{"id":1930,"date":"2012-03-02T02:10:30","date_gmt":"2012-03-02T02:10:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=1930"},"modified":"2019-09-29T19:14:23","modified_gmt":"2019-09-29T17:14:23","slug":"eva-kurowski-last-den-ruhr-ge-beat-swingen-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/02\/eva-kurowski-last-den-ruhr-ge-beat-swingen-2\/","title":{"rendered":"Eva Kurowski l\u00e4\u00dft den Ruhr-ge-Beat swingen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Cover6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1931\" title=\"Cover\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Cover6-183x300.jpg\" width=\"183\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Cover6-183x300.jpg 183w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Cover6.jpg 306w\" sizes=\"auto, (max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/><\/a>\u00c4hnlich wie bei \u00bbThe Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman\u00ab von Laurence Sterne, beginnt die Geschichte von Eva Kurowski vor der Geburt: \u201eEs begann damit, da\u00df mein Vater, der ein begeisterter Trompeter, Marxist und Grafiker war, einen Samenergu\u00df hatte, und zwar in meiner Mutter.\u201c Frei von der Leber weg berichtet die \u201aDis\u00f6se\u2019 Eva Kurowski in&nbsp;<em>Gott schmiert keine Stullen<\/em> \u00fcber eine \u201asozialistische Kindheit im Ruhrgebiet\u2019. Die Autorin ist eine ironische Realistin, sie schreibt einen biographischen Text, der alle Nuancen der Welt- und Ich-Erfahrung aufnimmt und in Sprachklang umsetzt. Ihr Buch liest sich wie ein \u00fcber Jahre gereiftes Initiationsbuch einer Autorin, die darin ihre Berufung zur Schrift schildert. Indem sie ihre Leser auf falsche F\u00e4hrten lockt, f\u00fchrt sie sie auf die richtige Spur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eva Kurowski ist eine Kartographin des Ruhrgebiets, das sie so detailgetreu nachzeichnet, da\u00df das Abbild mit der Wirklichkeit deckungsgleich wird, um alsbald in dieser zu zerfallen.&nbsp;<em>Gott schmiert keine Stullen<\/em> besteht aus Simulakren, aus quasi parodistischen Nachahmungen des wirklichen Lebens, wir treffen Edelkurt, Jerko, Fasia und Helge Schneider, also lebensechte Menschen aus der Region. Bei dieser sozialistischen Kindheit im Ruhrgebiet ist niemand gleichgeschaltet. Jeder lebt sein Drama, jeder ein anderes. Eva Kurowski wei\u00df es, und sie gestaltet diese Dramen ebenso gewaltig wie zart. Ihre halluzinativ genaue Wiedergabe von Geringf\u00fcgigkeiten, in deren Verkettung ein Ort und eine Zeit decodierbar werden, macht sie zur Post-Pop-Autorin, einer Heimatdichterin fern aller Folklore und eine Reiseschriftstellerin im eigenen Hinterhof. \u201eIm Hinterhalt des Alltags sind wir verlorene Kinder\u201c, scheint es immer wieder aus dem Subtext von \u00bbGott schmiert keine Stullen\u00ab zu raunen. Doch haben einige die Chance, das Ganze selbstbestimmter zu bestehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Proletendiva aus Oberhausen ist eine Art Astrud Gilberto des Indiepops, stets etwas feinsinnig und mit einem feinen Hang zur Melancholie. Und auch immer etwas spr\u00f6de. Was bei ihrer CD <em>Reich ohne Geld<\/em> an l\u00e4chelnder Schwermut ant\u00f6nt, findet sich auf knapp 200 Seiten in <em>Gott schmiert keine Stullen<\/em>, ihre eigentliche Kunst bleibt ganz an der Oberfl\u00e4che, fast h\u00e4lt sie die Firnis, die unmittelbarste, epidermische Wirklichkeit fest. Eva Kurowskis Menschenportr\u00e4ts, von Er\u00f6rterungen der eigenen Zerrissenheit durchwirkt, verdichten sich zum Sittengem\u00e4lde des Ruhr-ge-Beats. Ihre kompositorische Wurstigkeit macht sie mit Ans\u00e4tzen zur Konzeptk\u00fcnstlerin avant la lettre wett. Das entfesselte Wort wird in \u00bbGott schmiert keine Stullen\u00ab&nbsp; zu einem erstaunlichem Buch: Es kommt unangestrengt daher, entfaltet seine Lebensklugheit ohne Belehrsamkeit und erweist sich \u00fcberdies als gro\u00dfes Lesevergn\u00fcgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ruhrgebeat im LCD<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6. M\u00e4rz 2012, Einlass: 20.00 Uhr, Beginn. 20.30 Uhr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">mit Ludmillus, Haimo Hieronymus und Eva Kurowski (begleitet durch Hartmut Kracht).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">im (LCD) im Salon des Amateurs, Grabbeplatz 4, D\u00fcsseldorf<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gef\u00f6rdert von der Kunststiftung NRW e.V.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Moderation: A.J. Weigoni<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00c4hnlich wie bei \u00bbThe Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman\u00ab von Laurence Sterne, beginnt die Geschichte von Eva Kurowski vor der Geburt: \u201eEs begann damit, da\u00df mein Vater, der ein begeisterter Trompeter, Marxist und Grafiker war, einen Samenergu\u00df hatte,&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/02\/eva-kurowski-last-den-ruhr-ge-beat-swingen-2\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[531],"class_list":["post-1930","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-literatur","tag-laurence-sterne"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1930","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1930"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1930\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1930"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1930"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1930"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}