{"id":27967,"date":"2024-05-27T00:01:00","date_gmt":"2024-05-26T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27967"},"modified":"2022-02-23T07:18:26","modified_gmt":"2022-02-23T06:18:26","slug":"vivisektion","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/05\/27\/vivisektion\/","title":{"rendered":"Vivisektion"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #888888;\">irgendwie ist jedes gedicht eine vivisektion des autors an sich selbst.<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Katrin Stange<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht ist das nicht bei jedem Gedicht so, mal mehr mal weniger, aber indirekt bin ich immer in jeden Text hineinseziert, das ist wahr. Wirkliche Dichtung ist es dann, wenn das der Leser nicht als autobiografische Mitteilung liest, sondern als allgemeing\u00fcltige Worte eines unbestimmteren lyrischen (oder epischen) Ichs.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich setzen wir in der Dichtung unsere Erlebnisse um, unsere Tr\u00e4ume, \u00c4ngste und Hoffnungen, unsere suchenden Gedanken und die Bilder, die uns immer wieder verfolgen, ohne dass wir das immer so genau wissen. Manchmal entdecke ich mich in einer Erz\u00e4hlung erst sp\u00e4ter, lange nachdem ich die Geschichte geschrieben habe. Ich kann mich und das Erlebte in Gedichten nicht gut genug sublimieren oder kost\u00fcmieren oder verdichten, aber in der (mehr oder weniger parabelhaften) Erz\u00e4hlung kann ich das. Selbst wenn ich nur zu spielen glaube, verrate ich mich, wenn auch meist nur in Chiffren, es sei denn, es kennt mich einer sehr gut und wei\u00df von mir und meinem Leben fast alles. Auch offenbar unterbewusste Sehns\u00fcchte fallen in das Erz\u00e4hlte, aber ich schreibe so, dass der Leser nicht mich dechiffriert, sondern entweder sich selber oder nicht explizite Intentionen oder Motive.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-98374\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/02\/Bergmann.jpg\" alt=\"\" width=\"122\" height=\"182\" \/>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong>KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>.<\/p>\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO weiterhin zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>irgendwie ist jedes gedicht eine vivisektion des autors an sich selbst. Katrin Stange Vielleicht ist das nicht bei jedem Gedicht so, mal mehr mal weniger, aber indirekt bin ich immer in jeden Text hineinseziert, das ist wahr. 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