{"id":20738,"date":"2014-01-11T00:57:18","date_gmt":"2014-01-10T23:57:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=20738"},"modified":"2019-10-05T18:45:02","modified_gmt":"2019-10-05T16:45:02","slug":"gluck","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/11\/gluck\/","title":{"rendered":"Gl\u00fcck auf, der K\u00fcnstler kommt!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>Menschen, die \u201eim Leben stehen\u201c, bel\u00e4cheln \u201eerfolglose\u201c K\u00fcnstlerInnen oft, weil die nicht von ihrer Arbeit leben k\u00f6nnen und auch noch mieseste Arbeitsbedingungen akzeptieren. Auch die Kassen der Kunst- und F\u00f6rdervereine sind mittlerweile nicht mehr so voll, K\u00fcnstler m\u00fcssen sich oft selbst um Ausstellungen, Einladungen usw. k\u00fcmmern. Aber wenn dann eine Ausstellung zustande kommt, macht das einfach auch gl\u00fccklich.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Martina Biesenbach<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Plakat-212x3001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-20758\" title=\"Plakat-212x300\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Plakat-212x3001.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\"\/><\/a>Gl\u00fcck Gl\u00fcck Gl\u00fcck<\/em> lautete der misslungene Slogan einer niederrheinischen Altbiermarke. Dabei ist das Thema <em>Gl\u00fcck<\/em> beinahe selbstredend. Das Wort <em>Gl\u00fcck<\/em> kommt von mittelniederdeutsch gelucke bzw. mittelhochdeutsch gel\u00fccke. Es bedeutete Art, <em>wie etwas endet \/ gut ausgeht<\/em>. Gl\u00fcck war demnach der g\u00fcnstige Ausgang eines Ereignisses. Voraussetzung f\u00fcr den <em>Begl\u00fcckten<\/em> waren weder ein bestimmtes Talent noch auch nur eigenes Zutun. Dagegen behauptet der Volksmund eine mindestens anteilige Verantwortung des Einzelnen f\u00fcr die Erlangung von Lebensgl\u00fcck in dem Ausspruch: <em>Jeder ist seines Gl\u00fcckes Schmied<\/em>. Die F\u00e4higkeit zum Gl\u00fccklichsein h\u00e4ngt in diesem Sinne au\u00dfer von \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden auch von individuellen Einstellungen und von der Selbstbejahung in einer gegebenen Situation ab. Und neimand bew\u00e4ltigt das bezaubernder als die 30-j\u00e4hrige Grundschullehrerin Pauline, genannt Poppy, in <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Sd4EG6BeDV0\">happy go lucky<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Pursuit of Happiness<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Filmplakat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-20741\" title=\"Filmplakat\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Filmplakat.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"212\"\/><\/a>Das <em>Streben nach Gl\u00fcck<\/em> hat als origin\u00e4res individuelles Freiheitsrecht Eingang gefunden in das Gr\u00fcndungsdokument der ersten neuzeitlichen Demokratie, in die Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung der Vereinigten Staaten. Dort wird es als <em>Pursuit of Happiness<\/em> bezeichnet. Die F\u00f6rderung individuellen menschlichen Gl\u00fccksstrebens ist heute Gegenstand spezifischer Forschung und Beratung unter neurobiologischen, medizinischen, soziologischen, philosophischen und psychotherapeutischen Gesichtspunkten. Insgesamt sind politische Freiheit, soziale Netzwerke und die Abwesenheit von Korruption zentral daf\u00fcr, da\u00df Menschen gl\u00fccklich sind. \u201eGleiches Gl\u00fcck f\u00fcr alle\u201c klingt in dieser Zeit utopisch, doch hat der Ausruf nach Gl\u00fccksgerechtigkeit auch heute noch seine Berechtigung?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, zum Gl\u00fcck!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Das Thema Gl\u00fcck in der Kunst<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im k\u00fcnstlerischen Diskurs zum Thema <em>Gl\u00fcck<\/em> tun sich witzige, spannende, \u00fcberraschende Vorstellungen auf, die zum Nachdenken, zum Verweilen anregen, die neue, oder vergangene <em>Gl\u00fccksperspektiven<\/em> er\u00f6ffnen, die auch traurig machen k\u00f6nnen. Die Auswahl der K\u00fcnstler ist nicht beliebig. Aufgrund unterschiedlichster Biographien, der zum Teil gro\u00dfen Altersunterschiede, Materialvorlieben, Stein, Foto, Film, Malerei, Stahl, Objektkunst, Performance, Musik, werden einmal mehr verschiedene k\u00fcnstlerische Standpunkte und Herangehensweisen zum Thema <em>Gl\u00fcck<\/em> aufgezeigt, die einem breiten Publikum zur Verf\u00fcgung gestellt werden sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #888888;\">Ich begegne immer wieder Arbeiten von gro\u00dfen K\u00fcnstlern, die mich besch\u00e4ftigen und zu neuen Sichtweisen anregen. Aber auch Arbeiten von noch nicht so bekannten K\u00fcnstlerInnen geben mir oft ein Gef\u00fchl von Hoffnung, Verbundenheit und \u201eGl\u00fcck\u201c, ich bin sehr froh \u00fcber diese Geschenke. <\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Martina Biesenbach<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Gl\u00fcck f\u00fcr die Kunst, da\u00df es Artisten wie&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Martina-Biesenbach.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-20742\" title=\"Martina Biesenbach\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Martina-Biesenbach.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"200\"\/><\/a> Martina Biesenbach gibt. In 2004 initiierte die K\u00fcnstlerin ein Projekt, bei dem sich K\u00fcnstler zu Ausstellungen \u00fcber das Thema <em>Gl\u00fcck<\/em> vernetzen. Nach der ersten Werkschau 2004 in der Deutzer Br\u00fccke <em>Inseln des Gl\u00fccks<\/em> wurden weitere Ausstellungen 2006 in Wiesbaden <em>Gl\u00fcck und Konsum<\/em> und im September 2009 in Dortmund <em>Gl\u00fcck und Zeit<\/em> im November 2009 im Statt Museum ausgerichtet. 2011 folgte die Reihe im Kulturbunker Ehrenfeld unter dem Titel <em>gl\u00fcck, eine spur<\/em>. K\u00fcnstlerInnen aus dem In,-und Ausland zeigten vom 25.03. bis zum 22.04.2012 zur 7. Station der Ausstellungsreihe zum Thema &#8222;Gl\u00fcck&#8220; Ihre Positionen mit den Mitteln der Malerei, Video, Installation, Fotografie, Zeichnung und Objektkunst im Museum Z\u00fcndorfer Wehrturm in K\u00f6ln, Porz-Z\u00fcndorf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Projekt wird nun in Buchform dokumentiert, bei der gl\u00fccklicherweise Dr. Thomas M\u00fcnch, Professor f\u00fcr Verwaltung und Organisation im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften an der Fachhochschule D\u00fcsseldorf, mitwirkte. In diesem Sammenbald wartet eine F\u00fclle an&nbsp; Motiven, zahlreiche&nbsp; Entdeckungen sind in diesem Kompendium zu machen. So sind beispielsweise auch explizit gesellschaftskritische Texte darin zu finden. Es ist dieses Paradox, das man die Erfahrung des Gl\u00fccks und der Suche nach Klarheit gegeneinander ausspielt, soda\u00df letztlich nur warten hilft, auf die lichten Momente. Diese geschehen meist in Phasenverschiebungen, w\u00e4hrend eines paradigmatischen Wechsels, eines Umbruchs oder einer Umstellung der Lebensgewohnheiten. Die Mischung in diesem Kompendium kann sich sehen- und lesen lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Cover_Mu\u0308nch_Biesenbach_Glu\u0308ck.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-20744\" title=\"Cover_Mu\u0308nch_Biesenbach_Glu\u0308ck\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Cover_Mu\u0308nch_Biesenbach_Glu\u0308ck-211x300.jpg\" alt=\"\" width=\"211\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Cover_Mu\u0308nch_Biesenbach_Glu\u0308ck-211x300.jpg 211w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Cover_Mu\u0308nch_Biesenbach_Glu\u0308ck.jpg 583w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/a><strong>Vernetzungsprojekt &#8222;Inseln des Gl\u00fccks <\/strong>&#8211; Bd. 14: Thomas M\u00fcnch \/ Martina Biesenbach (Hg.): &#8222;Gl\u00fcck&#8220; Transfer aus den Sozial- und Kulturwissenschaften. Ein wissenschaftliches, literarisches und bildendes \u201eKunstprojekt\u201c. In diesem Band gehen Bildende K\u00fcnstler, Literaten und Wissenschaftler auf die Suche nach verschiedenen Vorstellungen vom pers\u00f6nlichen Gl\u00fcck, vom Gl\u00fcck der Anderen oder eben von der Gerechtigkeit des Gl\u00fccks. Dabei wird deutlich, dass Wissenschaft und Kunst das Thema&nbsp; aus einem je eigenen Blickwinkel betrachten. Doch durch die Zusammenstellung der Beitr\u00e4ge&nbsp; entsteht ein neues Bild, das den Leser inspirieren soll, sich seine eigene Vorstellung vom Gl\u00fcck zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Menschen, die \u201eim Leben stehen\u201c, bel\u00e4cheln \u201eerfolglose\u201c K\u00fcnstlerInnen oft, weil die nicht von ihrer Arbeit leben k\u00f6nnen und auch noch mieseste Arbeitsbedingungen akzeptieren. 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