{"id":1917,"date":"2012-03-04T00:01:00","date_gmt":"2012-03-03T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=1917"},"modified":"2020-07-06T09:35:24","modified_gmt":"2020-07-06T07:35:24","slug":"herr-nipp-im-lcd","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/04\/herr-nipp-im-lcd\/","title":{"rendered":"Herr Nipp im LCD"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u201eLiebevolles Verstehen\u201c m\u00f6chte man diesem Eigenbr\u00f6dler gerne unterstellen, doch Herr Nipp w\u00fcrde unwirsch abwinken. Das absichtlose Herumstromern in den eigenen Befindlichkeiten und den Bequemlichkeiten der Anderen ist im Prinzip ein Akt fortgesetzter Selbstvergewisserung. Mit Luhmann&#8217;scher Akribie betreibt Hieronymus eine Art von Mikro-Ethnologie, er f\u00fcgt anschlie\u00dfend die Satz- und Wahrnehmungssplitter in \u00bbDie Angst perfekter Schwiegers\u00f6hne\u00ab zu etwas zusammen, das entfernt einem Handlungsablauf \u00e4hnelt. Sich dem Jetzt aussetzend, ohne die dahinter liegende Geschichte zu vergessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einer Welt gegen\u00fcberstehend, die nicht immer verst\u00e4ndlich ist, einer Gesellschaft angeh\u00f6rig, die gebrochen erscheint. Kommentierend und hadernd, reflektierend und feixend geht Hieronymus daran in \u00bbDie Angst perfekter Schwiegers\u00f6hne\u00ab diese Welt zu erschlie\u00dfen, versucht er sie zu hinterfragen und zu verstehen. Streut dabei fast schon nat\u00fcrlich Salz in die Wunden und l\u00e4chelt uns dabei freundlich zu, als k\u00f6nne er keiner Fliege etwas tun. Fr\u00fcher hat Hieronymus die Strukturen der Natur untersucht, \u00fcber zehn Jahre lang versuchte er die Beziehungen und Fraktale zu verstehen, seit einigen Jahren geht es ihm um die Strukturen der Gesellschaft und auch hier arbeitet er gewissenhaft, geht auch kleinen Ver\u00e4stelungen, geht den Beziehungen zwischen Menschen und ihren kleinen Sorgen nach. Kommentiert mit spontanen Texten, Fragmenten und W\u00f6rtern. Zun\u00e4chst ist diese Prosa \u00e4sthetisches Erlebnis, dann sickert langsam ein Erkennen ein. Die Geschichten von Herrn Nipp wollen nichts erzwingen, sie verf\u00fchren uns zum Denken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hieronymus treibt in \u00bbDie Angst perfekter Schwiegers\u00f6hne\u00ab ein vertracktes Spiel. Zwischen Selbst-Befragung und schwarzen Sarkasmus entlarvt er das \u00e4u\u00dfere Bild als Schema, die Oberfl\u00e4che der Haut als verletzbare H\u00fclle des Eigentlichen. Schreibend sucht er nach den gesetzten Normen und wei\u00df, da\u00df man sie nicht \u00fcberschreiten muss, um Grenzg\u00e4nger zu werden. Herr Nipp sucht in einer entgrenzten Welt Grenzen in sich. Es bleibt eine Vorstellung, die betreten werden kann. Man kann diesen Raum durchschreiten, die Welt da drau\u00dfen vergessen, sich einfach auf die Situation einlassen, mit eigenen Bildern, den Ger\u00fcchen und dem leicht ged\u00e4mpften Klang der Au\u00dfen- und Innenwelt. Im Zeitalter der kulturellen Globalisierung und Traditionsverschiebungen bleibt der Mensch als strauchelndes Wesen auf den Stra\u00dfen der Zivilisationen zur\u00fcck und sucht nach den Bruchst\u00fccken seiner selbst. Der allseits flexible Mensch des 21. Jahrhunderts in seiner Geworfenheit ist das Thema von Hieronymus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Band mit den Erz\u00e4hlungen \u00bbDie Angst perfekter Schwiegers\u00f6hne\u00ab ist kein K\u00fcnstlerbuch. Was aber, wenn pl\u00f6tzlich Originalholzschnitte auf dem Deckblatt der Vorzugsausgabe zu finden sind?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6. M\u00e4rz 2012, Einlass: 20.00 Uhr, Beginn. 20.30 Uhr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">mit Ludmillus, Haimo Hieronymus und Eva Kurowski (begleitet durch Hartmut Kracht).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">im (LCD) im Salon des Amateurs, Grabbeplatz 4, D\u00fcsseldorf<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gef\u00f6rdert von der Kunststiftung NRW e.V.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Moderation: A.J. Weigoni<\/p>\n<p class=\"hide-if-no-js\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=1917&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266 size-266x266 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Herr-Nipp-205x300.jpg\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"266\"\/><\/a><strong>Weiterf\u00fchrend&nbsp;\u2192&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu einem begehrten Sammlerst\u00fcck hat sich die&nbsp;Totholzausgabe von Herrn Nipps <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12766\"><em>Die Angst perfekter Schwiegers\u00f6hne<\/em><\/a> entwickelt. Zudem belegt sein Taschenbuch <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=9294\"><em>Unerh\u00f6rte M\u00f6glichkeiten<\/em><\/a>, da\u00df man keinen Falken mehr verzehren muss, um novellistisch t\u00e4tig zu sein. Herr Nipp dampft die Gattung der Novelle konsequent zu <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=899\"><em>Twitteratur<\/em><\/a> ein. Und au\u00dferdem pr\u00e4sentiert Haimo Hieronymus ab 2017 <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=41385\"><em>\u00dcber Heblichkeiten, Floskeln und andere Ausrutscher<\/em><\/a> aus den Notizb\u00fcchern des Herrn Nipp.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eLiebevolles Verstehen\u201c m\u00f6chte man diesem Eigenbr\u00f6dler gerne unterstellen, doch Herr Nipp w\u00fcrde unwirsch abwinken. Das absichtlose Herumstromern in den eigenen Befindlichkeiten und den Bequemlichkeiten der Anderen ist im Prinzip ein Akt fortgesetzter Selbstvergewisserung. 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