{"id":2261,"date":"2012-03-07T00:01:00","date_gmt":"2012-03-06T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=2261"},"modified":"2021-12-26T14:58:45","modified_gmt":"2021-12-26T13:58:45","slug":"hubsch-revisited","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/","title":{"rendered":"H\u00fcbsch \u2022 Revisited"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lebenszeichen<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/gonzoverlag.files.wordpress.com\/2010\/03\/cover_front_fin1.gif?w=210&amp;h=300\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"299\" \/>\u00dcber ein Lebenszeichen von Dir w\u00fcrde ich mich freuen<\/em>, lese ich in Hadayatullahs letztem handgeschriebenen Brief, den ich am 21. September 2010 erhalte, worauf ich mich umgehend mit ihm in Verbindung setze, um mich f\u00fcr das in jenen Tagen im von Miriam Spies (die ich, v\u00f6llig \u00fcberraschend, beim hochlebendigen, farbenfrohen RDB-Tag am 30. Juli in Sievernich bei Z\u00fclpich kennenlerne) gef\u00fchrten Mainzer Gonzo Verlag erschienene Gedichtbuch <em>Marock\u2019n\u2019Roll<\/em> zu bedanken, in dem ich den Brief und eine zu Herzen gehende Widmung finde: <em>f\u00fcr Theo Breuer in W\u00fcrdigung um seine Verdienste um die deutsche Lyrik<\/em>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mensch, Hadayatullah, das hat mich sehr, sehr gefreut, und das habe ich Dir dann ja auch am Telefon gesagt an einem Tag im sp\u00e4ten September. Das war wohl, wenn mich die Erinnerung nicht t\u00e4uscht, das letzte Gespr\u00e4ch, das wir miteinander f\u00fchrten (danach korrespondierten wir noch bis Anfang Dezember per Mail), und <strong>nie<\/strong> werde ich vergessen, wie du mir Mut zusprichst, da\u00df ich diese Krankheit \u00fcberwinden werde, ich m\u00fcsse nur ganz fest dran glauben, \u00fcber deine verlierst du kein Wort, und so bleibe ich, vorl\u00e4ufig, ahnungslos.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige Zeit sp\u00e4ter tauschen wir erneut B\u00fccher, und ich bedanke mich f\u00fcr die <em>Pop-Gedichte<\/em> in <em>Monolith<\/em> per E-Mail am 1. Dezember: Vielen Dank f\u00fcr <em>Monolith<\/em>, das ich in der vergangenen Nacht mit lustvollem Interesse gelesen habe. Da lese ich von vielen \u203aHelden\u2039, die ja auch mein Leben in irgendeiner Weise bereichert haben \u2026<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Waiting for H\u00fcbsch<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In den ersten Januartagen 2011 ist es umgekehrt: Nun warte ich auf eine \u00fcberf\u00e4llige Botschaft von Hadayatullah, der mich f\u00fcr den 13. Februar zur 13. <em>Frankfurter Wohnzimmerlesung<\/em> eingeladen hat, und ich m\u00f6chte gern wissen, wie es aussieht, ob es dabei bleibt. (Ge\u00admeinsam mit Peter Oehler organisiert er diese von der Stadt Frankfurt subventionierte Lesereihe, und am 20. August wird die Lesung \u2013 gemeinsam mit Olaf Velte \u2013 tats\u00e4chlich stattfinden, ein unverge\u00dflicher Abend in einem Frankfurter Kleingarten, an dem wir immer wieder auf Hadayatullah zu sprechen kommen wer\u00adden, ein Abend, der einmal mehr zeigen wird, wie gern sich Menschen von W\u00f6rtern und Kl\u00e4ngen blo\u00df begeistern lassen \u2013 und gar nicht auf die Idee kommen, vom Gedicht auch inhaltlich Nach\u00advollziehbares bzw. unmittelbar zu Verstehendes, \u203aSinn\u2039, \u203aUnsinn\u2039 zu erwarten \u2013 <em>werch ein illtum<\/em> \u2026) Was sie erwarten (d\u00fcrfen): gepackt und unterhalten zu werden, die Klaviatur rauf und runter, um hinterher sagen zu k\u00f6nnen: <strong>Unerh\u00f6rt<\/strong>, ja, \u203aunerh\u00f6rt\u2039.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Statt eines Lebenszeichens von H\u00fcbsch erhalte ich am 5. Januar eine E-Mail von Markus Pe\u00adters: <em>Hadayatullah H\u00fcbsch ist am 4. Januar gestorben. Wieder einer weniger, der in diesem Literaturbetrieb mit Individua\u00adlit\u00e4t Akzente setzen konnte<\/em>. Kurz darauf schreibt Axel Kutsch: <em>Nach Thien Tran und Eva Strittmatter ist nun auch Hadayatullah H\u00fcbsch (Herzinfarkt laut Wikipedia) gestorben. Markus hat es uns ja vorhin mitgeteilt. La\u00df uns weitermachen!<\/em> Ich beginne zu begreifen: Hadayatullah H\u00fcbsch ist, ohne da\u00df wir uns wiedersehen, in eine andere Welt gegangen. (Gibt es eine \u203aandere\u2039 Welt?)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>In diesem hellen Winter<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.satt.org\/grafiken8\/sachsenanthologie.gif\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"346\" \/>Das Gedicht <em>Berlin-Taxi (yesterday) <\/em>im von Andreas Altmann und Axel Helbig vorz\u00fcglich edierten Sammelband <em>In eine andere Welt<\/em> (poetenladen Verlag, Leipzig 2011) ist die wohl die letzte Ver\u00f6f\u00adfentlichung zu Lebzeiten dieses am 8. Januar 1946 in Chem\u00adnitz geborenen, stets so lebendig wirkenden, einf\u00fchlsamen, immerfort schreibenden, publizierenden, korrespondierenden, <strong>wunderbar<\/strong> liebevollen Menschen:<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Berlin-Taxi (yesterday) \/\/ <\/em><em>In diesem hellen Winter \/ Hingen schwarze Monde \u00fcber der Stadt, \/ Wir setzten die Nacht unter Feuer, \/ Du tratst hinter mich wie eine \/ In fremde L\u00e4nder gekleidete Frau, \/ Ich zerfurchte meine Stirn mit dem Saphir, \/ Den ich in einer Holzkiste neben dem \/ Kohleofen im Haus Waldfriede aufgest\u00f6bert \/ Hatte, dein L\u00e4cheln wurde hart, \/ Als ich versuchte, das Licht der \/ Gewaltsamen Liebe anzudrehen, \/ Dann zersplitterte mein inneres Auge, \/ Sterne fielen in den Wann-See, \/ Ich parkte meine Haut in einem billigen \/ Milchm\u00e4dchenkaffee, die Zeitungen \/ Von Morgen rochen wie Maggie-W\u00fcrfel, \/ Ich sah aus dem Spiegel wie ein Vampir, \/ Traurige Lieder flossen \u00fcber \/ Die Kreuzungen der Schneestra\u00dfen, \/ Ich pl\u00fcnderte die Blumengesch\u00e4fte und \/ Schenkte verletzten, entsetzten \/ Verk\u00e4uferinnen mit gehetztem Blick meinen Pa\u00df.<\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gl\u00fccklich?<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Essay <em>Im Jahr des Buches 2010<\/em>, im Dezember 2010 im <em>Poetenladen<\/em> ver\u00f6ffentlicht, stelle ich ein Zitat des von mir so unendlich hoch gesch\u00e4tzten Thomas Bernhard voran: <em>Der lesende Mensch ist wie der fleischfressende auf die widerw\u00e4rtigste Weise gefr\u00e4\u00dfig und verdirbt sich wie der fleischfressende den Magen und die gesamte Gesundheit, den Kopf und die ganze geistige Existenz.<\/em> W\u00e4hrend ich zu dieser von Bernhard abgekanzelten Spezies des lesenden Menschen (die, gleichsam nebenbei, auch schreibt) geh\u00f6re, ist Hadayatullah H\u00fcsch wohl eher derjenigen des schreibenden Menschen zuzuordnen, die nebenher auch liest. So werde jeder nach seiner Fa\u00e7on gl\u00fccklich.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Weit \u00fcber 100 B\u00fccher hat Hadayatullah H\u00fcbsch ver\u00f6ffentlicht, dar\u00fcber hinaus in <strong>buchst\u00e4blich<\/strong> zahllosen Zeitschriften und Anthologien seine Handschrift hinterlassen, und es sagt schon einiges \u00fcber einen (zur Zeit recht angesagten) Schriftstellerkollegen aus, mit dem ich dieser Tage telefoniere, der auf die Frage, ob er Lyrik oder Prosa des im Januar 2011 verstorbenen Hadayatullah H\u00fcbsch kenne, mit nein antwortet. (Es soll ja auch Menschen geben, die nur schreiben und gar nicht lesen. K\u00f6nnen solche Menschen etwa gl\u00fccklich sein, gl\u00fccklich werden? \u2013Was hei\u00dft \u203agl\u00fccklich\u2039, w\u00fcrde Kraus jetzt feixen, doch f\u00fcr einmal schaut er mir nicht \u00fcber die Schulter beim Schreiben.)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Du hast mir mit deiner Gitarre \/ In die Stirn geschossen<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/encrypted-tbn0.google.com\/images?q=tbn:ANd9GcQZPD1R7gbuqDQyRnVYKUjRFNi6QZx6VwdM8mZp7YCi1uSnDVhAnA\" alt=\"\" width=\"174\" height=\"290\" \/>Im sch\u00f6n edierten Gedichtbuch <em>Monolith. Pop-Gedichte<\/em> versammelt Hadayatullah H\u00fcbsch Portr\u00e4t-Gedichte, die er Menschen widmet, von denen er im Nachwort schreibt, da\u00df sie ihn beeinflu\u00dft und er sie gesch\u00e4tzt, bewundert, geliebt hat \u2013 <strong>\u203aLebenseichen\u2039<\/strong> eben, die entlang der Allee gepflanzt sind, die H\u00fcbsch von 1946 bis 2011 beschreitet: Brigitte Bardot \u00b7 Humphrey Bogart \u00b7 Marlon Brando \u00b7 Eric Burdon \u00b7 W. S. Burroughs \u00b7 Leonard Cohen \u00b7 Miles Davis \u00b7 James Dean \u00b7 Bob Dylan \u00b7 Marianne Faithfull \u00b7 Jerry Garcia \u00b7 Allen Ginsberg \u00b7 George Harrison \u00b7 Jimi Hendrix \u00b7 Audrey Hepburn \u00b7 Mike Heron and The Incredible Stringband \u00b7 Buddy Holly \u00b7 Janis Joplin \u00b7 Grace Kelly \u00b7 Jack Kerouac \u00b7 Arthur Lee und Love \u00b7 John Lennon \u00b7 Jim Morrison \u00b7 Nico \u00b7 Hilka Nordhausen \u00b7 J\u00fcrgen Ploog \u00b7 Elvis Presley \u00b7 Arthur Rimbaud \u00b7 Carlos Santana \u00b7 Patti Smith \u00b7 Gary Snyder \u00b7 Cat Stevens alias Yusuf \u00b7 The Rolling Stones \u00b7 Van Morrison \u00b7 Tom Waits \u00b7 Anne Waldman \u00b7 Townes van Zandt. Hadayatullah H\u00fcbschs Schreibflu\u00df versiegt nicht. Er geh\u00f6rt, wie Friederike Mayr\u00f6cker, zu den Menschen, die Tag und Nacht schreiben m\u00fcssen, denke ich, w\u00e4hrend ich Glenn Gould eine Sonate von Alban Berg spielen h\u00f6re. Was ich, kurz und b\u00fcndig, sagen will: Ich lese Hadayatullah H\u00fcbschs B\u00fccher gern.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Meininger Haiku \u00b7 Tickets<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/www.lehmanns.de\/media\/15243674\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"278\" \/>Von \u00bb\u00fcber 80 Printpublikationen\u00ab ist die Rede in der Biobibliographie des Gedichtbands <em>Tickets<\/em> von 2002. (Schlie\u00dflich werden es weit \u00fcber 100 sein \u2026)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">1993 lernte ich die Lyrik Hadayatullah H\u00fcbschs mit dem wertvollen und wundersch\u00f6nen, 50 Mal nur aufgelegten K\u00fcnstlerbuch Buch <em>Meininger Haiku<\/em> kennen, das Hans Ulrich Prautzsch in der ur\u00e4us-Handpresse in Halle an der Saale herausgebracht hat, und ich erlebte einen Autor, der mittels dreier Verse eine Dichte und Pr\u00e4gnanz zu schaffen in der Lage war, die den kurzen Gedichten lange Lebensdauer garantieren.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer ahnt das schon? Die meisten B\u00fccher H\u00fcbschs zeigen ihn als Autor (sehr) wortreicher Gedichte. Ganz anders also als in <em>Meininger Haiku<\/em> erlebe ich H\u00fcbsch in <em>Tickets<\/em>: In 21 (sehr) langen Erz\u00e4hlgedichten r\u00fcckt er Zeitgenossen auf den Pelz, scheut dabei vor keinem Kalauer zur\u00fcck, um die zeitgen\u00f6ssischen Beschissenheiten auf den Punkt zu bringen. Das sind zum Teil f\u00fcr Poetry Slams geschriebene, verschiedene Bewu\u00dftseinsebenen collagierende, verschiedenste Quellen zitierende oder verfremdende Texte, und ich kann mir den zus\u00e4tzlichen <strong>Drive<\/strong>, wenn H\u00fcbsch sie ins Mikrophon dr\u00f6hnt, lebhaft vergegenw\u00e4rtigen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schade<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zum Tod hat Hadayatullah H\u00fcbsch sich nicht davon abbringen lassen, die W\u00f6rter \u2013 geschrieben oder geschrieen \u2013 in Form von Gedichten, Essays und Geschichten unter die Menschen zu bringen. In einem Gedicht mokiert sich H\u00fcbsch \u00fcber Lyriker \u00e0 la Hans Magnus Enzensberger, die einst den Tod der Literatur verk\u00fcndeten und immer noch pr\u00e4chtig davon leben. \u203aSchade\u2039 (w\u00fcrde Walter Kempowski vielleicht sagen), da\u00df Gedichte dieses k\u00e4mpferischen, leidenschaftlichen, vitalen Autors in <em>Der Gro\u00dfe Conrady<\/em> nicht zu finden ist. Diesen von zahlreichen Autoren aus der Social-Beat- und Slam-Poetry-Szene als <strong>Idol<\/strong> verehrten Autor mit seiner einmalig-unnachahmlich leidenschaftlichen Schrei(b)-Art h\u00e4tte ich im bedeutendsten Sammelband f\u00fcr Gedichte im deutschen Sprachraum (zuletzt 2008 aktualisiert und neu herausgegeben) sehr gern mit ein paar Gedichten abgedruckt gesehen, aber es hat eben nicht sollen sein. Ich vermute mal, H\u00fcbsch war\u2019s relativ egal. Was solche Dinge angeht, wirkte auf mich stets gleichm\u00fctig und gelassen. Ich schreibe das hier auch nur auf im Sinne von: Ich mein ja blo\u00df \u2026 h\u00e4tt\u2019s halt sch\u00f6n gefunden \u2026 Wie singt Zarah Leander: <em>Davon geht die Welt nicht unter<\/em> \u2026<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die ersten 100<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">2003 jedenfalls ist die Marke von 100 geknackt: <em>Die ersten 100 B\u00fccher von Hadayatullah H\u00fcbsch aus \u00fcber 30 Jahren Subkultur in Deutschland<\/em> hei\u00dft, folgerichtig und informativ, das <strong>Lesebuch<\/strong>, das wie eine Wanderung durch die Landschaft der mehrheitlich kleinen und kleinsten Verlage anmutet, die im deutschen Sprachraum angesiedelt sind. H\u00fcbschs B\u00fccher f\u00fcllen gleichsam eine eigene Bibliothek. Es ist interessant und spannend, dem Autor auf den verschlungenen Pfaden von Buch-Station zu Buch-Station, beginnend mit den beim Luchterhand Verlag erschienenen Gedichtb\u00fcchern <em>Mach was du willst<\/em> (1969) und <em>ausgeflippt<\/em> (1971) zu folgen. Mit dem 130seitigen Band \u00bbDie ersten 100\u00ab halten wir einen \u00dcberblick in H\u00e4nden, in dem Hadayatullah die farbenpr\u00e4chtige Geschichte seiner B\u00fccher (mit Beispielen) h\u00fcbsch Revue passieren l\u00e4\u00dft. Gleichsam Subkultur live.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vom richtigen Um\u00adgang mit Licht<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Anna Gudera und Hadayatullah H\u00fcbsch und dem gemeinsamen \u2013 collagierten \u2013 Gedichtband <em>Vom richtigen Um\u00adgang mit Licht<\/em> erforscht das Dresdner <em>Buchlabor<\/em> die Wirkungsm\u00f6glich\u00adkeiten einer Autorin und eines Autors, die in den untergr\u00fcn\u00addigen Sperrbezirken deutschsprachiger Literatur ihr Unwesen treiben. In diesem Gedichtband setzen sie den lyrischen <strong>Dialog<\/strong> fort, den Gudera und H\u00fcbsch \u00fcber viele Jahre auch vermittels der Herausgabe der unregelm\u00e4\u00dfig edierten \u2013 ebenfalls Lyrik &amp; Collage verbindenden \u2013 Zeit\u00adschrift <em>Holunderground<\/em> f\u00fchren \u2013 mit Siggi Liersch als Drittem im Bunde. Zyklisch organisiert, suchen die Gedichte paar\u00adweise nach Antworten, die vielleicht Schamane und Lyriker blo\u00df geben k\u00f6nnen: <em>Die Abendd\u00e4mmerung verkriecht sich \/ Wie der sterbende tollw\u00fctige Fuchs \/ Ins nahe Geb\u00fcsch \/ Dort bl\u00fchen Augentrost \/ Pfefferminz \/ Und Dornenkronen \/ Und die schwarze Frau im Umhang \/ Pfl\u00fcckt behutsam heiliges Wissen \/ Hebt sacht vergangene Minuten auf \/ Verwahrt in ihrem dunklen Lachen \/ Fragend alle Antworten <\/em><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft is-resized\" style=\"text-align: justify;\" data-wp-editing=\"1\">\r\n<div id=\"attachment_65815\" style=\"width: 247px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65815\" class=\"wp-image-65815\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-949x1024.jpg\" alt=\"Der Urvater des Social-Beat. Hadayatullah H\u00fcbsch. Photo: Masroor-ahmad\" width=\"237\" height=\"256\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-949x1024.jpg 949w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-278x300.jpg 278w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-768x829.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-560x604.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-260x281.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-160x173.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah.jpg 1112w\" sizes=\"auto, (max-width: 237px) 100vw, 237px\" \/><p id=\"caption-attachment-65815\" class=\"wp-caption-text\">Der Urvater des Social-Beat. Hadayatullah H\u00fcbsch. Photo: Masroor-ahmad<\/p><\/div>\r\nZu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a>. Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>. Produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a>.<\/figure>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<figure class=\"alignleft is-resized\" style=\"text-align: justify;\"><strong>Die kleine Hadayatullah-H\u00fcbsch-Titel-Sammlung von Theo Breuer:<br \/><\/strong><\/figure>\r\n<\/div>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Abgedichtetes<\/strong>. <em>40 Texte zu Zeitungsmeldungen <\/em>\u00b7 Gedichte (1979)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>DERWISCH\/stadt\/LIEDER<\/strong> \u00b7 Gedichte (1980)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>liebe gedichte<\/strong> (1983)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ich hab meine Blumen verloren<\/strong>. <em>Ein Poem<\/em> (1987)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Innenhaut<\/strong>. <em>F\u00fcnfzehn Gedichte<\/em> (1988)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Stop Mond 18<\/strong> \u00b7 Prosa (1992)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Umgeben von sanften Zellen<\/strong> \u00b7 Gedichte (1992)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>T\u00f6tet f\u00fcr den Frieden<\/strong> \u00b7 Gedichte (1992)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P \u00b7 E \u00b7 N \u00b7 G<\/strong>. <em>Langer Brief eines 68ers an seine Tochter<\/em> \u00b7 Prosa (1993)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Meininger Haiku<\/strong> \u00b7 Gedichte in drei Versen (1993)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vom richtigen Umgang mit Licht<\/strong> \u00b7 mit Anna Gudera \u00b7 Gedichte (1994)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Kosmologie des Islam<\/strong> \u00b7 Essays (1995)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Islam\u201399<\/strong>. <em>Fragen und Antworten zum Islam<\/em> (1995)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dichter Nebel Deutschland<\/strong> \u00b7 Gedichte (1995)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mein Weg zum Islam<\/strong> \u00b7 Essay (1996)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Islamische Mystik<\/strong> <em>am Beispiel Jalaluddin Rumis<\/em> \u00b7 Essay (1997)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Macht den Weg frei <\/strong>\u00b7 Gedichte (1998)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Als die Wildblumen bl\u00fchten<\/strong><em>. <\/em><em>Der \u00bbHeidi loves you shop\u00ab<\/em> (1999)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00bbSomething happened to me yesterday\u00ab<\/strong> oder <em>Ein paar von uns leben noch<\/em> \u00b7 Prosa (1999)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Terror und Paradies<\/strong>. <em>Gedichte zum Krieg<\/em> (2001)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>SMS an den Underground<\/strong> \u00b7 Gedichte (2001)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Puppenspelunke<\/strong><em>. Vom Gehen und Vergehen einer Szene<\/em> \u00b7 Prosa (2001)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monolith <\/strong>\u00b7 Gedichte (2002)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Tickets<\/strong> \u00b7 Gedichte (2002)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die ersten 100<\/strong> \u00b7 Hadayatullah-H\u00fcbsch-Lesebuch (2003)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eurobeat <\/strong>\u00b7 Gedichte (2004)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kann denn Rauchen S\u00fcnde sein? <\/strong><em>Ein Gedicht<\/em> (2010)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marock\u2019n\u2019Roll<\/strong>. <em>Beatgedichte<\/em> (2010)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monolith<\/strong>. <em>Pop-Gedichte<\/em> (2010)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lebenszeichen \u00dcber ein Lebenszeichen von Dir w\u00fcrde ich mich freuen, lese ich in Hadayatullahs letztem handgeschriebenen Brief, den ich am 21. 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