{"id":3556,"date":"2012-04-27T00:01:13","date_gmt":"2012-04-26T22:01:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=3556"},"modified":"2019-10-05T09:54:14","modified_gmt":"2019-10-05T07:54:14","slug":"totreden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/04\/27\/totreden\/","title":{"rendered":"Totreden"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"rez\">Man muss sich im so genannten &#8218;gut sortierten Buchladen&#8216; genau umsehen, um auf solche Perlen wie Margit Hahns &#8222;Totreden&#8220; zu sto\u00dfen. Seit Beginn der 1990er-Jahre bereitet die Wienerin den LeserInnen mit ihren b\u00f6sen Geschichten \u00fcber die Krone der Ersch\u00f6pfung Vergn\u00fcgen. Nachdem Sie in den fr\u00fchen B\u00fcchern die Spielarten des Sex, beziehungsweise sein Nichzustandekommen beschrieb, widmet sie sich nun dem Leben der Angestellten.<\/p>\n<p class=\"rez\">Wie in den besten Geschichten Judith Hermanns, etwa der Titelgeschichte von &#8222;Sommerhaus, sp\u00e4ter&#8220;, trifft auch Margit Hahn, wenn nicht den Geist der Zeit, dann doch das Bewusstsein ihrer Generation. In &#8222;Totreden&#8220; gibt es keine Handlung, keine Hauptfigur, die zur Identifikation einl\u00e4dt. Von Moral und Parteilichkeit und Volksverbundenheit kann nicht einmal im Ansatz die Rede sein, ganz im Gegenteil: Hier ist das Ungez\u00fcgelte am Werk, der freie Gedankenstrom, die literarischen Verweisspiele und Binnenr\u00e4ume.<\/p>\n<p class=\"rez\">Alle paar Seiten wechselt die Atmosph\u00e4re, wechseln die Figuren. Diese Typen werden \u00e4lter, aber es wird nichts aus ihnen. Ihre soziale Position ist die Schwelle. Keine Aussichten, nirgendwo. Ihre Grundeinstellung zum Leben ist, notgedrungen, kontemplativ. Sie h\u00e4ngen durch, weil man sie h\u00e4ngen l\u00e4sst. Margit Hahn arbeitet behutsam und pr\u00e4zise wie mit einer Lupe, und so gelingt es ihr, unscheinbare Augenblicke zu seelischen Szenarien zu \u00f6ffnen. Das Buch handelt nicht nur von den Abgr\u00fcnden der Globalisierung, es ist auch mit einer hingebenden Aufmerksamkeit geschrieben.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\">***<\/div>\n<div>\n<div class=\"csc-header csc-header-n1\"><\/div>\n<p class=\"bodytext\" style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/bild1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3557\" title=\"bild\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/bild1.jpg\" alt=\"\" width=\"105\" height=\"160\" \/><\/a>Totreden<\/strong>, Erz\u00e4hlungen von Margit Hahn. Innsbruck: Skarabaeus-Verlag, 2006.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man muss sich im so genannten &#8218;gut sortierten Buchladen&#8216; genau umsehen, um auf solche Perlen wie Margit Hahns &#8222;Totreden&#8220; zu sto\u00dfen. Seit Beginn der 1990er-Jahre bereitet die Wienerin den LeserInnen mit ihren b\u00f6sen Geschichten \u00fcber die Krone der Ersch\u00f6pfung Vergn\u00fcgen.&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/04\/27\/totreden\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[364],"class_list":["post-3556","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-literatur","tag-margit-hahn"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3556","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3556"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3556\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3556"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3556"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3556"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}