{"id":19437,"date":"2005-11-18T00:01:39","date_gmt":"2005-11-17T23:01:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=19437"},"modified":"2021-12-26T17:36:20","modified_gmt":"2021-12-26T16:36:20","slug":"heinz-kupper-nicht-blos-eine-wahrnehmung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/11\/18\/heinz-kupper-nicht-blos-eine-wahrnehmung\/","title":{"rendered":"Gedanken \u00b7 G\u00e4nge \u00b7 Spr\u00fcnge"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Heinz K\u00fcpper. Nicht blo\u00df eine Wahrnehmung<\/strong><\/span><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"border: 1px solid black;\" src=\"http:\/\/www.verlag-ralf-liebe.de\/img\/books\/hBd7f2wS1JYdh5l.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"333\" \/>Das literarische Werk Heinz K\u00fcppers, das seit den 1990er Jahren vom Ver\u00adlag Land\u00adpresse resp. Verlag Ralf Liebe be\u00adtreut wird und zum Teil neu herausgegeben wurde, nachdem einige Ro\u00admane viele Jahre lang vergriffen waren, ver\u00addient unbedingt mehr Aufmerksamkeit, als ihm zuteil wird. Heinz K\u00fcpper war ein Schriftsteller, der Romane mit geschichts- und ge\u00adsellschaftskriti\u00adscher Grundierung schrieb, deren Merkmale feink\u00f6rnige, sensible Beo\u00adbachtung, subtile Ironie und span\u00adnende Handlung sind. Die Geschichten werden bis\u00adweilen durch einen Kriminalfall in Bewegung ge\u00adsetzt und befassen sich in erster Linie mit Einzelschicksalen innerhalb der dunklen und r\u00e4tsel\u00adhaften deutschen Geschichte seit 1933. \u00bbSimplicius 45\u00ab (1963, 1997), \u00bbMilch und Ho\u00adnig\u00ab (1965), \u00bbWohin mit dem Kopf\u00ab (1986, 1998), \u00bbZweikampf mit Rot\u00adwild\u00ab (1996), \u00bbHermann Rohr und andere\u00ab (1998) sowie \u00bbDer Zaungast\u00ab (2002) sind wie \u00bbSeelen\u00e4mter\u00ab (2000) kraft- und tempera\u00adment\u00advoll, wort-, detail- und episo\u00addenreich in klar und komplex strukturierten, ge\u00adschmeidi\u00adgen Satzgef\u00fcgen erz\u00e4hlt \u2013 mit einem Humor, der so trocken sein kann wie Euskirche\u00adner Begr\u00e4bnis\u00adkuchen. Da flie\u00adgen, wenn n\u00f6tig, heftig die Fetzen, da kracht es, wenn n\u00f6\u00adtig, ge\u00adwaltig im Ge\u00adb\u00e4lk.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><span style=\"color: #000080;\"><em>Kiesel &amp; Kastanie \u2219 S. 23<\/em><\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">In Rudeln &#8230;<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00f6glicherweise liege ich mit den sich anschlie\u00dfenden Bemerkungen zur Literatur, zur Sprache, zu Heinz K\u00fcpper sowie einigen anderen Personen und Ph\u00e4nomenen \u203ahaarscharf\u2039, vielleicht so\u00adgar \u203ameilenweit\u2039 daneben. Vielleicht aber auch treffen die Worte, die W\u00f6rter mitunter <em>des Pudels Kern<\/em>. Oder sollte ich besser schreiben: \u203ameine\u2039 Worte, \u203ameine\u2039 W\u00f6rter? K\u00f6nnen Worte, W\u00f6rter \u203amein\u2039 sein? Sodann: \u203aKern\u2039? Im Kern geht es beim Sprechen, Schreiben oder Schweigen, angeblich, um \u203aWahrheit\u2039 oder deren Unter\u00addr\u00fcckung, Verschleierung. Ist das \u203awahrhaftig\u2039 so? Freim\u00fctig gestehe ich: Ich wei\u00df es nicht und wei\u00adche schon wie\u00adder ins Wortspiel aus. <em>Enough. Enough now.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie unscharf ich spreche und schreibe: kein Vergleich mit den bisweilen so eifelbergbachwasserklaren Gedan\u00adken, die das Gehirn durchstr\u00f6men, wenn ich an die Dinge denke, die gerne von mir bedacht sein wollen. Die W\u00f6rter, was sind die \u203aW\u00f6rter\u2039? Wo treffen sie wirklich einmal? Sobald sie in Rudeln auftreten, das kennen wir vom menschlichen Geschlecht, verblassen sie vollends, gehen in der Masse unter. \u00bbDu fl\u00fcchtest in Redensarten und Metaphern: gleich im ersten Satz schon dreimal\u00ab, gibt Kraus zu bedenken, und auch ich lege die Stirn in Falten.<!-- [if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<h3><span style=\"color: #000080;\">K\u00fcpper liest<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\"><a href=\"\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heinz_K%C3%BCpper_%28Schriftsteller%29\"><span style=\"color: #000080;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 1px solid black;\" src=\"http:\/\/www.eurobuch.com\/buch\/cover\/aHR0cDovL2ltZy56dmFiLmNvbS9tZW1iZXIvODg0MjJiL3RodW1iLzQwODQyNzI0LmpwZw%3D%3D.jpg\" alt=\"\" width=\"90\" height=\"120\" \/>Heinz K\u00fcpper (1930\u20132005)<\/span><\/a><\/span>, Autor mit kerniger Sprache, ist immer bei mir. Dem war nicht im\u00admer so. Heinz K\u00fcpper erlebe ich erstmals am 20. Oktober 1994 in dem malerischen Eifeldorf Nideggen, genauer ge\u00adsagt auf der Burg Nideggen, wohin der Rhein-Eifel-Mosel Verlag (mit Sitz in Pulheim bei K\u00f6ln) einge\u00adladen hat, um den von Jochen Arlt herausgegebenen Sammelband <em>Leben \u2013 alle Tage. 2. Eifel-Lesebuch<\/em> vorzustellen. Bis zu jenem Tag habe ich nat\u00fcrlich oft von Heinz K\u00fcpper geh\u00f6rt oder sporadisch etwas \u00fcber ihn gelesen, aber ich kenne keinen Roman, keine Er\u00adz\u00e4hlung, nicht einmal einen der vier im deutschen Fernsehen ausgestrahlten Filme, zu de\u00adnen er die Dreh\u00adb\u00fccher verfa\u00dft hat. Oder doch? Ich erinnere mich nicht. Jedenfalls: K\u00fcpper liest und liest und liest und liest. Neben sieben weiteren Autoren geh\u00f6re auch ich zu denen, die eingeladen sind, Zeilen und\/oder Verse vorzutragen. K\u00fcpper aber hat die Mitstreiter offenbar v\u00f6llig verges\u00adsen, w\u00e4hrend er mit einschl\u00e4fernder Stimme immer noch liest und liest. Ich hingegen werde nie\u00admals den Groll vergessen, den ich an jenem Abend gegen diesen Menschen hege, und als ich k\u00fcrzlich vom ersten Satz weg die von K\u00fcpper in Nideggen gelesene Geschichte <em>Polen<\/em> wiederer\u00adkenne, die den Band <em>Hermann Rohr und andere.<\/em> <em>Erz\u00e4hlungen vom Rand der Biographie<\/em> einlei\u00adtet, l\u00e4chle ich verson\u00adnen vor mich hin und denke: Traurig, da\u00df Heinz K\u00fcpper tot ist. Was f\u00fcr ein gro\u00dfer Schriftsteller. Es ist nicht das erste Mal, da\u00df ich das denke, denn nach jenem Nideggener Abend lese ich nach und nach (bis auf einen) alle Romane dieses knorrigen K\u00fcp\u00adper, der sich als Autor nie beirren und sich also auch in Nideggen nicht aus der Ruhe bringen lie\u00df. Nein, K\u00fcpper zog \u203asein\u2039 Ding durch, und das Publikum sa\u00df und schwieg.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Mut zur L\u00fccke<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/41bTHHKtG%2BL._AA160_.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"160\" \/>Lebensl\u00e4nglich habe ich mich mit Vorliebe in die <em>fact and fiction<\/em> verschmelzenden B\u00fccher der sch\u00f6nen Literatur versenkt, je tiefer, um so besser, je \u00f6fter, um so lieber, habe sie geschl\u00fcrft wie Milch mit Honig. (<em>Reich bin ich durch ich wei\u00df nicht was, \/ man liest ein Buch und liegt im Gras.<\/em> Das erlaube ich mir mit den Worten Robert Wal\u00adsers auszusprechen, denn so war das, und so ist das. Robert Walser? Wer hat ihn zu Lebzeiten zur Kenntnis ge\u00adnommen, gar gelesen? Den Fall H\u00f6lderlin gibt\u2019s nicht nur einmal.) Nach und nach hat das zu einer nicht unbetr\u00e4chtlichen Sammlung gef\u00fchrt, die ich ein paar Zeilen lang aus dem Blickwinkel der L\u00fccke, zu der mir \u203agrunds\u00e4tzlich\u2039 der Mut fehlt, wie Bensch immer mal gern anmerkt, betrachten will. (Vor wenigen Sekunden habe ich noch keine Ahnung, da\u00df ich diesen Gedanken in diesem Satz so und nicht an\u00adders formulieren werde. Es ist wie immer, wenn ich schreibe: Ich bereite das zu behandelnde Thema in der Regel lange vor: tage-, wochen-, monatelang. Im vorliegenden Fall sind es \u2013 minde\u00adstens \u2013 ei\u00adnige Wo\u00adchen. Sobald ich mit dem Schreiben beginne, verfl\u00fcchtigt sich die Mehrzahl der vorausgedachten Formulierungen, verneigt sich (dem\u00fctig, ehr\u00adf\u00fcrchtig, furchtsam?) vor der sich kolossal breitma\u00adchenden Gegenwart, die ich selten st\u00e4rker empfinde als in sol\u00adchen Augenblicken. Alles verbla\u00dft, und vertraute Menschen, die den Raum betreten, werden zu Fremden, zu St\u00f6ren\u00adfrie\u00adden, denen ich kaum einen Blick zuwerfe, wo wir doch einem Hund, der uns jammervoll an\u00adblickt, wenigstens ei\u00adnen Knochen hinwerfen.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/41bOu29GR8L._SL160_PIsitb-sticker-arrow-dp,TopRight,12,-18_SH30_OU03_AA160_.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"160\" \/><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Ja, ja<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis 1994 sind die B\u00fccher Heinz K\u00fcppers f\u00fcr mich gleichsam unbeschriebene Bl\u00e4tter. In diesem Fall ist mir, im Gegensatz zu vielen anderen F\u00e4llen, keineswegs bewu\u00dft, was ich vers\u00e4ume. Ich kenne den Namen nat\u00fcrlich, aber da ich keine Tageszeitung lese, be\u00adkomme ich nur gelegentlich und am Rande etwas mit, was mit Heinz K\u00fcpper in Zusam\u00admenhang steht, wenn etwa der <em>Wochen\u00adspie\u00adgel<\/em> einen Hinweis oder gar einen Bericht bringt. Ja, ja, habe ich wohl immer wie\u00adder gedacht, was dieser schrift\u00adstellernde Deutschlehrer aus Bad M\u00fcnstereifel, der einst in Bonn und Berlin Germanistik und Geschichte studierte, schon schrei\u00adben mag. Wird schon <em>nich so doll<\/em> sein. Und so lese ich weiter unbek\u00fcmmert <em>meine\/n<\/em> Alfred Andersch (den Roman <em>Winterspelt<\/em> z\u00e4hle ich zu den st\u00e4rksten B\u00fcchern, deren Ort der Handlung die Eifel ist), Jurek Be\u00adcker, Elias Canetti, Eva Demski, Gisela Elsner, Hubert Fichte, Harald Gr\u00f6h\u00adler, Ernst Herhaus, Franz Innerhofer, Uwe Johnson, August K\u00fchn, Hans Lebert, Klaus Modick, Hans Erich Nos\u00adsack, Hanns-Josef Ortheil, Heinz Pi\u00adontek, Michael Roes, Jochen Schimmang, Uwe Timm, Bern\u00adward Vesper, Dieter Wel\u00adlershoff und Michael Zeller, nicht ahnend, was ich ver\u00adpasse, indem ich auf die Lekt\u00fcre der B\u00fc\u00adcher von Heinz K\u00fcpper pfeife.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Alles und nichts<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich enge literarische Ph\u00e4nomene nicht gern mit Begriffen wie \u203aexperimentelle Prosa\u2039, \u203aNaturge\u00addicht\u2039, \u203aLiebesroman\u2039 oder \u203aPopliteratur\u2039 ein. (Herrliches Paradoxon: Soeben verwende ich sie.) Viele dieser Begriffe stimmen hin\u00adten und vorne nicht, sagen alles und gar nichts und klammern Entscheidendes aus. Manchem Autor, den man in diese oder jene dieser Schubladen steckte, wurde das regel\u00adrecht zum Verh\u00e4ngnis. Trotzdem \u2013 nun suche ich tapsend, tastend nach ersten Ann\u00e4he\u00adrungen, die Prosa K\u00fcppers zu umschreiben und bediene mich notwendigerweise f\u00fcr ein paar Augenblicke eines solchen Konstrukts: \u203aPro\u00advinzliteratur\u2039.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/41560CC7DPL._AA160_.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"160\" \/>\u00bbSind Heinz K\u00fcppers B\u00fccher \u203aProvinzliteratur\u2039?\u00ab fragt Kraus lauernd, und ich antworte geschwind und nehme ihm (f\u00fcr den Moment jedenfalls &#8230;) den Wind aus den Segeln: \u00bbO ja, sehr gute sogar!\u00ab <em>Dubliners<\/em> von James Joyce, <em>Deutschstunde<\/em> von Siegfried Lenz, <em>Die Blechtrommel<\/em> von G\u00fcnter Grass fallen mir, pars pro toto, als herausragende Beispiele ein, wenn ich den Begriff \u203aProvinzlite\u00adratur\u2039 denke. Viele gro\u00dfe Romane der Weltliteratur sind Pro\u00advinzlite\u00adratur. (\u203aProvinzliteratur\u2039 ist seit etlichen Jahren im Literaturbetrieb \u203ain\u2039. Das hat mit dazu gef\u00fchrt, da\u00df Nor\u00adbert Scheu\u00aders sch\u00f6ne Literatur aus der Eifel im Feuilleton ger\u00fchmt und regel\u00adm\u00e4\u00dfig mit gut dotieren Preisen bedacht wird. Auf diese Weise ist <em>Kall\/Eifel<\/em> zum literarischen Markenbegriff geworden. Jeden Le\u00adser, der diesen Prosaband noch nicht gelesen hat, m\u00f6chte ich ermuntern, das demn\u00e4chst einmal zu tun. Ein gut strukturiertes, schroffes St\u00fcck Lite\u00adratur, dessen literarische Qualit\u00e4t im 2009 erschie\u00adnenen Roman <em>\u00dcberm Rauschen <\/em>noch einmal best\u00e4tigt wird. Den Gedichtband <em>Ein Echo von allem<\/em>, dem ich in <em>Ohne Punkt &amp; Komma. Lyrik in den 90er Jahren<\/em>, viele Seiten gewidmet habe, empfehle ich im selben Atemzug.) Der in Berlin ans\u00e4ssige Autor und \u00dcbersetzer Stefan Monhardt schreibt als Re\u00adaktion auf die Lekt\u00fcre von <em>Aus dem Hinter\u00adland. Lyrik nach 2000<\/em>: \u00bbProvinz und Hinterland sind \u00fcberall. Auch und gerade in Berlin.\u00ab So hat Heinz K\u00fcp\u00adper Provinzlite\u00adratur im mehrfachen Sinn geschrieben: angesiedelt in Provinzst\u00e4dten wie Euskir\u00adchen, angesiedelt in der westdeutschen Pro\u00advinz Eifel, angesiedelt im \u2013 gemessen an Metropo\u00adlen wie London, Paris und New York \u2013 provin\u00adziellen Berlin. Was h\u00e4tte er stattdessen tun sol\u00adlen? Die Geschichten \u2013 \u203aseine\u2039 Geschichten \u2013 liegen doch \u00fcberall in den hinterl\u00e4ndi\u00adschen Gossen herum. K\u00fcpper hat die Sprache daf\u00fcr, also nichts wie ran an den Speck.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Zufall<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heinz K\u00fcpper mu\u00df nicht suchen, die Schreibanl\u00e4sse fallen ihm, zwangsl\u00e4ufig, zu. So k\u00f6nnen die Themen der Romane und Erz\u00e4hlungen nicht gesucht wirken, wie das in den zeitgen\u00f6ssischen li\u00adterarischen Er\u00adzeugnissen seit einiger Zeit vielleicht h\u00e4ufiger denn je der Fall ist. Das klingt im in\u00adneren Monolog der Gr\u00fcnschn\u00e4bel &amp; Co. ungef\u00e4hr so: \u00bbWor\u00fcber schreibe ich denn jetzt mal, ist ja schon alles ab\u00adgegrast, ach ja, aber \u00fcber die alten Griechen k\u00f6nnte ich doch etwas schreiben, was so noch nie\u00admand &#8230;\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heinrich B\u00f6ll, Peter Handke, W. G. Sebald \u2013 ich benenne exemplarisch drei Autoren mit h\u00f6chst unterschiedlichen Schreibans\u00e4tzen der Jahrg\u00e4nge 1917, 1942 und 1944 \u2013 sind Autoren, die <em>per se<\/em> etwas zu sagen haben und das in der ihnen eigenen Art immer wieder meisterhaft vorf\u00fchren. Auf diese Weise haben sie als leidvoll erlebte individuelle, gesell\u00adschaftliche, historische, politische Kri\u00adsen ein Leben lang bearbeitet, um vielleicht am Ende einen Teilfrieden wenigstens zu machen mit sich und der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Hat K\u00fcpper diesen Frieden mit sich und <em>seiner<\/em> Welt machen k\u00f6nnen?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der wie Heinz K\u00fcpper im Jahre 1930 geborene Helmut Kohl sprach fr\u00fcher schon mal gern von der \u00bbGnade der sp\u00e4ten Geburt\u00ab. <em>Wat soll dat denn sein<\/em>? Wir werden geboren, ohne da\u00df uns jemand danach fragt. Dieser Tatbestand allein ist bereits gnadenlos. Egal: F\u00fcr den Schrift\u00adsteller ist es vielleicht, je bri\u00adsanter die Lage, eine Gnade, zum fr\u00fcheren Zeitpunkt gebo\u00adren zu sein \u2013 so hart das f\u00fcr das zer\u00adbrechliche Ego sein und bis zum bitteren Ende wohl bleiben mag. Die au\u00dferordentlichen, b\u00f6sen, harten Erfahrungen fehlen den jungen Schriftstellern, denen der erhitzte Babyspeck immer wie\u00adder zwi\u00adschen die Zeilen tropft, im deutschen Sprachraum nach 2000. Von solchen extremen Er\u00adfahrungen, die man niemandem w\u00fcnscht, f\u00fchren selbst der \u203aerst\u2039 1930 geborene Heinz K\u00fcpper und an\u00addere sensible Zeitgenossen soviel im Sturmgep\u00e4ck mit sich, da\u00df ich als Autor neidisch werden k\u00f6nnte. Der 1936 verstorbene Karl Kraus f\u00e4llt nicht unter die historisch wohl einmalige Kohlsche Katego\u00adrie. W\u00e4hrend ich diese Zeilen schreibe, f\u00e4llt der Blick immer wieder auf die von Shafiq Naz besorgte Sammlung deutscher Dichtkunst <em>Der<\/em> <em>deutsche Lyrikkalender. Jeder Tag ein Ge\u00addicht<\/em>, und ich lese:<\/p>\n<address><span style=\"color: #000080;\">Man frage nicht, was all die Zeit ich machte.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\">Ich bleibe stumm;<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\">und sage nicht, warum.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\">Und Stille gibt es, da die Erde krachte.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\">Kein Wort, das traf;<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\">man spricht nur aus dem Schlaf.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\">Und tr\u00e4umt von einer Sonne, welche lachte.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\">Es geht vorbei;<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\">Nachher war\u2019s einerlei.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\">Das Wort entschlief, als jene Welt erwachte.<\/span><\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<p><!-- [if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber \u2013 was n\u00fctzen alle Erfahrungen, wenn du die Sprache nicht hast? B\u00f6ll hat sie, Sebald hat sie, Handke hat sie, K\u00fcpper hat sie, die unverwechselbare eigene Sprache. Ich lese drei S\u00e4tze und ver\u00adsinke in dieser Sprache. Egal, wie rauh der Ton, wie ernst das Thema, wie bedr\u00fcckend das be\u00adschriebene Schicksal: Wie im Whirlpool komme ich mir vor, wie in eine flauschige Decke geh\u00fcllt, unter der es allerdings eisigfeurig hei\u00dffrostkalt werden kann. Je h\u00f6her der allt\u00e4gliche Druck, je m\u00e4chtiger der Grad an Befremdung, je sch\u00e4rfer der Gegenwind, um so mehr R\u00fcckhalt, Trost, Verst\u00e4ndnis, Zu\u00adflucht finde ich in den B\u00fcchern von Autoren, die mir ihre Sprache gleichsam zur Verf\u00fc\u00adgung stellen, somit fortlaufend auch die <span style=\"color: #000080;\"><a href=\"http:\/\/www.poetenladen.de\/gerhard-falkner-oekologische-erfassbarkeit-von-kultur.htm\"><span style=\"color: #000080;\"><em>r\u00fcck\u00adver\u00adsichernde Alea\u00adtorik des Re\u00adflek\u00adtierens und das Spiel mit dem Eigenen m\u00f6glich macht<\/em><\/span><\/a><\/span>, wie Gerhard Falkner sich im Zusammenhang mit den besonderen Tr\u00fcmpfen des Lesens ausdr\u00fcckt. Beim Lesen von K\u00fcppers Prosa h\u00f6re ich die wie Lava aus dem Innersten flutende Stimme heraus. Er hat es einfach drauf, das epische Spre\u00adchen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>By the way<\/em>:<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">K\u00fcppers Erz\u00e4hler labern und schwafeln immer wieder mal gern. Nichts, was unkom\u00admentiert bliebe. Dazu f\u00e4llt mir diese Stelle aus <em>Kiesel &amp; Kastanie<\/em> ein: <em>Schwafeln beispielsweise ist eine Tods\u00fcnde guten Erz\u00e4hlens \u2013 au\u00dfer, man beherrscht es so, wie Mar\u00adtin Walser es in den besten Romanen zeigt, ganz zu schweigen von Thomas Bernhard, der es von Roman zu Roman in h\u00f6chste H\u00f6hen gef\u00fchrt hat.<\/em> Ohne Heinz K\u00fcpper mit ei\u00adnem dieser beiden Autoren vergleichen zu wollen: Auch Heinz K\u00fcpper ge\u00adh\u00f6rt in die Kaste der Meisterschwafler. Auf den 700 Seiten der <em>Seelen\u00e4mter<\/em> \u00fcbertreibt er es zuwei\u00adlen, nein, immer wieder, wenn er seitenweise die Dinge buchst\u00e4blich bis zum Geht\u00adnichtmehr dreht und wendet, wendet und dreht, um sie abschlie\u00dfende ein weiteres Mal zu drehen und zu wenden. Aber es mu\u00df wohl so sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 1px solid black;\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/11793G988DL._.jpg\" alt=\"\" width=\"98\" height=\"140\" \/>Beispielsweise im Vergleich mit einem Roman des bekannteren Raoul Schrott schneidet <em>Seelen\u00e4m\u00adter<\/em> dennoch deutlich besser ab, wie ich in einem fr\u00fcheren Text \u00fcber K\u00fcpper betone: \u00bbBei Raoul Schrotts Mammutroman <em>Tristan da Cunha oder Die H\u00e4lfte der Erde<\/em> brauchte es 96 Seiten, um zu der Entscheidung zu kommen, auf die folgenden \u00fcber 600 Seiten zu verzichten, was vielleicht ein Fehler war, wer wei\u00df. Es gab zu dem Zeitpunkt zwar keinen eigentlichen Grund, die Lekt\u00fcre abzubrechen, aber es sprach bis dahin auch nichts mehr daf\u00fcr \u2013 diese <em>tour de force<\/em> sprach mich einfach nicht an. Oder lag es am nebligtr\u00fcben Wetter? An \u00fcbers\u00e4uertem Magen? W\u00e4hrend mich Schrotts W\u00e4lzer <em>Die<\/em> <em>Erfindung der Poesie<\/em> regelrecht zu Begeisterungsst\u00fcr\u00admen hingerissen hatte, konnte ich im Falle von <em>Tristan<\/em> nie die Aufregung nachvollziehen, die dieses Buch im Jahre 2003 unter den Kriti\u00adkern hervorrief. Genausowenig verstehe ich, da\u00df ein sich auf so originelle und eindringliche Art mit deut\u00adscher Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts befassender Autor wie Heinz K\u00fcpper nach 2000 fast keine Beachtung mehr findet in den Feuilletons in deutschen Lan\u00adden. Heinz K\u00fcpper (1930\u20132005) hat beispiels\u00adweise mit <em>Seelen\u00e4mter<\/em>, in dem der gewitzte Uraltprie\u00adster Jakob wieder einmal die erste Geige spielt, ebenfalls einen umfangrei\u00adchen \u2013 geistreich, iro\u00adnisch, lakonisch grundierten \u2013 Roman geschrieben, der loh\u00adnende Lekt\u00fcre vom Anfang bis zum Ende garantiert.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Faktor \u00dcbertreibung geh\u00f6rt \u203anat\u00fcrlich\u2039 <em>und<\/em> \u203anaturgem\u00e4\u00df\u2039 (wie es bei Thomas Bernhard, dem Weltmeister der Hyperbel,\u00a0 hei\u00dfen w\u00fcrde) zum Baukasten des Schrift\u00adstellers Heinz K\u00fcpper. Dabei mu\u00df er damit rechnen, da\u00df der ungeduldige Le\u00adser viele Seiten \u00fcber\u00adspringt, wenn Jakob von H\u00f6lzchen auf St\u00f6ckchen, von \u00c4stlein auf Zweiglein kommt, ja, das strengt auch schon einmal an beim Lesen, und man braucht ziemliche Ausdauer und z\u00e4he Be\u00adharrlichkeit, um man\u00adches Riff zu umschiffen, manche Klippe zu erklimmen, aber das kennen wir sp\u00e4testens seit James Joyce, Robert Musil und Hermann Broch, von Hans-Henny Jahnn, Arno Schmidt und Peter Wei\u00df ganz zu schweigen. \u00bbOhne Flei\u00df kein Preis\u00ab, pflegten die Lehrer zu sa\u00adgen, wenn ich die Hausaufgaben einmal wieder nicht vorlegen konnte, was in erster Linie an den dicken B\u00fcchern lag, die ich statt der Erledigung der Hausaufgaben las, aber das konnten die mei\u00adsten Lehrer sich schlecht blo\u00df vorstellen, und so habe ich es ihnen erst gar nicht zu vermitteln versucht.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #000080;\"><em>Sag mir nicht &#8230;<\/em><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- [if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- [if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<p><!-- [if gte mso 10]&gt;--><\/p>\n<p style=\"font-size: 12pt; font-family: Garamond; text-align: justify;\"><!-- [if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbEin Autor, dem es nicht gleichg\u00fcltig ist, ob Leser ihm folgen oder nicht, kann kein guter Schriftsteller sein, ohne Kompromi\u00dflosigkeit geht gar nichts\u00ab, wirft Peer Quer mal wieder ungefragt ein. Diejeni\u00adgen, die beispielsweise versucht ha\u00adben, Heinz K\u00fcpper lektorierend unter die Arme zu greifen, wissen, wovon ich spreche. Ich kenne keine Einzelheiten, kann es mir bei diesem Euskirchener Eifeler jedoch lebhaft vorstellen. In die Augen (die mich aus einer Photographie heraus in einer Mischung von Distanz, G\u00fcte und Skepsis nicht unfreundlich anblicken), die mich in jenem Moment des vorsichtigen Versuchs, einen klei\u00adnen Ver\u00e4nderungsvorschlag zu machen, wohl angeblitzt h\u00e4tten, h\u00e4tte ich nicht schauen m\u00f6gen. Womit ich nicht sa\u00adgen will, da\u00df ein Autor sich nichts sagen lassen soll. Ich bin davon \u00fcberzeugt, auch Heinz K\u00fcpper hat Hinweise beherzigt. Zugegeben hat er es wom\u00f6glich eher selten. Wie\u00adderum im <em>deut\u00adschen Lyrikkalender<\/em> lese ich, wie kategorisch Christian Saalberg mit dieser Frage um\u00adgeht. Die Auftaktzeilen des Gedichts lauten: <em>Sag mir nicht, wie Gedichte zu schreiben sind. \/ Es w\u00e4re ver\u00adgeudete Zeit.<\/em><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"border: 1px solid black;\" src=\"http:\/\/g-ecx.images-amazon.com\/images\/G\/03\/ciu\/dc\/fe\/138d36c622a0820ddd437110.L.jpg\" alt=\"\" width=\"122\" height=\"173\" \/><span style=\"color: #000080;\">In <em>Kiesel &amp; Kastanie<\/em> <\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">hei\u00dft es im Kapitel \u00fcber die Erz\u00e4hlungen von Katja Kutsch: <em>Fl\u00fcssi\u00adges, klares, unpr\u00e4tenti\u00f6ses Erz\u00e4hlen \u2013 und keinesfalls das pure Ausgestalten von Denk- oder Sprechblasen \u2013 steuert, reizvolle Stoffe und originelle Ideen vorausgesetzt, naturge\u00adm\u00e4\u00df auf gute Geschichten zu, von denen lesende Menschen nie ge\u00adnug ergattern k\u00f6nnen.<\/em> Gut erz\u00e4hlen konnte Heinz K\u00fcpper gut. Die Geschichten fesseln. Was er erz\u00e4hlt und wie er es erz\u00e4hlt, das ist interessant, spannend, \u00fcberzeugend. Die Erz\u00e4hlstimmen kommen aus dem innersten Dasein, das verkn\u00fcpft ist mit einer Kindheit und Jugend in einer westlichen Provinz Deutschlands im Dritten Reich und das beseelt ist von <em>seiner<\/em> Lebensge\u00adschichte, die ihn zu <em>seinem<\/em> durch und durch sowie von Beginn an stimmigen Stil gef\u00fchrt hat, den ich lesend erlebe als fabelhaft ineinanderflie\u00dfendes Konglomerat, das Schwingungen erm\u00f6glicht zwischen Geist und Gef\u00fchl, Ehrlichkeit und Schlitzohrig\u00adkeit, Ernst und Humor, G\u00fcte und Strenge, Klarheit und R\u00e4tsel, Intellekt und Gesp\u00fcr, inhaltlich-sprachlicher Authentizit\u00e4t und pro\u00adfessioneller Formbewu\u00dftheit, Lockerheit und Disziplin \u00bbusw.\u00ab, wie es bei Friederike Mayr\u00f6cker immer wieder hei\u00dft.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Feldwege \u00b7 Boulevards<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 1px solid black;\" src=\"http:\/\/www.verlag-ralf-liebe.de\/img\/books\/8avcJ4eKH1UpbnO.jpg\" alt=\"\" width=\"151\" height=\"243\" \/>Wenn K\u00fcpper einmal die F\u00e4hrte der Geschichte gewittert, gar Blut geleckt hat, l\u00e4\u00dft der innere Schriftstellerhund nicht mehr locker. Dann geht es, holterdiepolter, \u00fcber Stock und Stein durch die miefigen Stra\u00dfen von Euskirchen, \u00fcber die holprigen Feld\u00adwege der Eifeler H\u00f6hend\u00f6rfer und in die engen Gassen am K\u00f6lner Eigelstein. Nicht zu vergessen die besch\u00e4digten Berliner Boule\u00advards, auf denen der Student aus dem Rhein\u00adland in die Fu\u00dfstapfen von Bertolt Brecht und Gott\u00adfried Benn zu treten versucht. Da gibt es kein Halten mehr, und ich lese gebannt, den Rest der Umwelt vergessend, bis in die tiefe Nacht und die grauen Morgenstunden hinein, wie Ferver, Ja\u00adkob und Konsorten hartn\u00e4ckig deren Spuren nachgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sagt das alles etwas aus \u00fcber die Qualit\u00e4t der Literatur Heinz K\u00fcppers und das K\u00f6nnen dieses Schriftstellers? Das m\u00fcssen Sie entscheiden. Ich mache mir in diesem Augenblick wieder einmal bewu\u00dft, da\u00df Menschen eine Menge von sich selber ausplaudern, wenn sie vermeinen, \u00fcber an\u00addere zu schreiben. Das macht nicht nur nichts, nein, das erscheint mir gut und richtig so und ist zudem unvermeidlich.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Notabene \u203aQualit\u00e4t\u2039:<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">ein weiterer schwieriger, schwammiger, streitf\u00f6rdernder Begriff, wenn es um Literatur geht. (Immer\u00adhin \u2013 auf englisch oder niederl\u00e4ndisch ein ausgesprochen sch\u00f6nes Wort.) Was ich als M\u00f6glichkeit der \u203aQualit\u00e4tsfin\u00addung\u2039 in der Literatur ausschlie\u00dfe: das Anlegen von Me\u00dfinstrumenten. Von Buch zu Buch glaube ich immer st\u00e4rker \u2013 wie Smilla im Hinblick auf Schnee \u2013 das Gesp\u00fcr f\u00fcr die Qualit\u00e4t von Aufbau, Form, Sprache und Struktur in Ge\u00addichten, Erz\u00e4hlungen und Romanen zu empfinden. Dabei f\u00fcr mich ent\u00adscheidend: Wort und Wortkombi\u00adnation (Kollokation bzw. Kookkurenz) \u2013 auch das Wort, das <em>nicht<\/em> ver\u00adwendet wird. Das Territo\u00adrium der W\u00f6rter: ein Minen\u00adfeld. Nicht nur Gedichte sind aus W\u00f6rtern gemacht. \u2013 \u2013 \u2013 Indem ich, solche Gedanken reflexiv einbeziehend, lese, m\u00f6chte ich ver\u00admeiden, allzuviel Zeit mit Ausschu\u00df und Schund zu vertun \u2013 nichts weiter. Kein \u203aKritiker\u2039 hilft hier weiter: Der Le\u00adser, der naturge\u00adm\u00e4\u00df mit jedem Buch an Erfahrung im Umgang mit Literatur gewinnt, ist sich selbst der N\u00e4chste. Auch Fr\u00e4ulein Smilla blieb mit ihrem Gesp\u00fcr f\u00fcr Schnee \u2013 allein.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">\u203aEigentlich\u2039<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit den 6.613 W\u00f6rtern dieses Essays will ich \u203aeigentlich\u2039 dies blo\u00df zum Ausdruck bringen: Le\u00adsen Sie Heinz K\u00fcppers B\u00fccher, machen Sie sich Ihr eigenes Bild. Das h\u00e4tte aber wahrscheinlich nicht gereicht, um als eigenst\u00e4ndiger Beitrag hier ver\u00f6ffentlicht zu werden: So bin ich, wie die Oberstu\u00adfensch\u00fcler bei der Gedichtanalyse, zur Geschw\u00e4tzigkeit verdammt. Erfolgsgarantien im Hinblick auf Aussagekraft k\u00f6nnen im vorliegenden Fall allerdings grunds\u00e4tzlich nicht gegeben werden. Einsch\u00e4tzungen erfol\u00adgen ohne Gew\u00e4hr der Nachvollziehbarkeit. <em>Ne jute Mann<\/em>, h\u00e4tte Adenauer vielleicht berlinert. Oder kannte er den 1930 geborenen Autor etwa, der 1963 mit <em>Simplicius 45<\/em> deb\u00fctierte?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/31VpteGzXPL._AA160_.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"160\" \/>Lassen wir einmal dahingestellt sein, ob jener nicht immer so gute Mensch von Rh\u00f6n\u00addorf <em>Simpli\u00adcius 45<\/em> las oder nicht (die Zeit h\u00e4tte er gehabt, nachdem er im selben Jahr den Kapellmeisterstab hatte \u00fcbergeben m\u00fcssen) \u2013 das Deb\u00fct Heinz K\u00fcppers war jedenfalls so vielversprechend, da\u00df man eine Karriere \u00e0 la Walter Kempowski erwarten durfte. (In dem 1972 bei Kr\u00f6ner publizierten Band <em>Moderne Weltliteratur. Die Gegenwartsliteratur Europas und Amerikas<\/em> be\u00adtont Manfred Durzak die herausragende Stellung von G\u00fcnter Grass\u2019 Roman <em>Die Blechtrom\u00admel<\/em> innerhalb der deutsch\u00adspra\u00adchigen Literatur nach 1945, in dessen Kontext Romane wie Manfred Bielers <em>Bonifaz oder Der Ma\u00adtrose in der Flasche<\/em>, G\u00fcnter Kunerts <em>Im Namen der H\u00fcte<\/em>, Paul Schall\u00fccks <em>Don Qui\u00adchotte in K\u00f6ln<\/em>, Ger\u00adhard Zwerenz\u2019 <em>Casanova<\/em> und Heinz K\u00fcppers <em>Simplicius 45<\/em> benannt werden.) Hier und dort war gelegentlich zu h\u00f6ren, Heinz K\u00fcpper sei in sp\u00e4teren Jahren nicht immer zufrieden gewesen mit dem Status, den er als Autor eines sehr kleinen Verlags in Deutschland ein\u00adnahm. Walter Kem\u00adpowski war das \u2013 bei wesentlich h\u00f6heren Auflagen und einer zumin\u00addest moderaten feuilletonisti\u00adschen Pr\u00e4senz \u2013 auch nicht. Eine solche Pr\u00e4senz ist ja nun f\u00fcr den <em>eigentlichen<\/em> Erfolg unwesent\u00adlich. Ich gehe dem Feuilleton gern aus dem Weg und nehme wirtschaftliche Verluste dabei, nur selten mit den Z\u00e4hnen knirschend, in Kauf. Denn der Erfolg ist, ganz einfach, das gute Buch, das \u00fcberzeu\u00adgende Werk, das der Schriftsteller hinterl\u00e4\u00dft. \u203aErfolg\u2039 ist aber auch, wenn die literarische Arbeit im Leben des Autors Funktionen \u00fcbernehmen kann, Krisen\u00admo\u00admente zu \u00fcberstehen oder gar zu \u00fcberwinden. Wenn ich K\u00fcppers autobiographische Schriften richtig verstehe, so war das Schreibzimmer f\u00fcr ihn immer wieder Refugium, Schlupfwinkel, Ausweg. Auch wenn Schreiben Knochenar\u00adbeit ist: Schreiben geh\u00f6rt zu den sch\u00f6nsten T\u00e4tigkeiten im Leben des Schriftstellers. Die f\u00f6rderlichen Faktoren f\u00fcr den ins Leben Geworfenen, dessen gro\u00dfes Gl\u00fcck das Schrei\u00adben ist, kann ich nicht hoch genug bewerten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.perlentaucher.de\/grafik\/cover\/3\/4953.jpg\" alt=\"\" width=\"80\" height=\"160\" \/>Das Werk Heinz K\u00fcppers liegt seit etlichen Jahren \u2013 in Einzeltiteln sowie bei den <em>Jakob<\/em>-Romanen als Jubil\u00e4umsausgabe in drei B\u00e4nden \u2013 im Verlag Ralf Liebe (vormals Landpresse) vor. Es stellt in der Gesamtheit eine wesentliche Be\u00adreichung f\u00fcr jede B\u00fcchersammlung dar. <em>K\u00fcp\u00adper<\/em> <em>ist eine markante Stimme der deutschen Nachkriegsli\u00adteratur, die nicht \u00fcberh\u00f6rt werden darf.<\/em> (Karl Otto Conrady) Heinrich Vormweg betont die <em>Spannung, die sich aufl\u00e4dt aus der skrupellosen Sachlichkeit und unerbittlichen Intensit\u00e4t, mit denen dieser Erz\u00e4hler Wahrnehmungen und Erfahrungen in die Sprache holt &#8230; Humor ist dabei nicht ausgeschlossen<\/em>.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/51R2DM0SBFL._AA160_.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"160\" \/><span style=\"color: #000080;\">Apropos \u203aWerk\u2039:<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fulminant ist die <em>Umkreisung<\/em> genannte Gesamtausgabe der Werke in ei\u00adnem \u2013 umfangreichen \u2013 Band von Rainer Maria Ger\u00adhardt (1927\u20131954), den ich vor wenigen Tagen gelesen habe. Gerhardt, im deutschen Sprachraum nahezu, bei Lyrikern und Le\u00adsern in den USA keineswegs vergessen, war der erste deutsche \u00dcbersetzer Ezra Pounds. Mit Hans Arp, Robert Creeley, Max Ernst, Charles Olson und anderen K\u00fcnstlern und Dichtern jener Zeit befreundet, versucht er in den Jahren 1949 bis 1954 vehement, je\u00addoch v\u00f6llig vergeblich, die Moderne in dieses zerschos\u00adsene Niemandsland zu kata\u00adpultie\u00adren. Gerhardts totales Engagement kommt zu fr\u00fch f\u00fcr ein Land, das zuerst einmal ein Wirt\u00adschaftswunder \u2013 mit allen Begleiterscheinungen \u2013 braucht, bevor es sich mit der in vielen L\u00e4ndern seit Jahrzehnten etablierten Dichtung der Moderne auseinander\u00adsetzen kann. Als er den erlittenen Schiffbruch, entsetzt und verzweifelt, erkennt, nimmt Ger\u00adhardt sich das Leben. Das von Uwe P\u00f6rksen vorz\u00fcglich, ja, liebevoll edierte Gesamt\u00adwerk ist 2007 bei Wallstein in G\u00f6ttingen erschienen. Es l\u00e4\u00dft mich die Augen untertassengro\u00df aufrei\u00dfen ange\u00adsichts eines in nur wenigen Jahren entstandenen lyrischen, essayistischen, herausgeberischen, korrespondierenden, \u00fcbersetze\u00adrischen und verlegerischen Gewalt\u00adakts. H\u00e4tte Gottfried Benn sich f\u00fcr diesen Fall <em>einmal<\/em> blo\u00df vom Olymp herabbegeben und Gerhardt und dessen <em>fragmente<\/em>-In\u00aditiativen mit kleinen Hinwei\u00adsen gef\u00f6rdert, statt sich ihrer zu bedienen und fortan gegen den of\u00adfenbar als Bedrohung empfun\u00addenen geni\u00adalischen, unerschrockenen, zornigen jungen Mann zu intrigieren, die Lyrik der 1950er Jahre, zu deren Ver\u00e4chtern ich notabene nicht geh\u00f6re, h\u00e4tte wohl eine andere Entwick\u00adlung ge\u00adnommen. Hans Magnus Enzensberger und Rolf Dieter Brinkmann taten auf ihre Art das, was Gerhardt verwehrt blieb. Das 1960 von Enzensberger eingerichtete <em>Mu\u00adseum der Poesie<\/em> und Brink\u00admanns <em>Acid. Neue amerikanische Szene<\/em> von 1969 sind inter\u00adnationale Ly\u00adrik nach Deutschland bef\u00f6r\u00addernde Anthologie-Klassiker, bei denen Rainer Maria Gerhardt als Lyrikerzengel mit himmli\u00adschem Fingerzeig Pate gestanden hat \u2013 ga\u00adrantiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gemessen also an Rainer Maria Gerhardt steht Heinz K\u00fcpper mit Werk und Wir\u00adkung im deutschen Sprachraum so schlecht nicht da. Ein weiterer Autor, der mir in diesem Zu\u00adsammenhang einf\u00e4llt, ist Christian Saalberg (1926\u20132006), \u00fcber den ich an anderer Stelle schreibe:<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Seit jeher<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">ist es das gleiche Spiel zwischen \u00f6ffentlichem Erfolg und Literaturbetrieb: Die einen, die (nicht im\u00admer gar so) gut sind, werden <em>irgendwie<\/em> nach oben gesp\u00fclt, sind in al\u00adler Munde und behaupten sich oft \u00fcber Jahrzehnte, die anderen, die bisweilen besser sind, bleiben unter Insidern hochgehandelte Geheimtips, von denen die Mehrzahl der Feuilletonisten nicht einmal ahnt, da\u00df es sie gibt. Der begnadete Dichter Christian Saal\u00adberg, der 1963 mit <em>Die sch\u00f6ne G\u00e4rtnerin<\/em> deb\u00fctierte und der an Christi Himmelfahrt 2006 im Alter von acht\u00adzig Jahren verstarb, war Zeit seines Le\u00adbens ein solcher Geheimtip. H\u00e4tte er ein wenig mehr Aufhebens um die eigene Person gemacht, h\u00e4tte er die richtigen Kontakte gehabt, h\u00e4tte er einmal durch einen guten Zufall den richtigen Men\u00adschen bei den entsprechenden Empf\u00e4ngen, zu denen er nicht ging, getroffen, so w\u00e4re ihm weit mehr Beachtung geschenkt worden, als dies der Fall war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Heinz K\u00fcpper ist es \u00e4hnlich. Symptomatisch der freundschaftliche Kontakt zu Heinrich B\u00f6ll, von dem er selber nicht wwei\u00df, warum er diesen nach einigen Jahren einschlafen l\u00e4\u00dft, wie ich in einem Text des Erz\u00e4hlbandes <em>Hermann Rohr und andere<\/em> lese. Nach Jahren trifft man sich noch einmal zuf\u00e4llig bei einer Veranstaltung, und B\u00f6ll fragt, warum K\u00fcpper sich nicht mehr ge\u00admeldet habe. Dabei bleibt es. Mit ziemlicher Si\u00adcherheit h\u00e4tte B\u00f6ll sich von K\u00fcpper nicht zweimal bitten lassen m\u00fcssen, Verbindungen herzustellen. Das aber war nie K\u00fcppers Ding. Er ging kon\u00adsequent und im besten Sinne halsstarrig <em>seinen<\/em> Weg.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/41ZTESeGk2L._AA160_.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"160\" \/><span style=\"color: #000080;\">\u00bbEs ist halt alles relativ\u00ab,<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">hei\u00dft es in \u00d6d\u00f6n von Horv\u00e1ths Theaterst\u00fcck <em>Italienische Nacht<\/em>. Wir wis\u00adsen, da\u00df Horv\u00e1th am 1. Juni 1938 im Pariser Caf\u00e9 Marignan den Regis\u00adseur Robert Siodmak trifft, um mit ihm \u00fcber die Verfilmung des Romans <em>Jugend ohne Gott<\/em> zu sprechen, und da\u00df er am selben Abend w\u00e4hrend eines Gewitters auf den Champs-\u00c9lys\u00e9es durch einen herabst\u00fcrzenden Ast erschla\u00adgen wird. Horv\u00e1th wird 37 Jahre alt. Wer liest noch die Romane \u2013 <em>Der ewige Spie\u00dfer, Jugend ohne Gott, ein Kind unserer Zeit<\/em> \u2013 dieses gro\u00dfartigen Autors? Es ist halt alles relativ.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hat Heinz K\u00fcpper \u00fcber diese banale Erkenntnis im Zusammenhang mit Werk und Rezeption in Deutschland nachgedacht? Beneidete er Heinrich B\u00f6ll um des\u00adsen gro\u00dfen Er\u00adfolg? War er sp\u00e4ter (nachdem er v\u00f6llig in Vergessenheit zu geraten drohte) zufrieden mit der Tat\u00adsache, da\u00df ein ehemaliger Sch\u00fcler ihm die Gelegenheit bot, da\u00df die Romane wiederaufgelegt und die neuen in dessen Verlag erscheinen konnten? Oder hoffte er, da\u00df diese Gelegenheit blo\u00df Sprungbrett sein m\u00f6ge, um in h\u00f6here Ver\u00adlagssph\u00e4ren zu gelangen? Unter den Autoren, die in der Eifel geboren wurden bzw. hier gelebt haben, z\u00e4hle ich K\u00fcpper zu den wenigen, deren literarische Werke Kieselsteine, wenn nicht Felsbrocken sind in der zer\u00adkl\u00fcf\u00adteten LiteratUrlandschaft des deutschen Sprachraums.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Im Wikipedia-Artikel lese ich:<\/span><\/h3>\n<div style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/5\/5d\/Westwall01.jpg\/220px-Westwall01.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"151\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Der Westwall in der Eifel<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Eifel liegt zwischen Aachen im Norden, Trier im S\u00fcden und Koblenz im Osten. Sie f\u00e4llt im Nord-Os\u00adten entlang der Linie Aa\u00adchen \u2013 D\u00fcren \u2013 Bonn zur Niederrheinischen Bucht ab. Im Osten und S\u00fcden wird sie vom Rhein- und Moseltal begrenzt. Westw\u00e4rts geht sie in Belgien und Luxemburg in die geolo\u00adgisch verwandten Ardennen und den Luxemburger \u00d6sling \u00fcber. Sie ber\u00fchrt Rheinland-Pfalz und Nord\u00adrhein-Westfalen sowie den Raum Eupen \u2013 Sankt Vith \u2013 Luxemburg. Die h\u00f6chste Erhebung ist die Hohe Acht (747\u00a0m), ein Vulkankegel. Ihren Namen erhielt die Eifel vom karolingischen Eifelgau, der ann\u00e4hernd dem Ge\u00adbiet um die Quellen der Fl\u00fcsse Ahr, Kyll, Urft und Erft entsprach.<\/em> Auto\u00adren aus an die Eifel angrenzenden St\u00e4dten wie Aachen, Bonn, Koblenz und D\u00fcren sowie den L\u00e4ndern Belgien und Luxemburg ber\u00fccksichtige ich in der Zusam\u00admenstellung vom Sistiger Sehepunkt aus nicht. Grenzf\u00e4lle blei\u00adben \u2013 gerade in diesem Gebiet \u2013 im\u00admer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/419YT59FE4L._SL160_PIsitb-sticker-arrow-dp,TopRight,12,-18_SH30_OU03_AA160_.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"160\" \/>Den exzellenten Roman <em>Eifel<\/em> des in Trier lebenden Schweizers Walter Schenker, dessen Erstaus\u00adgabe 1982 bei Am\u00admann in Z\u00fcrich erschien, m\u00f6chte ich allerdings ebensowenig unerw\u00e4hnt lassen wie die 2008 er\u00adschienene Erz\u00e4h\u00adlung <em>Schullandschaft mit Lehrer<\/em> des Luxemburgers Henri Dor, die wie ein Film vorm geistigen Auge abl\u00e4uft. Endlich eine sich mit dem Spannungsfeld Schule, Lehrer, Sch\u00fcler, Eltern, Ge\u00adsellschaft in dieser Zeit auseinanderset\u00adzende Geschichte mit Bi\u00df und Tiefgang, die mich von der ersten Zeile an in den Bann zieht und bis zur letzten nicht los\u00adl\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese kleine, aber schlagkr\u00e4ftige Litera\u00adturkohorte besteht aus einer guten Handvoll von Einzel\u00adk\u00e4mp\u00adfern, die ich in al\u00adphabetischer Reihenfolge kurz vor\u00adstelle:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/51wIZY1QOWL._AA160_.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"160\" \/>Der 1947 in Dinklage geborene und in Houverath bei Bad M\u00fcnstereifel lebende Jochen Arlt hat sich als Autor mehrerer Gedichtb\u00e4nde, vielleicht mehr noch als Herausgeber zahlreicher wegweisender regiona\u00adler Anthologien ei\u00adnen guten Namen gemacht. Elke Erb, 1938 in Scherbach bei Rheinbach geboren und in Berlin lebend, geh\u00f6rt zu den originellsten Sch\u00f6pferinnen von Literatur in Deutsch\u00adland. Ursula Krechel wurde 1947 in Trier geboren, nach langen Jahren in Frankfurt am Main lebt sie heute in Berlin. Aus ihrem Werk mit zahlreichen originellen Lyrik- und Prosatiteln hebe ich hier den Roman <em>Sizi\u00adlianer des Gef\u00fchls<\/em> hervor, der bedeutsame Be\u00adz\u00fcge zur Eifel aufweist. Rolf Persch, 1949 in Bonn geboren, lebt seit 1999 in \u00dcxheim. Er hat rund zehn Gedichtb\u00e4nde ver\u00f6ffentlicht, von denen ich <em>mein stuhl und ich<\/em> sowie <em>das kleid unseres duft<\/em>, beide in der edition fundamental erschienen, gelesen habe. Norbert Scheuer, 1951 in Pr\u00fcm geboren und in Kall-Keldenich lebend, tut sich als n\u00fcchterner Chronist der Heimat her\u00advor. Er verfa\u00dft Gedichte, kurze Prosa und Romane, in denen mit lakonischer, ungesch\u00f6nter Sprache Eifeler Ein\u00adzelschicksale portr\u00e4tiert werden, die exemplarisch stehen f\u00fcr das nicht immer einfache Leben in einer abseitigen Region. Clara Viebig wurde 1860 in Trier geboren, sie starb 1952 in Berlin. Innerhalb ihres gro\u00dfen Werks spielen die in der Eifel angesiedelten Ro\u00admane, von denen ich <em>Das Weiberdorf<\/em> stellvertretend benenne, eine zentrale Rolle. Zu guter Letzt geh\u00f6rt in diese Runde Theodor Wei\u00dfenborn, 1933 in D\u00fcsseldorf geboren und in Hof Raskop bei Land\u00adscheid lebend, der zwar \u00fcber f\u00fcnfzig B\u00fccher geschrieben hat, von denen ich <em>Die Killer<\/em> sowie <em>Fragmente der Liebe. Prosa aus f\u00fcnf Jahrzehnten<\/em> gelesen habe.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Endorphin<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/31wC2XCqh7L._AA160_.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"160\" \/>Es hat sich herumgesprochen, da\u00df ich zu den Menschen geh\u00f6re, bei denen das Ge\u00adr\u00e4usch eines vor dem Haus haltenden Personenkraftwagens mit gelber Farbe ei\u00adnen unvermittel\u00adten Endor\u00adphinschub ausl\u00f6st. Wie recht hatte Pawlow mit dem h\u00fcndi\u00adschen Versuch. Jeden und jeden Tag versp\u00fcre ich ab zehn Uhr f\u00fcnfzehn dieses pri\u00adckelnde Gef\u00fchl im Bauch, und ab zehn Uhr f\u00fcnf\u00adunddrei\u00dfig stehe ich komplett unter Strom. Die Anspannung wird beinahe unertr\u00e4glich, wenn der Postbote aussteigt und zu\u00adn\u00e4chst die drei H\u00e4user gegen\u00fcber und neben uns bedient. Stets kommt er zu uns zuletzt. Oft mu\u00df er noch einmal zur\u00fcck zum Auto, um kleinere oder gr\u00f6\u00ad\u00dfere Sendun\u00adgen aus dem Kofferraum zu holen. An einem Morgen, im <em>Lyrikkalender<\/em> lese ich in ei\u00adnem Gedicht Erich Frieds <em>An ihren Worten hast du sie erkannt, \/ mit ihren Worten hast du sie erschlagen<\/em>, bringt er ein Paket von Zweitausendeins, das mit zehn zeitgen\u00f6ssischen Ro\u00admanen best\u00fcckt ist: Matthias Al\u00adtenburg \u2219 <em>Landschaft mit W\u00f6lfen<\/em> (1997), Volker Braun \u2219 <em>Das Wirklichgewollte<\/em> (2000), Mi\u00adchael Kr\u00fcger \u2219 <em>Das falsche Haus<\/em> (2002), Michael Lentz \u2219 <em>Muttersterben<\/em> (2002), Friederike Mayr\u00f6cker \u2219 <em>Magische Bl\u00e4tter<\/em> (2001), Armin M\u00fcller-Stahl \u2219 <em>Hannah<\/em> (2004), Adolf Muschg \u2219 <em>Das gefangene L\u00e4cheln<\/em> (2002), Cees Nooteboom \u2219 <em>Die folgende Geschichte<\/em> (1991), Thomas Rosenboom \u2219 <em>Neue Zeiten<\/em> (2004) und Peter Weber \u2219 <em>Bahnhofsprosa<\/em> (2002). Die B\u00fccher lenken zun\u00e4chst von den Gedanken an Heinz K\u00fcp\u00adper ab, um sogleich schnell zu ihm zur\u00fcckzuf\u00fchren. Ich setze doch so gern Autoren und B\u00fccher zueinander in Beziehung: Wen oder was ordne ich nun neben, \u00fcber, unter wem oder was ein, was ist Kiesel, was ist Brocken? Die Lekt\u00fcre wird es zu\u00adtage f\u00f6rdern.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/413noK9FW1L._AA160_.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"160\" \/><span style=\"color: #000080;\">In diesem Augenblick<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">vergleiche ich zum erstenmal Heinz K\u00fcpper mit dem Schweizer Autor Werner Bu\u00adcher (1938), dessen gesamte \u2013 formale, sprachliche und strukturelle \u2013 Art, Literatur zu verfassen, der Heinz K\u00fcppers na\u00adhekommt, ohne da\u00df man einander einen Platz streitig machen k\u00f6nnte: Beide sind daf\u00fcr viel zu starke, knorrige, den eigenen Weg beschreitende Schriftstellerty\u00adpen mit jeweils reichhaltigem Fun\u00addus an Lebensgeschichte. Schriebe ich einen weiteren Absatz \u00fcber K\u00fcpper, gliche dieser in verbl\u00fcffender Weise dem, was ich vor einiger Zeit in <em>Kiesel &amp; Kasta\u00adnie<\/em> \u00fcber Bucher schrieb:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWerner Bucher hat in den letzten Jahrzehnten eine Reihe von gewichtigen Zeit- bzw. Gesell\u00adschaftsroma\u00adnen (unter dem Pseudonym Jon Durschei auch Kriminalromane geschrieben, deren Helden die kleinen Leute, die Au\u00ad\u00dfenseiter oder die Menschen sind, die nicht anders k\u00f6nnen, als Sand ins Getriebe der Welt zu streuen. Ich sch\u00e4tze Werner Bu\u00adcher als beherzten und engagierten Autor von Romanen, die mir unter die Haut gehen. Unter den f\u00fcnf Romanen \u2013 <em>Tour de Suisse<\/em> (1977), <em>Ein anderes Leben<\/em> (1981), <em>Lazarus <\/em>(1989),<em> Unruhen<\/em> (1998) und <em>Im Schatten des Campanile<\/em> (2000) ha\u00adben mich <em>Ein anderes Leben<\/em> (die Aufarbeitung der traurigen Lebensgeschichte des Va\u00adters) und <em>Unruhen<\/em> (die Ausei\u00adn\u00adandersetzung mit den Studenten\u00adunruhen in Z\u00fcrich) ganz besonders in den Bann gezogen. Die Helden Buchers spre\u00adchen eine eigene klare Sprache. Sie werden als eigensinnige, kritische K\u00f6pfe in <em>Unruhen<\/em> oder <em>Im Schatten des Cam\u00adpanile<\/em> be\u00adk\u00e4mpft bzw. argw\u00f6h\u00adnisch be\u00e4ugt, und ihnen liegt eins sehr am Herzen: die Welt ein bi\u00dfchen wenigs\u00adtens bes\u00adser zu machen. Dieses Sendungsbewu\u00dftsein h\u00e4lt der Schriftsteller Bucher formal in Schach, indem er die Gedanken, Ge\u00adf\u00fchle, Beschreibungen und Erz\u00e4hlungen wachsam und vorsichtig, klar und zupackend verfertigt; dar\u00ad\u00fcber hinaus fin\u00adden die stets z\u00fcndstoffgeladenen Geschichten <em>Individuum kontra Gesell\u00adschaft<\/em> gern auf verschiedenen geistigen und zeit\u00adlichen Ebenen statt. So wird ihnen eine komplexe Struktur zuteil, die entscheidend zur Zeitlosigkeit der enga\u00adgierten Prosa Werner Bu\u00adchers beitr\u00e4gt.\u00ab<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Westdeutsche Familiengeschichte<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend ich das vorletzte der zehn B\u00fccher Heinz K\u00fcppers lese \u2013 den schmalen Erz\u00e4hlband <em>Westdeutsche Familiengeschichte<\/em> von 2004 \u2013 \u00fcberpr\u00fcfe ich <em>nolens volens<\/em> das, was ich in den letzen Wo\u00adchen zu Heinz K\u00fcpper und dessen Prosa gedacht und in den vergangenen Tagen formuliert habe. Mit Bedacht l\u00e4\u00dft K\u00fcpper die hochgebildeten Erz\u00e4hler die Worte w\u00e4hlen, ohne Eile, ausf\u00fchrlich erz\u00e4hlen sie die Geschichten (gern auch Geschichten in der Geschichte). Immer vermeine ich den rheinischen Tonfall bei den stets redegewand\u00adten, vordergr\u00fcndig eher bescheiden als gro\u00dfspu\u00adrig auftretenden Erz\u00e4hlern herauszuh\u00f6\u00adren, die nach und nach all das zum besten geben, was ihr unersch\u00fctterliches Anliegen ist. Eindringliches <em>und<\/em> lakonisches Erz\u00e4hlen, ironisches <em>und<\/em> selbstiro\u00adnisches Reflektieren, detailgenaue <em>und<\/em> sinnliche Darstellung, schlitzohrige <em>und<\/em> ernsthafte Vertie\u00adfung des In\u00adhalts, Motivs, Themas oder Sachverhalts sind den K\u00fcpperschen Erz\u00e4hlern stets zu ei\u00adgen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Metaprachlich<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<div style=\"width: 238px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" \" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/3\/35\/CP_Urfttalsperre.jpg\/326px-CP_Urfttalsperre.jpg\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"172\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Die Urft (mit Stausee) \u00b7 Quelle: Wikipedia<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- [if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbKeine Bange\u00ab, ermutige ich Mrs Columbo, die noch nicht restlos \u00fcberzeugt zu sein scheint, \u00bbselbst die metasprachlichen Auslassungen sind am\u00fcsant.\u00ab Denn vom spezifischen Auto\u00adrentemperament her kann K\u00fcpper gar nicht anders, als die von ihm erfundenen Er\u00adz\u00e4hler zwar genau, sogar penibel, aber gleichzeitig humorvoll mit den K\u00fcmmernissen und bisweilen ange\u00addeuteten theoretischen Grundvoraussetzungen des Daseins umgehen zu lassen. Sie behaupten in luftigen Erz\u00e4hlh\u00f6hen gern, nicht Herr der Erz\u00e4hlung zu sein, behalten gleichzeitig unterm Tisch die F\u00e4den fest in der Hand, lassen nicht locker, bis sie die Geschichte (die nicht gut ausge\u00adhen mu\u00df) erz\u00e4hlt haben. Sie bedienen sich in\u00adnerhalb der weitschweifenden Satzgef\u00fcge der kom\u00adpletten Registratur der Sprachorgel: In den wie Ahr, Rur, Erft, Kyll und Urft dahinflie\u00dfenden Grundton tr\u00f6pfeln \u2013 naturgem\u00e4\u00df \u2013 die verschiedensten Wortkl\u00e4nge, die mal \u203aaltv\u00e4terlich\u2039, mal jung\u00adspundforsch (\u203agaga\u2039), mal salopp, zumeist jedoch von lakonischer Art sind, und sie greifen, grobschl\u00e4chtig, wie sie zwi\u00adschendurch gern einmal sind, ohne mit der Wimper zu zucken, so es denn \u203azum Verrecken\u2039 not\u00adwendig ist, in eine der unteren Schubladen. Gern stellen sie \u2013 den Verlauf typischer deutscher Syntax unter\u00adwandernd \u2013 Adverbien, um der Betonung willen, ans Ende der Haupts\u00e4tze, damit diesen selbst\u00adredend weitere veranschaulichende, be- und umschreibende Neben\u00ads\u00e4tze bzw. er\u00adweiterte Infini\u00adtive einschlie\u00dflich aller erforderlichen Aufz\u00e4hlungen und Einsch\u00fcbe folgen k\u00f6n\u00adnen. Es ist nicht mehr und nicht weniger als das Unerl\u00e4\u00dfliche und selten ein Wort zuviel. Im zweiten Roman, dem spr\u00f6den <em>Milch und Honig<\/em>, dem einzigen Buch K\u00fcppers, bei dem ich als Leser nicht so recht auf Betriebstemperatur komme, schon gar nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die klugen (auch bauernschlauen) Erz\u00e4hler wissen sehr genau, wovon sie sprechen: Der Back\u00adground der jewei\u00adligen Sachthemen ist l\u00fcckenlos recherchiert und wird zwar <em>en passant<\/em>, aber uner\u00adbittlich eingeflochten in den Gang der Geschehnisse. Da kennt K\u00fcpper kein Pardon: Er gew\u00e4hrt den Erz\u00e4hlern betont lange Leine, r\u00e4umt ihnen alle Zeit der Welt ein, sich zu erkl\u00e4ren, Fachlexika zu zitieren, Sprachunterschiede zu erl\u00e4utern, aber niemals denke ich, der Schwimmer in diesem Delta, ich sei in einer langweiligen Seminarveranstaltung, nein, stets bin ich auf der Hut, ver\u00adnehme jedes einzelne Wort und bin gespannt, wohin die Geschichte denn jetzt schon wieder mit mir will. \u00bbHerrlich\u00ab, w\u00fcrde der K\u00f6lner Dachde\u00adckermeister Benether dazu sagen, l\u00e4se er K\u00fcppers Erz\u00e4hlungen, wozu er sich die Zeit aber wahrscheinlich nicht nehmen kann, zu sehr ist er damit befa\u00dft, telefonisch die ver\u00adr\u00fccktesten Auftr\u00e4ge loszuwerden. (Apropos K\u00f6ln: K\u00fcpper setzt dem Gesamtkunstwerk der Trude Herr in <em>Westdeutsche Familiengeschichte<\/em> ein sch\u00f6\u00adnes Denkmal. Angeregt durch die Lekt\u00fcre dieser einf\u00fchlsam verfa\u00dften Zeilen, habe ich mir umge\u00adhend G\u00e9rard Schmidts 1991 erschienene 320seitige biographische Aufzeichnungen <em>Trude Herr. Niemals geht man so ganz<\/em> besorgt. Auch ich bin ein Verehrer dieser wunderbaren Frau. Ihr Song <em><a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_tYbyAcoonI\"><span style=\"color: #000080;\">Die Unschuld<\/span><\/a><\/em> ist gro\u00dfe Kunst.)<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Immer wieder<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">elektrisieren mich Passagen und Sequenzen, von denen ich die von den Steinen <em>auf des Thomas Grab<\/em> aus <em>Westdeutsche Familiengeschichte<\/em> hier festhalte; sie erscheinen mir im Kern wie Kennzeichnungen dessen, was Literatur, wie Heinz K\u00fcpper sie schreibt, kann:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Ich habe sie im Auge. Ich glaube nicht mehr, da\u00df es sich um Kieselsteine handelt, die auf das Grab gesch\u00fcttet worden sind. Kieselsteine, auch die wei\u00dfesten, die reinrassig wei\u00dfen, strahlen nicht eine solche Leichenfarbe aus, f\u00fchlen sich nicht k\u00f6rnig an, lassen sich nicht ankratzen mit einem scharfen Strahl, bis sie br\u00f6ckeln und Kr\u00fcmel absondern. Kiesel\u00adsteine sind fest und zeigen doch Strukturen, Linien, die Segmente abgrenzen, zeigen Farbnuancen, Farbspiele. Auch in den wei\u00dfen schimmert ein Hauch von Farbe auf, und wie sie sich anf\u00fchlen! Unnachgiebig und doch freundlich f\u00fcr den Tastsinn in unserer Epidermis! Jeder Kieselstein ist ein Kerl wie Samt und Seide, wie es in dem Liedchen ein Mann von sich selber besingt:<\/span><\/p>\n<address><span style=\"color: #000080;\">War das ne gro\u00dfe Freud,<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\">als mich der Herrgott schuf.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\">Ein Kerl wie Samt und Seide,<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\">nur schade, da\u00df er suff.<\/span><\/address>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/41ipF627KTL._AA160_.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"160\" \/><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Die Versiegelung<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Literarische Pr\u00e4senz und Wirkung Heinz K\u00fcppers, dieses authentischen, engagierten, leiden\u00adschaftlichen, streitbaren, treuen, zuverl\u00e4ssigen Menschen mit kerniger und einer dem unaufh\u00f6r\u00adlich m\u00e4andernden Denken angepa\u00dften Sprache, sind noch l\u00e4ngst nicht ausgereizt in diesen un\u00adwegsamen, nicht zu \u00fcberschauenden deutschen Literaturlanden, nicht einmal f\u00fcr Leser, die das Werk bereits vollst\u00e4ndig zu kennen glauben. (In \u203ameinem\u2039 Fall harrt der Roman<em> Linker Ne\u00adbenflu\u00df der Donat<\/em> der Lekt\u00fcre<!-- [if gte mso 9]&gt;--><span style=\"font-size: 12.0pt; font-family: Garamond; color: black;\">: <\/span><em><span style=\"font-size: 12.0pt; font-family: Garamond;\">Wahrscheinlich w\u00fcrde ich ihn gar nicht wiedererkennen. Andererseits macht er mich bestimmt nicht auf seine Person aufmerksam, wenn er mich einmal sieht in der Stadt. Ich habe ihn h\u00f6chstens sechs-, siebenmal in meinem Wagen mitgenommen. Meistens sa\u00df er hinten, eingequetscht zwischen die anderen, auf einem Platz, den es amtlich \u00fcberhaupt nicht gab. Einmal, als wir zwei alleine fuhren, hat er vorn neben mir gesessen, einmal bei \u00dcberf\u00fcllung lag er im Kofferraum, den ich etwas offenlie\u00df.<\/span><\/em>) Sollte dies also noch eines Beweises bed\u00fcrfen, hier die letzten, selbstre\u00addend dem Schriftsteller Heinz K\u00fcpper einger\u00e4umten Worte dieses Essays, ge\u00adlesen in der Er\u00adz\u00e4hlung <em>Die Versiegelung<\/em>, die auf ihren gut f\u00fcnfzig Seiten all das aufblitzen l\u00e4\u00dft, was Heinz K\u00fcp\u00adpers Prosa auszeichnet und wesentlich macht:<\/p>\n<p><!-- [if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<p><!-- [if gte mso 10]&gt;--><\/p>\n<p class=\"Formatvorlage1\" style=\"margin-left: 27pt; text-align: justify;\" align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">Als nun der L\u00fcgenbold Hitler, der ihm eine Zeitlang \u00fcber zu sein schien, in mir langsam, aber sicher abstarb wie ein Absze\u00df in der Lunge und ich wieder atmen konnte, zum ersten Mal frei atmen konnte, tat ich das gleich exzessiv und wurde f\u00fcr ein Jahr Atheist und pfiff auf alles. Ich hatte noch keinen Bart, und eine Son\u00adderkarte f\u00fcr Rasierseife stand mir mit meinen 15 Jahren auch noch nicht zu. Mein Freund Matthias, der nicht \u00e4lter war als ich, hatte einen und lie\u00df ihn stehen und ging so aufs Kartenamt und bekam eine. Zum Appell brauchte niemand mehr (was f\u00fcr eine absurde Vor\u00adstellung: ich mu\u00df zum HJ-Dienst). Aber in die Kirche gin\u00adgen wir wieder alle, ob Stoppeltr\u00e4ger oder Milchgesicht, wir, die man ein Jahrzehnt sp\u00e4ter die wei\u00dfen Jahr\u00adg\u00e4nge nennen w\u00fcrde, weil wir zwar im Krieg, aber so gerade nicht mehr Soldat gewesen waren. Zur Bundes\u00adwehr ging dann nur einer von uns, in die Kirche alle au\u00dfer den evangelischen und dem einen katholischen Jungen, den die Amerikaner als Werwolf mit Schu\u00dfwaffe erwischt, vor ein Gericht gestellt und im Sommer 45 in ei\u00adner Sandkuhle erschossen hatten.<\/span><\/p>\n<p class=\"Formatvorlage1\" style=\"margin-left: 27.0pt; text-align: center;\" align=\"center\"><span style=\"font-family: Garamond;\">* * *<\/span><span style=\"font-size: 12.0pt; font-family: Garamond;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<address><span style=\"color: #000080;\"><strong><span style=\"font-family: Garamond;\">Der Zaungast<\/span><\/strong><\/span><span style=\"font-family: Garamond;\"> \u2219 Roman \u2219 416 Seiten \u2219 <span style=\"color: #000080;\"><a href=\"http:\/\/www.verlag-ralf-liebe.de\/autoren\/14\/heinz-kuepper\/\"><span style=\"color: #000080;\">Landpresse<\/span><\/a><\/span> \u2219 Weilerswist 2002.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\"><strong><span style=\"font-family: Garamond;\">Die Versiegelung <\/span><\/strong><\/span><span style=\"font-family: Garamond;\">\u2219 Erz\u00e4hlung \u2219 52 Seiten \u2219 In: <em>Simplicius und die Seinen<\/em> \u2219 Geschichtsverein \u2219 Euskirchen 2009.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\"><strong><span style=\"font-family: Garamond;\">Hermann Rohr und andere<\/span><\/strong><\/span><em><span style=\"font-family: Garamond;\">. Erz\u00e4hlungen vom Rand der Biographie<\/span><\/em><span style=\"font-family: Garamond;\">\u2219 199 Seiten \u2219 Landpresse \u2219 Weilerswist 1998.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\"><strong><span style=\"font-family: Garamond;\">Linker Nebenflu\u00df der Nogat <\/span><\/strong><\/span><span style=\"font-family: Garamond;\">\u2219 Roman \u2219 336 Seiten \u2219 Verlag Ralf Liebe \u2219 Weilerswist 2009.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\"><strong><span style=\"font-family: Garamond;\">Milch und Honig <\/span><\/strong><\/span><span style=\"font-family: Garamond;\">\u2219 Roman \u2219 143 Seiten \u2219 Middelhauve \u2219 K\u00f6ln 1965.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\"><strong><span style=\"font-family: Garamond;\">Seelen\u00e4mter <\/span><\/strong><\/span><span style=\"font-family: Garamond;\">\u2219 Roman \u2219 567 Seiten \u2219 Landpresse \u2219 Weilerswist 2000.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\"><strong><span style=\"font-family: Garamond;\">Simplicius 45 <\/span><\/strong><\/span><span style=\"font-family: Garamond;\">\u2219 Roman \u2219 188 Seiten \u2219 Landpresse \u2219 Weilerswist 1997.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\"><strong><span style=\"font-family: Garamond;\">Westdeutsche Familiengeschichte<\/span><\/strong><\/span><em><span style=\"font-family: Garamond;\">. Drei Erz\u00e4hlungen<\/span><\/em><span style=\"font-family: Garamond;\">\u2219 62 Seiten \u2219 Landpresse \u2219 Weilerswist 2004.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\"><strong><span style=\"font-family: Garamond;\">Wohin mit dem Kopf <\/span><\/strong><\/span><span style=\"font-family: Garamond;\">\u2219 <em>Kriminalerz\u00e4hlung<\/em> \u2219 135 Seiten \u2219 Landpresse \u2219 Weilerswist 1998.<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #000080;\"><strong><span style=\"font-family: Garamond;\">Zweikampf mit Rotwild <\/span><\/strong><\/span><span style=\"font-family: Garamond;\">\u2219 Roman \u2219 334 Seiten \u2219 Landpresse \u2219 Weilerswist 1996.<\/span><\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<address><strong>Weiterf\u00fchend\u00a0\u2192<\/strong><\/address>\n<address><em>Ulrich Bergmann mit einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/11\/18\/meine-seele-eine-blaue-schrift\/\">Kommentar<\/a> zu fr\u00fchen Gedichten Heinz K\u00fcpper.<\/em><\/address>\n<div class=\"entry-content\"><\/div>\n<address>\u00a0<\/address>\n<address><span style=\"color: #333333;\">In memoriam Heinz K\u00fcpper<\/span><\/address>\n<address><span style=\"color: #333333;\">(* 10. November 1930 in Euskirchen; \u2020 18. November 2005 in Mechernich)<\/span><\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<address>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong><strong>\u2192<\/strong><\/em> Ein Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer.<\/p>\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte Wolfgang Schlott dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\">Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/a>. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der Fragmenttexterin. Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt &#8222;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>&#8220; zusammen. Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Social-Beat<\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\n<\/address>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heinz K\u00fcpper. Nicht blo\u00df eine Wahrnehmung Das literarische Werk Heinz K\u00fcppers, das seit den 1990er Jahren vom Ver\u00adlag Land\u00adpresse resp. 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