{"id":31254,"date":"2015-12-14T17:58:46","date_gmt":"2015-12-14T16:58:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=31254"},"modified":"2022-03-07T06:22:59","modified_gmt":"2022-03-07T05:22:59","slug":"die-mitte-und-kein-ende","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/12\/14\/die-mitte-und-kein-ende\/","title":{"rendered":"Die Mitte und kein Ende"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">In Dichterkreisen wird gestritten, und es kursieren Positionen um die Frage: Wie hat ein Gedicht zu sein? Sie bewegen sich zwischen Verr\u00e4tselung und Hermetik auf der einen Seite und zug\u00e4nglichen Formen und Inhalten auf der anderen. W\u00e4hrend die einen die vermeintliche Randst\u00e4ndigkeit als Lebensprinzip der Poesie hinterfragen, lehnen die anderen eine vermutete Marktkonformit\u00e4t ab.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #888888;\">Vorbemerkung der Redaktion:<\/span>\u00a0Der folgende Text ist die leicht aktualisierte Fassung eines Artikels, den\u00a0Bertram Reinecke\u00a0\u00a0Ende Juni schrieb und verschiedenen Tageszeitungen anbot. Er h\u00e4tte dort nur in zu verallgemeinerter Form untergebracht werden k\u00f6nnen, ohne dass noch beim Namen genannt werden k\u00f6nnte, welchen der ja nicht nur bei Bossong genannten Argumenten endlich deutlicher widersprochen werden sollte, auch wenn sie meistens eher unterschwellig als aggressiv verfochten werden. Mindestens w\u00e4re eine Umarbeitung unter Wahrung seiner Substanz zu aufw\u00e4ndig gewesen.<b><a href=\"\/\/5\/\"><span style=\"color: #0066cc;\">\u00b9<\/span><\/a><\/b><b>\u00a0<\/b>So bringt Bertram Reinecke\u00a0ihn nun hier \u00a0ein wenig erweitert. Man mag ihm die eine oder andere Wiederholung \u2013 von in Lyrikerkreisen l\u00e4ngst Selbstverst\u00e4ndlichem \u2013 als Signaturen seines Entstehungszweckes nachsehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer gehofft hatte, dass die Auszeichnung Jan Wagners mit dem deutschen Buchpreis endlich wieder dem Gedicht breitere \u00d6ffentlichkeit verleiht, sah sich get\u00e4uscht. Zwar wurde \u00fcber Wagner geschrieben, aber das Thema Lyrik wurde oft schnell durch die abgedroschene Story vom Erfolg und seinen Neidern ersetzt. Wenn sich mit Nora Bossong auch eine Lyrikerin, die es besser wissen sollte, an diesem\u00a0<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2015\/22\/lyrik-gedichte-poesie-populaer\"><span style=\"color: #0066cc;\">Spiel beteiligt<\/span><\/a>, gibt das zu denken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oberfl\u00e4chlich betrachtet, macht ihr Text bescheidene Vorschl\u00e4ge, in Wahrheit s\u00e4t sie Misstrauen gegen jedes andere Kriterium als das des Erfolgs. Sie unterh\u00f6hlt damit die Glaubw\u00fcrdigkeit jener, denen es bei der Lyrik stattdessen um Inhalte geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie behauptet etwa, der Erfolg Wagners habe die Solidarisierung der Lyriker untereinander als der per se Erfolglosen durchbrochen. So mag sich mancher Lyriker-Kreise vorstellen. Wer nur einmal ein mittelgro\u00dfes Poesiefestival besucht, wird eines Besseren belehrt. Nicht nur wird er sofort erleben, dass Lyriker nach wie vor oft solidarisch miteinander umgehen, sondern ebenfalls, dass die Lyrik keine verschworene Gemeinschaft auf ein gemeinsames Ziel hin ist. Hartn\u00e4ckig, wenn auch freundlich wird dort um Positionen gerungen. Kurz: Eben weil es in der Lyrik um Kriterien geht, um Normen und Menschen, die gegenseitige Positionen kritisch ernst nehmen, steht die reine Verk\u00e4uflichkeit hier hintan und solche Festivals sind keineswegs die R\u00fcckzugsoase mit Wohlf\u00fchlfaktor f\u00fcr bedrohte Tierarten, zu der Nora Bossong sie stilisiert. Die Solidarit\u00e4t, die sie wie einen Kl\u00fcngel beschreibt, kommt nicht von der Abwesenheit des Erfolgs sondern aus der zus\u00e4tzlichen Anwesenheit von etwas anderem: dem Ringen um gute Literatur. Eher ist es anders herum: Nora Bossong geht mit einem Publikum, das die Heterogenit\u00e4t der Gegenwartslyrik als zu schwierig ignoriert, eine Wohlf\u00fchlallianz ein, indem sie ihm zuruft: \u201eIhr braucht Euch darum nicht zu k\u00fcmmern, lest lieber etwas Wagner, da habt ihr alles\u201c. Nur solch einem Publikum kann man ja weismachen, dass es irgendetwas f\u00fcr die Lyrik als Ganzes hei\u00dft, wenn einer einen Preis bekommt. F\u00fcr wie schl\u00e4frig h\u00e4lt Nora Bossong denn die Lyrikszene? H\u00e4tte dieses Zerbrechen des Konsenses der Erfolglosen nicht sp\u00e4testens seit G\u00fcnter Grass\u2018 \u201eEintagsfliegen\u201c eintreten m\u00fcssen? Was ist diesmal anders? Dass sich eine Jury, die sich bisher durch die Bevorzugung von Romanen profiliert hat, zur Lyrik \u201eherabbeugt\u201c? Warum sollte jemand gerade diesen Preis, blo\u00df weil er Nora Bossongs Geschmack entgegenkommt, begr\u00fc\u00dfen wie das Manna vom Himmel? Ist das nicht eher eine der Artenschutzma\u00dfnamen, an denen Nora Bossong auf der B\u00fchne offenbar so leidet? Nat\u00fcrlich sind Literaturbeamte, die sich f\u00fcr Lyrik nur noch dienstlich interessieren und deswegen nur Indifferentes zu ihrem Gegenstand zu sagen wissen, ein Problem. Ich wei\u00df nur nicht, warum Nora Bossong deren Meinung wichtig ist und warum sie darin ein Problem der Lyrik sieht, die ja in anderen Foren gut ohne diese Beamten auskommt. Und gerade auf der B\u00fchne k\u00f6nnte man ja zeigen, dass der Lyriker weniger sch\u00fctzenswert als vielmehr durchaus bissig sein kann. Das muss man sich nat\u00fcrlich auch trauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Nora Bossong kann man offenbar \u00fcber Wagners Lyrik nicht diskutieren, wenn man sich nicht sofort von ihr anh\u00e4ngen lassen will, man f\u00fchre eine Neiddebatte: \u201ePrompt gibt es denn auch Distanzierungen. Wagners Texte seien so konventionell, dass sie zeitgen\u00f6ssische Dichtung \u00fcberhaupt nicht widerspiegelten.\u201c \u00a0\u201ePrompt\u201c \u2013 als h\u00e4tten sich die Lyriker das eigens ausgedacht, um ihm zu schaden. Es ist aber so: Wagner gilt vielen schon seit jeher als konventionell, und jeder der es wissen wollte, wusste es. Es hat vor dem Preis blo\u00df kaum einen interessiert. Kurz l\u00e4sst sie drei LyrikerInnen zu Wort kommen: Sabine Scho nennt ihn restaurativ, Yevgeniy Breyger wirft ihm einen metaphysischen Essentialismus vor, Mara Genschel findet ihn konventionell &#8230; Und wischt dann alle Argumente mit der Autorit\u00e4t ausgerechnet Jan Wagners vom Tisch. (Nat\u00fcrlich muss es den b\u00f6sen Zauberer geben, wenn doch der gestiefelte Kater seine Existenz so fest behauptet!) Der meint \u00fcber seine Kritiker: &#8222;Zu glauben, dass eine auf den ersten Blick zug\u00e4nglichere Oberfl\u00e4chenstruktur bedeutet, es sei keinerlei Abgr\u00fcndigkeit vorhanden, ist ein Missverst\u00e4ndnis.&#8220; Nicht nur bleibt Bossong einen Beweis f\u00fcr seine Behauptung schuldig, das Zitat redet gar nicht zur Sache. Denn auch einem Nietzsche wird man Abgr\u00fcndigkeit zubilligen. Jemand, der sich dieser Schreibweise bediente, schriebe heute dennoch recht konservativ. Das Beispiel stellt bereits eines klar. Nat\u00fcrlich kann auch ein Dichter der wie Wagner mit konventionell verst\u00e4ndlichen Mitteln arbeitet, ein guter Dichter sein.<b><a href=\"\/\/5\/\"><span style=\"color: #0066cc;\">\u00b2<\/span><\/a><\/b><b>\u00a0<\/b>Erst Nora Bossong unterstellt, dass alle, die Wagner konventionell finden, ihm damit gleichzeitig die Qualit\u00e4t absprechen. Das ist schlicht falsch. Weil sie Lyriker so wenig ernst nimmt, sei hier zum Beweis Medienfrau Wiebke Porombka zitiert, die in ihrer\u00a0<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/2015-03\/jan-wagner-leipziger-buchpreis-lyrik\"><span style=\"color: #0066cc;\">Eloge<\/span><\/a>, ebenfalls in der ZEIT, an den Gedichten \u201eklassische Formen\u201c bemerkte und betont: \u201eWagner ist kein Avantgardist\u201c. F\u00fcr sie ist also Verst\u00e4ndlichkeit eher mit dem Althergebrachten im Bunde. Man kann ja sogar Jan Wagner als einen bis zum Abwinken w\u00fcrdigen Preistr\u00e4ger empfinden, sein Werk sch\u00e4tzen, und dennoch ist der Gedanke schwer von der Hand zu weisen, er w\u00fcrde im Moment der Glorie etwas \u00fcbersch\u00e4tzt. Rechtfertigung hingegen bedarf Nora Bossong, die es anders sieht. Sie m\u00fcsste an Jan Wagners Texten zeigen k\u00f6nnen, woran es liegt, dass er momentan so viel mehr Gedichtb\u00e4nde verkauft als Lyriker mit verwandtem Ansatz, sagen wir x mal mehr als Norbert Hummelt oder y mal mehr B\u00fccher als Lutz Seiler. Das Ressentiment, welches ihre Rhetorik ausbeutet und perpetuiert, trifft also nicht nur Avantgardisten oder unbekannte Dichter, sondern alle Richtungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um Argumente geht es Nora Bosong freilich nicht, sondern um verhohlenes Bashing derjenigen, die sich dem Angesagten nicht unterwerfen. Dazu stellt sie als n\u00e4chstes eine\u00a0<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/jan-wagner-regentonnenvariationen-und-leipziger-buchmesse-a-1023422.html\"><span style=\"color: #0066cc;\">schwache Kolumne von Diez<\/span><\/a>\u00a0in eine Reihe mit den kl\u00fcgeren Rezensenten Wagners. Warum macht sie sich hier pl\u00f6tzlich die M\u00fche zu argumentieren, zumindest\u00a0<span style=\"color: #0066cc;\"><a href=\"http:\/\/www.poetenladen.de\/gedichte\/jan-wagner-2.php\">Michael Brauns<\/a>\u00a0<\/span>richtige Beobachtung zu wiederholen, Diez h\u00e4tte \u00fcber die Weidenk\u00e4tzchen die d\u00fcstere Thematik des von ihm kritisierten Gedichtes vergessen? (Dass Jan Wagner eine Kontrastfigur verwendet, wie man sie schon im evangelischen Gesangbuch findet, weist ihn aber nicht automatisch als besonders unkonventionellen Dichter aus.) Warum hat sie nicht vorher bei den interessanten Stimmen genauer zugeh\u00f6rt? Sie tut implizit so, als h\u00e4tten alle Wagnerkritiker nicht mehr auf der Pfanne als Diez. Der R\u00fcckgriff auf Brauns Argument ist deswegen bemerkenswert, weil der Kontext seines Beitrags zu Wagners \u201eIm Brunnen\u201c eher das Gegenteil des von Bossong Angezielten nachweisen soll. Braun zeigt eher, dass Wagner ein durchaus schwierigerer Dichter ist, als mancher annimmt, indem er darlegt, welche Anspielungen auf antike Bildungsg\u00fcter Wagner lesenswert machen.<b><a href=\"\/\/5\/\"><span style=\"color: #0066cc;\">\u00b3<\/span><\/a><\/b>\u00a0Nora Bossong m\u00f6chte gar keine Klarheit in diesen Fragen, sondern vor allem ihr missliebige Meinungen an der Dummheit eines Einzelnen haftbar machen. Da ist Nora Bossong nicht die einzige. Auch bei Braun hatte Diezens Gerede schon die Ehre, exemplarisch f\u00fcr die Wagnerkritik einzustehen. Ein Argument, etwa so schlagkr\u00e4ftig wie die Behauptung, Wagner m\u00fcsse schlecht sein, wenn er eine so schwache Verteidigerin hat wie Bossong. (Immerhin redet Braun ansonsten wirklich \u00fcber Poesie. Oh, dass man es loben muss!)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pappkameraden erschlagen ist freilich leichter, als mit klugen Leuten zu streiten. Diese Art der Verunglimpfung ist in deutschen Feuilleton eher schon die Regel als die Ausnahme. Walter Delabar, auch er k\u00f6nnte es als Literaturprofessor besser wissen, mag zwar Wagner ebenfalls nicht, macht aber wiederum gerade daf\u00fcr gleich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.literaturkritik.de\/public\/rezension.php?rez_id=20455\"><span style=\"color: #0066cc;\">die ganze Szene haftbar<\/span><\/a>. Auch sein Argument erinnert an die T\u00e4ter-Opfer-Umkehr: Man liest so viel \u00fcber schlechte Lyrik in der Zeitung, also muss die Lyrik schlecht sein und nicht etwa die Berichterstattung. Man stelle sich vor, so w\u00fcrde \u00fcber B\u00fcrger mit Migrationshintergrund geschrieben: \u201eIn der Zeitung steht viel \u00fcber kriminelle Ausl\u00e4nder, Ausl\u00e4nder sind also schlecht.\u201c Als Lyriker muss man derlei Verunglimpfungen offenbar hinnehmen, ja sie sind so \u00fcblich, dass viele sie kaum mehr bemerken und sie als Selbstzweifel internalisieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch warum Nora Bossong annimmt, dass zwischen Verst\u00e4ndlichkeit und Qualit\u00e4t ein Zusammenhang besteht, bleibt unklar, weil sie daf\u00fcr jedes Kriterium f\u00fcr Verst\u00e4ndlichkeit schuldig bleibt und Verst\u00e4ndlichkeit schlankweg mit Marktg\u00e4ngigkeit gleichsetzt. Die Kenntnis wesentlicher antiker Quellen jedenfalls, die Wagners Texte offenbar munter voraussetzen, ist aber ein Lehrgegenstand der guten Gymnasien, wie Nora Bossong eines besucht hat, oder eines geisteswissenschaftlichen Studiums. Menschen mit anderen Herk\u00fcnften und Bildungsg\u00e4ngen verstehen etwas anderes (nicht). Sie verwechselt hier also mindestens ihren eigenen Horizont bzw. den der Zeitungen mit dem Raum der Verst\u00e4ndlichkeit \u00fcberhaupt und grenzt mit diesem Reflex auf das zuf\u00e4llige Sammelsurium an Bildungsg\u00fctern, das die Diskurse vor der eigenen Haust\u00fcr eben so angeschwemmt haben, Erfahrungen von Menschen mit anderen Anliegen, Erfahrungen, Herk\u00fcnften und Bildungsg\u00e4ngen aus ihren \u00dcberlegungen aus. Nora Bossong glaubt man deshalb die Tr\u00e4ne im Knopfloch nicht, wenn sie dar\u00fcber klagt, wie wenig Wissen \u00fcber Poesie in der breiten \u00d6ffentlichkeit noch vorhanden sei. (Gewiss, das Abendland wird untergehen!) Sie denkt elit\u00e4r: Sie wei\u00df etwas, die anderen\u00a0<i>wissen<\/i>\u00a0nicht, Aufkl\u00e4rung ist offenbar keine Option, ihr bleibt die Klage. Andere Dichter hingegen\u00a0<i>schaffen<\/i>\u00a0in dem Bewusstsein, dass eine Misere, die ihnen selbst handgreiflich ist, wohl auch von anderen Menschen versp\u00fcrt wird, dass es da drau\u00dfen also Menschen geben muss, die selbst darangehen die L\u00fccken zu f\u00fcllen, die Schule und Universit\u00e4ten gelassen haben. Sie wenden sich an eine zwar nicht ungebildete aber mit extrem heterogenen Kenntnissen ausgestattete \u00d6ffentlichkeit. Erst die\u00a0<i>Schnittmenge<\/i>\u00a0des Wissens ist extrem klein, sodass es sch\u00e4dlich w\u00e4re, wenn sich der Dichter zum kleinsten gemeinsamen Nenner herabbeugt. \u00dcberhaupt ist es ein elit\u00e4res Vorurteil, dass f\u00fcr die \u201eeinfachen\u201c Leute das sprachliche Schwarzbrot allemal ausreichend sei. Der heute weithin als schwer zug\u00e4nglich kritisierte Bert Papenfu\u00df tingelte einst durch die Jugendklubs der zerfallenden DDR. Sollte der Bildungsverfall so schnell von statten gehen, dass ein junger FDJler vor 25 Jahren gebildeter war als der Oberstudienrat, vor dem Nora Bossong ihre Texte vortr\u00e4gt? Oder haben sich vor allem die Mechanismen unserer Aufmerksamkeit und Wertsch\u00e4tzung angepasst an ein marktliberales Vorurteil?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marginalisierte Minderheiten sollen nicht nerven. Der kulturvolle Liberale entsch\u00e4digt sie f\u00fcr seine Ignoranz mit pauschaler Lobhudelei. Wie bedeutend der kleine Buchhandel f\u00fcrs Abendland ist, h\u00f6rt man ja auch erst \u00fcberall, seit kaum einer noch hingeht.<b><a href=\"\/\/5\/\"><span style=\"color: #0066cc;\">\u2074<\/span><\/a><\/b><b>\u00a0<\/b>Geradezu obsz\u00f6n, wie Bossong einen Topos solch hohlen Lyriklobs, den Dichtertribun, der eher aus Deutschb\u00fcchern und Dichterbiografien stammt als aus der heutigen Wirklichkeit, dazu ausnutzt, Pappkameraden zu errichten, um Misstrauen gegen anspruchsvolle Positionen zu erzeugen. Wer sich ihren Forderungen nach marktf\u00f6rmigen Gedichten entzieht, den stilisiert sie zum Revoluzzer, der an wirklichkeitsfern hohen Anspr\u00fcchen zu scheitern droht; wer etwas anders machen will als bisher, wird vor ihr zum Avantgardisten gepusht, der arrogant darauf harrt, dass ihm die Meute folgt.<b><a href=\"\/\/5\/\"><span style=\"color: #0066cc;\">\u2075<\/span><\/a><\/b>\u00a0Aber der Leser ihres Artikels, erinnert an vage Bilder aus der Schule, wird das alles h\u00f6chst plausibel finden.<a href=\"\/\/5\/\"><span style=\"color: #0066cc;\">\u2076<\/span><\/a>\u00a0\u00dcber Gegenwartslyrik hat er nichts gelernt. Vielleicht sollte man die Dichter eher mit M\u00fcllm\u00e4nnern vergleichen. Auch dem einzelnen M\u00fcllmann wirft man kaum vor, dass er zur Utopie einer sauberen Welt wenig beitr\u00fcge. Oder mit Oboisten: Dem wird man auch nicht raten, zur Geige zu greifen, nur weil Violinkonzerte eben popul\u00e4rer sind. Und man w\u00fcrde ihm kaum vorwerfen, dass nicht jeder sich f\u00fcr seine Kunst interessiert.<b><a href=\"\/\/5\/\"><span style=\"color: #0066cc;\">\u2077<\/span><\/a><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon der Titel von Nora Bossongs Artikel ist eine Frechheit: \u201eDichter traut Euch ins Zentrum\u201c. Als w\u00e4ren schwer zug\u00e4ngliche Dichter allesamt feige. Aber gerade in dieser Szene sind doch Beispiele zu finden f\u00fcr jene renitenten Autoren, Verleger und Buchh\u00e4ndler, die sich mit hohem pers\u00f6nlichen Risiko und einem Interesse an Werten und Inhalten der marktliberalen Ideologie entziehen, wie es\u00a0<a href=\"http:\/\/lyrikzeitung.com\/2015\/06\/10\/kommerzieller-realismus\/\"><span style=\"color: #0066cc;\">Norbert Niemann<\/span><\/a>\u00a0in seiner Preisrede zum Carl-Amery-Literaturpreis mit w\u00fcnschenswerter Dringlichkeit eingefordert hat. Insgesamt schl\u00e4gt sich Nora Bossong auf die Seite derer, denen das zu m\u00fchevoll ist, sichert sich jedoch nach allen Seiten ab. Ihr Text wirkt geradezu feige, wenn er die gro\u00dfen Namen Elke Erb und Mayr\u00f6cker aufruft; aber statt ihre eigenen Ansichten in ein Verh\u00e4ltnis zu deren Arbeit zu stellen, kolportiert sie lieber die Meinung anderer Leute: \u201ehoch geachteter Bezugspunkt\u201c, denn wer wei\u00df, was der Leser zu diesen Frauen denkt?<b><a href=\"\/\/5\/\"><span style=\"color: #0066cc;\">\u2078<\/span><\/a><\/b><b>\u00a0<\/b>Stattdessen wird \u00fcber Modeaccessoirs und Jutebeutel schwadroniert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo ist \u00fcberhaupt das Zentrum der Literatur? Doch nicht in der Spiegel-Bestsellerliste, wie Bossong vermutet. Deren Raster bleibt auch nach Wagner zu grob. Nachdem die Buchhandlungen oftmals ihre Loyalit\u00e4t gegen die kleinen Verlage aufgek\u00fcndigt haben, verkaufen diese oft schon jetzt mehr als die H\u00e4lfte ihrer B\u00fccher im Direktmarketing, und zentrale Verkaufsstatistiken bilden solche Erfolge also gar nicht erst ad\u00e4quat ab. Zweitens ist die Lyrik doch mehr als Buchstabenfolgen auf Papier, sie spielt sich im Internet ab, dringt vorgetragen in die \u00d6ffentlichkeit, da wirkt der Fokus auf das gedruckte Buch regressiv. Pflichtschuldig erw\u00e4hnt sie zwar z.B. Festivals, aber so misslaunig, dass ihr Leser diesem Ph\u00e4nomen gern als literaturferne Eventisierung misstrauen darf. Man sollte diese Mitte aber genauso wenig hinter dem Schriftzug \u201eLiteraturzentrum\u201c \u00fcber dem Kulturhaus suchen. Schon die Vorstellung von einer Mitte der Literatur ist zu hierarchisch. Sie hat keine, sondern ist mehr wie Facebook, jeder sieht etwas anderes, mancher Post verbreitet sich in Windeseile, dennoch sind die beliebtesten Posts nicht die interessantesten, sondern handeln von Katzen. Wenn man sich statt in Diskussionen auf Festivals pl\u00f6tzlich auf einer Tierschutzveranstaltung mit Volksschulcharakter wiederfindet, mag das der Preis gelungener Anpassung sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nora Bossongs Text pfeift, was die Spatzen seit jeher pfeifen, und tut als w\u00e4re es neu. Die Schnapsidee, dass schwierige Lyrik die Verbreitung der Gattung hemme, begleitet ja nicht erst die Jan Wagner-Debatte von Anfang an. (Wenn auch z\u00f6gerlicher klingt das schon in den ersten Artikeln an, z.B.\u00a0<a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5017050\/\"><span style=\"color: #0066cc;\">taz<\/span><span style=\"color: #0066cc;\">\u00a0vom 12.3.<\/span><\/a>). Die Forderung bildet schon seit Jahrzehnten ein Ostinato der Zeitungsberichte \u00fcber Lyrik, Gernhardt war endlich verst\u00e4ndlich, die Lyrik-von-Jetzt-Generation war endlich wieder verst\u00e4ndlich, die Verst\u00e4ndlichkeit der umstrittenen Gedichte von G\u00fcnter Grass bezweifelt niemand: Man kann es sich sofort in der n\u00e4chsten Buchhandlung anschauen, wie diese Kur angeschlagen hat. Und ist es nicht im Gegenzug auch schon vorgekommen, dass auch ein Band des schwierigen Stolterfoht, der schwer zug\u00e4nglichen Mayr\u00f6cker sich weit \u00f6fter verkauft, als es die uralte Enzensbergersche Konstante vorhersagt? (Sie schenkt es sich nicht einmal, diese Zahl f\u00fcr ihre Zwecke um ein gutes Viertel abzurunden.) Spannender w\u00e4re die Frage, was denn einen Kleinverleger sonst dazu treiben k\u00f6nnte, immer wieder B\u00fccher zu machen, deren \u00f6konomischer Nutzen so fraglich ist. Der mag ja auch seine Gr\u00fcnde haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nora Bossongs Text ist das alles egal. Die ewig junge h\u00e4ssliche Geschichte vom Neid, die sie nun auch in der ZEIT wiederk\u00e4ut, erschwert schon jetzt jede Internetdiskussion \u00fcber Lyriker oder die Urteile von Jurys. Jeder, der Inhalte diskutieren wollte, ist dort schon einmal mit dieser Story an die Wand gespielt worden. Nora Bossong ist dagegen in der sch\u00f6nen neuen marktf\u00f6rmigen Welt angekommen. Die Tr\u00e4ne in ihrem Knopfloch erweist sich als Krokodilstr\u00e4ne, ein modisches Accessoire.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte <span data-offset-key=\"d96ve-1-0\">Wolfgang Schlott<\/span><span data-offset-key=\"d96ve-2-0\"> dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum<\/span> Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>, sowie einen Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> \u201e<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>\u201c <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Dichterkreisen wird gestritten, und es kursieren Positionen um die Frage: Wie hat ein Gedicht zu sein? Sie bewegen sich zwischen Verr\u00e4tselung und Hermetik auf der einen Seite und zug\u00e4nglichen Formen und Inhalten auf der anderen. W\u00e4hrend die einen die&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/12\/14\/die-mitte-und-kein-ende\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":62,"featured_media":98207,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[638],"class_list":["post-31254","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-bertram-reinecke"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31254","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/62"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31254"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31254\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101932,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31254\/revisions\/101932"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98207"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}