{"id":1749,"date":"2012-02-26T05:15:44","date_gmt":"2012-02-26T04:15:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=1749"},"modified":"2018-03-17T06:52:55","modified_gmt":"2018-03-17T05:52:55","slug":"5-15","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/02\/26\/5-15\/","title":{"rendered":"5.15"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das ist gerade der schmale Grat zwischen todm\u00fcde und hellwach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird Tag, eindeutig. Man braucht nicht mehr das Licht einzuschalten, wenn man ins Badezimmer geht und sich nach Stunden der Nachtwache \u00fcberfl\u00fcssigerweise, aber pflichtbewusst bettfertig macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">K\u00f6nnte eigentlich auch die Morgenw\u00e4sche sein, schie\u00dft es verwegen durch meinen Kopf. Wie w\u00e4re es denn, mal richtig viel vom Tag&#8230;&#8212; nein, diese fixe Idee wird ganz schnell h\u00f6hnisch verworfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles blaugrau um diese Stunde, die Fliesen, meine Haut, der verhangene Himmel. Helle dicke Wolkenlagen. Dahinter die dunklen Waldz\u00fcge, leicht h\u00fcgelig. Vielleicht mag ich deswegen das platte Land so gern, weil mein Leben lang der Blick aus dem Badezimmerfenster irgendwann von B\u00e4umen begrenzt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stra\u00dfe ist noch leer. Ungem\u00fctlich, diese orangefarbene Beleuchtung. Wie aus einem Gro\u00dfstadtkrimi. Warum gibt es hier keine wei\u00dfen Stra\u00dfenlaternen, wie \u00fcberall sonst auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">V\u00f6gel? Ich h\u00f6re keine. Scheinen noch zu schlafen. Oder ist dieser Sommer zu unwirtlich? Richtig, welcher Sommer. Mitteleurop\u00e4ischer Standardsto\u00dfseufzer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Geruch der neuen Creme gef\u00e4llt mir nicht. Penetrantes Pseudo-Bio-Zeug.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hellwach und biologisch duftend lege ich mich ins Bett. Auf das ich mich schon den ganzen Tag und den ganzen Abend und die ganze Nacht gefreut habe. Aber wieder zu faul zum Hinlegen gewesen. Zu unvern\u00fcnftig. Und jetzt zu munter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Grat ist \u00fcberschritten, der Morgen da, das schlechte Gewissen schon lange. Keine Stille mehr vor dem Fenster, Autos fahren, zur Arbeit wahrscheinlich, wie es sich f\u00fcr ordentliche Menschen um diese Uhrzeit geh\u00f6rt, zu viel Helle vor dem Fenster, nichts mehr blau, und jetzt fangen auch tats\u00e4chlich auch noch ein paar V\u00f6gel an zu l\u00e4rmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum muss das alles immer in einem solchen Klischee enden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p class=\"hide-if-no-js\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=25336&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266 size-266x266 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Albers-300x300.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 266px) 100vw, 266px\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Albers-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Albers-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Albers-768x768.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Albers-e1520544429419.jpg 299w\" alt=\"\" width=\"266\" height=\"266\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong> Zum Thema K\u00fcnstlerb\u00fccher finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist gerade der schmale Grat zwischen todm\u00fcde und hellwach. Es wird Tag, eindeutig. Man braucht nicht mehr das Licht einzuschalten, wenn man ins Badezimmer geht und sich nach Stunden der Nachtwache \u00fcberfl\u00fcssigerweise, aber pflichtbewusst bettfertig macht. 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