{"id":27947,"date":"2005-01-10T00:01:00","date_gmt":"2005-01-09T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947"},"modified":"2021-12-13T08:42:23","modified_gmt":"2021-12-13T07:42:23","slug":"der-schreiber-ist-beim-schreiben-allein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/01\/10\/der-schreiber-ist-beim-schreiben-allein\/","title":{"rendered":"Der Schreiber ist beim Schreiben allein"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder hat seine Art zu schreiben, er gibt sich selbst die Regeln. Er geht von sich aus und von der Welt. Der Autor macht sich im Schreiben kollektiv. Das Kollektive geht durch ihn hindurch &#8211; das ist dann gelungene Literatur.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist die Crux vieler, nicht nur junger Autoren, dass sie allzu oft Tagebuchtexte schreiben, Weltschmerzmonologe, und darin ihren\u00a0 Beziehungsjammer ausgie\u00dfen. In manchen F\u00e4llen geht das gut, n\u00e4mlich wenn die Texte ins Allgemeine streben. Daf\u00fcr ist eine gute Sprache Voraussetzung und die Abstraktion vom eigenen Ich in einem allgemein g\u00fcltigen lyrischen oder epischen Ich, also durch Gestaltung, die von mir selbst weitgehend ab-sieht.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtig ist der metaphorische Kern und seine Vernetzung mit der Welt. Der Lyriker muss sich in die Welt begeben. Er darf nicht tr\u00e4ge sein und nur im Kopf leben. Seine Gedichte sollen Protokolle des Lebens sein, die Welthaltigkeit hei\u00dft aber nicht einfach nur: Ich. Oder: Ich und mein Weltbild. Es ist so leicht und bequem, im Ich-T\u00fcmpel zu baden. Es ist aber unm\u00f6glich, in so einem T\u00fcmpel ins Meer hinauszuschwimmen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">So haben wir auf der einen Seite die larmoyanten bis selbstverliebten Monologisten, auf der anderen Seite Tempo- und Tageslyriker und lyrische Auskotzer.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbstdisziplin ist eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr eine dichterische Entwicklung, dazu geh\u00f6rt nat\u00fcrlich Geduld und das Aushalten des Scheiterns.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus der Reihe \u201e<b>Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne &#8230; und Schwerkraft\u201c\u00a0 <\/b><i>Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben.<\/i><\/p>\r\n<div id=\"attachment_13322\" style=\"width: 251px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Bergmann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13322\" class=\"wp-image-13322 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Bergmann-241x300.jpg\" alt=\"\" width=\"241\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Bergmann-241x300.jpg 241w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Bergmann.jpg 354w\" sizes=\"auto, (max-width: 241px) 100vw, 241px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13322\" class=\"wp-caption-text\">Ulrich Bergmann, Dichter und Denker<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n<!-- \/wp:post-content -->\r\n\r\n<!-- wp:image {\"align\":\"left\",\"width\":216,\"height\":323,\"linkDestination\":\"custom\"} \/-->\r\n\r\n<!-- wp:heading {\"level\":4} \/-->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr die <em>Kulturnotizen<\/em> (KUNO) zu den wichtigsten identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies findet sich auch im Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Wir begreifen Lyrik und Essays auf KUNO als eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Versuchsanordnung<\/a>, undogmatisch, subjektiv, experimentell, ergebnisoffen.<br \/><!-- \/wp:paragraph --><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Jeder hat seine Art zu schreiben, er gibt sich selbst die Regeln. Er geht von sich aus und von der Welt. Der Autor macht sich im Schreiben kollektiv. 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