{"id":19849,"date":"2014-04-15T06:52:14","date_gmt":"2014-04-15T04:52:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=19849"},"modified":"2018-03-25T16:32:51","modified_gmt":"2018-03-25T14:32:51","slug":"weibe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/04\/15\/weibe\/","title":{"rendered":"Weibe"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Gerade als mein Onkel Toby das Wort \u00bbWeibe\u00ab aussprach, kam meine Mutter im Dunkeln durch den Korridor, der nach dem Wohnzimmer f\u00fchrte. \u2013 Das Wort hat an und f\u00fcr sich etwas Durchdringendes, und Obadiah hatte dadurch, da\u00df er die Th\u00fcr nicht fest zugemacht, auch noch etwas nachgeholfen, so da\u00df meine Mutter genug vernahm, um sich einzubilden, sie sei der Gegenstand der Unterhaltung; sie legte also die Spitze ihres Fingers auf beide Lippen \u2013 beugte mit einer kleinen Wendung des Nackens den Kopf etwas nieder (die Wendung nicht etwa zur Th\u00fcr hin, sondern von ihr ab, so da\u00df das Ohr gerade an die Spalte kam) und horchte mit aller Anstrengung; \u2013 der horchende Sklave, mit der G\u00f6ttin der Verschwiegenheit hinter sich, h\u00e4tte keinen trefflicheren Gegenstand f\u00fcr eine Gemme abgeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser Stellung, bin ich entschlossen, sie f\u00fcnf Minuten stehen zu lassen, bis ich die Dinge in der K\u00fcche (wie Rapin die in der Kirche) bis zu demselben Punkt gef\u00fchrt haben werde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"hide-if-no-js\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=19862&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266 size-266x266 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Gema\u0308lde-von-Joshua-Reynolds.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Gema\u0308lde-von-Joshua-Reynolds.jpg 480w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Gema\u0308lde-von-Joshua-Reynolds-240x300.jpg 240w\" alt=\"\" width=\"213\" height=\"266\" \/><\/a>Laut Friedrich Nietzsche war er <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=19824\">Der freieste Schriftsteller<\/a>. KUNO stellt diesen Meister der Abschweifung in die Ahnenreihe der <em>Twitteratur<\/em>. Dank des Kurznachrichtendienstes Twitter ist der Aphorismus in Form des Mikroblogging eine auflebende Form. Bestand die Modernit\u00e4t der lakonischen Notate bisher in ihrer Operativit\u00e4t, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit der Sp\u00e4tmoderne. Es ist <em>Twitteratur<\/em>. Der in der Schwebe gelassene Sinn, die Produktion von Ambiguit\u00e4t \u2013 was f\u00fcr Roland Barthes Brecht im Theater geleistet hat, indem er die Sinnfrage zwischen B\u00fchne und Zuschauerraum neu verteilte \u2013 findet sich in dieser Kunstform wieder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade als mein Onkel Toby das Wort \u00bbWeibe\u00ab aussprach, kam meine Mutter im Dunkeln durch den Korridor, der nach dem Wohnzimmer f\u00fchrte. \u2013 Das Wort hat an und f\u00fcr sich etwas Durchdringendes, und Obadiah hatte dadurch, da\u00df er die Th\u00fcr&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/04\/15\/weibe\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":122,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[531],"class_list":["post-19849","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-literatur","tag-laurence-sterne"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19849","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/122"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19849"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19849\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19849"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19849"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19849"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}