{"id":17241,"date":"2013-08-22T00:43:18","date_gmt":"2013-08-21T22:43:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=17241"},"modified":"2018-10-27T11:33:00","modified_gmt":"2018-10-27T09:33:00","slug":"schimpfen-auszug-5","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/08\/22\/schimpfen-auszug-5\/","title":{"rendered":"Schimpfen, Auszug"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">In der N\u00e4he von Kunstmuseen w\u00e4chst der Glaube und das Bewu\u00dftsein von Qualit\u00e4t offenbar selbstverst\u00e4ndlicher als am Rande eines Heimatmuseums. Und nicht nur der Gro\u00dfst\u00e4dter, sondern auch der gro\u00dfstadtqualit\u00e4tsgl\u00e4ubige Kunstexperte auf dem Lande denkt sich bei Dada auf eben jenem Lande nur Blabla. So vermutet man in der Provinz stets jene Art von Gef\u00e4lligkeitskunst, die die gedankliche Unber\u00fchrtheit des K\u00fcnstlers dort auf r\u00fchrende Art und Weise transportiert. Das Stigma der Provinz tr\u00e4gt der dort t\u00e4tige K\u00fcnstler folglich wie ein Kainsmal, und er ist st\u00e4ndig bem\u00fcht, den Kittel der Provinzialit\u00e4t, den man ihm wie einem Bilderbuchk\u00fcnstler \u00fcberwirft, abzustreifen. Die Umgebung von Wiesen und W\u00e4ldern, die der St\u00e4dter im \u00dcberdru\u00df seines Stadtlebens ansonsten gerne aufsucht, scheint zu imaginieren, da\u00df sich hier jegliches kreative Schaffen mit der Bescheidenheit eines G\u00e4nsebl\u00fcmchens entfaltet. Doch wir bemerkten ja bereits in einem vorherigen Absatz, da\u00df man Provinzialit\u00e4t selten mit einem Ort verkn\u00fcpfen k\u00f6nne, sondern mehr mit einer geistigen Haltung. Und diese gedankliche Bescheidenheit findet bekannterma\u00dfen \u00fcberall ihren Platz. Gerade die dem Lande und dem dort t\u00e4tigen K\u00fcnstler grunds\u00e4tzlich angedichtete Provinzialit\u00e4t l\u00e4\u00dft letztendlich doch nur den Schlu\u00df zu, da\u00df das so vorurteilsbeladene Denken selbst Spuren von dem tr\u00e4gt, was man gerne anderen zuweist. Aber Klischees haben nun einmal die Eigenschaft, sich best\u00e4ndig zu erneuern und ihre aufgebl\u00e4hte Leere mit Beharrlichkeit zu behaupten. Da\u00df auch fernab der Gro\u00dfst\u00e4dte zeitgen\u00f6ssische Kunstpositionen behauptet werden, liegt daher weniger fern, als die Vermutung des St\u00e4dters von dem Beweis seiner Richtigkeit. Die K\u00fcnstlergruppe, der der K\u00fcnstler Meinen beitrat, bewies nunmehr bildhaft diese Klischees und Vorurteile, aber zugleich auch deren Widerlegung. Was keinen verwundern d\u00fcrfte. Dennoch hing das Wort Provinz und die damit verbundenen Nachteile wie ein Damoklesschwert \u00fcber manchen Besprechungen. Und man war sich, verfolgte man die Kunst ernsthaft, einig im Bewu\u00dftsein, die Provinz verlassen zu m\u00fcssen, da es trotz vielf\u00e4ltiger Bem\u00fchungen nicht m\u00f6glich erschien, den St\u00e4dter von seinen Vorurteilen zu befreien, allein durch die Tatsache eines Ausstellungsbesuches vor Ort. Eine \u00dcberlegung, wie mir scheint, die im Rahmen der internetverzweigten Welt immer \u00fcberfl\u00fcssiger zu werden scheint. Wenn der Strahl der Aufmerksamkeit einen nicht erreicht, mu\u00df man ihn von sich aus initiieren. Dies gilt auch f\u00fcr jeden K\u00fcnstler hinsichtlich der Auff\u00e4lligkeit, mit der er sich und sein Werk ins Licht des Bemerkens dr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p class=\"hide-if-no-js\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=17241&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266 size-266x266 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/CoverSchimpfen.jpg\" alt=\"\" width=\"177\" height=\"266\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schimpfen<\/strong>, von Peter Meilchen, Edition Das Labor, Linz, Neheim, M\u00fclheim an der Ruhr 2013 &#8211; Der Erstauflage ist limitiert und mit einem Stempel versehen. Da Freund und F\u00f6rderer sich bereits im Vorfeld ihr Exemplar gesichert habe, r\u00e4t KUNO nicht zu z\u00f6gern und sich diese Preziose zu sichern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Werke sind <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=208\">erh\u00e4ltlich<\/a> \u00fcber die Edition Das Labor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der N\u00e4he von Kunstmuseen w\u00e4chst der Glaube und das Bewu\u00dftsein von Qualit\u00e4t offenbar selbstverst\u00e4ndlicher als am Rande eines Heimatmuseums. 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