{"id":3365,"date":"2012-04-15T00:01:00","date_gmt":"2012-04-14T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=3365"},"modified":"2022-03-07T14:47:04","modified_gmt":"2022-03-07T13:47:04","slug":"ich-will-mich-nicht-metaphorisieren-lassen-%e2%80%a2-nach-dem-gedicht-ist-vor-dem-gedicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/04\/15\/ich-will-mich-nicht-metaphorisieren-lassen-%e2%80%a2-nach-dem-gedicht-ist-vor-dem-gedicht\/","title":{"rendered":"Ich will mich nicht metaphorisieren lassen \u2022 \u00bbNach dem Gedicht \/ ist vor dem Gedicht\u00ab"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Ein Gespr\u00e4ch mit Theo Breuer<\/span><\/p>\n<div style=\"width: 179px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/encrypted-tbn3.google.com\/images?q=tbn:ANd9GcTxX51Zo-arWe701vW4PjLDD6lNprCOXdhU3w60XdwpjLJYO5T4\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"172\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Bild: Andrea Reiser<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theo Breuer (\u00bbDas Wort ist ein Sauhund!\u00ab), den Insider wie Michael Gratz oder A. J. Weigoni seit einem lakonisch kommentierten Verschreibfehler nur noch<em> The Breuer<\/em> nennen, spricht mit mir \u00fcber Lyrik und Hinter\u00adland, Drei-Punkte-Programme f\u00fcrs kommende B\u00fccher, Metaphorisierung von Litera\u00adturpreisen, Sammelb\u00e4nde wie <em>Jahrbuch der Lyrik<\/em> und <em>Versnetze<\/em> \u2013 und die kurze Freiheit in den wenigen Minuten nach der Fertigstellung eines Essays oder Gedichts. Lesen Sie hier die in der langen Nacht vom 12. auf den 13. April 2012 aktualisierte um farbenfrohe Bilder und wesentliche Botschaften erweiterte brandneue Fassung des Gespr\u00e4chs, von dem eine fr\u00fchere Version am 7. M\u00e4rz 2011 erschien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong> <em>Herr Breuer, zum Anfang ein kleines Quiz. Was denken Sie: Wie hie\u00df der deutsche Bundeskanzler, als Sie Ihr erstes hinterl\u00e4ndisches Gedicht schrieben: Konrad Adenauer, Helmut Schmidt, Helmut Kohl oder Angela Merkel?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong>\u00a0Ich denke grunds\u00e4tzlich nicht vor einem Interview, das mache ich nie. Aber gut, das war wohl Helmut Kohl. Adenauer \u2013 so alt sehe ich hoffentlich nicht aus, und dessen Geschw\u00e4tz hat mich schon gestern gest\u00f6rt. Merkel: Die schmei\u00dft den Laden doch heute, oder? Macht die sich nicht f\u00fcr Wortklau und Copy and Paste in der Literatur und die Freiheit der Kunst stark? Echt gra\u00df, ne ei\u00adserne Lady. Und Hel\u00admut Schmidt? Wer soll dat denn sein? Ich kenne Arno Schmidt und Kathrin Schmidt, und die waren meines Wissens nie Bun\u00addeskanzler. Also, die westdeutsche \u203aWende\u2039 kam 1982, und in dem Jahr habe ich ernsthaft angefan\u00adgen, Gedichte zu schreiben. Also der Gem\u00fcsemann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Die Wende von Rot nach Schwarz war im September 82.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong>\u00a0Okay, dann also doch der mir offenbar unbekannte Schmidt. Doch halt, mir schwant da was mit Wasser, war da nicht was 1962? Jedenfalls wei\u00df ich es genau, f\u00fcr lyrische Daten habe ich eine Art photografi\u00adsches Ged\u00e4chtnis: Anfang August 1982 habe ich die ersten Hinterland-Verse geschmiedet. Das war unmittelbar nach der Lekt\u00fcre vom <em>Nibelungenlied<\/em> gewesen. Sie wissen, die Lyrik ist ein seltsames Spiel: wie Schach ohne W\u00fcrfel. Ich denke mal, das war kein Zuckerbissen f\u00fcr die Fans.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Damals waren Sie 26 Jahre alt. Wie hat es angefangen?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong> Erste Antwort: F\u00fcr mich gab es nur die M\u00f6glichkeit bei Null anzufangen: Das Nullmorphem mu\u00dfte stehen. Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, da\u00df ich in einer der schwierigsten Situationen seit Jahren war \u2013 die Stunde hatte geschlagen! Ich mu\u00dfte mir jetzt selbst ein Bild machen und meine Entscheidungen treffen in Bezug auf die zu schreibenden bzw. zu vermeidenden W\u00f6rter: Ach, was mu\u00df man oft von b\u00f6sen \/ W\u00f6rtern h\u00f6ren oder lese<cite><\/cite>n! \u2013 Zweite Antwort: Mit Lesen. Lesen. Lesen. Ein Elixier, das uns berauschend tr\u00e4nkt. Ich las schon, als ich noch gar nicht lesen konnte. Und zwar <em>Alles was der Fall ist<\/em>, wie Peter Clars 2011 beim Sonderzahl Verlag in Wien erschienener Roman hei\u00dft, der mich 93 Minuten lang (plus zweimal 15 Minuten Verl\u00e4ngerung) mit Echos aus allen vier Lichtungen (und viel, viel mehr) beschallt, da\u00df es nur so widerhallt, und den ich heute mit gro\u00dfem Genu\u00df lese. Fr\u00fch schon knallt mir, wie aus dem Nichts, dieses Wortkn\u00e4uel vor die einschu\u00dfbereiten F\u00fc\u00dfe \u2013 da kann man ja nur noch, eiskalt, Tor \u00b7 Tor \u00b7 Tor rufen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 60px;\"><em>Entscheidungen zu f\u00e4llen ist das eine, einen Baum etwas anderes, also was ich sagen will: X wei\u00df, was er tun will, aber tun tut er es nicht. Nicht sch\u00f6n der Satz, aber so unglaublich wahr, wie nur ein Satz wahr sein kann, ich meine, so unglaublich wahr, wie wahr ein Satz \u00fcberhaupt sein kann. Ist eine Entscheidung getroffen, hei\u00dft das noch lange nicht, dass die durch die Entscheidung beschlossene Tat auch get\u00e4tigt wird.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df, das klingt jetzt einschlie\u00dflich Titel und Cover wie von mir f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch erfunden, ist es aber nicht. Wer es also genau wissen will, wei\u00df, was jetzt zu tun ist, und zwar mit Leidenschaft, Geschlossenheit, Aggressivit\u00e4t, wie Mrs Columbo fordern w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Ja, das ist vollkommen Clar, Botschaft angekommen, wird gleich bestellt. Aber zur\u00fcck zum Schreiben \u2026<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 1px solid black;\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/b\/b4\/Zwerg_Postkarte_001.jpg\/220px-Zwerg_Postkarte_001.jpg\" alt=\"\" width=\"176\" height=\"274\" \/>TB<\/strong>\u00a0Ich hatte als schreibender Mensch, der Pils grunds\u00e4tzlich nur mit s schreibt, s\u00e4mtliche Stationen in den Kinder- und Jugendjahren durchlaufen, mit sehr viel Ehrgeiz und Engagement. Schreiben ist unser lebender K\u00f6nig, Schrei\u00adben regiert die Welt, habe ich zusam\u00admen mit meiner ersten Freundin Katharina Meyer beim Spielen in der Scheune gesungen. Unsere liebste Fernsehsendung hie\u00df <em>Wort \u2013 Spiel \u2013 Spannung<\/em>. Wir wu\u00dften schon damals: Das ganze Leben ist Wortspiel, und wir wolln nur an die Daten. Da war ich f\u00fcnf. Aber ich war im Herzen lyrischer Hinterl\u00e4n\u00adder und hatte nie eine Chance, Profi-Autor zu werden, weil ich als Landkind gleichsam zu klein war. Ein Kritiker hat mal \u00fcber mich gesagt: Auch gr\u00f6\u00dfenm\u00e4\u00dfig ist es der gr\u00f6\u00dfte Nachteil, da\u00df die Schreibtalente im Hinterland nicht die allergr\u00f6\u00dften sind. Ein englischer Kollege hielt allerdings dagegen: Ich glaube nicht, dass ein Lyriktalent gr\u00f6\u00dfer oder kleiner ist als Theo Breuer. Meine Be\u00adgeisterung war trotz\u00ad dieser wider\u00adspr\u00fcchlichen Aussagen gro\u00df, und bis in die Vereinszeitung des SC B\u00fcrvenich 1925 hatte ich es immer\u00adhin geschafft. Da hab ich gedacht: Haltet die Luft an und verge\u00dft das Atmen nicht. Dann kam jedoch eine komplizierte Vernetzung (ein Sehnenabri\u00df beim Scham\u00adbeinkochen. H\u00f6rt sich lustig an, ist aber trotzdem beim Schreiben am Herd passiert, die Sanit\u00e4ter haben mir sofort eine Invasion gelegt, und der Arzt wollte mir mein Bein adoptieren), ein Wort\u00adbein\u00adbruch, und die junge Mrs Columbo, damals quasi Trainerin und Jugend\u00adchefin in der Fa\u00admilie, hat mir die Erzie\u00adhung unseres 1983 geborenen Soh\u00adnes Andypsilon \u00fcbertragen: I&#8217;ll bet you&#8217;re enjoying yourself more than you want to admit. Da hab ich nur noch gehofft: Wenn man mich jetzt ins kalte Wasser schmei\u00dft, k\u00f6nnte ich mir die Finger verbrennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong> <em><span style=\"color: #000000;\">Der<\/span> Andypsilon ist Ihr Erstgeborener? Ich verfolge seine SWOS-Karriere mit Begeisterung. Ist Andypsilon nicht einigen Jahren unter den TOP 10 in der Sensible-World-of-Soccer und seit dem Sieg beim hervorragend besetzten Ostern-2012-Turnier in Frohnrath sogar Dritter der <span style=\"color: #0000ff;\"><a href=\"http:\/\/www.sensiblesoccer.de\/dev\/rankings\/view\/1\"><span style=\"color: #0000ff;\">Weltrangliste<\/span><\/a><\/span>?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong>\u00a0Ja, das stimmt. Ich denke mal, das war schon ein besonderes Entree. Dieser Junge hatte von Anfang an seine Da\u00adseinsberechtigung eigentlich nur dadurch, da\u00df er samstags mit mir die Sportschau guckte. W\u00f6rt\u00adlich betrachtet hatte der ein stiefm\u00fctterliches Dasein, und als ich dann angefangen habe mit Er\u00adn\u00e4hrungspl\u00e4nen und allem Drum und Dran, hat der Knabe ganz erstaunt geguckt. Aber irgend\u00adwann hat er Feuer gefangen \u2013 und ich habe gemerkt, da\u00df man \u00fcber diese Schienbeine viel erreichen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Ein fr\u00fches Aha-Erlebnis?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong>\u00a0Schon. Am Anfang hat er gemotzt. Das war er nicht gewohnt \u2013 und ich auch nicht. Ich kam ja aus dem Wortleistungsbereich, hatte quasi von der ersten Minute an viele B\u00fccher gelesen. Wenn dann Andy zu mir kam und gesagt hat, da\u00df er am Samstag die Sportschau nicht gucken kann, weil die Oma Ge\u00adburtstag hat, dann habe ich gedacht, i werd narrisch, der will mich verarschen. Ich habe nur immer meine Fin\u00adger in Wunden gelegt, die sonst unter den Tisch gekehrt worden w\u00e4ren, und irgendwann hat er mich verstanden, und wir haben eine gute Saison in der Sportschau verfolgt. Von der Einstellung her stimmte die Einstellung. Wir haben uns gut aus der Atmosph\u00e4re gezogen. Heute sehn wir ja, wo er in der Sensible World of Soccer und ich im Sensitive Universe of Poetry stehen. Nach jeder Sportschau schaltete ich stets auf die Wortschau um, sp\u00e4ter dann aufs Aktuelle Wortstudio \u2013 so kam ich unter die W\u00f6rter. Ich forderte nicht viel und war gefa\u00dft, noch weniger zu finden. W\u00f6rter, Verse, Stro\u00adphen \u2013 alle Etagen. (Nebenbei: Un\u00adsere Tochter Luise, die 1985 auf die Welt kam, hat das dann quasi mit dem Bitburger Pils aufgeso\u00adgen, die machte schon Gedichte, da konnte die noch gar nicht schreiben \u2013 ganz nach der Devise \u203aWas schlimm ist\u2039: Bei Hitze ein Bier sehn, das man nicht bezahlen kann.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>War das dann bereits ein Beruf, der Ihren Unterhalt finanzierte?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/e6\/Petersberg1.jpg\/220px-Petersberg1.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"157\" \/>TB<\/strong> Ich denke mal, eine Sache wie die Lyrik ist keine Wunschkost. Mein erstes Gehalt waren 7 Mark. Pro Jahr. Aber ich wei\u00df noch genau: Der erste Scheck kam nicht. Da bin ich zum Verleger gegangen und habe ihm gesagt: Es ist mir fast unangenehm zu sagen \u2013 aber ich hab mein Geld noch nicht bekommen. Bei der n\u00e4chsten Abrechnung wur\u00adden dann 14 Mark \u00fcberwiesen. Ansonsten war die Konstellation einfach g\u00fcnstig: Ich war Hinter\u00adl\u00e4nder, konnte bei den Tieren im Lyrikbl\u00e4tter\u00adwald wohnen und bekam von denen unheimlich viel Unterst\u00fct\u00adzung. Bei einem Schreibseminar mit dem Thema <em>Die Lyrik hat ihre eigenen Gesetze<\/em> in einem Tagungshotel auf dem Petersberg im Sieben\u00adgebirge, wohin mich der Mannschaftsversand Rheinland in den 80er Jahren mal engagiert hatte, habe ich mal die Alkoholiker gegen die Antial\u00adkoholiker schrei\u00adben lassen. Die Alkoholiker schrie\u00adben die bei weitem besten Gedichte. Da war\u2019s mir wurscht. Da hab ich gesagt: Sauft weiter. Ich habe auf Teufel komm raus Spra\u00adchen studiert, aber eigentlich war ich fast jeden Tag im Wald. Morgens um neun Uhr war ich da, abends um neun bin ich gegangen. Ich habe das ge\u00admacht und habe gedacht, kann ich nicht verstehn, ich bin gerne, wo ich herkomme, ich bin gerne, wo ich hingehe, und habe gelebt wie ein Haupt\u00adschriftleiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Sie verdienen also seit \u00fcber 20 Jahren Ihr Geld als Schriftsteller und Talent-Koordinator, wie man im Express lesen kann. Und jetzt sind Sie im Hin\u00adterland quasi Chef der Profis, der richtige Mann am richtigen Ort, wie der in D\u00fcs\u00adseldorf lebende Autor A. J. Weigoni befindet. Hat er recht?<\/em><\/p>\n<div style=\"width: 120px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/e3\/Bouteille.jpg\/110px-Bouteille.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"175\" \/><p class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Aur\u00e9lien Mole 2011<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong>\u00a0Ich denke schon \u2013 obwohl Bensch und Kraus bei solchen Aussagen gern die Augenbrauen hochziehen und, vielleicht nicht ganz zu Unrecht, meinen, das seien doch alles blo\u00df Momentaufnahmen. Und hinter den Kulissen ist auch gelegentlich zu h\u00f6ren, man wolle zwar nicht ausschlie\u00dfen, da\u00df man mit mir weitermache, aber man gebe auch keine Garantien von heute bis in die Ewigkeit. Dazu mu\u00df ich sagen, da\u00df ich mit A. J. Weigoni, Maximilian Zander und speziell Axel Kutsch sehr gut zusammengearbeitet habe. Ich hoffe, da\u00df die mit ihren Gedichten auch weiter\u00adhin eine runde Leistung zeigen, das w\u00fcrde die Leistung auch in der h\u00f6chsten Drucksituation abrunden. Es war sehr wichtig, da\u00df je\u00admand kommt, der die Literaturszene gut kennt, der das lyrische Hinterland gut kennt und nicht bei Null anf\u00e4ngt und vor allem zu Hochleistungen motivieren und alle Reserven mobilisieren kann. Du denkst am Anfang: schwach wie eine Flasche leer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Ja gut, \u00e4h&#8230;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong> Aber ich habe nicht ge\u00adsagt: Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid? Eure schei\u00df Stimmung \u2013 da seid ihr doch daf\u00fcr ver\u00adantwortlich! Es ist einfach zu sagen: Der hat Mist verfa\u00dft, jetzt schreibt der um sein Leben, um das wiedergutzumachen, und damit hat es sich. Statt\u00addessen habe ich vorgeschlagen: Wir brauchen ab sofort Ergebnisse. Wir m\u00fcssen jedes Qualit\u00e4tspotenzial, das wir haben, nutzen. Ich habe nie die Verzweif\u00adlung verloren oder mich aufgegeben. Trotzdem: Hier ist die Rede von Fressen, Gefressenwerden \/ von M\u00fchsal und Zweifel, hier ist die Chronik der Leiden. Man hat gesehen: Ich hatte in den ersten Wo\u00adchen, in denen es R\u00fcckschl\u00e4ge gab, einen Bonus. Und den mu\u00dft du nutzen, also lautet die De\u00advise: Weiter, immer weiter! Once a poet, alyways a poet. Simarar kos malzipempu. Einige Leute halten Lyrik f\u00fcr einen Kampf auf Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich versichere Ihnen, da\u00df Lyrik weit ernster ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0L<em>eute, die Sie besser kennen, sagen: Auf diese Chance hat Theo Breuer jahrelang gewar\u00adtet.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Cover.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"210\" \/>TB<\/strong>\u00a0Das kann man so nicht sagen. Wie so oft liegt auch hier die Mitte in der Wahrheit. Ich habe nie an meiner Chancenlosigkeit gezweifelt. Ich lasse Entwicklungen auf mich zukommen, das ist ein Grundsatz von mir. Ich metaphorisiere sie nicht. Ich lasse mich nicht nerv\u00f6s machen, und das gebe ich auch nicht zu. F\u00fcr mich ist wichtig, da\u00df ich authentisch sein kann, da\u00df ich keine Rolle spielen mu\u00df, ich will meine Werte verwirklichen. Und Lyrik ist inzwischen die Nr. 1 im Hinter\u00adland. Prosa \u00fcbrigens auch. Selbst in den Zeiten, in denen ich durch Deutschland reise und die ausgeliehenen Jungschreiber des Hinterlands besuche. Jedenfalls h\u00e4tte ich es mir angesichts dieses Hinterlands, dieser Leser und dieser Tradition nie verzeihen k\u00f6nnen, wenn ich mich der Verantwortung nicht gestellt h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Jetzt haben Sie einen der besten Hinterlandjobs und werden f\u00fcr Ihre Arbeit st\u00e4ndig von ber\u00fchmten Kollegen gelobt. Von Leuten wie Hans Bender, Karl Otto Conrady, Friederike May\u00adr\u00f6cker oder Axel Kutsch, in dessen <span style=\"color: #0000ff;\"><a href=\"http:\/\/www.poetenladen.de\/theo-breuer-versnetze-kutsch.htm\"><span style=\"color: #0000ff;\">Versnetzen<\/span><\/a><\/span> Sie seit Jahren einen Stammplatz haben \u2013 und nun auch vom Bundesherausgeber Christoph Buchwald durch die Ver\u00f6ffentlichung 2011 im <span style=\"color: #0000ff;\"><a href=\"http:\/\/www.poetenladen.de\/theo-breuer-jahrbuch-lyrik-1979-2011.htm\"><span style=\"color: #0000ff;\">Jahrbuch der Lyrik <\/span><\/a><\/span>2011. Wie halten Sie das aus? Da fehlt ja nur noch der gute G\u00fcnter Grass.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong> Ich habe seine B\u00fccher gelesen, die Mehrzahl mit gro\u00dfem Gewinn. Die fr\u00fchen Gedichtb\u00e4nde aus den 50er Jahren zeigen, da\u00df Grass kraftvolle, originelle Gedichte geschrieben hat. Einen kryptischen Vierzeiler \u00fcber Fu\u00dfball gibt&#8217;s auch: N\u00e4chtliches Stadion. Handelt, glaub ich, von der Angst des Tormanns beim Elfmeter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Hier muss ich einschreiten. Peter Handke hat unrecht, nicht der Torw\u00e4chter hat Angst, der Sch\u00fctze hat sie!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong> Hat Stan Lafleur da vielleicht ein bi\u00dfchen geholfen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Mit Verlaub, da halte ich die Ungarn P\u00e9ter Esterh\u00e1zy und A. J. Weigoni mit dem Theaterst\u00fcck <span style=\"color: #0000ff;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=3111\"><span style=\"color: #0000ff;\">Tore : Punkte = Meisterschaft. <\/span><\/a><\/span>f\u00fcr ungleich kompetenter.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong> Ja, dat wee\u00df me net, wie mein Freund Karl-Heinz zu sagen pflegt. Aber zu Grass gab&#8217;s nie direkten Kontakt, au\u00dfer da\u00df ich vor vielen Jahren bei einer Veranstaltung mit ihm und G\u00fcnter Baby Sommer im Bahnhof Rolandseck war. Ein starkes Team. Nein, mich kennt der nicht. Ja, wie empfinde ich das Lob? Ich bin da vorsichtig. Das Lob in der Lyrik hat der Teufel gesehen. Das sind Gef\u00fchle, wo man schwer beschreiben kann. Ich unterscheide zwischen den Leuten, die mich kennen und die Situation hier einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen, und denen, die mich eben nicht kennen. Ich habe immer gewarnt: Im Hinter\u00adland, das eine Obduktion auf mich hat, mu\u00df man sowieso sehr vorsichtig sein. Hier wird schnell Personenkult betrieben. Und man hetzt die Leute auf mit Tatsachen, die nicht der Wahrheit ent\u00adsprechen. Trotzdem will ich das Hinterland nie verlassen. Ich will bis zu meinem Lebensende hier bleiben und am liebsten noch dar\u00fcber hinaus. Ich bin im \u00fcbrigen eher ein Teamplayer, mir ist die interne Wirkung wichti\u00adger als die \u00f6ffentliche. F\u00fcr mich gibt es nur entweder oder. Also entweder voll oder ganz! Ein Theo Breuer l\u00e4\u00dft sich nicht von seinem Intel\u00adlekt besiegen, ein Theo Breuer entscheidet selbst \u00fcber sein Schicksal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Aber Sie wollen doch nicht leugnen, da\u00df Sie etwas bewegt haben?<\/em><\/p>\n<div style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/0\/02\/Blick_von_Burg_Vogelsang_auf_Tal.JPG\/220px-Blick_von_Burg_Vogelsang_auf_Tal.JPG\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"165\" \/><p class=\"wp-caption-text\">\u00a9\u00a0Christian Hilberath 2006<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong>\u00a0Ja gut, die YE-, bauwagen- und sonstige Editionen seit 1988 sind ja kein Zufall. Ich habe gerade jetzt mit der <span style=\"color: #0000ff;\"><a href=\"http:\/\/www.poetenladen.de\/theo-breuer-friederike-mayroecker.htm\"><span style=\"color: #0000ff;\">Friederike-Mayr\u00f6cker<\/span><\/a><\/span>-Edition f\u00fcr die im Ludwigsburger Pop Verlag erscheinende Literaturzeitschrift <em>Matrix<\/em>, die im Mai\/Juni kommen soll, wieder gezeigt, da\u00df ich unter Druck reagieren und da\u00df ich auch in den rund tausend E-Mails an die Beitr\u00e4ger gut mit W\u00f6rtern spielen kann, ich habe Hans Bender, Ulrike Draesner, Elke Erb, Bodo Hell, Axel Kutsch, Jos\u00e9 F. A. Oliver, Marion Poschmann, Marlene Streeruwitz, Yoko Tawada, J\u00fcrgen V\u00f6lkert-Marten und A. J. Weigoni in ein schlagkr\u00e4ftiges FM-Team mit insgesamt 7 mal 11 Sprachspielerinnen und -spielern geholt. Wir hat\u00adten hier in Sistig im Nationalpark Eifel ja auch schon Endzeitstimmung, was die W\u00f6rter und den Umgang damit angeht. Sie m\u00fc\u00dften mal den Landrat oder seinen Stellvertreter h\u00f6ren, die \u00fcber die W\u00f6rter der anderen sagen, das sei doch Lyrik. Ja wunderbar, das spielt mir ja derma\u00dfen in die Karten. Aber: Bei uns wird manchmal zu wenig ge\u00adsprochen. Das k\u00f6nnte an der Kommunikation liegen. Es w\u00e4re wirklich der gr\u00f6\u00dfte Feh\u00adler, wenn wir jetzt glauben w\u00fcrden, da\u00df wir den Kampf gegen die Mi\u00dfverst\u00e4nd\u00adnisse bereits be\u00adstanden h\u00e4t\u00adten: Ich lerne nicht extra franz\u00f6sisch f\u00fcr die Lyriker, wo diese Sprache nicht m\u00e4chtig sind. Gerade heute dran denken: 11 Elfchen m\u00fc\u00dft ihr sein. Die Lyrik ist f\u00fcr mich ein Mikrokosmos der ge\u00adsamten Gesellschaft. Alle Prozesse, die in der Fa\u00admilie, in der Gro\u00dffamilie, in der Kleinfamilie, in irgend\u00adeinem Unternehmen ablaufen, finde ich auch in der Lyrik. Das gilt nat\u00fcrlich ebenso in Mailand oder Madrid \u2013 Hauptsache Italien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Wenn man \u00fcber Theo Breuer spricht, mu\u00df man \u00fcber The Breuer sprechen. Wir erleben ja gerade die Fusion der beiden Breuer-Modelle: Er hat sein Doppelleben aufgegeben, auch an\u00adderswo in Lyrikland spielt er mittlerweile genauso gut mit W\u00f6rtern wie im Sistiger Hin\u00adterland, ich benenne als Beispiele das <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #0000ff;\"><a href=\"http:\/\/www.konstanz.de\/rathaus\/medienportal\/mitteilungen\/02159\/index.html\"><span style=\"color: #0000ff;\">Poesie\u00adfesti\u00adval Kon\u00adstanz<\/span><\/a><\/span> oder das lyrische World Wide Web mit <span style=\"color: #0000ff;\"><a href=\"http:\/\/www.poetenladen.de\/theo-breuer.htm\"><span style=\"color: #0000ff;\">Poe\u00adtenladen<\/span><\/a><\/span>, <span style=\"color: #0000ff;\"><a href=\"http:\/\/lyrikzeitung.com\/?s=theo+breuer\"><span style=\"color: #0000ff;\">Lyrikzeitung<\/span><\/a><\/span>, <span style=\"color: #0000ff;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?tag=theo-breuer\"><span style=\"color: #0000ff;\">Kulturnotizen<\/span><\/a><\/span> und anderen Literaturportalen oder die Matrix-Ausgaben mit Thomas-Bernhard- und demn\u00e4chst Friederike-Mayr\u00f6cker- und Hans-Bender-Editionen. Haben Sie sich die Einheit der Zweiheit selbst vermittelt?<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong>\u00a0Wir wollen doch mit dem Boden auf den F\u00fc\u00dfen bleiben, das ist Schnee von morgen. Ich bin immer selbstkritisch, auch mir selbst gegen\u00ad\u00fcber, aber ich glaube schon, da\u00df ich daran einen gro\u00dfen Anteil habe. Daf\u00fcr ist der Unterschied zwischen vorher und nachher einfach zu kra\u00df. Das mu\u00df man einfach sagen \u2013 ich bin ja richtig explodiert in den letzten Monaten seit September 2010. Aber man mu\u00df es auch erkl\u00e4ren. Es gibt da drei Punkte: Erst mal ist es so, da\u00df ich ein sehr sensibler Wortspieler bin, ich bin nicht so, wie ich \u00f6ffentlich wahrgenommen werde. Ich habe fr\u00fcher auch die gro\u00dfen Philosophen gelesen. Doch dann habe ich gemerkt, da\u00df die von meinem normalen Denken absolut abweichen. Jetzt lese ich nur noch Lyrikfachb\u00fccher. Ich bin sehr sen\u00adsibel und stelle f\u00fcr jeden schreibenden Kolle\u00adgen eine gro\u00dfe Herausforderung dar, weil ich stark von Stimmungen lebe, was den Raum \/ einen Moment lang ver\u00e4ndert, die \/ Gedanken nicht. Ich denke, da\u00df ich auch jemand bin, den man sehr gut an\u00adfassen kann. Und ich bin ein Wortspieler, der den Heraus\u00adgeber einer Anthologie oder Zeitschrift sehr viel Energie kostet \u2013 ich bin es aber zu 1000 Prozent wert, da\u00df man diese Energie f\u00fcr mich einsetzt, denn meine Lyrik ist mit allen Abwassern gewa\u00adschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Das ist der erste Punkt.<\/em><\/p>\n<div style=\"width: 164px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" \" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/6\/62\/University_of_Queensland_Pitch_drop_experiment-6-2.jpg\/220px-University_of_Queensland_Pitch_drop_experiment-6-2.jpg\" alt=\"\" width=\"154\" height=\"232\" \/><p class=\"wp-caption-text\">\u00a9 John Mainstone 2007<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong>\u00a0Der zweite Punkt ist der, da\u00df es f\u00fcr mich nicht einfach war in den ersten Stunden mei\u00adner ja quasi zweiten R\u00fcckkehr am 12. April. Ich mu\u00df feststellen, da\u00df es da schon wieder eine gro\u00dfe Diskre\u00adpanz gab zwischen dem, was ich erwartet hatte und dem, was ich vorgefunden habe. Ich hatte es mir ja sehr genau \u00fcberlegt und dann spontan zugesagt. Die Situation war aussichtslos, aber nicht kri\u00adtisch. Meine F\u00fc\u00dfe trugen mich voran,und einer begr\u00fc\u00dfte mich mit den Worten: Jetzt m\u00fcssen wir die K\u00f6pfe hochkrempeln. Und die \u00c4rmel na\u00adt\u00fcr\u00adlich auch. Ich bin hierher gekommen und habe gemeint: Okay, wenn wir ein Buch verlieren, fah\u00adren wir wieder nach Hause. Das habe ich dann auch verbal gesagt. Ich kann nicht sagen, da\u00df ich es nicht gesagt habe, weil ich es gesagt habe: Erst hatten wir kein Gl\u00fcck, und dann kam auch noch Pech dazu. Ich f\u00fchlte mich unwohl. Oder im Klartext: Ich hatte vom Feeling her kein gutes Gef\u00fchl. Das war schon beim Geheimtraining sichtbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Und der dritte Punkt?<\/em><\/p>\n<div style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/1\/11\/Fomfr_whip.jpg\/220px-Fomfr_whip.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"50\" \/><p class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Flominator 2005<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong>\u00a0Da mu\u00df ich \u2013 unter Ausschlu\u00df der \u00d6ffentlichkeit \u2013 \u00fcber Schreibtaktik reden. Wenn man keine W\u00f6rter hinschreibt, ist\u2019s ganz schwer, ein Gedicht zu machen. Das Wort ist ein Sauhund! Lyrik ist Ding, Dang, Dong. Es gibt nicht nur Ding. Das gr\u00f6\u00dfte Problem beim Schreiben von Gedichten sind die W\u00f6rter. Wenn wir die ab\u00adschaffen k\u00f6nnten, w\u00e4re alles gut. Ich habe einmal ein Wort ausgewech\u00adselt, weil ich ein an\u00adderes Wort einwechseln wollte. Da mu\u00dfte ich eins auswechseln. Die Gedichte sind keine Ro\u00admane, das hat man heute wieder ganz klar gesehen. W\u00f6rter vertragen kein Lob. Sie m\u00fcssen t\u00e4g\u00adlich die Peit\u00adsche im Nacken f\u00fchlen. Die ganze Lyrik ist sehr wichtig, eine Art Erwa\u00adchen, das Infragestellen von Obrigkeiten zum Beispiel. Leider haben wir es vers\u00e4umt, in einer gewis\u00adsen Art und Weise Grenzen zu setzen. Lyriker brauchen etwas, das ich liebevolle Strenge nenne. Ich hoffe, da\u00df wir da wieder hinkommen werden, weil diese Rundumbefreiung auch nicht die L\u00f6sung ist. Als ich eingestiegen bin, habe ich gesagt, und das war nicht ganz unri\u00adsikovoll, gilt aber wei\u00adterhin: Wir d\u00fcrfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken. Die gr\u00f6\u00dfte Heraus\u00adforderung dieses Wortkaders ist die Balance zwischen De\u00adfensive und Offensive. Konkret und exemplarisch: Wie baust du Allusion und Metapher ein? Fr\u00fcher habe ich ent\u00adschie\u00adden: Beides zusammen in der zentralen Position geht nicht. Meine Ant\u00adwort darauf war, da\u00df die Allusion ent\u00adweder in der ersten oder dritten Strophe auftaucht. Oder an der Spitze \u2013 und da\u00admit war die Me\u00adtapher drau\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Als Sie Ende August 2010 zur\u00fcckkamen, war die Metapher drau\u00dfen. Sie haben sie sofort wieder eingesetzt. Ein Grundsatzbeschlu\u00df?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"border: 1px solid black;\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/f\/f1\/Cherry.JPG\/220px-Cherry.JPG\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"165\" \/>TB<\/strong>\u00a0Mir war klar, da\u00df es nur diesen Weg geben konnte. Die Leute lesen Gedichte, weil sie nicht wissen, wie sie ausgehn. Mit den beiden rhetorischen Figuren als Tandemspitze, mit der Metapher im dritten und der Allusion im siebten Vers, das ist in diesem Fall die \u00dcberraschung. Es ging einfach darum, diese rhetorischen Individualisten bei aller Freiheit in eine Ordnung und ins Kollektiv einzuf\u00fcgen. Tak\u00adtisch bleibt das zwar ein Rin\u00adgen: Ich wei\u00df um die Gefahren, und ich wei\u00df, da\u00df sich die Gefahren noch oft genug zeigen wer\u00adden. Aber ich wei\u00df auch, da\u00df die Gedichte mehr Gewinn durch diese Konstellation haben. Das W\u00f6rterplus ist ausgeglichen: Die Allusion ist zehnmal erfolgreich gewesen, die Metapher neunmal, sie waren zusammen an 28 Gedichten be\u00adteiligt. Da ist die Aussicht auf Ge\u00adwinn gr\u00f6\u00dfer als das Risiko. Oder gibt es einen sch\u00f6neren Vers als:\u00a0Gib mich die Kirsche? Und f\u00fcr die Allusion ist es ein guter Schritt in der Entwicklung, da\u00df ihre Leistung im Gedicht nun auch mit der im ganzen Buch \u00fcbereinstimmt. Also: Rein das Ding, fer\u00adtig, und ab nach Hause.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>F\u00fchlen Sie sich einer bestimmten Schreibschule zugeh\u00f6rig?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong>\u00a0Ja gut, die B\u00e4rliner sind vorne vom Feinsten best\u00fcckt. Aber es gibt kein Schreibvorbild oder so etwas, mir geht es um die unendlich pr\u00e4sente Wort\u00adspielidee. Alles geht ein in <span style=\"color: #0000ff;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=2597\"><span style=\"color: #0000ff;\">das eine Buch<\/span><\/a><\/span>. Verlorene Schlacht? Von wegen. Konzepte sind Kokolores. Was bringt\u2019s, wenn einer predigt: Ein Gedicht dauert 90 Sekunden. \/ Wer die Metapher zweimal nennt, geh\u00f6rt schon zum Establishment. \/ Da mu\u00df mehr Bildhaftes durch die Mitte kommen. \/ Die Verse stehen viel zu tief. \/ Das ist eine Deprimierung. \/ Da kommt zu wenig Druck von den Zeilenspr\u00fcngen. \/ Da gehen zu viele W\u00f6r\u00adter ins Leere. \/ Ein fr\u00fcher Vergleich t\u00e4te dem Gedicht gut. Mein Credo ist: Ein Gedicht zum Klingen zu bringen ist leichter, wenn man gut schreibt, als wenn man schlecht schreibt. Wer gut mit W\u00f6rtern vertei\u00addigt, greift auch gut mit W\u00f6rtern an. Auto\u00adren wie Kutsch, Zander und Weigoni und einigen Autorinnen und Autoren im aktuellen <em>Jahrbuch der Lyrik<\/em> ma\u00adchen das vor, indem sie aus der Tiefe des weiten Versraums kommen und wechselnd alternierend schreiben. Die sind eine gut intri\u00adgierte Truppe. Es geht darum, Ag\u00adgressivit\u00e4t und Akti\u00advit\u00e4t in die Grundhaltung auf\u00adzu\u00adnehmen. Wenn du die W\u00f6rter le\u00adthargisch verteidigst, wirst du auch lethargisch mit W\u00f6rtern an\u00adgreifen. In der Lyrik ist es fast wie im Fu\u00df\u00adball: alles Kopfsache.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Apropos Jahrbuch der Lyrik \u2013 Ihre Einsch\u00e4tzung?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/41fVRhizzxL._SL500_AA300_.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"210\" \/>TB<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja gut, das ist ja eigentlich Ihr Job, aber B\u00fccher werden ja immer gelesen. Darum sind die auch so teuer. Es gibt ja nur eine M\u00f6glichkeit: Reim, Assonanz oder Alliteration. Gute Reime kann niemand trennen, gute Reime sind nie allein. Ja, so ist Lyrik. Oder: \u00bbIhm war kalt, \/ darum hatte er eine Decke.\u00ab Jedenfalls \u2013 hier wird\u2019s gewagt: Da fliegen \u00bbZeppeline, gro\u00df und stumm\u00ab wie Vergleiche durchs Versall, \u203adir\u2039 und \u203aTier\u2039 finden im Endreim wieder eintr\u00e4chtig zueinander, da weht sogar der Duft der gro\u00dfen weiten Welt der Lyrik her\u00fcber: \u00bbDu tropfes Tier, \/ Ich \u2013 \u2013 \u2013 \u2013 \u2013 \u2013 \u2013 liebe \u2013 \u2013 \u2013 \u2013 \u2013 \u2013 \u2013 dir!\u00ab, hei\u00dft es schon bei Kurt Schwitters. Ja, solche Geschichten schreibt nur die Lyrik. Aber wem sag ich das: \u00bbEchte Reime stonn ze\u00adsamme, stonn ze\u00adsamme su wie eine Jott un Pott\u00ab, singen die H\u00f6hner, und die jungen Echtzeit\u00addichter beherzigen das nach der Lyrikdevise von jetzt oder nie. Das <em>Jahr\u00adbuch<\/em> \u2013 \u00bbes ist ein feld, in dem du dich verirrst\u00ab. Ich otrakle mal, das kommt echt de profundis in dieser herbstlichen Nacht im April: \u00bbwer jetzt kein Baumhaus baut\u00ab \u2013 geil. Dar\u00fcber hinaus finde ich es gro\u00dfartig, da\u00df sich die Frauen im\u00admer mehr vermehren in der Lyrik. Im gro\u00dfen und ganzen ist es ein Jahr\u00adbuch, das, wenn es anders ediert w\u00e4re, auch anders h\u00e4tte aussehen k\u00f6nnen. Im Vergleich zu <em>Versnetze<\/em> steht es auch nicht besser oder schlechter da, als es ist. Man darf \u00fcber es aber jetzt nicht das Knie brechen und mu\u00df abwarten, was das kommende Jahrbuch, das 2013 kommen soll, bringen wird, aber die Hoffnung stirbt ja auch in der Lyrik immer erst ganz zuletzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Gerade weil der Stil, den Sie dem literarischen Hinterland vermittelt haben, den modernen Mustern von Kollegen wie A. J. Weigoni, Axel Kutsch oder Maximilian Zander entspricht, fragen sich sogar schon viele Schreibkolleginnen in B\u00e4rlin und Laibzsch, warum Stur\u00advamp (oder Suchterkant) Sie nicht l\u00e4ngst mit einem Buch\u00advertrag f\u00fcr die n\u00e4chste Literatursaison ausgestattet hat. Also: Warum?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/a\/aa\/Sun920607.jpg\/300px-Sun920607.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"158\" \/>TB<\/strong> Ich denke mal, wir haben hier im Hinterland ein ganz spezielles Verh\u00e4ltnis zur Lyrik und eine ganz spe\u00adzielle poetische Ver\u00adtrauenssituation. Tags\u00fcber, wenn die Sonne scheint, ist es hier noch w\u00e4rmer. Wir wollen hier Versfu\u00df f\u00fcr Versfu\u00df vorgehen. Wir bewah\u00adren erst mal die Ruhe. Wir m\u00fcssen jetzt rational denken, nicht emotional. Und wir m\u00fcssen versuchen, gemeinsam die Zeilenkurve zu kriegen. Man darf das Gedicht doch nicht so schlecht reden, wie es wirklich ist. Es geht Gedicht f\u00fcr Gedicht darum, den Abstieg aus der 1. Lyrikliga zu verhindern, das ist meine Mission, darauf bin ich fi\u00adxiert \u2013 und wenn ich das ge\u00adschafft habe, dann k\u00f6nnen wir uns zusammensetzen. Damit kann ich sehr gut leben. Ich brau\u00adche f\u00fcr mich nicht mehr Sicherheit, als zu wissen, da\u00df ich gleich ein gutes Gedicht schreiben werde. So bin ich gestrickt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Herr Breuer, eine ganz pers\u00f6nliche Frage: Gibt es einen ganz besonders herausragenden Moment in Ihrer Schreibkarriere, den Sie nie vergessen werden?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong> Ja gut, es war ein traumhaft sch\u00f6ner Augenblick, als Lara Menschel zu mir sagte: Komm Theo, mein Freund, zieh Deine Sachen aus, jetzt geht\u2019s los.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Haben Sie einen Agenten, der Ihre Sache vertritt?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong>\u00a0Nein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Sie verdienen weniger Geld als alle anderen mit Ihnen vergleichbaren Autoren. Den Tho\u00admas-Tuchel-Preis haben Sie auch noch nicht bekommen. Wollen Sie nicht Ferrari fahren?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 1px solid black;\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/ea\/Jamais_contente.jpg\/220px-Jamais_contente.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"153\" \/>TB<\/strong>\u00a0Ich wei\u00df, worauf Sie hinauswollen. Und ich mache nie Voraussagen. Das werde ich auch weiterhin nicht tun. Aber ich wei\u00df auch, da\u00df es eine neue Schriftstellerge\u00adneration gibt, die von Agenten gesteuert und gef\u00fchrt wird. Aber man mu\u00df das nicht so hochste\u00adrilisieren bzw. -kristalli\u00adsieren. Von Jon Trinkler gibt\u2019s ja den Best-of-Spruch: Ich habe viel von meinem Geld f\u00fcr Alko\u00adhol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest hab ich einfach verpra\u00dft. F\u00fcr mich ist das nichts. Grau ist alle Theorie, ma\u00dfgeblich ist im Gedicht. Ich will mich nicht metaphorisieren las\u00adsen, ich brauche keine Berater, die mir irgendwas erz\u00e4hlen. Und der <span style=\"color: #0000ff;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=3124\"><span style=\"color: #0000ff;\">Tu\u00adchel-Preis<\/span><\/a><\/span>, ach Gott \u2026 Die Breite an der Spitze ist dichter geworden. Ich glaube, da\u00df der Tabellenerste jeder\u00adzeit den Spitzenrei\u00adter schlagen kann. Mal verliert man, und mal gewinnen die anderen. So ist Lyrik \u2013 manchmal gewinnt der Bessere. Aber wenn ich das Gef\u00fchl haben sollte, da\u00df die Haltung, die ich habe, irgend\u00adwie ausgenutzt wird \u2013 dann haue ich dazwischen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Es ist April im Hinterland. Welchen Einflu\u00df hat das auf Ihre Arbeit?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TB<\/strong> Ich denke mal, aus Autorensicht einen st\u00f6renden. Du mu\u00dft dich mit Themen besch\u00e4ftigen, die uninte\u00adressant sind. April macht, was er will. Wer geht wo wann hin? Fliegt dem Sistiger am 30. April vom spitzen Kopf der Hut? Ich bin zwar Hinterl\u00e4nder und feiere naturgem\u00e4\u00df auch gern in den Mai, aber f\u00fcr mich w\u00e4re es das gr\u00f6\u00dfte Fest, wenn am 30. Mai die hin\u00adterl\u00e4ndische Lyrikwelt nicht untergeht. (<em>Das n\u00e4chste Ge\u00addicht \/ ist immer das schwerste<\/em>, hei\u00dft es bei Axel Kutsch.) Dann fallen Welttag der Poesie und Tag der Schreibarbeit auf einen Tag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>2012 haben Sie in Kulturnotizen bereits rund ein Dutzend neue Essays ver\u00f6ffentlicht, dazu die verschiedenen Editionen, an denen Sie arbeiten: Verzich\u00adten Sie da auch mal aufs Schreiben, sagen wir, zur Tatort-Zeit am Sonntagabend?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/encrypted-tbn3.google.com\/images?q=tbn:ANd9GcT-S1ub8v64c7fB69sPv9HGXKmIOcdBXyxtcojQZ0NBvYuxd5McIg\" alt=\"\" width=\"168\" height=\"262\" \/>TB<\/strong>\u00a0Klar k\u00f6nnte ich jedes Mal sagen: Da ist das Ding! Aber man soll als Schriftsteller nicht zu fr\u00fch irgendwelche Aussagen \u00e0 la \u00bbDer Vers ist rund\u00ab ma\u00adchen. Die Emotion und die Stimmungslage, damit mu\u00df man arbeiten. Aber ich habe auch n\u00e4chsten Samstag wieder ein Wortspiel. Wortschau und Aktuelles Wortstudio dr\u00fccken mir Wort f\u00fcr Wort die W\u00f6rter aufs Auge. Ja gut, ich arbeite von morgens bis abends. Ja gut, so was nennt man im Volksmund, glaub ich, Alcoholic. Ich mu\u00df lesen und schreiben, alles andere ist prim\u00e4r. Ich gebe gern zu: Meine Literaturbegeisterung hat schon fast was Asoziales. Am Montag nehme ich mir vor, im n\u00e4chsten Gedicht zehn W\u00f6rter auszuwechseln. Aber Lyrik ist unberechenbar: Am Dienstag sind es sieben oder acht, am Donnerstag noch vier W\u00f6rter. Wenn es dann Samstag wird, stelle ich fest, da\u00df ich doch wieder dieselben elf Schei\u00df\u00adw\u00f6rter ein\u00adsetzen mu\u00df wie in der Vorwoche. Gehen Sie also davon aus, da\u00df ich am Sonntagabend um 20 Uhr 15 auf jeden Fall schreiben werde: Tatort-Zeit ist Tatwort-Zeit. Das n\u00e4chste Gedicht ist immer das n\u00e4chste. Oder: <em>Nach dem Ge\u00addicht \/ ist vor dem Gedicht<\/em>. Von wem das ist? Von Kutsch nat\u00fcrlich. Ich wage mal eine Prognose: Es k\u00f6nnte so oder so ausgehen. Ich w\u00fcrd sagen: irgendwo dazwischen. Enough. Enough now: Ich habe fertig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KUNO<\/strong>\u00a0<em>Herr Breuer, ich sage nur noch ein Wort: Bedanke mich f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Ein Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer.<\/p>\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte <span data-offset-key=\"d96ve-1-0\">Wolfgang Schlott<\/span><span data-offset-key=\"d96ve-2-0\"> dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum<\/span> Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> &#8222;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>&#8220; <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gespr\u00e4ch mit Theo Breuer Theo Breuer (\u00bbDas Wort ist ein Sauhund!\u00ab), den Insider wie Michael Gratz oder A. J. Weigoni seit einem lakonisch kommentierten Verschreibfehler nur noch The Breuer nennen, spricht mit mir \u00fcber Lyrik und Hinter\u00adland, Drei-Punkte-Programme f\u00fcrs&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/04\/15\/ich-will-mich-nicht-metaphorisieren-lassen-%e2%80%a2-nach-dem-gedicht-ist-vor-dem-gedicht\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":98207,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[334,104,352,351,143,536,258,170,182,535,321,354,173,349,413,98,84,316,129,353],"class_list":["post-3365","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-arno-schmidt","tag-axel-kutsch","tag-bodo-hell","tag-christoph-buchwald","tag-friederike-mayrocker","tag-gunter-grass","tag-hans-bender","tag-jurgen-volkert-marten","tag-karl-otto-conrady","tag-kathrin-schmidt","tag-marion-poschmann","tag-marlene-streeruwitz","tag-maximilian-zander","tag-peter-clar","tag-peter-handke","tag-stan-lafleur","tag-theo-breuer","tag-thomas-bernhard","tag-ulrike-draesner","tag-yoko-tawada"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3365","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3365"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3365\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":102124,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3365\/revisions\/102124"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98207"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3365"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3365"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3365"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}