{"id":19675,"date":"2013-11-25T08:07:19","date_gmt":"2013-11-25T07:07:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=19675"},"modified":"2019-10-07T21:09:28","modified_gmt":"2019-10-07T19:09:28","slug":"als-kame-noch-jemand","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/11\/25\/als-kame-noch-jemand\/","title":{"rendered":"Als k\u00e4me noch jemand"},"content":{"rendered":"<p><!-- [if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><!-- [if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<p><!-- [if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<h2 class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\"><span style=\"color: #000080;\">Nur eine Taste und zwei Kn\u00f6pfe<\/span> <\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_19758\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Noch-eine-Stufe-zum-Atemholen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-19758\" class=\" wp-image-19758 \" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Noch-eine-Stufe-zum-Atemholen-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"180\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Noch-eine-Stufe-zum-Atemholen-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Noch-eine-Stufe-zum-Atemholen-1024x767.jpg 1024w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Noch-eine-Stufe-zum-Atemholen.jpg 1772w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-19758\" class=\"wp-caption-text\"><em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wieso\/ Wie\/ so wie\/ Wie \/\/ o?? \u2218\u2219\u223b<\/em><\/p><\/div>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Gleich geh ich die Treppe hinunter. Auf dem R\u00fccken trag ich das Radio, das du vor vielen Jahren gekauft hast. Der Kasten hat nur noch eine Taste und zwei Kn\u00f6pfe, er singt und spricht nicht mehr, aber sein honiggelbes Holz gl\u00e4nzt fast wie fr\u00fcher. Ich will es mit einem St\u00f6ckchen leicht schlagen, vielleicht springen dann ein paar T\u00f6ne heraus. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Mit allen K\u00f6rpern, die alt werden, sei es nicht anders, der Wind w\u00fchlt sie wie Schornsteine durch und klaut ihnen Worte, Laut f\u00fcr Laut, bis sie verstummen. Das hast du oft gesagt, immer \u00f6fter. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Damals war meine Freude so gro\u00df, dass ich noch nicht mal gemerkt hatte, dass Mutter ihre Halskette nicht mehr trug, und dass dort, wo euer lichtsattes Bild von Barbizon hing, nur die Umrisse einer dumpfen Fl\u00e4che zu sehen waren. Wundspuren im Wei\u00dfen. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Die einzigen Wertsachen wurden verkauft, damit dieses Wunderding in unser Haus kommt. Irgendwo im Ger\u00e4t m\u00fcssen ganz viele Zwerge Tag und Nacht sitzen, um uns mit sch\u00f6ner Musik und Geschichten zu versorgen. So versuchte ich mir das Unvorstellbare vorzustellen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Wo ich jetzt hingehe, kann ich das alte Radio nicht mitnehmen. Ich kann es auch nicht zum Sperrm\u00fcll geben oder zwischen den wilden Gew\u00e4chsen im Garten als Denkmal meiner Kindheit zur\u00fccklassen. Noch nicht einmal in einer Anderswelt wie deiner w\u00fcrde man ihm Platz machen. Der Himmel ist \u00fcbers\u00e4t mit Sternschalen und fremden Objekten, die herumirren. Morgen fr\u00fch k\u00f6nnte ich es aber ins Boot tragen, es dem Fluss anvertrauen. Vielleicht schafft es der stumme Kasten bis zu der Insel, wo sich alle versammeln, die nichts mehr k\u00f6nnen. Eine Welle w\u00fcrde ihm beibringen, wie man schwingt.<\/span><span style=\"font-size: 10.0pt;\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<h2 class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt; color: #000080;\">Buchstaben wie Ameisen<\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_19759\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Es-wurde-heller-und-n\u00e4chtlicher1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-19759\" class=\"size-medium wp-image-19759\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Es-wurde-heller-und-n\u00e4chtlicher1-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Es-wurde-heller-und-n\u00e4chtlicher1-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Es-wurde-heller-und-n\u00e4chtlicher1-767x1024.jpg 767w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Es-wurde-heller-und-n\u00e4chtlicher1.jpg 1329w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-19759\" class=\"wp-caption-text\"><em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; und dann verfing sich die Zeit<\/em><\/p><\/div>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Er zieht seine Windjacke an und steigt aus dem Zug. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Kein Koffer in der Hand, noch nicht mal ein Fernrohr. Nur die M\u00fctze mit dem grau schimmernden Schirm. Trotz der K\u00e4lte setzt er sie nicht auf. Am Bahnsteig wartet niemand auf ihn. Vater und Bruder liegen ein paar Stra\u00dfen weiter in einem Grab. Stra\u00dfenlaternen verl\u00f6schen nach und nach. Noch geh\u00fcllt in ged\u00e4mpftes Licht, ger\u00e4uscharm, wie in dem Jahr, in der Stunde, als er diese Gegend verlie\u00df, wacht die Stadt wieder auf.<\/span><span style=\"font-size: 10.0pt;\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Die Druckerschw\u00e4rze f\u00e4rbt ihm die Finger, w\u00e4hrend er im Park gegen\u00fcber dem Bahnhof in der Lokalzeitung bl\u00e4ttert. Die ehemalige <span class=\"notranslate\">Stahlr\u00f6hrenfabrik, die Namen und Besitzer mehrmals wechselte und nun Arcelor Products hei\u00dft, mit Aktien an der B\u00f6rse, <\/span>wird schon wieder vergr\u00f6\u00dfert, liest er auf der Titelseite. Niemand scheint sich noch an die sehr jungen, besessenen Chemieasse zu erinnern oder an ihren naiven Versuch in den 50er Jahren (der nicht ungestraft blieb), einen Sprengstoff gegen diesen Koloss herzustellen \u2026<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Die Seiten mit den Berichten \u00fcber Erfolge des B\u00fcrgermeisters und Parteipolitik zerkn\u00fcllt er sofort. Auch von M\u00f6rdern, Dieben, Betr\u00fcgern und ihren Handlangern vor Ort will er nichts N\u00e4heres wissen, sonst w\u00fcrde er sich von den Menschen noch mehr fernhalten, und sein Bild von der Welt w\u00e4re noch gr\u00e4sslicher. Den Anzeigenteil dagegen beh\u00e4lt er, vielleicht tauchen dort, unter irgendeiner Rubrik, Namen ehemaliger Spielkameraden, Nachbarn oder mancher Geliebten auf. Interessant auch die Reklamespalten von Immobilien und einige Verkaufsangebote. Ihn besch\u00e4ftigt die Bewegung so vieler Dinge, ihr stetiger Wechsel von hier nach da und in alle m\u00f6glichen Richtungen. Letztlich ist das nichts anderes als der Verzicht auf eine zu lange Vertrautheit mit alldem, was einen umgibt, ein gelegentliches Aufb\u00e4umen gegen jenen Teil des Ichs, dem es gef\u00e4llt, so gut wie nichts zu \u00e4ndern (er kennt das von sich), um je nach Bedarf in eine neue Beziehung zur dinglichen Welt einzutreten. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Alle, die inseriert haben, sind ihm fremd. Weniger die Objekte. In der Liste der Toten erkennt er keinen Namen. Er steht auf, will auch diese Seiten wegwerfen, als ihm eine alleinstehende Zeile, mit Buchstaben wie Ameisen, ins Auge f\u00e4llt. In einer Jackentasche findet er die Leselupe und h\u00e4lt sie \u00fcber die unscharfe Schrift. Er meint, die ungew\u00f6hnliche Platzierung eines Zitats aus Joyce\u2019 Ulysses sei ein witziger Zufall und l\u00e4chelt in sich hinein: Wegen der wei\u00dfen Dachziegel seines Wohnhauses nannten ihn die Mitsch\u00fcler \u201eRick von Casa Blanca\u201c. Sp\u00e4ter hie\u00df er nur noch Ulysses, der Klassenheld. Er war der einzige unter ihnen, der sich traute, die Schuljacke ohne die obligatorische Nummer auf dem \u00c4rmel zu tragen. Zwei Mal lief er von Zuhause weg (w\u00e4hrend die Braven seines Jahrgangs Fl\u00fcsse und Berge in Erdkunde paukten), um mit dem Fischerboot des Gro\u00dfvaters ans Meer zu gelangen und weiter, viel weiter zu rudern, begleitet von den fliegenden Fischen und Brummlauten der Wale. Er wollte Seefahrer werden, war zu jung und inbr\u00fcnstig, um sich dar\u00fcber Gedanken zu machen, ob er den Krallen tr\u00fcgerischer Sirenen entk\u00e4me. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Joyce\u2019 Worte lassen ihn den ganzen Tag nicht mehr los. <em>Rein oder Nichtrein. Klopfen oder Nichtklopfen <\/em>\u2026 Hinein, nicht hinein. Nichtklopfen, jedenfalls nicht hier am Schultor. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Kurz nach Mitternacht will er zur\u00fcckfahren, mit dem letzten Fernzug. So lange wollte er in der Stadt bleiben, zu Pl\u00e4tzen gehen, wo er sich damals aufhielt, und dort das Gleiche wieder tun. Oder einfach den F\u00fc\u00dfen gehorchen, ohne einen bindenden Plan.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">\u2013 Rick<\/span><span style=\"font-size: 10.0pt;\">? <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Die Stimme, die ihn ruft, klingt verschleiert, sie l\u00e4sst sich nicht genau orten. Zu sehen ist auch niemand au\u00dfer dem grasgr\u00fcnen Frosch; der quakt nicht, glotzt ihn blo\u00df an. Da Rick aber ahnt, was nach dem kehligen Ruf folgt, antwortet er, noch bevor die Frage auftaucht: Ja, hier war es. Neben dem Weiher. Hier haben sie meinen Vater hingeschleppt und noch mehr verh\u00f6hnt, dann abgeknallt. Die Einweisung in die Irrenanstalt schien ihnen eine zu milde Strafe. Angeblich erf\u00fcllte er zu beherzt seinen Auftrag als Anwalt politisch Verfolgter. Sie gingen danach so, wie sie kamen mit ihren schallged\u00e4mpften Gewehren auf der Schulter, als h\u00e4tten sie eine Wachtel oder Wildente erlegt.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Wieder schaut er zum Weiher und sch\u00fcttelt zweifelnd den Kopf: Wem erz\u00e4hle ich das alles? Doch nicht nur dem Frosch \u2026 <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">\u2013 Rick? <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Wieder die kehlige Stimme, nur lauter. Ach, du bist es, Vater, tot und nicht tot! Kannst du mich h\u00f6ren? Mit den Ohren der Gr\u00e4ser vielleicht? So sangst du jedes Mal, als wir im Garten miteinander spielten. Es steht auch im Tagebuch. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Damals lauerte ich hinter der Weide. Ich sah dich zu Boden fallen und ich schrie und schrie. Und neben mir bl\u00e4hten die Fr\u00f6sche ihre Schallblasen, als wollten sie dich zur\u00fcckrufen. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">\u2013 Rick? <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Wieso h\u00f6re ich ihn und er mich nicht, und warum h\u00e4lt der grasgr\u00fcne Frosch nun still, statt zu quaken? Sp\u00fcrt nicht nur der Mensch, dass man nirgendwo mehr sicher sein kann? <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Er streicht mit der Hand \u00fcbers Wasser und Gras und ringt sich zu einem Entschluss durch. Nicht rein, nicht noch mehr klopfen. Dann l\u00e4uft er weg. Nach hundert Metern bleibt er verdutzt stehen: Egal, wo er hinliefe, die Vergangenheit l\u00e4uft mit. Selbst hinter dem Mond g\u00e4be es keine Verstecke. Seine Augen starren den Himmel an, als erwarte er von dort eine Antwort. Den Zeitlauf scheint er nicht wahrzunehmen. Erst beim L\u00e4uten der alten Turmglocke. Noch zw\u00f6lf Stunden, bis mein Zug kommt, rechnet er und eilt zu einer achtarmigen Krake aus Stahl. Aus der neuen Font\u00e4ne der Stadt springt aber kein Wasserstrahl, der Sommer ist vorbei \u2026 Weil gerade ein Bus h\u00e4lt, steigt er ein, ohne vorher nach dem Fahrtziel zu schauen. Von allen Seiten gequetscht, atmet er den Geruch aller Reisenden ein. Unwillk\u00fcrlich erinnert er sich an den Anh\u00e4nger, wo f\u00fcr den Schlachthof vorgesehene Schweine aus den umliegenden D\u00f6rfern eng zusammengepfercht wurden. Als der Transporter an ihm vorbei raste, sah er auf dem obersten Deck, wie ein kotbeschmutztes Ferkel, das nach Luft rang, auf die siechen Leiber der anderen kletterte. Wenig sp\u00e4ter lagen sie \u00fcberall auf der Landstra\u00dfe. Rote H\u00fcgel von Leichen und ein immer leiseres Quieken. In der Schlucht der Anh\u00e4nger. Bis in den Traum verfolgten ihn diese Szenen, noch lange danach. Klopfen, Nichtklopfen, <em>Nichtrein.<\/em> Dieser Tod war nicht rein. Am Rande eines Maisfeldes betete er f\u00fcr die umgekommenen R\u00fcsseltiere. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Ein Blick nach drau\u00dfen, m\u00fchsam geworfen \u00fcber die Haare, H\u00fcte und M\u00fctzen der Fahrg\u00e4ste. Auf einmal winkt ihm Freude. Er h\u00e4lt sich fest an den Stangen und, fast \u00fcber den Boden schwebend, schleicht er durch die schwitzende Menge zur T\u00fcr. Endlich wei\u00df er wohin. Gleich aussteigen, am Kastanienpark. Denn da, in der N\u00e4he des Flusses, half er seinem ehemaligen Freund eine Kopie des \u201eKusses\u201c von Brancusi und sp\u00e4ter den von zw\u00f6lf Steinhockern umringten Tisch des Schweigens aufzustellen. Der Freund hie\u00df auch Constantin wie Brancusi und kam zur Welt im selben Walddorf wie der vollb\u00e4rtige Bildhauer. Das Geld reichte nicht aus f\u00fcr Gusseisenplatten und Stahl, sonst st\u00fcnde dort auch ein Nachbau der Unendlichen S\u00e4ule \u2026 Rick springt aus dem Bus und forscht mit den Augen nach dem kompakten Steinblock. Da sind sie, die zwei Liebenden, innig umschlungen und durch den Kuss zu einem einzigen Wesen vereinigt. Als g\u00e4be es nur sie auf der Welt. Von Anfang bis Ende. Er wusste nicht, warum der Anblick dieser massigen, wenig anziehenden K\u00f6rper ihn so fesselte.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Es gen\u00fcgte ihm davor zu stehen und sie zu betrachten. Vielleicht lag es an der \u00c4hnlichkeit mit seinen Eltern. F\u00fcnfeinhalb Monate nach Vaters Tod am Weiher fand ein Nachbar die Mutter erh\u00e4ngt an dem hohen Holzger\u00fcst, das f\u00fcr Vogelscheuchen aufgestellt war. Sie hat eine so kurze Zeit ohne ihren Mann ausgehalten.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Rick fasst die zwei K\u00fcssenden am Kopf, streift sie nochmals mit einem Blick, dann schlie\u00dft er die Augen. Sein ganzes Gesicht scheint nun einem Traum nachzuh\u00e4ngen. Selbst der Tod m\u00fcsste seine Ohnmacht gegen\u00fcber einer solchen schicksalhaften Liebesbeziehung eingestehen. Dieser Gedanke schwirrt noch in seinem Kopf herum, als er eine Allee weiter auf einem der zw\u00f6lf Rundhocker sitzt.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Hier hat sich bislang nur ein einziges Mal jemand zu mir gesetzt, erinnert er sich. Die Frau mit schwarzgelben Augenringen. Ein m\u00fcder Zugvogel wie ich. Es gab keinen Fingerzeig darauf, dass diese Schemel und der Tisch ein Ort des Schweigens sein sollen. Sie schwieg einfach, um den Zauber der Stille nicht zu brechen. Nach etwa einer Stunde zog sie aus ihrer bunten Stofftasche Schafk\u00e4se, mehrere Speckscheiben und ein St\u00fcck Maisbrot und legte alles auf den wuchtigen Tisch, dann winkte sie mir zu und forderte mich auf, mitzuessen \u2026 <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Jetzt sehe ich zwei Kastanien auf dem Steinhocker ruhen und einen goldbraunen Star, doch bald k\u00f6nnten sich weitere G\u00e4ste dazu gesellen. Ein Kranich vielleicht. Ganz allein blieb ich noch nie. Im Waisenhaus aber, wo ich einen Teil meiner Jugend verbrachte, sehnte ich mich \u00f6fters danach, nur mit mir zusammen zu sein. In einer winzigen Ecke. Zwischen Schatten und Licht, im Wechsel von Stille und Schall. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Der Pr\u00fcgelknabe in ihm, das Stra\u00dfenkind, wehrt sich. Sein Fu\u00df weigert sich, die Schritte stocken. <em>Rein oder Nichtrein. Klopfen oder Nichtklopfen<\/em>. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Hinein oder nicht. Gibt es denn dieses Heim noch? Es kam das Ger\u00fccht auf, dass jemand in einer Julinacht Feuer gelegt habe. Die Einrichtung sei bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Er will es doch wissen und vielleicht ein Lied auf die R\u00fcckkehr des L\u00e4chelns anstimmen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Geisterw\u00e4lder kannte er nur aus den Geschichten, die Gro\u00dfvater erz\u00e4hlte, meist mit den sch\u00f6nen Nymphen der Eichb\u00e4ume. Aber nun sieht er einen wirklichen, skelettartigen Boden und dunkle Baumst\u00fcmpfe, wie im endlosen Wald der tausend Augen, der (wie Gro\u00dfvater sagte) nur Untote beherbergte. Eher \u201aAuss\u00e4tzige\u2019, denkt Rick im R\u00fcckblick auf sich und seine Leidensgenossen. Als er sich b\u00fcckt, um seine F\u00fc\u00dfe von den verrotteten, stark verfilzten Zaundr\u00e4hten zu befreien, tritt ein Schatten hinter ihn und legt ihm die Hand auf den R\u00fccken. Sperber, die Heimleiterin. Ein Schaudern durchl\u00e4uft ihn wie damals. Wieder fl\u00fcchten? Von dem Ganzen ist nur noch ein Fenster geblieben, schief eingeklemmt, mit der oberen Kante zwischen zwei \u00c4sten. Kreischend und klopfend s\u00e4gt der Wind aus dem \u00fcbrigen Glas unbehagliche T\u00f6ne. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Jetzt braucht Rick nur einen Bruchteil von Joyce\u2019 schwebendem Satz aus der Zeitung. Er w\u00e4hlt: Hinein und Nichtklopfen. Endlich wird er die anderen, die nicht fl\u00fcchten konnten, aus dem Sumpf jener Tage und Jahre befreien. Als ein Pfeifensignal die Nachtstarre bricht, lassen die B\u00e4ume seinen Zug vorbei rauschen. Er steht oben neben der Fensterscheibe und winkt. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">In der Stadt brennen wieder, hier und da, die Stra\u00dfenlaternen.<\/span><span style=\"font-size: 10.0pt;\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<h2 class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt; color: #000080;\">Umz\u00fcge \u2026<\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_19768\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Fl\u00fcchtlinge-wie-wir.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-19768\" class=\"size-medium wp-image-19768\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Fl\u00fcchtlinge-wie-wir-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Fl\u00fcchtlinge-wie-wir-199x300.jpg 199w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Fl\u00fcchtlinge-wie-wir-682x1024.jpg 682w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Fl\u00fcchtlinge-wie-wir.jpg 1181w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-19768\" class=\"wp-caption-text\"><em>Ehe Fl\u00fcchtlinge wie wir Fl\u00fcchtlinge wie<\/em><\/p><\/div>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Von der Sonne bekomme ich zwar umsonst milchwarmes Licht, aber der Sommer ist nur ein Vogel mit kurzen Fl\u00fcgeln. Und wenn ich auf den Kleinen Prinzen h\u00f6re und nur langsam genug gehe, um immer in der Sonne zu bleiben? Dann w\u00e4re ich wenigstens meine Sorge um die hohe Drehzahl des Stromz\u00e4hlers los. Aber die W\u00e4nde, das Dach hier, die B\u00f6den \u2026 Die Schnecke hat\u2019s gut, \u00fcberall wo sie hinkriecht, zieht ihr H\u00e4uschen mit.<\/span><span style=\"font-size: 10.0pt;\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Die umzugsfreien Zeiten. Unbest\u00e4ndig und d\u00fcnn wie das Pfl\u00e4nzchen des Friedens zwischen zwei Kriegen. Klingt fast wie eine algebraische Gleichung. Kaum haben sich meine B\u00fccher und Bilder an die neuen W\u00e4nde gew\u00f6hnt, m\u00fcssen sie wieder auf Wanderschaft gehen und letztlich in eine noch engere, mit Holzfries und schwerem Rollpanzer abgedunkelte Wohnung einziehen. Wenn H\u00e4user in die B\u00e4ume w\u00fcchsen, und die B\u00e4ume in den Himmel! Auch das Bett hat\u2019s nicht leicht. Noch h\u00e4lt es still. Seit dem letzten Umzug durfte es mitten im Zimmer allein thronen. Eines Nachts wurde ich ganz lange geschaukelt, als meinte jemand: Du Eule, jetzt wird endlich geschlafen! <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Die Kartons stehen wehrlos herum und warten. Neben ihnen die gepl\u00fcnderte M\u00fcnzkuh und ich, wir starren einander an. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Am liebsten w\u00fcrde ich nur den halb gepackten Koffer mitnehmen (die andere H\u00e4lfte hat sich mit hastigen Atemz\u00fcgengef\u00fcllt) und so lange gehen, bis ich die spitzen D\u00e4cher nicht mehr sehe, kein Ortsschild. Erst am Fluss w\u00fcrde ich halten, ihm den Koffer geben und schauen, wie er ihn weiter tr\u00e4gt.<\/span><span style=\"font-size: 10.0pt;\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.0pt;\">Wir werden schon an einem heiteren Platz ankommen. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Francisca Ricinski \u00b7 <a href=\"http:\/\/www.pop-verlag.com\/seite36.htm\"><strong>Als k\u00e4me noch jemand<\/strong><\/a> \u00b7 <em>Lyrische Prosa und Erz\u00e4hlcollagen<\/em> \u00b7 168 Seiten \u00b7 Broschur \u00b7 Pop Verlag \u00b7 Ludwigsburg \u00b7 November 2013.<\/p>\n<h3 class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Francisca-Ricinski-Als-k\u00e4me-noch-jemand3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-19755\" style=\"border: 1px solid black;\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Francisca-Ricinski-Als-k\u00e4me-noch-jemand3-241x300.jpg\" alt=\"\" width=\"186\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Francisca-Ricinski-Als-k\u00e4me-noch-jemand3-241x300.jpg 241w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Francisca-Ricinski-Als-k\u00e4me-noch-jemand3-825x1024.jpg 825w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Francisca-Ricinski-Als-k\u00e4me-noch-jemand3.jpg 1870w\" sizes=\"auto, (max-width: 186px) 100vw, 186px\" \/><\/a><\/span><span style=\"color: #666699;\"><span style=\"font-size: 9pt; font-family: 'Arial Unicode MS';\">Da legt der schiffbr\u00fcchige Franzose Mallarm\u00e9 mir den Arm um die Schulter und murmelt in die Ohrmuschel: \u201eNa, hab ich zuviel versprochen? Franciscas Text ist aus W\u00f6rtern ge\u00admacht, n\u2019est-ce pas?\u201c Je tiefer ich in das Wortbad eintauche, um so wohler f\u00fchle ich mich in den schaumigen Wortgebilden. <em>(Theo Breuer)<\/em><\/span> <\/span><\/h3>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\" align=\"right\"><span style=\"color: #666699;\"><!-- [if gte mso 9]&gt;--><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial Unicode MS';\"><span style=\"color: #666699;\">Die Autorin schafft komplexe, bisweilen r\u00e4tselhafte Texte, in denen Erdachtes, Erlebtes und Erlesenes symbiotisch inein\u00adander greifen. Texte, die Geschichte haben und sich entwi\u00adckeln, ohne strengen Handlungsstr\u00f6men zu folgen. Ricinskis Prosa ist hochprozentig. L\u00e4sst man sie in sich aufgehen, kann es geschehen, dass man sich in S\u00e4tzen wie <em>Dieser K\u00f6rper ist mein Land, und die Stirn mein Himmelsgew\u00f6lbe, diese winzige, unausgeschlafene<\/em> <em>Welt bin ich<\/em> oder <em>Warum w\u00e4scht dich der Regen nicht auch von innen, mein Kopf?<\/em> pl\u00f6tzlich wiedererkennt und dabei feststellt, dass Ricinskis Fragen oft auch die eigenen Fragen sind, auf die man Ant\u00adworten oder wenigstens einen Standpunkt sucht, von dem aus man sein Da- und Sosein betrachten und reflektieren kann. <em>(Andreas Noga)<\/em><\/span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><!-- [if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur eine Taste und zwei Kn\u00f6pfe Gleich geh ich die Treppe hinunter. Auf dem R\u00fccken trag ich das Radio, das du vor vielen Jahren gekauft hast. Der Kasten hat nur noch eine Taste und zwei Kn\u00f6pfe, er singt und spricht&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/11\/25\/als-kame-noch-jemand\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":34,"featured_media":19755,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[89,93,84],"class_list":["post-19675","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-andreas-noga","tag-francisca-ricinski","tag-theo-breuer"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19675","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/34"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19675"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19675\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19675"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19675"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19675"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}