{"id":17715,"date":"2013-08-01T00:05:36","date_gmt":"2013-07-31T22:05:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=17715"},"modified":"2022-04-06T13:37:36","modified_gmt":"2022-04-06T11:37:36","slug":"clearingand-illumination","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/08\/01\/clearingand-illumination\/","title":{"rendered":"Clearingand illumination"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #888888;\">\u2028\u2028Ich glaube, da\u00df der Markt \u00fcberbewertet ist, da\u00df die \u00d6konomie \u00fcberbewertet wird. Gute Kunst, schlechte Kunst, teure Kunst; notwendige Kunst finde ich spannender.<\/span><\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_17718\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/kuball_agoraarena.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-17718\" class=\"wp-image-17718 size-medium\" title=\"kuball_agoraarena\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/kuball_agoraarena-300x224.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/kuball_agoraarena-300x224.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/kuball_agoraarena.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-17718\" class=\"wp-caption-text\">Bild: Archiv Mischa Kuball, D\u00fcsseldorf<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Vorhaben einer sparten\u00fcbergreifende Zusammenarbeit von Theater und bildender Kunst pr\u00e4gt das Konzept von Ruhrtriennale-Intendant Heiner Goebbels. Eines der interessantesten Projekte in diesem Jahr ist die Gestaltung des Au\u00dfenraums der Bochumer Jahrhunderthalle durch den international renommierten Lichtk\u00fcnstler Mischa Kuball. Mit Licht architektonische und urbane R\u00e4ume erforschen, soziale und politische Diskurse anregen, mit einfachen Mitteln komplexe Themen ansprechen, das macht die Kunst von Kuball so eindringlich. Er reagiert auf R\u00e4ume und verdeutlicht mit seiner Arbeit soziopolitische und psychologische und architektonische Elemente. Licht ist das wichtigste Material in seiner k\u00fcnstlerischer Arbeit. Wenn er einen Gegenstand, einen Ort akzentuiert, bewirkt das Erhellung und Aufkl\u00e4rung auch im \u00fcbertragenen Sinne. Kuball holt Verdr\u00e4ngtes und Vergessenes aus der Vergangenheit, legt Sichtachsen frei \u00a0und richtet quasi den Scheinwerfer neu aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #888888;\">Man \u00fcberwindet neun H\u00f6henmeter und man schaut auf die Dinge. Alles, was sich unten bewegt, ist entsprechend kleiner. Wenn man ganz oben ist, kann man \u00fcber das Dach der Jahrhunderthalle hinwegschauen sieht, dann auf den blinkenden Wasserturm, der auch Teil meines k\u00fcnstlerischen Projekts ist.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Installation Agora\/Arena des D\u00fcsseldorfer Medienk\u00fcnstlers f\u00fcr den Au\u00dfenraum der Jahrhunderthalle ist Spurensuche und kulturelle Anthropologie zugleich. <em>Mich interessiert \u00d6ffentlichkeit als Labor<\/em>, sagt Kuball \u00fcber seine k\u00fcnstlerischen Strategien. Mithilfe des Mediums Licht \u2013 in Installationen und Fotografie \u2013 erforscht er architektonische R\u00e4ume und f\u00fchrt soziale und politische Diskurse. Kuball reflektiert auch in Bochum unterschiedliche Facetten von kulturellen Sozialstrukturen bis hin zu architektonischen Eingriffen, die den Wahrzeichencharakter und den architekturgeschichtlichen Kontext betonen oder neu kodieren. In politisch motivierten und partizipatorischen Projekten verschr\u00e4nken sich \u00f6ffentlicher und privater Raum. Sie erm\u00f6glichen eine Kommunikation zwischen Teilnehmern, dem K\u00fcnstler, dem Werk und dem \u00f6ffentlichen Raum. Agora\/Arena l\u00e4dt die Zuschauer und Spazierg\u00e4nger ein, das Gel\u00e4nde vor der Jahrhunderthalle als Kommunikationsort zu nutzen und mitzugestalten. Diese Arbeit seit gleichsam fort, was Kuball in 2010 als partizipatorisches Projekt mit Harald Welzer und Christoph Keller geschaffen hat: NEW POTT, mit hundert Familien aus hundert Nationen anl\u00e4sslich der RUHR.2010 \u2013 Kulturhauptstadt Europas umgesetzt mit den Kunstsammlungen der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum. Kunst existiert f\u00fcr Kuball nie im luftleeren Raum, sein Bezugsrahmen ist der Mensch.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Das hat mit dem alten griechischen Verst\u00e4ndnis von Polis zu tun, zugleich durch die aktuellen Ereignisse, dem Tahrirplatz und dem Tacsinplatz. Wir lernen, dass diese Pl\u00e4tze eine politische Aufladung bekommen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Installation Agora\/Arena in Bochum stellt Kuball bereits im Titel die Frage nach Aktivit\u00e4t und Partizipation. <em>Agora<\/em> war das Forum im antiken Athen, auf dem jeder B\u00fcrger in politischen Angelegenheiten mitdiskutieren und mitentscheiden konnte. Im 21. Jahrhundet droht die Agora in den Shoppingmalls zu verschwinden. Anfang der 1970er Jahre gaben das K\u00fcnstlerpaar <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bernd_und_Hilla_Becher\">Bernd und Hilla Becher<\/a> mit ihren fotografischen Arbeiten einen ersten Ansto\u00df, Industriebauten im \u00f6ffentlichen Bewusstsein als autonome Skulpturen zu verankern. Die heute vielfach emphatisch heraufbeschworenen <em>Kathedralen der Industriekultur<\/em> machten sie lesbar als Ruinen einer postindustriellen Gesellschaft, die im Begriff war, die Spuren ihrer Geschichte verschwinden zu lassen. Kuball sieht seine Zeichensetzung als eine Referenz und Fortschreibung dieser Sichtbarmachung. Seine Arbeiten oszillieren zwischen \u201eLichtung und Beleuchtung\u201c (Peter Sloterdijk). Kuballs Agora\/Arena sperrt sich gegen den Platzverweis, sie ist eine Einladung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Interview mit \u00a0Mischa Kuball \u00fcber Agora \/ Arena findet sich <a href=\"https:\/\/vimeo.com\/72714915\">hier<\/a>.<\/p>\n<div id=\"attachment_101176\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-101176\" class=\"size-full wp-image-101176\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MischaKuball-scaled-e1646039304379.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-101176\" class=\"wp-caption-text\">Mischa Kuball. Photo: Daniel Biskup, Wittenberg<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuvor betrachtete Stefan Oehm f\u00fcr KUNO Kuballs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=50277\">Lichtinstallation<\/a> <strong><em>res\u00b7o\u00b7nant<\/em><\/strong>. Lesen Sie im Rahmen der <i>public preposition\u00a0<\/i>ein\u00a0Gespr\u00e4ch zwischen Vanessa Joan M\u00fcller und Mischa Kuball \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=33030\">\u00f6ffentliche Beziehungen<\/a>. Gleichfalls empfehlenswert das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=8632\">Ateliergespr\u00e4ch<\/a> von Prof. Dr. Matei Chihaia mit Mischa Kuball.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192 <\/strong>F\u00fcr das Projekt <em>Kollegengespr\u00e4che<\/em> hat A.J. Weigoni einen Austausch zwischen Schriftstellern angeregt. Auf KUNO ist diese Reihe wieder aufgelebt. Mit dem K\u00fcnstler Mischa Kuball teilt der Romancier den <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/10\/02\/dauerlaufen-und-durchhalten-ein-diskurs\/\">Dauerlauf<\/a><\/em>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2028\u2028Ich glaube, da\u00df der Markt \u00fcberbewertet ist, da\u00df die \u00d6konomie \u00fcberbewertet wird. Gute Kunst, schlechte Kunst, teure Kunst; notwendige Kunst finde ich spannender. Das Vorhaben einer sparten\u00fcbergreifende Zusammenarbeit von Theater und bildender Kunst pr\u00e4gt das Konzept von Ruhrtriennale-Intendant Heiner Goebbels.&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/08\/01\/clearingand-illumination\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":101176,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[49],"class_list":["post-17715","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-mischa-kuball"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17715","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17715"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17715\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":102622,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17715\/revisions\/102622"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/101176"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17715"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17715"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17715"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}