{"id":28003,"date":"2003-06-20T00:01:36","date_gmt":"2003-06-19T22:01:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=28003"},"modified":"2026-06-30T21:19:48","modified_gmt":"2026-06-30T19:19:48","slug":"blind","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/06\/20\/blind\/","title":{"rendered":"Blind"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sehen: Wir sind zu vielem f\u00e4hig, riskieren das gr\u00f6\u00dfte Unheil oder tun Gutes.\u00a0Der Natur ist das egal. Sie wei\u00df das nicht. Und wir wissen es letztlich auch nicht, was das soll, was wir Ethik nennen. Die menschliche Existenz ist Bestandteil der Natur &#8211; und die hat (vermutlich) kein Bewusstsein, wei\u00df also nicht einmal von sich selbst. So auch unser Denken. Und die Naturgesetze ergaben sich als (vielleicht einzige) Notwendigkeit und sind im Raum biegbar, also an jedem Punkt ein wenig anders. Entsteht die Natur aus dem Nichts, bzw. ist sie nur ein anderer Aspekt des Nichts, oder ist das Nichts nur ein Aspekt des Etwas? Ist die Existenz der Natur \u00fcberhaupt real? Wir k\u00f6nnen es nicht wissen, und wahrscheinlich sind unsere Gedanken \u00fcber das, was wir nicht wissen k\u00f6nnen, noch nicht einmal eine Art Kurzschluss im Molekulargef\u00fcge des Seins, sondern vollkommen unbedeutende Tautologien, also das Nichts als Formulierung. Die Welt hat keine Augen, wozu auch, sie s\u00e4he nur sich selbst oder das Nichts, was dasselbe ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unserem Leben kommen wir nur als Dichter bei. Indem wir das, was wir f\u00fcr real halten, zur Fiktion machen, als w\u00e4ren wir Sch\u00f6pfer, bilden wir uns Verst\u00e4ndnis und Erkenntnis ein. Und die Naturwissenschaften machen nichts anderes, nur dass dort die zus\u00e4tzliche Zahlensprache eine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung hat und die Hoffnung auf Erkenntnis von grandioser Naivit\u00e4t ist und der Glaube an die beobachteten Tautologien religi\u00f6se Kraft erlangt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus der Reihe <strong>K<\/strong><b>eine Bojen auf hoher See, nur Sterne &#8230; und Schwerkraft\u00a0<\/b><i>Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben. <\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" data-wp-editing=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-98374 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/02\/Bergmann.jpg\" alt=\"\" width=\"122\" height=\"182\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong>\u00a0Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO weiterhin zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong>\u00a0Eine W\u00fcrdigung von Ulrich Bergmann finden Sie\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15183\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Wir sehen: Wir sind zu vielem f\u00e4hig, riskieren das gr\u00f6\u00dfte Unheil oder tun Gutes.\u00a0Der Natur ist das egal. 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