{"id":30139,"date":"2015-06-12T00:01:21","date_gmt":"2015-06-11T22:01:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=30139"},"modified":"2022-02-19T15:37:39","modified_gmt":"2022-02-19T14:37:39","slug":"an-der-neige","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/12\/an-der-neige\/","title":{"rendered":"An der Neige"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinen Rede\u2013 und Suchgedichten konzentriert sich A.J. Weigoni seit der <em>Letternmusik<\/em> beim Rezitieren auf die nackte Stimme. Die stimmliche, sprechtechnische sowie akrobatische Virtuosit\u00e4t, mit der er zu Werke geht, erzeugt gleichsam ein Textkonzert, die Partitur ist Sprache. Tom T\u00e4ger stellt sie auch bei dieser Aufnahme im Tonstudio an der Ruhr in den Vordergrund. Gleichzeitig l\u00f6st sich Sprache in den Gedichten in ihre Einzelheiten auf. Dieser Sprechsteller hat beim Schreiben das H\u00f6ren im Blick und beim Sprechen das Auge im Ohr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tom T\u00e4ger gilt zu Recht als H\u00f6rspielkomponist. Er braucht zur Darstellung seiner \u2018Klang. Farben. Vorstellungen.\u2019 die Vielfalt seiner Instrumentalpalette. T\u00e4gers Kompositionen sind nicht blo\u00dfe Begleitung, sondern strukturierend und dispositiv &#8211; ebenso gewichtig wie die Sprecherstimme; seine Musik hat keinen illustrativen Charakter. Die Klanglandschaften sind in der Komposition An der Neige abstrakt und trotzdem von eindringlicher Bildhaftigkeit. Dies transformiert sich weiter durch Haimo Hieronymus, der das Cover verantwortet, dieser K\u00fcnstler mag das Individuelle des Strichs, empfindet im Glattgeb\u00fcgelten reiner Ideenkunst beliebige Langeweile und g\u00e4hnende Austauschbarkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch der Name Manuel Quero steht f\u00fcr Aufbruch und Innovation. Statt das Publikum als Kunstdabnehmer zu behandeln, l\u00e4dt er zur Teilhabe an einem Experiment ein. In der Werkstattgalerie Der Bogen steht die Urauff\u00fchrung An der Neige an. Hinter der Vielzahl der Akteure und Ereignisse verbergen sich Strukturen, die sie hervorbringen, und die sich mit Pierre Bourdieu als \u2018k\u00fcnstlerisches Kr\u00e4ftefeld\u2019 bezeichnen lassen. Dieses spannt sich zwischen den Polen einer poetischen und einer klanglichen Aufzeichnungslogik auf und geht \u00fcber in den Drang sich zu bewegen. Es gelingt dem Choreographen, die abstrakte Formensprache mit leidenschaftlicher Expressivit\u00e4t aufzuladen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Urauff\u00fchrung<\/em> am 20. Juni 2015 ab 20:00 Uhr in der Werkstattgalerie Der Bogen. Zu diesem Anla\u00df erscheint eine CD.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\"><strong>Pr\u00e6gnarien<\/strong>, H\u00f6rbuch von Philipp Bracht, Frank Michaelis und A.J. Weigoni. Eine limitierte Auflage von 50 Exemplaren ist versehen mit einem Original von Haimo Hieronymus. Edition Das Labor, M\u00fchleim an der Ruhr 2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\"><strong>Gedichte<\/strong>, H\u00f6rbuch von A.J. Weigoni mit den lyrischen Gesamtaufnahmen, Edition Das Labor, M\u00fclheim 2015<\/p>\n<div id=\"attachment_98422\" class=\"wp-caption alignleft\" style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-98422 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Gedichte_Cover-187x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"187\" height=\"300\" aria-describedby=\"caption-attachment-98422\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-98422\" class=\"wp-caption-text\">Coverphoto: Leonard Billeke<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>H\u00f6rproben \u2192 <\/strong>Probeh\u00f6ren kann man die <em>Pr\u00e6gnarien<\/em> auf <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/clips\/prae_last7.mp3\">MetaPhon<\/a>. Ein Video von Frank Michaelis und A.J. Weigoni <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_xE7BPCey68\">hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0\u2192 <\/strong>Lesen Sie auch die W\u00fcrdigung von Jens Pacholsky: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=16348\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-cke-saved-href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=16348\">H\u00f6rb\u00fccher sind die herausgestreckte Zunge des Medienzeitalters<\/a>.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192\u00a0<\/strong>Jeder Band aus dem <em>Schuber<\/em> von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk. KUNO fa\u00dft die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42570\">Stimmen<\/a> zu dieser verlegerischen Gro\u00dftat zusammen. Last but not least: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25524\"><em>VerDichtung \u2013 \u00dcber das Verfertigen von Poesie<\/em><\/a>, ein Essay von A.J. Weigoni in dem er dichtungstheoretisch die poetologischen Grunds\u00e4tze seines Schaffens beschreibt.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; In seinen Rede\u2013 und Suchgedichten konzentriert sich A.J. Weigoni seit der Letternmusik beim Rezitieren auf die nackte Stimme. Die stimmliche, sprechtechnische sowie akrobatische Virtuosit\u00e4t, mit der er zu Werke geht, erzeugt gleichsam ein Textkonzert, die Partitur ist Sprache. 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