{"id":19074,"date":"2013-11-05T00:48:30","date_gmt":"2013-11-04T23:48:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=19074"},"modified":"2019-10-05T18:33:19","modified_gmt":"2019-10-05T16:33:19","slug":"literatur-und-engagement","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/11\/05\/literatur-und-engagement\/","title":{"rendered":"Literatur und Engagement"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wie sehr darf Literatur sich politisch engagieren, ohne ihren \u00e4sthetischen Anspruch zu gef\u00e4hrden? Muss Literatur sich \u00fcberhaupt engagieren und wenn ja, wie? Immer wieder neu sind diese Fragen gestellt worden, und immer wieder neu wurden sie unterschiedlich beantwortet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf einer am 24. April 1959 veranstalteten Autorenkonferenz des Mitteldeutschen Verlages im VEB Chemiekombinat Bitterfeld sollte gekl\u00e4rt werden, wie den Werkt\u00e4tigen ein aktiver Zugang zu Kunst und Kultur erm\u00f6glicht werden kann. Die \u201e<em>vorhandene Trennung von Kunst und Leben<\/em>\u201c und die \u201e<em>Entfremdung zwischen K\u00fcnstler und Volk<\/em>\u201c sollte \u00fcberwunden werden. Dazu sollten K\u00fcnstler und Schriftsteller Arbeiter bei deren eigener k\u00fcnstlerischer T\u00e4tigkeit unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser so genannte Bitterfelder Weg sollte den Weg zu einer eigenst\u00e4ndigen \u201e<em>sozialistischen Nationalkultur<\/em>\u201c weisen und hatte den Auftrag der K\u00fcnstler, den Dichter im Kumpel zu wecken. Erfunden hatte die Losung der Schriftsteller Werner Br\u00e4unig, der es so formulierte:<\/p>\n<dl>\n<dd>\u201e<em>Greif zur Feder, Kumpel, die sozialistische Nationalliteratur braucht Dich!<\/em>\u201c<\/dd>\n<\/dl>\n<p>In seinem Aufruf, den Br\u00e4unig gemeinsam mit Jan Koplowitz verfasste, war es so formuliert:<\/p>\n<dl>\n<dd>\u201e<em>Schreiben ist wie Bergmannsarbeit. Tief in die Stollen des Lebens eindringen muss der Schriftsteller [\u2026] Im sozialistischen Staat werden die sch\u00f6pferischen Kr\u00e4fte des Volkes, die unter den Bedingungen der kapitalistischen Ausbeutung verk\u00fcmmern mussten und von der herrschenden Klasse unterdr\u00fcckt oder abgelenkt wurden, gepflegt und gef\u00f6rdert. [\u2026] Greif zur Feder, Kumpel! [\u2026] Sch\u00f6pfe aus der F\u00fclle deiner Umwelt, deines Lebens.<\/em>\u201c<\/dd>\n<\/dl>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alexander Konrad und Enno Stahl diskutieren mit Norbert Niemann und Erasmus Sch\u00f6fer dar\u00fcber, ob Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ihrem politischen Engagement und Bewusstsein zwischen ihrer Person und ihrer Literatur trennen k\u00f6nnen oder sollten.<\/p>\n<div id=\"attachment_19077\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/220px-Schoefer_erasmus_koeln_150608.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-19077\" class=\"size-medium wp-image-19077\" title=\"220px-Schoefer_erasmus_koeln_150608\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/220px-Schoefer_erasmus_koeln_150608-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/220px-Schoefer_erasmus_koeln_150608-200x300.jpg 200w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/220px-Schoefer_erasmus_koeln_150608.jpg 220w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-19077\" class=\"wp-caption-text\">Erasmus Sch\u00f6fer, Schriftsteller, im Literaturhaus K\u00f6ln (15. Juni 2008)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Niemann (geb. 1961), Bachmannpreisgewinner von 1997, hat in zahlreichen Essays auf aktuelle politische Problemlagen und Ereignisse reagiert. Erasmus Sch\u00f6fer (geb. 1931), Ostermarschierer, Aktivist in den Studentenunruhen&nbsp; von 1968, Mitbegr\u00fcnder des &#8222;Werkkreis Literatur der Arbeit&#8220;, ist Zeit seines Lebens nicht nur ein politisch handelnder Mensch gewesen, sondern hat auch als Schriftsteller versucht, unmittelbar einzugreifen in den politisch-gesellschaftlichen Diskurs, zuletzt insbesondere durch seine Romantetralogie &#8222;Die Kinder des Sisyphos&#8220;, der die Entwicklung der Linken von der APO-Zeit bis in die Neunziger Jahre dokumentiert. Au\u00dferdem werden die Autoren aktuelle Texte zum Thema pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute ab 20.30h: LCD \u2013 Literatur und Engagement<br \/>\nSalon des Amateurs, Grabbeplatz 4, 40213 D\u00fcsseldorf<br \/>\nMit Norbert Niemann und Erasmus Sch\u00f6fer<br \/>\nModeration: Alexander Konrad und Enno Stahl<br \/>\nEintritt: 5 EUR<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Siehe auch das historische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=14831\">Dokument<\/a> auf KUNO.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sehr darf Literatur sich politisch engagieren, ohne ihren \u00e4sthetischen Anspruch zu gef\u00e4hrden? Muss Literatur sich \u00fcberhaupt engagieren und wenn ja, wie? Immer wieder neu sind diese Fragen gestellt worden, und immer wieder neu wurden sie unterschiedlich beantwortet. 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