{"id":2455,"date":"2012-03-12T00:03:55","date_gmt":"2012-03-11T23:03:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=2455"},"modified":"2023-08-27T07:20:33","modified_gmt":"2023-08-27T05:20:33","slug":"kassettenkinder","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/12\/kassettenkinder\/","title":{"rendered":"Kassettenkinder"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_2460\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Cassette2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2460\" class=\"wp-image-2460 size-full\" title=\"Cassette\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Cassette2.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"126\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2460\" class=\"wp-caption-text\">Die Compact-Cassette und ihre Bestandteile, Photo: <a class=\"mw-userlink\" title=\"User:PolarBot\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:PolarBot\"><bdi>PolarBot<\/bdi><\/a>\u00a0<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der sogenannten Compact Cassette kam ich erst sp\u00e4t in Ber\u00fchrung. Dies liegt daran, da\u00df ich diesen Tontr\u00e4ger als \u00e4sthetischen Gr\u00fcnden ablehnte, weil er in ein h\u00e4\u00dfliches Kunststoffgeh\u00e4use eingeschlossen war. Zum anderen der Klang, der nun digital als mp3 wiederkehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Gast bei einem befreundeten Paar sa\u00dfen wird in gro\u00dfer Runde beisammen als ein Kind im Schlafanzug hineinplatze und sich \u00fcber das Klacken beschwerte. Der Vater versicherte, es handele sich \u00fcber die Ger\u00e4usche von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hui_Buh\">Hui Buh<\/a>, dem Scho\u00dfgespenst. Das Kind gab sich mit dieser Begr\u00fcndung zufrieden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein wenig sp\u00e4ter, ich kam gerade von der Toilette, h\u00f6rt ich ein rhythmisches Klacken auf dem Kinderzimmer. Bei Untersuchung des Abspielger\u00e4ts stellte sich heraus, da\u00df die Abschaltvorrichtung des Ger\u00e4ts defekt war. Die sogenannte Einschlafkassette erf\u00fcllte nicht die Funktion und das Kind schlief erst, nachdem ich ihm eine Einschlafgeschichte vorgelesen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Szene kommt mir oft vor Augen, wenn ich \u00fcber die Generation der Kassettenkinder lese. Selbstverst\u00e4ndlich ist diese soziologiosche Studie auch ein Thema f\u00fcr die kulturnotizen. Zur Verst\u00e4ndnisf\u00f6rderung greifen wir auf Kuno ich auf Immanuel Kants Idee einer \u203aerweiterten Denkungsart\u2039 zur\u00fcck. Wenn man den anderen Menschen verstehen will, dann mu\u00df man zun\u00e4chst \u00fcber seinen eigenen Schatten springen, genauer von sich selbst, seinen eigenen Prinzipien absehen. Man mu\u00df schlie\u00dflich seinen Horizont erweitern, indem man sich in die Lage eines anderen Menschen hineinversetzt, nicht um ihn leichter hinters Licht zu f\u00fchren, sondern um seine Urteile und Einsch\u00e4tzungen nachzuvollziehen. Wenn man unter den Bedingungen der Globalisierung in einer pluralistischen Welt der vielen Weltanschauungen lebt, wenn die Menschen also keine gemeinsamen obersten Werte mehr verbinden, dann braucht man vor allem derartige Kompetenzen oder Tugenden: Denkverm\u00f6gen, Urteilskraft, Wahrhaftigkeit. Dazu reichen ethische Normen alleine nicht aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Susan Sontags Essay <em>Notes on Camp<\/em> folgend, stellen wir auf Kuno unterschiedliche Form der kulturellen \u00c4u\u00dferungen vor, dazu geh\u00f6ren auch die Trivialmythen der sogenannten Kassettenkinder. Die herausragenden Figuren dieser Szene haben wir in den letzten Wochen mit einem Portr\u00e4t gew\u00fcrdigt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=1565\">Cpt. Blitz<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=1559\">Dennis Rohling<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=1553 \">Olaf von der Heydt<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=1534\">Michael Girbes<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Falls die Angaben auf Wikipedia stimmen, k\u00fcndigte das H\u00f6rspiel-Label <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Europa_%28Label%29\">EUROPA<\/a> an, ab 2012 keine MCs mehr zu produzieren, lediglich f\u00fcr die Serie mit den meisten MC-Sammlern (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_drei_%3F%3F%3F\">Die drei ???<\/a>) w\u00fcrde die Produktion noch weiterlaufen. Als Grund nannte EUROPA, dass die MC-K\u00e4ufe immer weiter zur\u00fcckgehen und die Vorr\u00e4te des rechtzeitig gesicherten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Magnetband\">Bandmaterials<\/a> nicht mehr lange reichen werden, daher will man sich auf die MC-Sammler konzentrieren. Betroffen von der MC-Einstellung sind haupts\u00e4chlich Kinderserien wie <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bob_der_Baumeister\">Bob der Baumeister<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thomas,_die_kleine_Lokomotive\">Thomas, die kleine Lokomotive<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ritter_Rost\">Ritter Rost<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hui_Buh\">Hui Buh<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Teufelskicker\">Die Teufelskicker<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hanni_und_Nanni\">Hanni und Nanni<\/a> sowie die recht bekannten H\u00f6rspielserien <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/F%C3%BCnf_Freunde\">F\u00fcnf Freunde<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/TKKG\">TKKG<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Werden die Kassettenkinder nun erwachsen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Kassettent\u00e4ter<\/em><\/strong> ist der \u00dcberbegriff f\u00fcr eine Vielzahl von Ver\u00f6ffentlichungen die Ende der 1970er und vor allem in den 1980er Jahren in Deutschland erschienen sind. Gemeinsam war den Ver\u00f6ffentlichungen der Tontr\u00e4ger Kassette. Lesen Sie dazu auch den einf\u00fchrenden <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=40989\">Essay<\/a> aus dem KUNO-Archiv.<\/p>\n<dl>\n<dt>\n<div class=\"wp-caption alignright\">\n<p class=\"wp-caption-text\">\n<\/div>\n<div id=\"attachment_100697\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-100697\" class=\"wp-image-100697 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Home_taping_is_killing_music1.png\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"182\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Home_taping_is_killing_music1.png 220w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Home_taping_is_killing_music1-160x132.png 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><p id=\"caption-attachment-100697\" class=\"wp-caption-text\">Home Taping Is Killing Music war eine Kampagne der British Phonographic Industry. Der Slogan war meist als Aufkleber auf Plattencovern zu finden.<\/p><\/div>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Laut Deutschlandfunk sind Tapes \u201eHipper als Vinyl\u201c. Herr Nipp erhebt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/10\/04\/schallplattenspieler\/\">Einspruch<\/a>, 1986 wurden zum ersten Mal mehr CDs als Schallplatten gekauft. Nun hat Vinyl die CD wieder \u00fcberholt. Die Redaktion l\u00e4\u00dft nach diesem Pro auch ein Contra <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/12\/10\/press-play-25-jahre-literaturclips\/\">zu Wort kommen<\/a>.<\/p>\n<\/dt>\n<\/dl>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der sogenannten Compact Cassette kam ich erst sp\u00e4t in Ber\u00fchrung. Dies liegt daran, da\u00df ich diesen Tontr\u00e4ger als \u00e4sthetischen Gr\u00fcnden ablehnte, weil er in ein h\u00e4\u00dfliches Kunststoffgeh\u00e4use eingeschlossen war. 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