{"id":42243,"date":"2024-08-13T00:01:52","date_gmt":"2024-08-12T22:01:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42243"},"modified":"2024-12-16T16:56:04","modified_gmt":"2024-12-16T15:56:04","slug":"ein-rettungsprojekt-fuer-twittergedichte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/08\/13\/ein-rettungsprojekt-fuer-twittergedichte\/","title":{"rendered":"Ein Rettungsprojekt f\u00fcr Twittergedichte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Wird Netz-Fl\u00fcchtigkeit zur Text-Fl\u00fcchtigkeit?<\/em><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_103220\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-103220\" class=\"wp-image-103220 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/03\/Twitter-Bird-300x209-1.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"209\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/03\/Twitter-Bird-300x209-1.png 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/03\/Twitter-Bird-300x209-1-160x111.png 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-103220\" class=\"wp-caption-text\">Eine Designerikone, das erste Logo von Twitter. Der blaue Vogel \u201eLarry\u201c.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Clemens Johann Setz war Twitter-Fan und wollte seine Gedichte nur noch dort ver\u00f6ffentlichen \u2013 bis Elon Musk Twitter zu <strong>X<\/strong> umwandelte. Nach seiner \u00dcbernahme ist es zum Spielzeug des anscheinend v\u00f6llig durchgeknallten Milliard\u00e4rs geworden. Musk kann Twitter im Grunde nur zugrunde richten, <a href=\"https:\/\/www.businessinsider.com\/elon-musk-business-playbook-boss-visionary-jerk-spacex-tesla-twitter-2022-12\">schreibt<\/a> Linette Lopez in einem lesenswerten Essay im <em>Business Insider<\/em>. Musks Prinzip bei seinen anderen Unternehmen war stets, in eine L\u00fccke zu sto\u00dfen, wo noch keiner war, weltver\u00e4nderde Versprechen zu machen und Geld von Fanboy-Milliard\u00e4ren und Staaten einzuwerben. \u201eTwitter ist das Gegenteil einer \u201aElon-Musk-Firma\u2018. Es ist ein einflussreicher aber kleiner Player in einem Feld, das von gigantischen und gut mit Geld ausgestatteten Wettbewerbern dominiert wird. Regierungen weisen Twitter eher in Schranken, als es mit Staatsauftr\u00e4gen zu versorgen. Und Twitter-Angestellte haben Optionen: Sie k\u00f6nnen den Laden verlassen und f\u00fcr Firmen arbeiten, die sie besser behandeln, als Musk es je tun w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Aus Twitter ist \u201eXitter\u201c geworden, was man im Englischen unterschiedlich aussprechen kann, als \u201eZwitter\u201c, aber auch als \u201eShitter\u201c.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Timothy Garton Ash<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Setz gibt vor, seine Online-Skizzen vor dem L\u00f6schen retten zu m\u00fcssen. Das Produkt der holzverarbeitenden Industrie \u201eDas All im eignen Fell\u201c dokumentiert eine Auswahl seiner Twittergedichte, erl\u00e4utert auch Stilmittel und stellt auch Accounts vor.\u00a0Der Schwanengesang auf das Ende der Twitterpoesie, ist nicht ganz ohne Komik. Setz hat vor einiger Zeit postuliert, seine Gedichte nicht mehr in Buchform ver\u00f6ffentlichen zu wollen, nun muss er sich revidieren. Der Autor begibt sich mit einer Auswahl seiner auf Twitter publizierten Gedichte in die Schutzzone des Urheberrechts und ver\u00f6ffentlicht beim Suhrkamp Verlag. Sein \u201eErinnerungsbuch\u201c tr\u00e4gt den Untertitel \u201eEine kurze Geschichte der Twitterpoesie\u201c, er sieht es als eine Art Rettungsprojekt. Die Tatsache, dass so viele poetische Einf\u00e4lle f\u00fcr immer verloren sind, schmerzt den Autor.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Heute Abend roter Mond \/ Mars noch immer unbewohnt \/ aber daf\u00fcr ziemlich hell \/ Sp\u00fcr das All im eignen Fell<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Clemens J. Setz im Titelgedicht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist einerseits clever, weil sich Suhrkamp damit an die Neuen Medien andocken kann, andererseits auch naiv von Setz, weil er wissen sollte, dass jeder schlecht gelaunte Admin Beitr\u00e4ge l\u00f6schen kann, wenn es ihm passt, Urheberrechte interessieren die in Cupertino angesiedelten Firmen nicht, alles, womit sich die KI f\u00fcttern l\u00e4sst, kommt gerade recht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Die klassische Autorschaft eines Autors als Genie ist perd\u00fc.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit einer urspr\u00fcnglichen Beschr\u00e4nkung auf 140 Zeichen pro Tweet setzt die neue Gattung <em>Twitteratur<\/em> auf die Tugenden epigrammatischer K\u00fcrze, Aphorismen lassen sich als analoger Vorl\u00e4ufer bezeichnen. \u201eDer Aphorismus deckt sich nie mit der Wahrheit; er ist entweder eine halbe Wahrheit oder anderthalb.\u201c, schrieb der Herausgeber des analogen Blogs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/11\/15\/die-fackel-mehr-als-eine-literaturzeitschrift\/\">Die Fackel<\/a>, der begnadete Zyniker Karl Kraus. Bereits zwischen 2006 \u2013 2009 finden sich auf Twitter selbst\u00e4ndige einzelne Gedanken, Urteil oder Lebensweisheiten. Aufgrund der Reduzierung auf 140 Zeichen sind es oft nur ein Satz oder anderthalb S\u00e4tze. Oft formulieren die User eine besondere Einsicht rhetorisch als allgemeiner Sinnspruch, als eine Sentenz, Maxime, Aper\u00e7u oder Bonmot. Auch finden sie hier gefl\u00fcgelte Worte oder pointierte Zitate oder eben das, was bislang als Aphorismus bekannt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Dank des Kurznachrichtendienstes Twitter war das Aper\u00e7u in Form des <em>Mikroblogging<\/em> eine auflebende Form<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Twitteratur<\/em> folgt einer Verdichtungs\u00f6konomik, sie ist eine Poesie, die man von den japanischen Haiku kennt, sie scheint auf besondere Weise verf\u00fcgbar und dienstbar zu sein. Bestand die Modernit\u00e4t dieser Mikrogramme bisher in ihrer Operativit\u00e4t, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit der Sp\u00e4tmoderne. Bisher bilden die <em>Mikrolithen <\/em>in der Systematik der Literaturwissenschaft neben Epik, Lyrik und Dramatik mit unterschiedlichen Bezeichnungen eine Randgruppe: Epigramm, Sprichwort, Prosagedicht, K\u00fcrzestgeschichte und der Aphorismus. Dank des Kurznachrichtendienstes Twitter ist das Aper\u00e7u in Form des <em>Mikroblogging<\/em> eine auflebende Form.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Bedeutet die Feststellung Existenzminimum, dass man seine Existenzberechtigung verloren hat, sobald man darunter liegt?<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Produktion von Ambiguit\u00e4t \u2013 was Brecht im Theater geleistet hat, indem er die Sinnfrage zwischen B\u00fchne und Zuschauerraum neu verteilte \u2013 findet sich in der Kunstform der <em>Twitteratur<\/em> wieder. Verfremdung bedeutet, die Dinge nicht mehr in ihrer Evidenz darzustellen. Die retardierende Unterbrechung, f\u00fchrt zu einem Staunen, ob der entdeckten Zust\u00e4nde, dass erst die kritische, n\u00e4mlich nicht mehr in der allgemeinen Evidenz befangene, Stellungnahme des Publikums zu den Vorg\u00e4ngen, wie auch zur Art der Darstellung erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Kritik bedeutet unterscheiden, was sagen die Kritiker des Unterscheidungsverm\u00f6gens?<\/em><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_104628\" style=\"width: 222px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-104628\" class=\"wp-image-104628 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/internet-literatur-twitteratur--212x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-104628\" class=\"wp-caption-text\">Laptops, Tablets und Smartphones haben Alltagskommunikation entscheidend ver\u00e4ndert und neue Inhalte und Formen literarischen Erz\u00e4hlens hervorgebracht, etwa Twitteratur.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Online-Magazin pr\u00e4sentieren wir <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Mythen des Alltags<\/a> und interessieren uns f\u00fcr die Wechselwirkung von Emotionen und Marktwirtschaft. Um der Literatur willen besteht kein Bedarf an engagierten Schriftstellern. Engagement f\u00fcr die Literatur ist so unn\u00f6tig wie eine engagierte Literatur. Es bedarf des Engagements in der Literatur. Wer sein Schreiben aus\u00fcben kann, braucht sich nicht zu beklagen, auch nicht \u00fcber das Unrecht der Welt. Und wen die Kunstaus\u00fcbung \u00fcberfordert, der unterlasse sie eben besser. Politisch wirksam wird sie, sobald sie sich Ideologien entzieht. Ein Schriftsteller, der auf den Grenzen seines Metiers besteht, provoziert heute mehr als jeder Grenzg\u00e4nger. Zeitgen\u00f6ssische Literatur ist keine Stilrichtung. Wo sie etwas G\u00fcltiges \u00fcber unser jetziges Dasein aussagt, das wird sich erst in 50 Jahren zeigen. Wenn, frei nach Goethe, der letzte gestorben ist, der sich noch pers\u00f6nlich an heutige Schriftsteller erinnert. Das Vorurteil wird dahin sein. Vergessen oder Mythos folgt. KUNO stilisiert sich nicht als gallisches Dorf, das den Eindringlingen erfolgreich Widerstand leistet, wir arbeiten auf \u00e4sthetischer Ebene Widerstand gegen die Durch\u00f6konomisierung der Branche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit 2006 haben wir auf KUNO den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/03\/21\/kurze-saetze\/\">Aphorismus<\/a> zur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/09\/twitteratur-eine-neue-literaturgattung\/\">Twitteratur<\/a> begleitet. Diese Beitrage wird kein Admin l\u00f6schen, sie werden auch nach dem Einstellen dieses Online-Magazins zum Ende diesen Jahres weiterhin recherchierbar bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><strong>\u00a0<\/strong>Die Lesenden erkennen eine Tendenz zur Subversion, zu einer permanent den Zeitgeist unterlaufenden \u00e4sthetischen und widerst\u00e4ndigen <em>Literaktion<\/em>.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gegensatz zur <em>Twitterpoesie<\/em> von Clemens J. Setz erschienen die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/tag\/mikrogramme\/\"><em>Mikrogramme<\/em><\/a> von A.J. Weigoni nicht als Buch sondern als Online-Publikation auf KUNO von 2006 \u2013 2011 zum Themenschwerpunkt <em>Twitteratur<\/em>. Die Abfolge enth\u00e4lt mitunter fragmentarisch anmutende literarische Miniaturen, die scheinbar unzusammenh\u00e4ngend aufeinanderfolgen. Darunter befinden sich Erinnerungen, Sentenzen und Aper\u00e7us, Stillleben und Skizzen. Diese Bruchst\u00fccke aus der Realit\u00e4t sind verwandt mit den Miszellen (von lateinisch miscella \u00b4Gemischtes`), dies ist eine Bezeichnung f\u00fcr eine Rubrik, unter der K\u00fcrzesttexte variierenden literarischen Inhalts ver\u00f6ffentlicht werden. Von der <em>Kalendergeschichte<\/em> \u00fcber dem <em>Aphorismus<\/em>, der gegenseitige Durchdringungsprozess von Form und Inhalt bleibt bei diesen medienpoetischen Miniaturen wirksam. F\u00fcr Weigoni ist nichts trivial und nichts einfach klar. Alles kann zum Gegenstand staunender Untersuchung werden. Keines dieser Mikrogramme steht allein, sie sind immer eingebettet in den digitalen Stream. Im Zeitalter der Lichtgeschwindigkeitskommunikation ist die K\u00fcrze eine Chance f\u00fcr das Konzise und die Erkenntnis, dass Skurrilit\u00e4t, Tempo, Witz und analytischer Tiefgang keine Gegens\u00e4tze sein m\u00fcssen. Die Variante der digitalen <em>Mikrogramme<\/em> stammen nicht aus dem Bleistiftgebiet, wie die des Robert Walser. Was sie gemeinsam haben ist, dass sich dem Lesenden eine poetische Welt er\u00f6ffnet, wie sie vielf\u00e4ltiger und reizvoller kaum sein k\u00f6nnte. Auch die <em>Mikrolithen<\/em> von Paul Celan kommen dem Leser in der Sinn, seine bissigen und zugleich auch bitteren Aphorismen, betrachtet die Redaktion als \u00b4Gegenlichter`, hier wie dort wird von den Fragmenten her ein neuer Blick m\u00f6glich aufs Ganze auf Dichtung und Leben m\u00f6glich. Weigonis <em>Bagatellen<\/em> sind der Versuch, Miniaturen gleichrangig nebeneinander aufzureihen, ein dichtes Gewebe, das seine poetische Qualit\u00e4ten erst durch die Lekt\u00fcre gewinnt. Die einzelnen Beitr\u00e4ge lassen sich am besten unter der neuen literarischen Gattung <em>Twitteratur<\/em> zusammenfassen; die <em>Mikrogramme<\/em> von A.J. Weigoni sind aber auch der Vorl\u00e4ufer des Projekts <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/04\/19\/raumgreifende-spracherkundung\/\"><em>Wortspielhalle<\/em><\/a>, das sowohl online, als Buch\/Katalog-Projekt sowie als CD erschien.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Bei transmedialen Projekten legt sich avancierte Literatur seit 1989 nicht mehr auf das Medium Buch fest.<\/em><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_98578\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98578\" class=\"wp-image-98578 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Wortspielhalle_Cover-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-98578\" class=\"wp-caption-text\">Cover: Fr\u00fchlingel von Peter Meilchen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das transmediale Projekt <em>Wortspielhalle<\/em> von Sophie Reyer und A.J. Weigoni wurde mit dem F\u00f6rderpreis des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/02\/26\/lime_lab\/\">lime_lab<\/a> im Rahmen des \u201esteirischen herbst\u201c unterst\u00fctzt. Dieser Preis f\u00f6rdert die Entwicklung experimenteller, medien\u00fcberschreitender H\u00f6rspiele. Es ist folgerichtig, dass es auch eine akustische Umsetzung der Sprechpartitur gibt. Der mit einer professionell ausgebildeten Sprechstimme Weigoni arbeitete daf\u00fcr mit der Schauspielerin Marion Haberstroh zusammen. Mit einem sprachspielerischen Angang zur Lyrik er\u00f6ffnen der Sprechsteller und die Schauspielerin der Poesie eine neue Handlungsfreiheit. Was Haberstroh an Stimmtechnik daf\u00fcr aufwendet, h\u00f6rt man nicht, alles str\u00f6mt gleichsam nat\u00fcrlich aus ihr heraus. Ihre Stimme fasst ganze Dramen in einer Silbe. Sie ertastet die Worte mit der Zunge und lauscht ihrem Klang, der H\u00f6rer ist auf alles gefa\u00dft und erweitert damit seinen inneren Horizont. Jeder Laut m\u00f6chte ausgesprochen werden und durch die Verbindungen entsteht die Magie der Semantik. In einem zweckfreien Spiel \u00fcber Zuf\u00e4lle und M\u00f6glichkeiten erforschen sie die ludische Wende, die durch die Dominanz von Spielanwendungen auf dem Computer gekennzeichnet ist. Ihr Spiel mit der Sprache ver\u00e4ndern die Elemente einer Situation so, dass Neues und Unbekanntes entsteht; der gr\u00f6\u00dfte anzunehmende Gl\u00fccksfall in der Poesie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das All im eignen Fell<\/strong>. Eine kurze Geschichte der Twitterpoesie, von Clemens J. Setz, Suhrkamp Verlag,\u00a0Berlin\u00a02024<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits vor f\u00fcnf Jahren erschien einer 4. \u00fcberarbeitete Auflage: <strong>Twitteratur<\/strong>, Genese einer Literaturgattung. Erweiterte Taschenbuchausgabe mit der Dokumentation des Hungertuchpreises. Herausgegeben von Matthias Hagedorn, Edition Das Labor 2019.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Internet \u2013 Literatur \u2013 Twitteratur<\/strong>. Erz\u00e4hlen und Lesen im Medienzeitalter von <span class=\"comma-list\"> Anne-Rose Meyer. Peter Lang Verlag 2019<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TWITTERATUR<\/strong> | <strong>Digitale K\u00fcrzestschreibweisen<\/strong>, von Jan Drees und Sandra Anika Meyer. <span class=\"a-list-item\">Frohmann Verlag, 2015<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wortspielhalle<\/strong>, eine Sprechpartitur von Sophie Reyer &amp; A.J. Weigoni, mit Inventionen von Peter Meilchen, Edition Das Labor, M\u00fclheim 2014<\/p>\n<p><strong>Mikrogramme<\/strong> von A.J. Weigoni, KUNO 2006 \u2013 2011<\/p>\n<div id=\"attachment_98026\" style=\"width: 206px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98026\" class=\"wp-image-98026 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Twitteratur_Cover-196x300.jpg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-98026\" class=\"wp-caption-text\">Das Hungertuch von Haimo Hieronymus in der Martinskirche, Linz am Rhein<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend <\/strong><strong>\u2192<\/strong> Die Redaktion hat Holger Benkel gebeten einen einf\u00fchrenden Rezensionsessay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/03\/21\/kurze-saetze\/\">Aphorismus<\/a> zu verfassen. Ein Essay \u00fcber die neue Literaturgattung <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/09\/twitteratur-eine-neue-literaturgattung\/\"><em>Twitteratur<\/em><\/a>. Mit \u201aTWITTERATUR | Digitale K\u00fcrzestschreibweisen\u2018 betreten Jan Drees und Sandra Anika Meyer ein neues Beobachtungsfeld der Literaturwissenschaft. Eine unverzichtbare <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=23810\">Lekt\u00fcre <\/a>zu dieser neuen Gattung. Die Sprechpartitur <em>Wortspielhalle<\/em> wurde mit dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22035\">lime_lab<\/a> ausgezeichnet. Erg\u00e4nzend empfohlen sei das Kollegengespr\u00e4ch <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=19055\">:2= Verweisungszeichen zur Twitteratur<\/a>\u00a0von Reyer und Weigoni zum Projekt\u00a0<em>Wortspielhalle<\/em>. Eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/10\/19\/hoeherwertige-konfiguration\/\">h\u00f6herwertige Konfiguration<\/a> entdeckt Constanze Schmidt in dieser Collaboration. Holger Benkel lauscht <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/10\/29\/zikaden-und-haeher\/\">Zikaden und H\u00e4her<\/a>n nach. Ein weiterer Blick beleuchtet die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/10\/20\/erkenntnisinstrument\/\">Inventionen<\/a> von Peter Meilchen. Ein Essay fasst das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\"><em>transmediale Projekt <\/em><\/a><em>Wortspielhalle<\/em> zusammen<em>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wird Netz-Fl\u00fcchtigkeit zur Text-Fl\u00fcchtigkeit? Clemens Johann Setz war Twitter-Fan und wollte seine Gedichte nur noch dort ver\u00f6ffentlichen \u2013 bis Elon Musk Twitter zu X umwandelte. 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