{"id":3276,"date":"2012-04-18T00:01:42","date_gmt":"2012-04-17T22:01:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=3276"},"modified":"2019-10-05T10:02:11","modified_gmt":"2019-10-05T08:02:11","slug":"to-be-continued","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/04\/18\/to-be-continued\/","title":{"rendered":"to be continued"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Lesen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3290\" title=\"Lesen\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Lesen-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Lesen-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Lesen.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Intellektuelle bekennen sich seit einiger Zeit zum TV. Als Lieblingsfernsehserie werden wahlweise &#8222;The Sopranos&#8220;, &#8222;Mad Men&#8220; oder &#8222;The Wire&#8220; angegeben. Was bei den vorgenannten Serien auff\u00e4llt, ist unterschwellig auch eine neue Definition von Gegenwartsliteratur. Das Medium DVD gestattet es sich Fernsehserien anzusehen, so, als w\u00fcrde man einen Bildungsroman lesen.<\/p>\n<div id=\"attachment_3284\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Six1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3284\" class=\"size-medium wp-image-3284\" title=\"Six\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Six1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Six1-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Six1.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3284\" class=\"wp-caption-text\">Cover-Motiv Six Feet Under<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Leidenschaft f\u00fcr dieses Medium begann mit der Serie &#8222;Six Feet Under&#8220;, eine Serie die man durchaus als zeitgem\u00e4\u00dfen Entwicklungsroman bezeichnen kann. Der Erfolg dieser Serie bedient nur ein neues Bed\u00fcrfnis nach diesem Erz\u00e4hlen. Im Gegensatz zum Drama, das immer t\u00f6dlich endet, handelt es vom Weiterleben. Das hat etwas sehr Tr\u00f6stliches. Das Epos ist die Zukunft. Diese &#8218;Telenovellas&#8216; dr\u00e4ngen von sich aus zur langen Strecke. Gro\u00dfe B\u00f6gen, allm\u00e4hliche Entwicklungen m\u00fcssen dargestellt werden. Diese Erz\u00e4hlweise erinnert nocht zuf\u00e4llig an die\u00a0 Ilias, eines der \u00e4ltesten schriftlich fixierten Werke Europas, welche\u00a0 einen Abschnitt des trojanischen Krieges schildert. Im Zeitalter der Kurzinformationsdienste ein bemerkenswertenr Kontrapunkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ich wollte das Drama und die Sch\u00f6nheit der Tatsache erforschen, dass wir alle sterblich sind&#8220;, so beschreibt Alan Ball, der Erfinder der Serie &#8222;Six Feet Under&#8220;, im Bonusmaterial zur DVD-Box der f\u00fcnften Staffel seine Grundidee, die am Ende der siebten Staffel konsequent ausgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die DVD \u00e4ndert Sehgewohnheiten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit einiger Zeit bringt der Filmkritiker Enno Patalas wissenschaftliche DVD\u2013Editionen von Klassikern wie &#8222;Metropolis&#8220; oder &#8222;Panzerkreuzer Potemkin&#8220; heraus. Man kann, w\u00e4hrend man den Film schaut, zugreifen auf Fu\u00dfnoten, sehen und h\u00f6ren, was Filmmusikkomponisten oder Production\u2013Designer sich bei ihrer Arbeit dachten. Patalas betont, keinerlei Probleme mit dieser Art des den Filmflu\u00df brechenden Zugriffs zu haben, weil sowieso jeder einen eigenen Film s\u00e4he und von Filmen viele Versionen existierten, nicht die eine g\u00fcltige.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Schroeder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3289\" title=\"Schroeder\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Schroeder-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Schroeder-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Schroeder.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Mit Sicherheit kann die DVD dazu beitragen, alten, unzug\u00e4nglichen Filmen neue Sichtbarkeit zu verleihen. Besch\u00e4digt wird aber die Rezeption des Films. Jean Louis Schefer sagt, ein Film sei &#8222;nicht Gegenstand von Denken, sondern selber ein Denken&#8220;. Das Origin\u00e4re am Kino ist, da\u00df dieses andere Denken sich an ein Kollektiv richtet, das zur Betrachtung gezwungen ist. Dieses andere, alternative Leben, das ihm der Film zu bieten hatte, das erschlo\u00df sich ihm allein durch das Kino, da\u00df ihm keine Wahl lie\u00df. Dadurch, da\u00df ich den Film in ein manipulierbares Derivat, eine DVD oder \u00e4hnliches, \u00fcbersetze, wird die Kollektivrezeption mit weit reichenden Folgen zum Verschwinden gebracht. Selbst wenn man Walter Benjamins Aufsatz \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c heute mit kritischem Abstand betrachtet, so mu\u00df man doch feststellen, da\u00df er Kino nicht lediglich als \u00e4sthetisches, sondern als gesellschaftliches und politisches Ph\u00e4nomen versteht. Das neue Medium erm\u00f6glicht neue Wahrnehmungsformen und ist daher &#8222;fortschrittlich&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Steve.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-3277\" title=\"Steve\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Steve-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Steve-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Steve.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fortsetzung folgt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Dank f\u00fcr das Korrekturlesen seiner Novellen \u00bb<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=3193\">Cyberspasz, a real virtuality<\/a>\u00ab schenkte mir A.J. Weigoni die erste Staffel der amerikanischen Serie &#8222;Boardwalk Empire&#8220;, ein Ausstattungs-Epos ersten Ranges. Kein geringerer als Martin Scorsese f\u00fchrt Regie in diesem Epos der Prohibition, das in den 1920er Jahren die Geburtsstunde der organisierten Kriminalit\u00e4t einl\u00e4utete. Der Altmeister beleuchtet darin die dunkle Seite des amerikanischen Traums. In der Hauptrolle brilliert Steve Buscemi als Enoch &#8222;Nucky&#8220; Thompson. Er stellt den K\u00e4mmerer von Atlantic City dar, gleichzeitig ist er auch der oberste Gangsterboss und der gro\u00dfe Strippenzieher der Republikaner. Zwischen einem hervorragenden Ensemble zerreiben sich die Antriebskr\u00e4fte der amerikanischen Gesellschaft, der unbedingte Wille zur Selbst- und Weltverbesserung und das Profitprinzip, das daraus enormes Kapital zu schlagen wei\u00df. Die erste Staffel umfasst nicht weniger als zehn Stunden,\u00a0 die erz\u00e4hlerische Einheit spannt sich \u00fcber die gesamte Staffel und nimmt, wie es bisher nur Romanciers konnten, die Welt in ihrer be\u00e4ngstigenden Komplexit\u00e4t ernst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wie meist, wenn ein Film die Sucht thematisiert, KUNO sehnt die zweite Staffel auf DVD herbei.<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im multimedialen Bienenstock lanciert die <em>Ed<\/em><em>it<\/em><em>ion Das Labor<\/em> auf der Plattform <em>vordenker.de<\/em> mit <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/metaphon_konzept.htm\">MetaPhon<\/a> eine Reihe, in der vielf\u00e4ltige Facetten der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=8121\">multimedialen Kunst<\/a> und des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=28660\">H\u00f6rbuchs<\/a> zug\u00e4nglich gemacht werden, die nach den herk\u00f6mmlichen Marktgesetzen unerschlossen bleiben. Der <em>Markt<\/em> wird entmystifiziert. Das aufgekl\u00e4rte Publikum erwartet K\u00fcnstler, Wissenschaftler, Akteure, die den Vorhang aufrei\u00dfen, um in einer anderen Form zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Intellektuelle bekennen sich seit einiger Zeit zum TV. Als Lieblingsfernsehserie werden wahlweise &#8222;The Sopranos&#8220;, &#8222;Mad Men&#8220; oder &#8222;The Wire&#8220; angegeben. Was bei den vorgenannten Serien auff\u00e4llt, ist unterschwellig auch eine neue Definition von Gegenwartsliteratur. 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