{"id":38938,"date":"2019-10-03T00:01:34","date_gmt":"2019-10-02T22:01:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=38938"},"modified":"2022-03-05T17:21:35","modified_gmt":"2022-03-05T16:21:35","slug":"widerstand-gegen-nicht-orte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/10\/03\/widerstand-gegen-nicht-orte\/","title":{"rendered":"Widerstand gegen Nicht\u2013Orte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>Der Mensch braucht den kleinen Rausch, sonst f\u00e4ngt er an zu revoltieren.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Jutta Voigt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnlich wie der erste Roman <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=506\"><i>Abgeschlossenes Sammelgebiet<\/i><\/a> kann man die <i>Lokalhelden<\/i> augenzwinkernd als &#8222;Historienroman&#8220; bezeichnen. Hier ist jedoch nicht die Fernvergangenheit gemeint, sondern der Zeitraum zwischen dem 9. November 1989 und dem 11. September 2001 &#8211; kein Jahrzehnt aber fast eine Dekade. Dieser Romancier erz\u00e4hlt in Lokalhelden von der allt\u00e4glichen Sch\u00f6nheit im Leben der Rheinl\u00e4nder und bringt verst\u00f6rende Details zum Vorschein. Wer sich das Sammelsurium an schr\u00e4gen Au\u00dfenseitern, orientierungslosen und entfremdeten Herumtreibern vergegenw\u00e4rtigt, das seine Poesie seit den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=52\">Zombies<\/a> bev\u00f6lkert, kann sich \u00fcber den verbl\u00fcffend alltagstauglichen in sich ruhenden Rheinl\u00e4nder nur staunen. Die distanzierte Ironie, mit der er viele seiner Figuren in <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=229\">Cyberspasz<\/a> betracht, weicht hier einer geradezu warmherzigen Anteilnahme. Seit den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=4\">Vignetten<\/a> gilt die Gleichung sich anziehender Gegens\u00e4tze, und so sind die <em>Lokalhelden<\/em> ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Polyvalenz und gegen die Eindeutigkeit der Prosa; f\u00fcr die Wahrnehmung auch des Ungesagten und Verschwiegenen in ihnen und gegen die Identifizierung der jeweiligen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Werden Heimatgef\u00fchle von literarischen Texten ausgedr\u00fcckt, sind sie an bestimmte Orte gebunden, zumindest mit r\u00e4umlichen Vorstellungen oder mit einem bestimmten Zeitraums verbunden. Die von Weigoni beschriebenen Rheinl\u00e4nder schaffen sich einerseits R\u00e4ume und bewegen sich in einer Landschaft, in der sie sich wohl f\u00fchlen, andererseits meiden sie solche, die ihnen unbehaglich sind. Das liegt nicht nur daran, da\u00df sie ihre Stimmungen und Gef\u00fchle auf Dinge und Orte projizieren, es liegt auch am Rheinland selbst, das eine ganz eigene Aura besitzt. Das in den <i>Lokalhelden<\/i> literarisch dargestellte `Scharnier-Jahrzehnt` markiert raummetaphorisch eine Grenze zwischen zwei unterschiedlichen semantischen Bereichen. Weigoni h\u00e4lt eine Situation fest, in der die Individuum reflektierend an einer Grenze zwischen zwei R\u00e4umen innehalten, r\u00fcckw\u00e4rts und vorw\u00e4rts schaut, bevor sie die Grenze \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann die <em>Lokalhelden<\/em> als Puzzle bezeichnen, als eine Art der Rekonfigurationen des literarischen Erinnerns. Das Rheinland wird f\u00fcr die <i>Lokalhelden<\/i> zu einem schrecklichen Sehnsuchtsort. Heimat ist f\u00fcr diese Spezies ein Ort des unerreichbaren Sich-Sehnens und ertr\u00e4umten Aufgehoben-Seins. Je weniger diese Typen in einer solchen Heimat tats\u00e4chlich leben, desto inbr\u00fcnstiger glauben sie an ihre Existenz. Mit einem literarisch-medialen Coup dekonstruiert Weigoni diese Simulation, deren Real-Existenz geglaubt werden soll. Stilistisch zieht er alle Register; die Vielfalt seiner Ans\u00e4tze ist ebenso wahnwitzig wie sprachsch\u00f6pferisch. Es ist eine Literatur, die mit ihren Beschreibungen Referenzen in die unmittelbare Lebenswelt der Rheinl\u00e4nder projiziert und das sinnlich Wahrnehmbare, den Rhein, das Dreischeibenhaus, den Hofgarten aufl\u00e4dt mit poetisch vermittelter Erfahrung, die dem blo\u00df geographischen Ort Charakter verleiht, Sinn und Bedeutung. Man sollte den Roman nicht im Binge Reading verschlingen sondern in mundgerechten Happen genie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><em><span style=\"color: #888888;\">Solidarit\u00e4t ist die Z\u00e4rtlichkeit der V\u00f6lker.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><span style=\"color: #888888;\">Frederik Hetmann<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie lesen in Weigonis zweitem Roman <em>Lokalhelden<\/em> mitunter liebensw\u00fcrdig-ironische Minidramen, die im gelebten Alltag verankert sind. Er schildert die Rheinl\u00e4nder voller Charme und Lebensheiterkeit und interessiert sich f\u00fcr alles, was zwischen diesen Typen passiert, f\u00e4ngt es ein und kompiliert es in einem Roman, der ihm als dynamisches Abbild der realen Welt gelingt, nur erheblich konzentrierter als diese. Aus einer psychologischen Binnenspannung heraus gelingt es ihm ein enormes, gro\u00dfbildhaft explodierendes Menschentheater zu kreieren. Etwas Schwebendes, Fl\u00fcchtiges, Versponnenes zeichnet diese Rheinl\u00e4nder aus. Trotz aller Leichtigkeit, Eleganz und Gedankensch\u00e4rfe, es dominiert bei Weigoni die Vorstellung eines Individuums, dessen Zentrum nicht in ihm selbst liegt, sondern das in der unvermeidlichen Kreuzung sozialer Kreise einen notorisch instabilen, je nach Zusammenhang einen wechselnden Standpunkt einnimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Romancier ist ein Meister der reduzierten Form, manche Szenen sind nur wenige Seiten kurz, so vermittelt der Roman ein pr\u00e4gnantes Bild vom beschleunigten Lebenstempo des fr\u00fchen 21. Jahrhunderts: Die Kippfiguren werden ohne gro\u00dfe Vorbereitung in eine Lage gebracht, die sofortige Entscheidungen verlangt, bei denen man sich bei den eigenen Unsicherheiten und den eigenen irrationalen \u00c4ngsten ertappt f\u00fchlt. Wie auf einer schr\u00e4gen B\u00fchne geraten dabei die Dinge immer wieder ins Rutschen, sicher geglaubte Kontrolle droht zu entgleiten, Identit\u00e4ten changieren, pers\u00f6nliche Beziehungen geraten heillos durcheinander auch eine Vergemeinschaftung der Nachdenklichen vermag sie nicht vor sich selbst zu retten. Die kalkuliert angezettelte Verwirrung der Verh\u00e4ltnisse wird dabei selbst zur Quelle lustvoll ausgesch\u00f6pfter T\u00e4uschungsm\u00f6glichkeiten. Daher bleibt dieser Hinweis Spoilerfrei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Leichtigkeit der Rheinl\u00e4nder hat nichts mit Leichtgewichtigkeit zu tun, sondern mit einer reifen Haltung gegen\u00fcber den Zumutungen des Lebens und der Geschichte. In der unmittelbaren Gegenw\u00e4rtigkeit dieser <i>Gedankenf\u00fchler<\/i> machen sich, unscharf geschieden, Reste einer anderen Zeit geltend, sich dem Jetzt untermischend: ein nicht zu entwirrendes Zeiten-Melange aus Kontingenz und Fixierung. Die Rheinl\u00e4nder k\u00f6nnen die Welt nicht retten, auch wenn sie noch so philosophisch begabt \u00fcber die Unzul\u00e4nglichkeiten der Sprache, der Liebe und des K\u00f6rpers nachdenken. Nichts geschieht im Rheinland, das je ganz vergehen, restlos abgelebt werden k\u00f6nnte; es gibt die Last der Erinnerung &#8211; wie auch immer diese Typen damit umgehen, verzweifelt oder l\u00e4cherlich oder beides zugleich, sie wirkt in jedem Leben. Diese Prosa ist nie als blo\u00dfe Nachahmung, sondern als tiefe Wiedererfindung von Menschen, die man wiedererkennt, auch wenn sie nie existiert haben. Die Rheinl\u00e4nder haben eine Vergangenheit, aber keine Gegenwart. Eine Erfahrung, die nicht teilbar ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><span style=\"color: #888888;\">Tieren ist der Sinn gegeben, Menschen m\u00fcssen ihn schaffen: durchs Erz\u00e4hlen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sich eine Gro\u00dfstadt in Worte fassen l\u00e4\u00dft, wie man deren Wesen dadurch begreift, da\u00df man nichts verkl\u00e4rt und gleichzeitig jedem faden Elendsrealismus die kalte Schulter zeigt, das ist in <i>Lokalhelden<\/i> exemplarisch nachzulesen. In einem formal sorgf\u00e4ltig komponierten Erz\u00e4hlmosaik beschreibt Weigoni, wie eine Identit\u00e4t auf einen Schlag zusammenf\u00e4llt, wie Menschen an ihrer auferlegten Rolle scheitern. Frei nach Godard gibt es wom\u00f6glich einen Anfang, eine Mitte und ein Ende, aber mit Sicherheit nicht in dieser Reihenfolge. <i>Lokalhelden<\/i> ist ein Puzzle, das es darauf anlegt, nicht im ersten Versuch l\u00f6sbar zu sein. Manche Teile passen nicht zusammen, und andere fehlen v\u00f6llig, aber viel mehr als um ein koh\u00e4rentes, fertiges Bild geht es hier um den Versuch des Zusammensetzens, der an sich schon zur Erkenntnis f\u00fchren soll. Auf 320 Seiten l\u00e4\u00dft er dabei viele Geschichten parallel laufen und zaubert aus dem Rollenspiel des Rheinl\u00e4nders nach und nach einem ganzen Kabinett menschlicher Stereotypen, die menschlich, allesamt allzumenschlich grundiert sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr all diese Typen auch in ihrer unverhohlenen Tragik oft sehr komischen Episoden findet Weigoni eine beachtliche Breite nuancierter T\u00f6ne. Seine S\u00e4tze sind stark, geschliffen, scharf und voller Wucht. Oft erscheinen sie in langen Perioden, hochkomplex und in der Wortwahl ohne Scheu vor \u00fcberbordender Pracht; in den Dialogen verdichten sie sich zu knappen Wortwechseln mit der Lebendigkeit des M\u00fcndlichen und voll treffender Pointen; in lyrischen Passagen steigert seine Sprache sich zu rhythmisierten Klangfiguren, mit vielen g\u00e4nzlich unbekannten Resonanzen &#8211; vielstimmig orchestrierte Wortkonstellationen, wie wir sie im Deutschen sonst kaum je finden. Er gleicht sein Erz\u00e4hlen, in Syntax und Metaphorik, seinen Figuren gekonnt an &#8211; ein Verfahren, das er auch dort anwendet, wo er den Mythenschatz des Rheinlands ausschlachtet und einen barocken Sprachduktus imitiert und dabei, so darf man vermuten, mit dem historisch Verb\u00fcrgten sehr frei umgeht. So erh\u00e4lt die auf den ersten Blick realistisch anmutende Dorfatmosph\u00e4re unmerklich eine magische Note.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In das Rheinland ist das Ged\u00e4chtnis der Geschichte eingeschrieben, und es mischt sich mit gro\u00dfer Deutlichkeit in diesem syn\u00e4sthetischen Roman. Die Utopie, da\u00df Literatur in der Lage ist, das Doppelgesicht der Welt, ihre Sch\u00f6nheit und ihren Schrecken in ein gemeinsames Bild zu bringen. Daran arbeitet Weigoni seit den <i>Vignetten<\/i> mit atemberaubender Dringlichkeit und Hartn\u00e4ckigkeit. Kreativ schreibt er sich durch sperrige Themen hindurch: Existenzialismus, Tod und Psychokrise. Er verwirrt ab der ersten Seite mit Zeit- und Perspektivenspr\u00fcngen, l\u00e4\u00dft kaum einer Szene mehr Raum als vier Seiten, und beweist immer wieder Mut zum Absurden. Ein Credo bleibt: Jede Identit\u00e4t ist austauschbar. Au\u00dfer, wir halten uns an den anderen fest. Es gibt B\u00fccher, die kein geistiges Verfallsdatum kennen, dieses hat eine Anwartschaft darauf. Augen auf und durch, bis zum Schlu\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><em><span style=\"color: #888888;\">Statt einer Hermeneutik brauchen wir eine Erotik der Kunst.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><span style=\"color: #888888;\">Susan Sontag<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die St\u00e4rke von Weigoni ist es, keine Erwartung zu befriedigen. Die Realit\u00e4t wird im Mittelst\u00fcck seiner Romantrilogie mit den Mitteln der Literatur transzendiert. Dieser Romancier hat als Flaneur das Rheinland durchwandert, ist an den Magistralen entlanggegangen und hat f\u00fcr die Fluidit\u00e4t den richtigen Ausdruck gefunden. Die Seelenwanderung ist eine alte Metapher f\u00fcr literarische Kommunikation und ein noch viel \u00e4lteres theologisches Konzept. Trotz ihrer augenscheinlichen Antiquiertheit behauptet sie sich im aktiven Sprachschatz der deutschen Literatur. Denn soviel ist sicher: Die Seelen der verstorbenen Schriftsteller werden weiterhin heftig mit denen der Lebenden streiten. Das Resultat dieser Dialoge wird sich auch in den literarischen Werken der Zukunft niederschlagen. Und wessen Seele dann jeweils spricht, das wird auch weiterhin nicht immer klar zu entscheiden sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man k\u00f6nnte <i>Lokalhelden<\/i>, einen gro\u00dfen Heimatroman nennen. Das w\u00fcrde bedeuten, einen vielgeschm\u00e4hten Begriff zu rehabilitieren und umzudeuten. F\u00fcr Romane wie diesen gibt es in der Literaturlandschaft keinen passenden Ort. Das Rheinland erscheint in diesem Roman als etwas angeschmutzte Provinz, ein in die Jahre gekommenes Westdeutschland. Unter allen praktischen Gesichtspunkten qualifizieren sich die Bewohner der rheinischen Bucht als Versager. Diese Lebensverpasser pflegen sich nicht zu sch\u00e4men und den Mund zu halten, sie rutschen aus einer Problemlage in die n\u00e4chste und erweisen sich auf seine diskrete Weise als schamlos. Weigoni liefert die glaubw\u00fcrdige Nutzanwendung auf die deutschen Zust\u00e4nde des Scharnierjahrzehnts mit ihren ganz anderen Verh\u00e4ltnissen, Anspr\u00fcchen und Toleranzen. Es atmet den Geist eines leicht muffigen, doch zarten Trosts; und man muss in sich den Mut der Verzagtheit finden, um diesen Roman anzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Schriftsteller ist Weigoni nur schwer auf eine Poetik festzulegen, die koh\u00e4renten und wiedererkennbaren Strukturen folgen. Seine eindringliche Lakonie entsagt sich der T\u00e4uschung ebenso wie einem falschen Idealismus. Was diesen Romancier antreibt, ist die Suche nach der Wahrheit, und dieser kommt der Leser dank seiner souver\u00e4nen Gesellschaftsdiagnose ein ganzes St\u00fcck n\u00e4her. Er stellt seine Diagnosen mitunter wie ein Arzt aus, der seinen Patienten krankschreibt. Weigoni verf\u00fcgt \u00fcber ein endloses Reservoir an skurrilen Figuren und schier unersch\u00f6pflichen Sprachwitz. Die Rheinl\u00e4nder, die er portr\u00e4tiert sind dazu verdammt immerfort zu werden und niemals zu sein. Dieser Romancier hat ein widerborstig, genialisch verr\u00fccktes Buch geschrieben, er erkundet das \u201eScharnierjahrzehnt\u201c mit einer phantasiebewegten Subversionen und nimmt die pr\u00e4zise Wahrnehmung der Wirklichkeit als Ausgangsmaterial f\u00fcr ein poetisches Kunstwerk. Er geh\u00f6rt zu den sch\u00f6nen Aufgaben der Literatur, der Welt ein wenig Magie zur\u00fcckzugeben. Hier ist es Fall gegl\u00fcckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><em><span style=\"color: #888888;\">Wenn ich von einem Ort spreche, dann deshalb weil er verschwunden ist.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><span style=\"color: #888888;\">Jean Baudrillard<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weigonis Roman \u00fcber das Rheinland, ist mit seinen raffiniert verflochtenen Erz\u00e4hlstr\u00e4ngen und st\u00e4ndigen Bez\u00fcgen auf eine geografische Struktur ist mithin auch ein strudlhofstiegenartiger Stadtf\u00fchrer durch die Nebenstrassen (anders als in Heimito von Doderers Roman gibt es hier jedoch kein dramaturgisches Zentrum). Weigoni parodiert das wunschbiografische Erz\u00e4hlen des Rheinl\u00e4nders, er f\u00fchrt vor, wie diese Typen in schillernden Rede-Kaskaden das Wort geradezu fr\u00f6hlich erbrechen. Dabei gelingt diesem Romancier eine Balance zwischen Nachdenklichkeit und spielerischer Ironie. Er beschreibt Au\u00dfenseiterfiguren und Randgeschichten, ohne in die Groteske abzurutschen. Jean Baudrillards Paradigma f\u00fcr die systematische Verfl\u00fcchtigung einer Realit\u00e4t, deren Verd\u00e4mmern wir gewissermassen auskosten, findet sich gerade im Rheinland wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unabh\u00e4ngigkeit zeugt von Selbstbehauptung, Freiheit, von Emanzipation. Man muss das Streben nach Unabh\u00e4ngigkeit von Weigoni im Kontext dieser Liberalit\u00e4t sehen, um zu begreifen, womit sich dieser Romancier herumschl\u00e4gt. Er spielt mit dem Leser, entt\u00e4uscht bewu\u00dft seine Erwartungen, liefert ihm widerspr\u00fcchliche Informationen, st\u00f6rt kontinuierlich seine Identifikation mit den Figuren und befriedigt oft nicht mehr das konservative Bed\u00fcrfnis nach Ausgleich und Harmonie. Moral kann kein prim\u00e4res Kriterium der Literaturkritik sein, wer Romane an moralischen Ma\u00dfst\u00e4ben misst, kastriert die Kunst. Es findet in diesem Rheinland eine Substituierung des Realen durch Zeichen des Realen statt der Verlust der Zeichenreferenz sei das Ergebnis. Alle tats\u00e4chlichen Ereignisse werden unabl\u00e4ssig in Medienereignisse transformiert. Literatur meint zuallererst das sprachliche Kunstwerk, ein klug gedachtes, bewusst gemachtes, ein formal hoch organisiertes Gebilde, dessen Wirkung von sprach\u00f6konomischen und dramaturgischen Prinzipien abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sein literarisches Sujet stellt sich quer zum Zeitgeist. Weigonis Ausdeutung der rheinischen Geschichte ist ein literarisch-ironisches Trompe-l&#8217;\u0153il, ein Scheingem\u00e4lde aus chauvinistischen Selbstzuschreibungen und historischen Behauptungen, andere Gef\u00fchlslagen inklusive. Schlie\u00dflich sind die Rheinl\u00e4nder die K\u00f6nige des Augenblicks. Weigoni kann von sanftem Unwillen bis hin zu knackigem Sarkasmus chargieren, das macht seine Prosa unverwechselbar. Sein gestischer Roman ist als ein Werk zu verstehen, in dem nicht mehr Figuren sondern ein Netz von Handlungen, die zu bestimmten Grundhaltungen oder Gestus verdichtet sind, die Sinnmitte bilden. Dieser Roman funktioniert wie eine Schnitzeljagd, es geht darum, Hinweise zu entdecken und zu entschl\u00fcsseln. Eine jede Geschichte dieses Buchs, wo kluge Konstruktion und menschliche Wahrhaftigkeit zusammenfinden, erinnert an ein Diminuendo. Die T\u00f6ne werden leiser, fl\u00fcchtiger, bis sie im sich aufl\u00f6senden Nebel verklingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><em><span style=\"color: #888888;\">Wir sind von Heimatbildern umgeben, es wird dauernd erz\u00e4hlt, wie sch\u00f6n das alles ist und die dritten Programme versammeln in ihrer J\u00e4mmerlichkeit die f\u00fcnfzehn sch\u00f6nsten Br\u00fccken Nordrhein-Westfalens.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><span style=\"color: #888888;\">Christian Petzold<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seiner Prosa arbeitet Weigoni mit Gedankenpartikeln, mit essayistischen Splittern, die dem Publikum unter Ein-Wort-Einschriften portionsweise verabreicht werden. Die Leser sollen sich nicht in eine fiktionale Welt fl\u00fcchten. Sie sollen lieber mit einem erneuerten Gef\u00fchl f\u00fcr kreative M\u00f6glichkeiten in ihr Leben zur\u00fcckkehren. Dieser Roman ist geistreich, unterhaltsam, formal schl\u00fcssig, virtuos in den Mitteln. Das Vergn\u00fcgen, das sich beim Lesen \u00fcber die komplexen Themen einstellt, soll dazu inspirieren, die Welt in neuem Licht zu sehen, selbst wenn die Rheinl\u00e4nder \u00fcber den Deckel ihres Bierglases nicht hinauskommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sein Werk braucht Zeit, Mu\u00dfe, Ruhe, die dann jedoch mit gro\u00dfem Lesegenuss belohnt werden: Akribisch, detailliert und mit einer Vielzahl von historischen Exkursen zeichnet Weigoni diese Zeit nach. In den <i>Lokalhelden<\/i> geschieht die Subversion des Heimatsbegriffs durch die disseminative Sprache der Literatur. Seit den <i>Vignetten<\/i> kommen seine Werke nicht nur ebenso klug wie experimentierfreudig daher, sie kommen dazu ohne ein deutsches Geschichtsbeschwernis aus. Die Aufgabe dieser Prosa und dementsprechend ihre Wirkung liegt nicht in einer \u201eVerrechnung \u00e4sthetischer Formen\u201c auf ein politisches Analogon hin. Es gibt eine andere L\u00f6sung, die dem Utopiecharakter von Literatur besser entspricht, je reiner der \u00e4sthetische Kern enthalten ist, umso gr\u00f6\u00dfer die Strahlkraft nach au\u00dfen: Diese geschieht in den <i>Lokalhelden<\/i> nicht als sozialkritische Korrektur des generellen Diskurses, sondern als dessen Irritation. Die Irritation des Diskurses vollzieht sich als Subversion der G\u00fcltigkeit seiner normativen Begriffe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solange sich die Geschichte wiederholt, wiederholen sich auch die Geschichten. Weigonis poetischer Realismus greift auf eine die emphatische Moderne zur\u00fcck. Und ber\u00fccksichtigt auf der syntagmatischen und paradigmatischen Achse den kulturellen Hintergrund des Rheinlands. Man trifft in dieser Kulturlandschaft auf mythologische, pal\u00e4olithische, \u00e4sthetische, physignomische, popul\u00e4rkulturelle, comicsemiotische und transzendentale Ans\u00e4tze. Der Mythos des Rheinlands st\u00fctzt sich ein sekund\u00e4res semiologisches System, ihr schildkr\u00f6tenhaftes Fortschreiben. Der gro\u00dfe Traum aller literarischen Avantgarden, auf dem Wege der Kunst bewohnbare Strukturen zu schaffen, ist von der Kulturindustrie samt ihren trivialsten realistischen Erz\u00e4hlmustern l\u00e4ngst verwirklicht worden. Weigoni bringt das Kunstst\u00fcck fertig, die im Rheinland aufgehobene Welt in ihrer Fremdheit zu belassen und uns die Un\u00fcberschaubarkeit der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse gleichzeitig nahe zu bringen. Die rheinische Landschaft wird zum Projektionsraum des Menschlichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><em><span style=\"color: #888888;\">Die Schrift ist meine Heimat. Heimat, aber gef\u00e4hrlich.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><span style=\"color: #888888;\">Peter Handke<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Geschichte legt, so scheint es, gelegentlich eine Atempause ein. In seinem zweiten Roman beschreibt Weigoni den Welt-Alltag zwischen zwei Epochen. Bei den <i>Lokalhelden<\/i> geht es um das Weltganze, wie es einem schwafelnden, denkenden, lesenden Ich entgegenkommt, das in einem Brauhaus des glokalisierten Rheinlands sitzt und seine Wahrnehmung auf Empfang gestellt\u00a0hat. In einer der irrwitzigsten Szenen dieses Romans lauschen wir in einem rheinischen Brauhaus in einem Trialog von drei unterschiedlichen Typen einer intellektuellen Arbeit an der Gegenwart, vielleicht sogar an der geistigen Situation der Zeit. Sicher darf man sich nicht sein, der Autor h\u00e4lt das gekonnt in einer irrwitzigen Schwebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Roman spielt im \u201aScharnier-Jahrzehnt\u2019 zwischen dem 9. November 1989 und dem 11.09. 2001. Eine Zeit, von der Francis Fukuyama annahm, das Ende der Geschichte sei gekommen. Der Politwissenschaftler wiederholte in seinem Essay Gedanken, die Alexandre Koj\u00e9ve bereits in den 1930er Jahren formuliert hatte. Letztgenannter legte eine eigenwillige, in Frankreich aber epochale Hegeldeutung vor. Friedrich Hegels Geschichtsphilosophie f\u00fchrt zu einem Ende im Sinne einer letzten Synthese, wenn es keine weltpolitischen Widerspr\u00fcche mehr gibt. Fukuyama vertrat die These, da\u00df sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Prinzipien des Liberalismus in Form von Demokratie und Marktwirtschaft \u00fcberall durchsetzen w\u00fcrden. Mit dem Sieg dieses Modells ende der Kampf um Anerkennung und es entfalle das Antriebsmoment der Geschichte. Sp\u00e4testens am 11.09. 2001 erkennt die westliche gepr\u00e4gte Welt, da\u00df in islamischen L\u00e4ndern eine andere Dynamik herrscht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer lange und ausdauernd nachdenkt, dem \u00f6ffnet sich die T\u00fcr zu einer Vergangenheit, die immer auch getr\u00e4umt sein\u00a0k\u00f6nnte. Mit dem Welt-Geist war im \u201aScharnierjahrzehnt\u2019 nicht viel zu gewinnen, eher mit Intelligenz, nicht nur mit k\u00fcnstlicher, sondern, mit der humanen Intelligenz des Gegenwartsbeobachters. Sie lehrt wenig Erfreuliches \u00fcber die Zeit zwischen dem Ende des kalten Kriegs und der asymmetrischen Kriegsf\u00fchrung. Neuen Medien, Neoliberalismus, die Unwirtlichkeit der St\u00e4dte, die Ignoranz der Politiker, dies alles wird in den <i>Lokalhelden<\/i> gespiegelt. Wir besichtigen auf dem rheinischen Versuchsfeld Spuren, Relikte und Reliquien, das \u00dcbriggebliebene, kurz gesagt das, was eine Geschichte ausmacht. Weigoni vermeidet sorgsam abschlie\u00dfende Antworten, aber er misst bed\u00e4chtig das Problemgel\u00e4nde der glokalsierten Welt aus. Vom Verschwinden zu handeln, schlie\u00dft im Rheinland die Verschwundenen mit ein, denen dieser Romancier einf\u00fchlsame Portr\u00e4ts dieser Spezies widmet. Auf den Geist berufen sich, weil der Begriff so vielsagend ist, auch Schw\u00e4tzer und Schwadroneure, folgen wir dem Erforscher von Trivialmythen in das Brauhaus und lauschen dem rheinischen Singsang der Nachfahren der <i>Loreley<\/i>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\"><strong>Lokalhelden,<\/strong> Roman von A. J. Weigoni, Edition Das Labor, M\u00fclheim 2018 &#8211; Limitierte und handsignierte Ausgabe des Buches als Hardcover.<\/p>\n<div>\n<dl id=\"\">\n<dt>\n<p><div id=\"attachment_98379\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98379\" class=\"wp-image-98379 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Lokalhelden_Cover-e1645862905963.jpeg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-98379\" class=\"wp-caption-text\">Coverphoto: Jo Lurk<\/p><\/div><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> \u2192 Lesenswert auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=34345\">Nachwort<\/a> von Peter Meilchen sowie eine\u00a0bundesdeutsche <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=34388\">Sondierung<\/a> von Enrik Lauer. Ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=49303\"><em>Lektoratsgutachten<\/em><\/a> von Holger Benkel und ein Blick in das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=31462\">Pre-Master<\/a> von Betty Davis. Die Brauereifachfrau Martina Haimerl liefert <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=44781\">Hintergrundmaterial<\/a>. Ein <em>Kollegengespr\u00e4ch<\/em> mit Ulrich Bergmann, bei dem Weigoni sein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=50056\">Recherchematerial<\/a> ausbreitet. Constanze Schmidt \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=34331\">Ethnographie<\/a> des Rheinlands. Ren\u00e9 Desor mit einer Au\u00dfensicht auf die untergegangene <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=30641\">Bonner<\/a> Republik. Jo Wei\u00df \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=34337\">Nachschl\u00fcsselroman<\/a>. Margaretha Schnarhelt \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=34340\">kulturelle Polyphonie<\/a> des Rheinlands. Karl Feldkamp liest einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=52088\">Heimatroman der tiefsinnigeren Art<\/a>. Als Letztes, aber nicht als Geringstes, Denis Ullrichs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=47226\">Rezensionsessay<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mensch braucht den kleinen Rausch, sonst f\u00e4ngt er an zu revoltieren. Jutta Voigt \u00c4hnlich wie der erste Roman Abgeschlossenes Sammelgebiet kann man die Lokalhelden augenzwinkernd als &#8222;Historienroman&#8220; bezeichnen. Hier ist jedoch nicht die Fernvergangenheit gemeint, sondern der Zeitraum zwischen&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/10\/03\/widerstand-gegen-nicht-orte\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":98379,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628],"class_list":["post-38938","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38938","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=38938"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38938\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101520,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38938\/revisions\/101520"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98379"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=38938"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=38938"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=38938"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}