{"id":18570,"date":"2013-09-29T00:04:57","date_gmt":"2013-09-28T22:04:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=18570"},"modified":"2019-10-05T18:04:15","modified_gmt":"2019-10-05T16:04:15","slug":"thaddaus-troll-preis-2013-verliehen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/09\/29\/thaddaus-troll-preis-2013-verliehen\/","title":{"rendered":"Thadd\u00e4us-Troll-Preis 2013 verliehen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Matthias Kehle erh\u00e4lt den Thadd\u00e4us-Troll-Preis 2013. Der F\u00f6rderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-W\u00fcrttemberg (FdS) verleiht dem Karlsruher Schriftsteller und Lyriker diesen mit 10.000 Euro dotierten Preis f\u00fcr seinen Gedichtband Scherbenballett, der 2012 bei Kl\u00f6pfer &amp; Meyer erschienen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-18577\" title=\"Cover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover11-189x300.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover11-189x300.jpg 189w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover11.jpg 265w\" sizes=\"auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/><\/a>In der Begr\u00fcndung der Jury hei\u00dft es: Matthias Kehle verdichtet Gesehenes, Gef\u00fchltes und Fl\u00fcchtiges mit knapper und treffsicherer Sprache zu eindr\u00fccklichen Bildern. Durch Auslassungen und eine gekonnte Art der Zeilenbrechung ergeben sich auf engstem Raum Richtungswechsel und Vieldeutigkeiten. Kehles Gedichte brauchen keine gro\u00dfen Themen, sie sind Protokolle seiner Bewegungen in seiner Welt und seiner Blicke auf Momente mit ihrer je eigenen unerz\u00e4hlten Geschichte. Der lyrische Geist des leidenschaftlichen Bergwanderer, der einem breiteren Publikum durch seine Wanderbibel bekannt geworden ist, l\u00e4sst sich f\u00fcr Augenblicke an oft v\u00f6llig unspektakul\u00e4ren Orten nieder: neben einem Gipfelkreuz, in einem ICE, im Hotelzimmer, auf dem Weg in den Keller voller Erinnerungsfragmente. Kehle schaut aus dem Fenster, wandert durch die Stadt, ordnet das Erbe, hat die Wetterkarte im Blick und wartet auf den n\u00e4chsten Sommer. Lyrischer Langeweile beugt Matthias Kehle mit feinem Witz vor, l\u00e4chelnd liest man, was noch lange nachwirkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\"><em>Mich wundert&#8217;s wie<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\"><em>Wunschbilder zu<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\"><em>Schlusslichtern werden<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Lyriker hat eine Reife erreicht, die ihn locker in seinen <em>Fundus<\/em> greifen l\u00e4\u00dft. Kehle versenkt sich an oft ungew\u00f6hnlichen Erinnerungsorten tief ein in die Psyche des Badischen und entwirft dabei ganz nebenbei eine Kulturgeschichte der versunkenen BRD. Anwesend ist das Abwesende bei Kehle in der Bipolarit\u00e4t der unentzifferten Zeichen. Fesselnde Fiktion lebt vom Spezifischen, er kompiliert klug Zitate aus Forschungs\u2013 und Popul\u00e4rliteratur, Reportagen und historische Anekdoten. Als Flaneur entdeckt er auf neuen Wegen das Innere von Karlsruhe und Umgebung. Mit zergliederndem Blick beobachtet er Jogger und Fahrradfahrer. Da\u00df ihm dabei jedes poetische Mittel recht ist und er selbstredend auch den Kalauer nicht verschm\u00e4ht, demonstriert die Demut und v\u00f6llige D\u00fcnkellosigkeit dieses Lyrikers. F\u00fcr Proust bedeutet Erinnerung die Suche nach verborgenen Augenblicken des Gl\u00fccks, f\u00fcr Kehle sind Erinnerungen gleichsam Sammellinsen f\u00fcr lyrische Stoffe. Dieser Lyriker ist ein Fraktalk\u00fcnstler, das gro\u00dfe Ganze setzt er aus eigenen Miniaturen zusammen und spiegelt ein lyrisches Ich in die Welt zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Preis ist mit 10.\u2009000 Euro dotiert und nach dem Mitbegr\u00fcnder des F\u00f6rderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-W\u00fcrttemberg Thadd\u00e4us Troll (1914\u2009\u20131980) benannt. Troll hat sich Zeit seines Lebens nachhaltig f\u00fcr die F\u00f6rderung von Schriftstellerkolleginnen und -kollegen eingesetzt. Der F\u00f6rderkreis begr\u00fc\u00dft es, dass der Thadd\u00e4us-Troll-Preis nach langer Zeit wieder an einen Lyriker vergeben werden kann. Der Preis war und ist als F\u00f6rderpreis f\u00fcr solche Autoren gedacht, die mit ihren Werken eine breite \u00d6ffentlichkeit verdient haben, und die Jury des FdS ist sich einig, da\u00df Matthias Kehle mit seinem bemerkenswert sch\u00f6n ausgestatteten Gedichtband, Scherbenballett, genau dorthin geh\u00f6rt &#8211; in die breite \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Weiterf\u00fchrend \u2192<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Poesie ist das identit\u00e4tsstiftende Element der Kultur, KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologische Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Matthias Kehle erh\u00e4lt den Thadd\u00e4us-Troll-Preis 2013. 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