht zu verwenden. Die Spiegelung w\u00fcrde im Falle einer Stimmungsdarstellung eher zu unn\u00f6tigen Wiederholungen f\u00fchren. Des Weiteren sollte f\u00fcr ein Spiegelsonett die Struktur der klassischen, romanischen Sonette gebraucht werden. Der Shakespeare-Typ lie\u00dfe sich zwar auch strukturell spiegeln, aber aufgrund der stark pointierten vierten Strophe, m\u00fcsste bei einer Spiegelung erneut eine Pointe einflie\u00dfen, ohne dass sinnvoll tiefere Gedanken entwickelt werden k\u00f6nnen. Dieser Anwendungsbereich ist jedoch nur einer, den ich mir im Moment f\u00fcr das Spiegelsonett vorstellen kann. Sicherlich wird es weiteren Dichtern gelingen, die Form auf ihre pers\u00f6nliche Art und Weise zu nutzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles in allem hoffe ich, dass das Beispiel belegen konnte, dass auch heute noch neue lyrische Formen entwickelt werden k\u00f6nnen. Sich dahingehend zu bem\u00fchen, neue Wege zu gehen, kann dazu dienen, eigene Gedanken noch gezielter darzustellen und damit die W\u00fcste mit ein bisschen mehr Leben zu versehen. Und immer wieder sollten wir uns beim Schreiben und \u00fcberhaupt bei jeder Form der Kunst fragen: Was will ich sagen? Wie bringe ich meine Gedanken am besten zur Geltung?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. 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Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>, sowie einen Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> \u201e<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>\u201c <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine kurze Einleitung \u00fcber Sandk\u00f6rner und W\u00fcsten \u00a0 \u201eDie W\u00fcste w\u00e4chst[!]\u201c Das gilt auch f\u00fcr die einst so fruchtige und \u00fcppige Landschaft der Lyrik. \u201e[W]eh dem, der W\u00fcsten birgt [!]\u201c (Nietzsche, KSA 6, S. 382). So mahnte einst der Philosoph&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/02\/16\/ueber-neue-formen-der-lyrik\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":171,"featured_media":98207,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2078],"class_list":["post-44097","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-rene-kanzler"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44097","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/171"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=44097"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44097\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100012,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44097\/revisions\/100012"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98207"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44097"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=44097"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=44097"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}